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Rügen 2017 (1): Inselblockaden

Mittwoch, den 5. April 2017
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2016 -> 21.11.2016

Der Rügen-Frühlingstrip 2017 beginnt verwirrend. Ich habe extra im Internet nachgeschaut, um zu erfahren, ob denn die Fähre zwischen Stahlbrode und Glewitz schon im Betrieb ist. Das Internet sagt ja. Seit 23. März. Das Schild auf der B96 bei Greifswald sagt nein. Das Schild in Reinberg an der B105 ebenfalls. Und tatsächlich fährt in Stahlbrode keine Fähre – und es ist auch unklar, wann sie denn fährt. Ob sie überhaupt wieder fährt.
Also ging es über Stralsund und den Rügendamm auf die Insel – über den alten Rügendamm.

Wer auf der B96 zwischen Samtens, Teschenhagen und der Bergener Kreuzung unterwegs ist, wird den Kahlschlag sehen, der für den Bau der neuen B96 vorgenommen worden ist. Viele Bäume sind abgeholzt worden, damit die neue Trasse frei ist. Teilweise sieht das momentan ganz furchtbar aus, und ich bin immer noch nicht überzeugt davon, dass für dieses Teilstück dieser Aufwand betrieben werden muss.
Wie das künftige Dreieck Bergen aussieht – darauf bin ich ebenfalls gespannt. Momentan herrscht dort jetzt schon Sperrungs-Chaos.

Apropos Chaos: In Karow an der B196 ist man auf die glorreiche Idee gekommen, einen Behelfskreisverkehr am Abzweig in Richtung Prora einzurichten. Der aber ist so klein, dass man auch locker geradeaus durchfahren kann. Was es für Linksabbieger – und überhaupt für alle im Kreisverkehr – ziemlich gefährlich ist.
Es würde mich nicht wundern, wenn es da schon öfter geknallt hat.

Wer von Binz aus übrigens nach Sellin und Baabe will, hat auch so seine Probleme. Die Zufahrt zur B196 ist gesperrt – auch dort soll ein Kreisverkehr entstehen – aber ein richtiger. In dem Fall ist das sogar sehr gut, denn die Kreuzung war schon immer gefährlich.
Die Umleitung aber ist seeeeehr ausschweifend. Sie führt über Prora und Karow, zurück auf die B196. Da fährt man ewig…

Verkehrstechnisch ist es momentan ein bisschen schwierig auf Rügen, und der Mann von der Hotelrezeption in Binz meinte schon zu mir, er “freue” sich schon auf Ostern. Dann bricht vermutlich das totale Verkehrschaos in der Region aus.

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Rügen 2010 (1): Der Binzer Neujahrskrieg

Sonntag, den 3. Januar 2010
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2009 -> 1.1.2010

Null. Und der Krieg begann.
Binz, am 1. Januar 2010 um 0 Uhr. Am Strand brach der Neujahrskrieg aus. Und sorgte wieder einmal für ein Superlativ.
Kaum war der Countdown runtergezählt, das Jahr da, begann das große Zischen, Knallen und Krachen. Wie war das mit der Wirtschaftskrise?
Ein Strand voller Menschen. Hunderte Menschen. Und überall Raketen und Böller. Wir fühlten uns schrecklich unsicher. Überall hätte es uns treffen können. Selbst den Rückzug konnten wir nicht antreten, wohin hätten wir gehen sollen? Um Haaresbreite gingen einige Böller an uns vorbei.
Irgendwann gab ich es auf. Ich stellte mich hin, wir unterhielten uns und sahen nicht mehr genau hin. Einfach ignorieren. So übersteht man den schwersten Neujahrskrieg. Und das Kalkül ging auf.
Eine halbe Stunden nach Mitternacht traten wir dann den Rückweg an. Die Knallerei war da nicht nicht zu Ende.
Aber: Wahnsinn. So etwas habe ich bisher noch nicht erlebt. Und der Strand war übersäht mit Dreck.

Ich hätte wetten können: Gleich am Neujahrsmorgen ist der Strand wieder sauber. Ich hätte die Wette verloren. Noch am Sonnabend lag der ganze Dreck noch überall am Strand rum.
Vielleicht hat aber den Saubermännern der Schnee einen Strich durch die Rechnung gemacht. Am Neujahrsmorgen begann es zu schneien. Binz und der Rest der Insel bekamen ein weißes Kleid angezogen.
So einen richtigen Winterdienst scheint es in Binz allerdings nicht zu geben. Die Hauptstraße: eine glatte Strecke. Viele andere Wege: auch nicht geräumt oder Matsch.
Andererseits: Binz. Ein Wintertraum. Der Schmachter See ist zugefroren und weiß. Auf der Seebrücke ist es zwar glatt, aber der Anblick des winterlichen Ortes entschädigt für alles.

Rückweg. Der war ein Problem. Es war Sonnabend, alle wollten nach Hause, und die Straßen waren glatt.
Im Verkehrsfunk hieß es schon: Von Bergen bis Stralsund ist alles dicht. Und auch per Telefon kamen die ersten Botschaften. Stau schon in Zirkow, noch vor Bergen. Zwei Stunden von Binz bis Bergen.
Nächster Anruf von anderen bekannten: Stau auch auf der anderen Strecke schon ab Karow. Auch noch lange vor Bergen.
Wir warteten ab. Liefen noch mal durch Binz, auf die Seebrücke, gingen was Essen, fuhren zum Tanken.
Nächster Anruf: Die Nebenstrecke über Putbus und Garz ist frei.
Wir machten uns also auf den Weg. Die herrliche Allee vor Garz war zwar nicht grün wie im Sommer, weckte aber Erinnerungen an die Fahrt im Sommer. Und ich lernte ganz neue Orte kennen: Poseritz beispielsweise. Der Ort, wo dann auch unser Stau in Richtung Altefähr/Stralsund begann. Doch im Gegensatz zu den Leuten auf der Hauptstrecke auf der B96 brauchten wir trotzdem nur gute 75 Minuten von Binz bis Altefähr, auf dem Rügendamm rollte der Verkehr wieder.
Radiomeldungen, dass inzwischen auch auf der A20 zwischen Stralsund und Neubrandenburg Stau sei, bewahrheiteten sich nicht. Dafür aber der Stau auf der A11. Die Ostseewelle stimmte uns optimistisch. Aus den anfänglich 15 Kilometer wurden 12. Doch später, bei radioeins waren es plötzlich sogar 20 Kilometer. Unsere Sofortmaßnahme: Wir verließen die A20 bei Prenzlau. Ich rollte noch mal durch meine Bundeswehrheimat und weiter die B109 Richtung Berlin., Und es war erstaunlich: Die Strecke war zwar stellenweise schneebedeckt, aber völlig frei. 20 Kilometer Stau auf der A11 interessierten uns nicht mehr.
Freunde von uns nahmen alle Staus mit und brauchten fast acht Stunden. Wir nur fünf. So muss es laufen.

Unser neues Jahrzehnt begann also auf meiner Lieblingsinsel. Und vielleicht führt mich mein Weg Ende April wieder dorthin. Wir planen einen Kollegenausflug.