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Triebtäter sorgte im Wald für Angst

Mittwoch, den 12. November 2014
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Der RBB hat eine Verbrechensserie aufgearbeitet: Zwischen 1946 und 1948 suchte die Polizei den Mörder Willi Kimmritz

MAZ Oranienburg, 12.11.2014

Hunger. Die Menschen hatten einfach nur Hunger. Besonders viele Frauen kamen nach Ende des Zweiten Weltkrieges mit der S-Bahn nach Lehnitz oder Oranienburg, um in den Schmachtenhagener Forst zu laufen. Dort konnten sie ihren Hunger stillen. Beeren oder das, was der Wald sonst noch so hergab. Die Not trieb sie aus Berlin: Birnen, wo bloß gibt es Birnen oder Äpfel? Die Frauen gingen auf Hamsterfahrten. Stehlen war selbstverständlich geworden, die Menschen nannten das damals „organisieren“. Kohlen, Kartoffeln, alles was zu kriegen war. Die Moral war vollkommen am Boden.
Es sind gefährliche Hamsterfahrten gewesen, denn ein Vergewaltiger und Mörder trieb ab dem Sommer 1946 in der Region zwischen Nauen, Oranienburg und Eberswalde sein Unwesen. 24 Vergewaltigungen und 23 Raubüberfälle muss die Polizei zunächst registrieren. Allein im Mai 1948 verzeichnete die Polizei im Schmachtenhagener Forst fünf Vergewaltigungen – und einige Wochen später den ersten Mord.

Für die RBB-Dokureihe „Tatort Berlin“ haben sich die Wissenschaftsjournalisten Gabi Schlag und Benno Wenz mit Willi Kimmritz beschäftigt, der als „Schrecken der Brandenburgischen Wälder“ in die Kriminalgeschichte eingegangen ist. Ihr Film läuft am kommenden Montag ab 22.15 Uhr im RBB-Fernsehen. Dafür haben sie Zeitzeugen befragt und einige nachgestellte Szenen auch in der Region gedreht.

„Kimmritz hat damals die Not der Menschen ausgenutzt und in den Wäldern sein Unwesen getrieben“, sagt Gabi Schlag. „Er war ein Psychopath, er handelte aus Habgier und Berechnung.“
Immer wieder hatte Willi Kimmritz in der Bahn nach Oranienburg Frauen angesprochen und ihnen seine Hilfe angeboten. Die Nachricht, dass ein Triebtäter unterwegs ist, machte bereits die Runde. Trotzdem fand Kimmritz immer wieder Opfer. Viele Frauen blieben nach dem Zweiten Weltkrieg alleine mit ihren Problemen, ihre Männer waren gefallen oder noch in Gefangenschaft. Der Hunger war die Triebfeder des Alltags.

So zeigt der Film die nachgespielte Szene, in der Kimmritz eine Frau anspricht, die weiß, wo es Frühkartoffeln gibt. Er bietet ihr an, sie nach Birkenwerder zu fahren. Er kenne eine Abkürzung durch den Wald. Doch der Mann hat nicht vor, sie nach Birkenwerder zu fahren. Stattdessen vergewaltigt er die Frau.
Eine weitere Masche war folgende: Der Täter begleitet die Frauen in den Wald. Wenn sie ihm erzählen, dass sie alleinstehend seien, setzt Kimmritz zu seinen grausamen Taten an. Vergewaltigung, Raub und später auch Mord. Weiß er, wo die Frau wohnt, reist er zu deren Wohnung, räumt sie aus und verscherbelt alles, was er kriegen kann, auf dem Schwarzmarkt.

„Da war eine mächtige Unruhe unter der Bevölkerung“, erzählt der ehemalige Kriminalkommissar Dieter Viererbe in dem RBB-Film. „Keiner hat sich mehr in den Wald getraut oder aufs Feld, allein auf keinen Fall, und da wurde aufgrund dessen die Fahndung ausgerufen.“
Als dann im Juni 1948 die erste Tote im Wald zwischen Oranienburg und Schmachtenhagen gefunden wird, steigt die Unruhe. Die Identität der toten Frau ist erst nicht festzustellen, alle wichtigen Dokumente fehlen. Allerdings erkennt die Polizei ein Verbrechensmuster. Es ist klar: Es muss derselbe Täter sein wie bei den vielen Vergewaltigungen zuvor.
Alle Polizeidienststellen in Brandenburg arbeiten damals zusammen, die Aktion erhält den Codenamen Roland. Doch es gibt zu dieser Zeit ein großes Problem: Berlin und seine vier Sektoren. Jeder Sektor, also die Russen, die Franzosen, die Engländer und US-Amerikaner, hat eine eigene Polizei. Ostpolizisten dürfen nicht im Westteil Berlins ermitteln und umgekehrt. Nach dem Überwachungsstaat im Dritten Reich herrscht nun die völlige Anarchie. Akten sind vernichtet, ein Meldesystem gibt es noch nicht. Die Polizei hat kaum Autos, die Beamten sind auf Fahrrädern unterwegs. Für Kriminelle eine komfortable Situation. Das führt auch dazu, dass die Fahnder zwischen der in Berlin vermissten und bei Schmachtenhagen ermordeten Frau zunächst gar keinen Zusammenhang sehen.

Im Fall des Vergewaltigers beginnt spätestens nach dem Mord im Juni 1948 die bis dahin größte Fahndungsaktion der Nachkriegszeit. Waldwege werden überwacht und Lockvögel eingesetzt. Tausende Polizisten sind in den Wäldern unterwegs. Und dennoch: Sie finden ihn nicht – und das, obwohl sie sogar seinen Namen kennen, mit seiner Mutter gesprochen haben und wissen, dass er zuletzt in der Nähe von Oranienburg gemeldet war. Sie wissen noch mehr: Kimmritz lebt von Betrug, Diebstahl und schwerem Raub. 1948 ist er 36 Jahre alt. Er arbeitete bei einem Bauern als Knecht und wurde bald straffällig. Während des Krieges saß er wegen Vergewaltigungen im Zuchthaus Brandenburg an der Havel.

Aber fassen kann die Polizei ihn dennoch nicht. Unterdessen haben ihn sieben Vergewaltigungsopfer aus Nauen, Birkenwerder, Havelberg und weiteren Orten auf Fotos als ihren Peiniger identifiziert. Die Polizei in Berlin ist auch aktiv. Sie findet heraus: Die lange vermisste Frieda Imlau aus dem Wedding ist die Tote aus dem Wald bei Schmachtenhagen.
Am 11. August 1948 ermordet Kimmritz in einem Waldstück bei Friesack die Buchhalterin Elsie Wilhelm aus Berlin-Steglitz. Wie auch Frieda Imlau war sie auf Hamsterfahrt. Die Polizisten sind verzweifelt. Die Suche nach Willi Kimmritz endet tatsächlich auch nur durch einen Zufall. Eine Zeugin erkennt ihn in einer Kneipe, dem „Nordbahnkeller“ in Berlin-Mitte. Am 11.September 1948 wird Willi Kimmritz festgenommen. Er gesteht. Vor dem Oberlandesgericht Potsdam wird er angeklagt, aus Habgier und zur Befriedigung des Geschlechtstriebes vier Frauen getötet und 45 vergewaltigt zu haben. Der Richter verurteilt ihn zum Tode.

Wäre so eine Verbrechensserie auch heute noch möglich? „Die Leute sind aufmerksamer und aufgeklärter“, sagt die Wissenschaftsjournalistin Gabi Schlag. „Die Arten der Fahndung sind heute auch ganz andere.“ In Zeiten des Internets und der Verbreitung von Fotos auf Facebook sind die Möglichkeiten heute ganz andere, Suchmeldungen verbreiten sich schnell.

Willi Kimmritz stirbt am 26.Juli 1950. Im Polizeigefängnis in Frankfurt (Oder) wird er am Morgen um 6Uhr hingerichtet. Laut der Polizeiakten hat er keinen Widerstand geleistet.

Am Montag im RBB
Der Dokumentarfilm aus der Reihe „Tatort Berlin“ mit dem Untertitel „Willi Kimmritz – Schrecken der Wälder“ läuft erstmals am kommenden Montag, 17. November, ab 22.15 Uhr im RBB-Fernsehen.
Die Autoren Gabi Schlag und Benno Wenz recherchierten dafür im Potsdamer Landesarchiv und fanden über die Gedenkstätte Sachsenhausen Zeitzeugen aus der Region rund um Oranienburg. Besonders die älteren Leute erinnern sich an diesen Fall, im Internet ist darüber allerdings bislang recht wenig zu finden.
Für die Doku ließen die Autoren Szenen nachstellen. Zwölf Drehtage waren dafür nötig. Das Team fand einen geeigneten Schauplatz in der ehemaligen Lungenheilstätte am Grabowsee in Friedrichsthal. Es diente als Drehort, das ein zerschossenes, verfallenes Kommissariat darstellen sollte. Auch im Forst entstanden einige der Aufnahmen.
Johann Fohl stellt in den Spielszenen der Doku den Triebtäter Willi Kimmritz dar. Fohl stand in mehreren Produktionen der Berliner Vagantenbühne und des Schlossparktheaters auf der Bühne.
Mehr Infos und Filme zum Thema gibt es im Internet unter webdoku.rbb-online.de/tatort-berlin.

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Schönwalde punktet, Ketzin muss nacharbeiten

Freitag, den 24. April 2009
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Teil 1 -> 18.4.2009

Internet: Der MAZ-Test: Wie präsentieren sich die Städte und Gemeinden des Osthavellandes auf ihren Homepages? / Teil 2

MAZ Falkensee, 24.4.2009

Wie aktuell und übersichtlich sind die Internetseiten der Städte und Gemeinden im Osthavelland? Die MAZ vergibt Schulnoten.

HAVELLAND
Gemeinsam mit dem Softwareentwickler Jörg Stöber schaute sich Robert Tiesler auf den örtlichen Internetseiten um. Nachdem im ersten Teil bereits Brieselang, Dallgow-Döberitz, Falkensee und Friesack ihre Noten erhalten haben, folgt heute der zweite Teil.

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Ketzin
www.ketzin.de

Layout: Das Design ist schlicht und optisch wenig ansprechend. Der Nutzer stößt eher zufällig auf die Begrüßung des Bürgermeisters unter „Verwaltung“ und „Begrüßung“. Die Seite ist zwar nicht unübersichtlich, aber manche Links der Hauptnavigation führen zu fremden Seiten, die sich auch nicht nur auf Ketzin beziehen.

Nutzwert: Nicht immer aktuell. Einige Ausschreibungen sind von 2007. Politisch ist die Seite aber auf neuestem Stand, auch die Amtsblätter sind zu finden. Die Termine wurden bis zum Jahresende 2009 vorgetragen. Unklar ist, ob sie später noch überarbeitet werden, falls etwas ausfällt. Nette Zugabe: das Wetter in Ketzin.

Barrierefreiheit: Das Programm Flash ist zwingend erforderlich, sonst lässt sich die Seite nicht bedienen, weil die Navigation fehlt. Für einige Rechner ist die Seite somit nicht nutzbar. Barrierefreiheit ist absolut nicht gegeben, weil die Seite dafür zu kompliziert aufgebaut ist.

Noten: Inhalt 2,5
Umsetzung 6

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Nauen
www.nauen.de

Layout: Mittelmaß. Es werden teilweise kontrastarme Schriften verwendet, die schwer zu lesen sind. Die Navigation ist unklar. Die Unterpunkte sind unscheinbar im oberen Teil, eine dritte Navigationsleiste erscheint im Fuß. Auch hier findet der Nutzer die Begrüßung nur zufällig.

Nutzwert: Der Besucher wird mit dem Schriftzug „Funkstadt Nauen“ begrüßt. Weshalb wird Nauen so genannt? Inhaltlich geht die Seite auf solche Fragen nicht ein. Die Terminliste erscheint außerdem unübersichtlich. Bei wiederkehrenden Events werden unklare Daten eingegeben. Ein zweiter Veranstaltungskalender steht unter „Kultur“ und „Freizeit“. Der ist wenig hilfreich, da dort nur Tage ohne Orte und Uhrzeiten angegeben sind. Schön ist der Altstadtbummel mit neuen und alten Fotos.

Barrierefreiheit: Der Nutzer muss erst den Popupblocker ausschalten, um die Seite ansehen zu können. Sie ist kompliziert aufgebaut, besteht aus vielen Tabellen und ist damit nicht barrierefrei. Die Einzelseiten sind auch nicht extra nach ihrem Inhalt ausgezeichnet, was die Orientierung auf der Seite erleichtern würde. Gut dagegen ist die vorhandene Textversion.

Noten: Inhalt 3
Umsetzung 4,5

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Schönwalde-Glien
www.schoenwalde-glien.de

Layout: Die Startseite ist originell. Die Rubriken sind übersichtlich und klar strukturiert, es ist immer offensichtlich, wo sich der Nutzer gerade befindet.

Nutzwert: Die Informationen sind umfassend. Zu finden sind alle Ansprechpartner, Gesetzestexte und Paragrafen. Die Visitenkartendateien der Gemeindemitarbeiter können direkt in das eigene Mailprogramm übertragen werden. Im Bereich „Bürger“ erscheint der Titel der Rubrik „Lebenslagen“ etwas unbestimmt. Der Veranstaltungskalender ist bis Anfang 2010 geführt. Das Branchenbuch ist noch ausbaufähig. Interessant: die Einwohnerstatistik der Gemeinde – allerdings steht sie unter „Wirtschaft“. Kleines Manko: Es fehlen Bilder. Der Bürgermeister und die Sparkasse können doch nicht das einzige sein, was Schönwalde optisch zu bieten hat.

Barrierefreiheit: Überzeugend. Die Codestrukturierung ist auf der Höhe der Zeit, die Seite ist dadurch für Bildschirmleseprogramme optimiert, die auch Sehbehinderten die Nutzung ermöglichen. Alle Infos sind zu diesem Zweck korrekt ausgewiesen. Auch eine Schnellnavigation für solche Leseprogramme ist vorhanden.

Noten: Inhalt 1,3
Umsetzung 1,2

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Wustermark
www.wustermark.de

Layout: Ein Seitenkopf mit dem Ortsnamen fehlt. Nur das Wappen im oberen Teil der Seite deutet darauf hin, wo sich der Nutzer überhaupt befindet. Die Navigation auf der linken Seite ist unklar aufgebaut, in den Rubriken sind unter anderem „Veranstaltungen“, „Seniorenrat“ und „Rangierbahnhof Wustermark“ aufgelistet. Generell treten viele Unklarheiten auf. Während des Surfens weiß der Nutzer nicht, auf welcher Unterseite er sich gerade bewegt.

Nutzwert: Der Formularserver auf der Gemeindeseite enthält alle wichtigen Infos, inklusive E-Mail-Adressen der Ansprechpartner. Zudem gibt es alle wichtigen Daten zum Ort, zur Kommunalpolitik, Touristik und Wirtschaft.

Barrierefreiheit: Die Seite basiert auf verschachtelten Seiten und Tabellen. Leseprogramme haben damit Probleme. Nicht barrierefrei.

Noten: Inhalt 2,5
Umsetzung 5

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Gute Noten für Brieselang, aber in Dallgow ist noch viel zu tun

Samstag, den 18. April 2009
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Internet: Der große MAZ-Test – Wie präsentieren sich die Städte und Gemeinden des Osthavellandes im Netz?

MAZ Falkensee, 18.4.2009

Wie aktuell und übersichtlich sind die Internetseiten der Städte und Gemeinden im Osthavelland? Die MAZ vergibt Schulnoten.

HAVELLAND
Acht Internetseiten unterzogen sich dem Test von Softwareentwickler Jörg Stöber und Robert Tiesler. Die Veröffentlichung erfolgt in alphabetischer Reihenfolge. In einer der folgenden Ausgaben finden Sie den zweiten Teil mit Ketzin, Nauen, Schönwalde-Glien und Wustermark.

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Brieselang
www.gemeindebrieselang.de

Layout : Die Seite weist eine klare Gliederung auf, auch wenn sie manchmal ein wenig altbacken aussieht. An einigen Stellen, besonders bei vielen der Unterseiten, fallen Abweichungen vom eigentlichen Layout auf.

Nutzwert: Der Nutzer hat oft verschiedene Möglichkeiten, um den Inhalt zu finden, den er sucht. Die aktuelle Gemeindevertretung wird umfassend erklärt, jedoch fehlen noch die Beschlüsse von 2009. Ansonsten sind sie alle als PDF abrufbar. Auch der Rest der Seite ist ansonsten auf erfreulich aktuellem Stand. Auf der Terminseite fehlt gerade bei wiederkehrenden Veranstaltungen eine klare Übersichtlichkeit. Da liegt daran, dass scheinbar willkürlich Anfangs- und Endtage eingetragen wurden. Der Nutzer findet auf der Seite alle wichtigen Formulare, Satzungen und Amtsblätter. Nett: Bilder vom Erntefest und das „Bild der Woche“ auf der Startseite. Negativ: Der umständliche Name der Seite und die Gemeinde hat keine Rechte an der Seite www.brieselang.de.

Barrierefreiheit: In dieser Hinsicht eine sehr gute Seite. Die Codestrukturierung ist auf der Höhe der Zeit, für Screenreader optimiert. Alle Infos sind semantisch korrekt dargestellt mit Über- und Unterüberschriften. Eine Schnellnavigation für Screenreader ist vorhanden.

Noten: Inhalt: 1
Umsetzung: 2

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Dallgow-Döberitz
www.dallgow.de

Layout: Die Seite weist keine klare Struktur auf, ein Design ist im Prinzip nicht vorhanden, das Layout ist extrem schlicht. Die Navigation steht unübersichtlich im Seitenkopf. Die Seite kommt ohne Fotos aus – von Bürgermeister Jürgen Hemberger auf der Startseite mal abgesehen. Die Trennung zwischen den Kategorien „Termine“ und „Veranstaltungen“ ist unklar. Der Nutzer erkennt auf den ersten Blick keinen Unterschied, zumal selbst im Gästebuch weitere vereinzelte Terminhinweise zu finden sind.

Nutzwert: Die Termine sind auf dem aktuellen Stand, allerdings nicht sehr umfangreich. Wiederholungstermine werden am Ende der Seite aufgeführt, was somit durchaus übersichtlich ist. Der Nutzer findet umfangreiche Infos zur Verwaltung und Gemeindevertretung, auf den Seiten der Ausschüsse fehlen allerdings die Vornamen (Herr/Frau X). Die Linksammlung ist umfangreich, allerdings teilweise überholt und im Großen und Ganzen doch ziemlich willkürlich und überflüssig.

Barrierefreiheit : Diese ist nicht gegeben. Die Seite verwendet Frames (Teilbereiche) und wird in weitere Seiten aufgeteilt. Probleme können auftreten, wenn der Nutzer über die Suchmaschinen auf die falsche Seite kommt. Dann ist die Navigation nicht mehr erreichbar. Für Screenreader ist sie überhaupt nicht optimiert, es gibt keine semantische Auszeichnung der Inhalte.

Noten: Infos: 3
Umsetzung: 5

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Falkensee
www.stadt-falkensee.de

Layout: Der Slogan „Stadt im Aufwind“ schlägt sich im Internetauftritt leider nicht nieder. Es ist nicht sofort ersichtlich, was die Haupt- und was die Unternavigation ist, die Liste der verschiedenen Navigationslisten reicht bis zu fünf Ebenen tief. Da wird es unübersichtlich. Das Design ist ziemlich langweilig. Erstaunlich: Die barrierearme Version ist schöner.

Nutzwert: Einige Rubriken auf der Startseite bleiben unklar: Unter der Überschrift „Veranstaltungen“ stehen auch allgemeine Nachrichten. Außerdem gibt es noch eine Extrarubrik: „Meldungen aus Falkensee“ Dort wiederum tauchen auch Veranstaltungshinweise auf. Der eigentliche Veranstaltungskalender befindet sich jedoch unter der Rubrik „Kultur & Sport“. Daneben gibt es alle wichtigen Infos aus der Stadtverwaltung und der SVV, allerdings nur als PDF. Ein nettes Gimmick: Falkensee aus der Luft.

Barrierefreiheit: Die barrierefreie Version der Seite ist auch für nichtbehinderte Menschen zu empfehlen, sie ist schöner als das Original. Barrierearmut ist gegeben.

Noten: Infos: 2
Umsetzung: 3

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Friesack
www.amt-friesack.de

Layout: Die Seite macht zumindest keinen unmodernen Eindruck. Sie wirkt relativ übersichtlich. Sie teilt sich in verschiedene Bereiche mit eigenen Navigationen auf, der Nutzer kommt nur über Dropdownliste wieder zurück. Dafür, dass Ämter, Gemeinden und Ortsteile eingebunden sind, ist die Seite dennoch recht übersichtlich.

Nutzwert: Die Seite ist nicht optimiert für Suchmaschinen und kämpft mit extrem veralteten Versionen von www.friesack.de in den Ranglisten. Somit ist auch nicht gleich ersichtlich, welche der diversen Friesack-Seiten die richtige ist. Auffallend ist der umfangreiche Formularserver zum Runterladen. Zu finden sind alle Infos des Amtes sowie weitergehende Informationen zu den Städten und Gemeinden im Amt.

Barrierefreiheit: Ohne ein Programm, das Javascript entschlüsselt, ist die Seite nicht benutzbar. Einige Rechner unterstützen kein Java, manche Nutzer deaktivieren es wegen der Sicherheit. Es fehlt ein Hinweis auf Notwendigkeit von Java. Barrierearmut ist somit praktisch nicht gegeben. Die Verwendung von Frames (Teilbereiche), die Aufteilung der Seite in mehrere verschiedene Seiten erschwert die Nutzung. Probleme können auftreten, wenn man über die Suchmaschinen auf die falsche Seite kommt. Das Navigieren wird dann schwerer. Auch der Kontrast der Schriften ist mitunter mangelhaft.

Noten: Inhalt: 1
Umsetzung 3,5

Von Berlin in die weite Welt des Havellandes
Internet: Jörg Stöber testete acht Homepages

MAZ Falkensee, 18.4.2009

HAVELLAND
In Schönwalde-Glien ist die Internetseite der Gemeinde vor einigen Wochen neu gestaltet worden. Auch in Brieselang hat sich einiges getan. In Nauen und Wustermark arbeitet die Verwaltung an der Aktualität. Die Ketziner wollen noch 2009 ihre Seite überarbeiten. Gemeinsam mit dem Berliner Softwareentwickler Jörg Stöber schaute sich MAZ-Volontär Robert Tiesler auf den Internetseiten der Städte und Gemeinden im Osthavelland um.
Acht Adressen standen auf dem Zettel von Jörg Stöber. Der 28-Jährige untersuchte fast fünf Stunden lang die Internetseiten von Brieselang, Dallgow-Döberitz, Falkensee, Friesack, Ketzin, Nauen, Schönwalde-Glien und Wustermark. Der Test erfolgte in den Kategorien Layout und Übersichtlichkeit, Nutzwert und Aktualität sowie Barrierefreiheit.
Letztere ist seit einem Jahr ein großes Thema: „Die Barrierearmut auf den Internetseiten ist gesetzlich vorgeschrieben“, sagte Jörg Stöber. „Minderheiten dürfen nicht ausgeschlossen werden.“ Allerdings weiß er, dass die Umsetzung schwierig ist, wenn eine Gemeinde nicht viel Geld hat. „Die Seite hat dann auch einen erhöhten Pflegeaufwand.“ Drei der acht Homepages waren so gut wie barrierefrei. Die Hälfte der überprüften Internetseiten schnitten gut ab. „Der Rest ist in Sachen Layout noch auf einem sehr alten Stand“, so Jörg Stöber. „Friesack schien mehrere Anläufe gebraucht zu haben, bis dort eine brauchbare Seite entstanden war.“ Er rät den Friesackern dringend, die alten Versionen, die sowohl inhaltlich als auch von der Aufmachung keinen Standard mehr erfüllen, abzuschalten.
Stöber hat bei seiner Arbeit generell die Erfahrung gemacht, dass nach der Jahrtausendwende viele schlechte Seiten entstanden sind. „Zur Boomzeit rund um das Jahr 2000 schwammen alle auf der Webseitenwelle.“ Für viel Geld seien schlechte Internetauftritte abgeliefert worden.
Jörg Stöber ist Diplomkaufmann, sein Wissen über Computer und das Internet verschaffte er sich im Nebenstudium. Er ist einer von zwei Gesellschaftern der Firma Escriptum und entwickelt vor allem Software.

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Kein weiterer Bushalt in Friesack

Samstag, den 21. März 2009
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Verkehr: Ärger wegen Fahrplanänderung und Ersatzverkehr / RE 4 stoppt nun durchgängig in Brieselang

MAZ Falkensee, 21.3.2009

Das Potsdamer Verkehrsministerium schaltete sich im Streit um durchfahrende Regionalexpresszüge in Brieselang ein.

HAVELLAND
Das Chaos ist zwar nicht ausgebrochen, seit die Bahnstrecke zwischen Nauen und Wittenberge wegen Bauarbeiten gesperrt ist. Dennoch hat sich bei den Fahrgästen in einigen Punkten Ärger angestaut.
Insbesondere die längeren Reisezeiten durch den Schienenersatzverkehr zwischen Nauen und Friesack sorgen bei den Pendlern für Frust. Statt 14 dauert die Fahrt nun 43 Minuten. Jedoch halten nur die Busse der Linie B in Paulinenaue und Friesack. Bei der Linie A liegt der erste Haltepunkt von Nauen aus in Neustadt (Dosse). Nur im Schülerverkehr ist ein Halt am Friesacker Bock vorgesehen. Der Deutsche Bahnkundenverband im Havelland sowie einige Friesacker, die sich erbost an die MAZ wandten, fordern, dass auch die Linie A einen festen Halt in Friesack bekommt. Bahnsprecherin Erika Poschke-Frost macht den Bahnkunden in Friesack wenig Hoffnung und verwies auf die Busse der Linie B. Die oft geforderte kurze Reisezeit würde verlängert, wenn auch die Linie A durch die Ortschaften führen würde.
Die Kapazitäten auf der Strecke würden nach ihrer Ansicht ausreichen. „Dennoch stehen Reservebusse abrufbereit“, so die Sprecherin. „Sie kommen bei Notwendigkeit zum Einsatz.“ Auch der Anschluss des Ersatzverkehrs an die Züge in Nauen seien optimal. Die Wartezeiten liegen zwischen vier und 18 Minuten. Die Forderung der verkehrspolitischen Sprecherin Anita Tack (Die Linke) nach Zeitverkürzungen wies die Deutsche Bahn somit zurück.
Kleine Korrekturen sind auf der Strecke zwischen Nauen und Friesack dennoch vorgenommen worden. „Für Schüler haben wir weitere Haltepunkte an den jeweiligen Schulstandorten eingerichtet“, so die Bahnsprecherin Poschke-Frost.
Für Ärger sorgte der Fahrplan des Regionalexpresses RE 4 in Brieselang. Laut Information von Ralf Kothe, Sprecher des Arbeitskreises Bahn- und Nahverkehr, mussten am Dienstagabend in Falkensee etwa 100 Pendler aus Brieselang den Zug verlassen, weil alle weiteren Halte bis Nauen entfallen sollten. Tatsächlich fand Kothe im Kleingedruckten des Fahrplanes den Hinweis, dass der RE 4 um 18.52 und 19.52 Uhr nur am Wochenende in Brieselang halten solle. Der Protest bei der Bahn, in den sich auch das Verkehrsministerium in Potsdam einschaltete, brachte nun einen Erfolg. Seit gestern hält der Regionalexpress auch in den frühen Abendstunden unter der Woche in Brieselang, teilte Erika Poschke-Frost auf Nachfrage mit.
Die Bahnstrecke zwischen Nauen und Wittenberge ist noch bis Mitte Juni voll gesperrt.

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Bewährungsprobe bestanden

Dienstag, den 17. März 2009
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Verkehr: Bahnersatz zwischen Friesack und Nauen funktionierte gestern früh fast reibungslos

MAZ Falkensee, 17.3.2009

NAUEN
Der Arbeitstag begann für Stefan Freund gestern bereits um 5.30 Uhr. Der Verantwortliche für die Fahrpläne bei der Bahn beobachtete vor dem Nauener Bahnhof die Ankünfte und Abfahrten der Busse des Schienenersatzverkehrs.
Seit Sonnabend sind auf der Regionalexpresslinie RE 4 zwischen Nauen und Wittenberge nur Busse unterwegs. So können Pendler, die sonst in Friesack in den Zug steigen, zurzeit nur über die Landstraße nach Nauen gelangen. Zwei Buslinien verkehren im Stundentakt, eine davon mit Haltepunkten in Friesack und Paulinenaue. Die Reisezeit erhöht sich: Während die Zugfahrt von Friesack nach Nauen 14 Minuten dauert, braucht der Bus 43 Minuten.
Gestern früh folgte dann die Bewährungsprobe im Berufsverkehr. „Bisher hat alles gut funktioniert“, sagte Stefan Freund. „Wir müssen ja auch noch Erfahrungen sammeln und sehen, an welchen Stellen nachgebessert werden muss.“ Karl Ziegler aus Wutzetz beschwerte sich beim Bahnmitarbeiter: „Der Bus hat in Friesack nicht gehalten.“ Auch sei der an der Haltestelle ausgehangene Fahrplan nicht mit den veröffentlichten Listen identisch. Doch Stefan Freund klärte das Missverständnis: In den Morgenstunden wird in Neustadt (Dosse) im Nachbarkreis Ostprignitz-Ruppin ein dritter Verstärkerbus nach Nauen eingesetzt. Der hält im Gegensatz zu den Stammlinien nicht in Friesack.
Ansonsten blieb es am Nauener Bahnhof gestern früh verhältnismäßig ruhig. Die Busse, die auf den Vorplatz rollten, erreichten ihr Ziel oft sogar auf die Minute pünktlich und waren nicht überfüllt. Zum Ende des morgendlichen Berufsverkehrs gegen neun Uhr waren sogar noch viele Plätze frei. In die aus Nauen abfahrenden Busse stiegen um kurz nach acht gerade mal zwei Bahnkunden, eine Stunde später warteten dagegen mehr als 20 Pendler an der Haltestelle.
Es herrschte Gelassenheit. „Der Bus ist gut und pünktlich“, sagte Elisabeth Binos aus Hohenofen (Ostprignitz-Ruppin). „Dennoch stört es mich maßlos, dass ich mehr als 40 Minuten länger unterwegs bin.“ Ina Hasenöhrl aus Neustadt (Dosse) kam gestern von der Nachtschicht aus Berlin und hatte schon am Sonnabend den Ersatzverkehr genutzt: „Ich kann nicht klagen“, sagte sie. „Alles rollt pünktlich.“ Die längere Fahrtzeit mache ihr trotzdem zu schaffen. Das Auto als Alternative komme jedoch nicht in Frage: „Die Spritkosten sind zu hoch, und ich habe ja eine Monatskarte.“
Die Neustädterin Silke Bohm beschwert sich: „Ich bin fast nur noch zum Schlafen zu Hause. Die Zeit, die ich länger brauche, läppert sich.“ Das sieht Ulrich Frank aus Görne ähnlich: „Ich könnte mit dem Auto nach Nauen fahren, aber das lohnt sich auch nicht.“
Mehrere Servicemitarbeiter kümmern sich derzeit um einen reibungslosen Ablauf am Bahnhof in Nauen. „Wir haben Koordinatoren eingesetzt, die das Zusammenspiel zwischen Bus und Bahn lenken sollen“, erklärte Stefan Freund von der Bahn. Wenn ein Bus verspätet eintreffe, könne der Zug am Bahnsteig bis zu fünf Minuten aufgehalten werden.
Dafür war gestern Bernd Rauschenbach zuständig. Er kann die Entscheidung treffen, wann ein Zug länger in Nauen warten muss. Gestern war das jedoch nicht notwendig: „Bisher läuft alles planmäßig. Die Kapazitäten der Busse sind ausreichend.“

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Internettrends und Modelsuche

Mittwoch, den 31. Dezember 2008
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Rückblick: 53-mal „Willi“: Die MAZ-Jugendredaktion mit ihrer eigenen Jahresbilanz 2008

MAZ Falkensee, 31.12.2008

Pommes- und Dönertests, Konzerte und Jugendaktionen: Es ist Zeit, Bilanz zu ziehen.

Januar:
Aufstand gegen das StudiVZ. Das Internetportal, in dem sich (nicht nur) Studenten einschreiben, will die Daten für gezielte Werbung verwenden. Viele Nutzer protestieren, wollen aussteigen. Dabei wird das auf anderen Seiten schon lange praktiziert.
Jugendliche aus dem Havelland wollen sich mehr in der Politik engagieren. In Falkensee und Nauen sind entsprechende Interessenvertretungen vorhanden oder im Aufbau.
Einheitliche Kleidungen an den Schulen im Havelland? Bei einer Umfrage am Leonardo-da-Vinci-Campus in Nauen sind die, die es betrifft, geteilter Ansicht.

Februar:
„Willi“ macht in Falkensee den Dönertest. Das Smirna-Grillhaus in Finkenkrug macht das Rennen.
Schülerinnen aus Falkensee drehen einen kurzen Zeichentrickfilm für das Aktionsbündnis Tolerantes Brandenburg. Der „Saftladen“ wird zum Trickfilmstudio.
Das Rauchverbot in öffentlichen Räumen gilt auch im Havelland: „Ich rauche seit dem 1. Januar weniger“, sagt eine junge Ketzinerin. Viele haben Verständnis für die neue Regelung – erstaunlicherweise.
Martyna aus Schönwalde-Glien möchte Model werden. Doch in der ProSieben-Show „Germanys Next Topmodel by Heidi Klum“ scheidet sie frühzeitig aus.

März:
„Die Welle“ startet in den Kinos. Gedreht wurde der Film größtenteils am Marie-Curie-Gymnasium in Dallgow-Döberitz. Bei einer Sondervorführung in Spandau können sich die Dallgower auf der großen Leinwand bewundern.
Schüler aus Nauen und Rathenow präsentieren Zeitzeugeninterviews, die sie geführt haben. Sie wollten klären, was eigentlich während des Zweiten Weltkrieges im Havelland geschehen ist.
Das Redaktionsteam der Schülerzeitung der Dallgow-Döberitzer Grundschule „Am Wasserturm“ bekommt den dritten Preis im landesweiten Wettbewerb.

April:
Bei der Frühlingsausgabe der „Vier-Jahreszeiten“-Konzerte im Ketziner Jugendklub „BarRock“ treten unter anderem die Bands Pusteblumenzäcken und Subto auf.
Nico Schlott aus Wustermark betreibt ein Internettagebuch für das Havelland. Unter dem Dach der landesweiten „Freisein“-Blogs schreibt er über Neuigkeiten und Trends in der Region.

Mai:
Die DDR-Geschichte kommt im Unterricht zu kurz. Das sagt eine Mehrheit von befragten Schülern im Havelland.
Tomas Morandi (17) aus Argentinien lebt für ein halbes Jahr bei einer Familie in Dallgow-Döberitz. Er lebte sich schnell ein.
In Spandau beginnt das „Citadel Music Festival“. Mehr als 30 Konzerte finden bis September statt. Musikgrößen wie Ich+Ich, Schiller und Juanes stehen auf dem Programm.

Juni:
Eine ganze Staffel „24“ am Stück. „Willi“ wagte das Experiment, alle 24 Folgen der US-Krimiserie (fast) ohne Pause zu sehen. Das schlaucht, und am Ende bekommt man nicht wirklich mehr etwas mit.
Die Havelländer glauben, dass Deutschland Fußball-Europameister wird. Hat irgendwie nicht so ganz funktioniert. Na ja, aber fast.
Die Nauener „Musicarena“ schließt. Der Mietvertrag des Diskobetreibers wurde nicht verlängert.
Nauener Schülerinnen beschäftigen sich mit schwul-lesbischer Literatur. Die Filia-Frauenstiftung stellt für die Bibliothek in Nauen entsprechende neue Bücher zur Verfügung.

Juli:
Rache an der Gesellschaft. So begründet ein 16-jähriger Falkenseer bei „Willi“, warum er Hauswände und Mauern mit Graffiti besprüht.
Großer Pommestest von „Willi“ im Havelpark in Dallgow-Döberitz. Es gewinnt der Kaufmarkt-Imbiss, allerdings erreicht keiner der fünf Testkandidaten eine bessere Note als 2.

August:
Til Schweigers Filmhit „Keinohrhasen“ erscheint auf DVD. Zuvor sahen die Komödie mehr als sechs Millionen Menschen in den Kinos. Der erfolgreichste Streifen des Jahres. Einige Szenen entstanden in Paretz.
„Willi“ übergibt einen Buchgewinn an die Bibliothek in Friesack und hatte ein nicht sehr kleines Paket mit weiteren Büchern und einigen CDs dabei.
Das Musikfestival „Frierock“ in Friesack findet zum neunten Mal statt. Innerhalb von zwei Tagen treten neun Gruppen auf.

September:
Ana van Helsing aus Dallgow-Döberitz ist die Initiatorin der Konzertreihe „Fang mich auf“. Es soll Geld für den Verein Dunkelziffer gesammelt werden, der sich um missbrauchte Kinder kümmert. Das Spandauer Konzert wird allerdings kurzfristig abgesagt.
Falkensee im Internet: Rund 160 Filme haben Nutzer bei Youtube und MyVideo hochgeladen. Zu sehen sind Theateraufführungen und Impressionen.
Fritzi Zachau (18) aus Falkensee reiste für sieben Wochen nach Australien und nahm auch am Weltjugendtag in Sydney teil.

Oktober:
Neuer Trend im Internet: Couchsurfing. Jugendliche, die verreisen, aber wenig Geld ausgeben wollen, melden sich auf einem Internetportal. Dort bieten Fremde ihr Sofa als Übernachtungsmöglichkeit an.
Die Doku „Heimatkunde“ läuft in den Kinos an. „Titanic“-Chef Martin Sonneborn sah sich dafür auch im Havelland um, um Spuren der Wendezeit aufzuspüren.
Nach sechswöchiger Umbaupause eröffnet die Diskothek „Crazy“ in Friesack wieder für das Publikum.

November:
Das illegale Runterladen von Musik im Internet wird immer gefährlicher. Fahnder begeben sich nicht nur virtuell auf die Suche nach den Tätern.
Sven Pichowsky (21) aus Brieselang organisiert im Falkenseer „Capitol“ eine Rapparty. Für diverse Musiker aus dem Havelland produziert er ganze Alben.
Eine Schulklasse aus Nauen erstellt Berufspodcasts. Die kurzen Hörstücke mit Interviews zu verschiedenen Berufen können im Internet runtergeladen werden.
Die Friesacker Band Harmoana schaffen es bis ins Deutschlandfinale des „Local Heroes“-Wettbewerbes. Für einen Sieg reicht es dort allerdings nicht.

Dezember:
Bei so vielen Internetthemen im Jahr 2008: „Willi“ machte den Selbsttest. Eine Woche ganz ohne das virtuelle, weltweite Netz. Keine Mails, kein StudiVZ, keine Blogs. Zu vermelden sind leichte bis mittlere Entzugserscheinungen und Kommunikationshürden. Aber auch neue Gespräche – ganz reale, wohlbemerkt.
Nauener Schüler feiern den „Tag der Menschenrechte“. Sie erstellen ein kleines Programm und gestalten Plakate, auf denen die Menschenrechte vermerkt sind.

aRTikel

Neue Optik für das „Crazy“

Donnerstag, den 9. Oktober 2008
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Freizeit: Die Diskothek in Friesack wird derzeit renoviert / Eröffnungsparty am 18. Oktober

MAZ Falkensee, 9.10.2008

Drei Wochen später als geplant feiert die Friesacker Disko bald Wiedereröffnung. Bis dahin werden die Räume an der Hamburger Straße renoviert.

FRIESACK
Derzeit wummern im „Crazy“ keine Bässe, ist keine Musik zu hören. Stattdessen wird in der Friesacker Diskothek geklebt, gehämmert, geräumt und gesäubert: Es ist Renovierungszeit. „In der Branche muss man sich ab und zu erneuern“, sagt Matthias Kroll (31), Geschäftsführer der Go-Event-Limited. „Die Jugend strebt ja immer nach etwas Neuem.“
Etwa alle zwei Jahre werde das „Crazy“ ein wenig umgestaltet. „Wir wollen die Optik der einzelnen Räume ein wenig verändern.“ Einer werde mexikanisch aussehen, ein anderer im Retrostyle. Ursprünglich sollte in Friesack schon Ende September die Wiedereröffnung gefeiert werden. „Aber den Termin konnten wir leider nicht halten“, so Matthias Kroll. Der neue Termin ist Sonnabend, 18. Oktober. Bis dahin soll alles fertig werden, dann können wieder mehrere 100 Jugendliche bis morgens um 6 Uhr feiern. „Für die ländliche Gegend hier können wir auf eine recht erfolgreiche Geschichte zurückblicken“, sagt Matthias Kroll. Die Disko wird im Dezember zwölf Jahre jung. „Und die Konkurrenz ist ja nicht weniger geworden.“ Man müsse sich eben etwas einfallen lassen, meint der Geschäftsführer, sonst gehe das alles nicht mehr. „Wir versuchen, die Leute aktiv zu beschäftigen.“ Tänzer, Karaoke, Showprogramme. Der Gast als Teil des Programms. Auch mit Preisaktionen ziehe die Disko Publikum an. „Flatratepartys haben wir aber nie angeboten“, sagt Matthias Kroll. Verbilligte Preise für Alkohol aber schon. Aber stark Angetrunkene kämen vorn an den Ordnern nicht vorbei.
Im Zwei-Jahresrhythmus finde ein Generationwechsel statt, so der Diskobetreiber. Und auch die Mentalität ändere sich: „Zwischendurch, so vor vier Jahren war es schwierig, die Leute zum Feiern zu bekommen“, sagt Matthias Kroll. „Aber das hat sich gebessert, die Leute sind wieder ungezwungener.“
Am 18. Oktober um 22 Uhr öffnet das „Crazy“ wieder. Geplant ist ein Showhighlight. Was das ist, verrät Kroll jedoch noch nicht.

www www.crazy-friesack.de

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Aus für Nauener Disko
Die „Musicarena“ in Nauen schloss im Sommer ihre Türen. Endgültig. „Da kommt auch nichts mehr“, sagt Jörg Hardorf, Geschäftsführer der Betreiberfirma „Da geht die Post ab“. Drei Jahre habe alles reibungslos funktioniert. Doch mit dem Besitzerwechsel beim „Nauener Karree“ kam auch das Aus für die Disko. Der Mietvertrag wurde nicht verlängert. „Alle waren traurig“, so Jörg Hardorf. Die „Musicarena“ habe sich in drei Jahren zu einer festen Institution entwickelt, doch dann sei Schluss gewesen.
Als Alternative bietet sich voraussichtlich ab dem kommenden Jahr das Musikzelt im Gewerbegebiet in Zeestow. „Wir wollen das Zelt im Frühjahr aufbauen“, sagt Jörg Hardorf. Der Pachtvertrag sei unterschrieben, jetzt stehe nur noch die Baugenehmigung aus. Unklar ist, ob das Zelt ganzjährig, also auch im Winter betrieben werden kann.
Die Diskothek „Crazy“ in Friesack wird von der Firma Go-Event-Limited betrieben. Der vormalige „Crazy“-Chef Michael Post gab das Geschäft vor einiger Zeit an Matthias Kroll ab. Post wolle sich mehr um seine Familie kümmern, sagte er.
Go-Event-Limited betreibt auch die Diskothek „Nightstar“ in Walsleben (Ostprignitz-Ruppin).