RTelenovela

2021

Freitag, den 31. Dezember 2021
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DIE BESTE PARTY
Die Hochzeit von F. und F. in Berlin-Wannsee

DAS BESTE KONZERT/EVENT
Boulez Ensemble XXXVIII im Pierre-Boulez-Saal in Berlin-Mitte

DER BESTE SONG
Gjon’s Tears – Tout l’Univers
außerdem:
Casper feat. TUA: TNT
Go_A: Shum
Kummer feat. Fred Rabe: Der letzte Song (Alles wird gut)
Tocotronic: Jugend ohne Gott gegen Faschismus
Giant Rooks: What I know is all Quicksand (Rookery Live Tapes)
Mahmood: Klan
Danger Dan: Eine gute Nachricht
Casper: Alles war schön und nichts tat weh
Ben Platt: Waving through a Window

DAS BESTE ALBUM

DER BESTE FILM
Old
außerdem:
Räuberhände
Lieber Thomas

DER SCHLECHTESTE FILM
The Nest – Alles zu haben ist nie genug
außerdem:
The United States vs. Billie Holiday
Rosas Hochzeit

BESTE TV-SENDUNG
Years and Years, zdf neo
außerdem
Eurovision Song Contest 2021, Das Erste
Bridgerton, Netflix
LOL – Lost one Laughing, Amazon Prime Video
303 – Die Serie, BR-Fernsehen
Wer stiehlt mir die Show?, ProSieben

SCHLECHTESTE TV-SENDUNG
The 93rd Oscars, ProSieben
außerdem
Die Alm, ProSieben
Claudias House of Love, Sat.1
Und jetzt: Die Muppets, Disney+
Der Prinz aus Zamunda 2, Amazon Prime Video
Daniela Katzenberger: Familienglück auf Mallorca, RTL zwei

BESTER RADIOSENDER
radioeins

BESTES BUCH
Adriana Popescu: Morgen irgendwo am Meer
außerdem:
Marc-Uwe Kling: Das NEINhorn
Hanni Fuchs: Simons Wendepunkt

BESTER AUGENBLICK
Impfungen gegen Corona

SCHLECHTESTER AUGENBLICK
Das Aufzeigen der Grenzen

Hits: 196

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Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

Montag, den 27. Dezember 2021
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SA 25.12.2021 | Amazon Prime Video

Hui, da war Social-Media-Deutschland aber mal wieder hochgradig empört! Als die Meldung kam, dass in Norwegen ein Remake von “Drei Haselnüsse für Aschenbrödel” fürs Kino entstehen sollte, da fragte man sich hierzulande, ob das wirklich nötig sei – und man lieferte auch gleich die Antwort mit: Nein!
In Deutschland ist die DDR/CSSR-Co-Produktion von 1973 seit etwa 20 Jahren Kult und wird im Advent und zu Weihnachten rauf und runter gesendet. Inzwischen also quasi ein Nationalheiligtum. In Tschechien ist der Film bei weitem nicht so berühmt wie in Deutschland.

Auf Amazon Prime Video ist nun die neue Version aus Norwegen zu sehen – und um das gleich mal vorweg zu nehmen: Man sollte nicht erwarten, dass der alte Film einfach noch mal nachgedreht worden ist. Was diesem Film einfach nur gut tun kann, wenn er natürlich auch nicht vordergründig für den deutschen Markt hergestellt worden ist.

Bei einem Ausritt trifft das Aschenbrödel auf einen Prinzen und seine Jagdfreunde. Die sind beeindruckt, weil die junge Frau beim Jagen so treffsicher ist. Auf einem Ball will sich der Prinz bald eine Frau aussuchen.
Vom Diener ihrer Stiefmutter bekommt Aschenbrödel ein Vogelnest mit drei Haselnüssen geschenkt – und bald wird klar, dass es sich um magische Haselnüsse handelt.
Tatsächlich schafft es Aschenbrödel auf den Ball des Prinzen – aber wird sie ihn auch bekommen?

Nun ja. Diese Frage ist schon ein bisschen albern, da die Geschichte ja eh bekannt ist. Dennoch haben die Norweger einen eigenen Film draus gemacht, in einem eigenen Stil, mit eigenen Schwerpunkten.
So wirkt alles ein bisschen opulenter, auch die Filmmusik. Die Stiefmutter ist noch ein bisschen böser als im Original, während das Aschenbrödel etwas braver, aber durchaus noch selbstbewusster ist. Während der Prinz sensibler daherkommt wie der von 1973. Und am Ende verlieben sich nicht nur die beiden, sondern – ganz am Rand – gibt es da noch eine überraschende Liaison.
Hardcore-Fans werden die 2021-er Version ziemlich sicher nicht mögen – dabei ist diese Version “Drei Haselnüsse für Aschenbrödel” ein wirklich charmanter, moderner Märchenfilm.

-> Der Film bei Amazon

Hits: 132

RTZapper

Der Rebell – Von Leimen nach Wimbledon

Montag, den 20. Dezember 2021
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DO 16.12.2021 | 20.15 Uhr | RTL

Wenn der ganz junge Boris Becker auf dem Tennisplatz verloren hat, dann konnte er so richtig ausflippen. So sehr, dass es seinem Vater peinlich war. Irgendwann schnappte er ihn sich und machte ihm klar: Wenn er so weiter macht, dann wird das nichts mit einer Karriere als Tennisspieler. Dazu gehöre auch eine gewisse Beherrschung.
Dass aus diesem Boris Becker dann tatsächlich was geworden ist, das ist bekannt.

Der Film “Der Rebell – Von Leimen nach Wimbledon”, der am Donnerstagabend bei RTL zu sehen war, erzählte die Geschichte von Beckers Karrierebeginn.
Denn früh war klar, Boris hat einen großen Siegeswillen. Doch seine Wutausbrüche muss er in den Griff bekommen. Trainer Günther Bosch erkennt, was für ein Talent in dem jungen Mann steckt und beginnt, sich ihm anzunehmen. Der Deutsche Tennisbund will ihn allerdings nicht fördern – also will es Bosch allein versuchen. Hinzu kommt der Manager Ion Tiriac, der aber vor allem Kohle machen will.

Mit Bruno Alexander hat ein echtes Schauspieltalent die Rolle von Boris Becker übernommen. Er kopiert ihn nicht offensichtlich, aber er scheint Becker sehr gut studiert zu haben, denn man erkennt durchaus Gesten und Bewegungen, die man von Boris Becker kennt. Zudem ist es erstaunlich gut gelungen, die Tennisszenen einigermaßen glaubhaft in Szene zu setzen. Sehr dosiert gibt es hin und wieder Originalszenen, in denen man Becker, Bosch und Tiriac sieht.
Zu sehen, wie sich Becker 1985 in Wimbledon zum Sieg kämpft, wie er mit dem plötzlich Ruhm klarkommen muss und wie er nach seinem zweiten Wimbledon-Sieg 1986 zum Schnösel abdriftet, ist extrem spannend.

Ob sich das alles im Detail so abgespielt hat, wissen natürlich nur die Beteiligten. Boris Becker wollte sich an diesem Projekt nicht beteiligen – obwohl der Film ihm sicher nicht schadet. Das könnte erst passieren, wenn man die Becker-Story weiter erzählen würde…

-> Der Film bei RTL+

Hits: 139

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Alice im Weihnachtsland

Donnerstag, den 16. Dezember 2021
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SO 12.12.2021 | 20.15 Uhr | ZDF

Im ZDF weihnachtet es sehr – auch im Herzkino am Sonntagabend. Geht es im “Tatort”-Konkurrenzprogramm schon immer kitschig zu, ist das zum Fest natürlich nicht anders.
Nicht immer treffen sie damit ins Schwarze, beim “Schneewittchen am See” im vergangenen Jahr haben sie doch glatt vergessen, eine interessante Geschichte zu kreieren.

An diesem Sonntag ging nun “Alice im Weihnachtsland” auf Sendung. Es geht um Alice, die eigentlich mit ihrem Freund Nicolas erstmals zu seinen Eltern reisen will. Na ja, will – nicht so unbedingt, aber jetzt, zu Weihnachten, muss es sein. Weil Nicolas aber noch arbeiten muss, reist sie allein nach Oberstorf. Dort wird sie auch gleich vion den Hubers in Empfang genommen. Und dachte sie, dass es schreckliche Weihnachten werden, hat sie es mit einer bezaubernden Familie zu tun. Und verliebt sich in Nicolas’ verwitweten Bruder.
Es gibt nur ein Problem: Es stellt sich raus, dass Alice bei den falschen Hubers ist.

Ja, das ist schon eine sehr merkwürdige Wendung in der Geschichte, über die man schon ein bisschen den Kopf schüttelt. Aber dennoch: “Alice im Weihnachtsland” gelingt ein sehr schöner Spagat zwischen Weihnachtskitsch, Humor und – ja, auch ein bisschen wohliger Spannung. Denn natürlich will man irgendwann wissen, wie es mit Alice und Nicolas weitergeht – oder auch mit Alice und Jakob.
Ein schöner Film für einen gemütlichen und entspannten Adventsabend ohne Mord und Totschlag.

-> Der Film in der ZDF-Mediathek (bis 3. Dezember 2022)

Hits: 109

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Sorry Angel

Donnerstag, den 2. Dezember 2021
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MI 01.12.2021 | 20.15 Uhr | arte

Aids. Irgendwie redet in Coronazeiten kaum noch jemand über dieses Virus, das in den 80er-Jahren für viel Angst und Schrecken gesorgt hat. Am 1. Dezember 1981 wurde Aids in den USA erstmals als Krankheit anerkannt. Das ist nun 40 Jahre her, und es hat sich viel getan – aber es dauerte. Lange.
Anfangs als “Schwulenseuche” verschrien, war aber in der Tat insbesondere in der Community der schwulen Männer die Angst besonders groß – denn am Anfang war absolut unklar, wie es eigentlich zu dieser Krankheit kam, wie man sich anstecken konnte.
Und selbst 40 Jahre danach ist Aids nicht heilbar, aber immerhin gibt es Medikamente, die die Viruslast auf Null drücken können, um dennoch gut weiterleben zu können. Aber dennoch ist man nicht geheilt. Aber im Gegensatz zur Coronavirus-Forschung dauerte es beim Aids-Virus extrem lange, bis die Forschung voran kam – weil halt vermeintlich nicht alle Betroffen waren, sondern nur “diese Schwulen da”.

Aids hat viel Leid gebracht, und davon erzählte auch der Film “Sorry Angel”, der am Mittwochabend im Rahmen eines Aids-Themenabends bei arte zu sehen war.

1990 in Frankreich: Der Schriftsteller Jacques verliebt sich in den gut 15 Jahre jüngeren Arthur. Der 22-Jährige kann sich eine Zukunft mit seinem Freund vorstellen, hat aber den Eindruck, dass diese Liebe, diese Wichtigkeit einseitig ist.
Dabei stimmt das gar nicht zwingend. Aber Jacques weiß: Es wird keine Zukunft geben. Er hat Aids, und es ist klar, dass er nicht mehr lange leben wird. Doch Arthur will sich trotzdem auf ihn einlassen – er will das Leben nehmen, wie es kommt. Das Jetzt genießen.

Das Drama von Christophe Honoré ist so bewegend, weil es an eine Zeit erinnert, in der an Aids Erkrankte noch regelrecht wegstarben. Auch Jacques verliert einen Freund. Es sind bittere Momente. Und bittersüß – wenn Arthur versucht, Jacques wieder ein Leben einzuhauchen, das er offenbar nicht mehr hat, dann ist das so rührend wie traurig. Und es führt vor Augen, dass auch eine Krankheit wie Aids nicht aus den Augen verloren werden darf.

-> Der Film bei arte.tv (bis 30. Dezember 2021)

Hits: 141

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Zoros Solo

Mittwoch, den 10. November 2021
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SO 07.11.2021 | 22.50 Uhr | SWR-Fernsehen

Singen? In einem Chor? Da ist Zoro eigentlich zu doof. Und dazu noch ist es ein christlicher Knabenchor. Und Zoro ist Moslem. Dabei, und das weiß er noch gar nicht, kann er hervorragend singen. Aber er muss in den Chor. Denn der reist bald zu einem besonderen Auftritt nach Ungarn.
Der 13-Jährige wünscht sich nichts mehr als eine Wiedervereinigung seiner Familie. Mit seiner Mutter und den Schwestern war er von Afghanistan nach Deutschland geflüchtet. Sein Vater ist noch in Ungarn, und Zoro will ihn nach Schwaben holen.
Kein leichter Weg. Denn Chorleiterin Frau Lehmann hat große Vorurteile gegenüber Zoro, in Ansätzen rassistisch. Und Zoro muss sich immer wieder Geld beschaffen und wird dafür kriminell. Immerhin findet er mit Julian erstmals einen Freund – auch wenn es auch dort einen Zwischenfall gibt und die Freundschaft droht, zu Ende zu gehen.

“Zoros Solo” ist der Debütfilm des Regisseurs Martin Busker. Es lief als Free-TV-Premiere am Sonntagabend im SWR-Fernsehen. Erzählt wird die Geschichte eines Jugendlichen, der für die Durchsetzung seiner Ziele konsequente Wege gehen will. Bald muss er aber feststellen, dass seine Wege vielleicht die falschen sind oder dass er falsch an die Sache herangeht.
Mert Dinver spielt Zoro, der verzweifelt ist, weil er zunächst keinen Weg sieht, seinen Vater zum Rest der Familie zu holen. Zudem muss er sich gegen die von Andrea Sawatzki gespielte Chorleiterin wehren, die anfangs keine guten Worten für den ehemaligen Flüchtling findet. Zoro muss sich aber auch mit dem Thema Freundschaft befassen – wie viel ist so eine Freundschaft wert und was muss sie auch mal aushalten können?
Zwar sind die Szenen, in denen der Chor singt, eher weniger glaubwürdig, man nimmt einigen der Jungen die glockenklare Stimme schlicht nicht ab, und der Chorgesang ist auch viel zu perfekt für eine Probe in einem Rumpelraum. Und nicht immer muss der Gesang gleich mit einem Soundtrack unterlegt sein.
Aber ansonsten ist “Zoros Solo” ein spannender Film mit rührenden und lustigen Momenten. Ein Plädoyer für die Herzlichkeit, die Freundschaft und den Zusammenhalt.

-> Der Film in der ARD-Mediathek (bis 4. Februar 2022)

Hits: 130

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Geliefert

Donnerstag, den 14. Oktober 2021
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MI 13.10.2021 | 20.15 Uhr | Das Erste

Volker (Bjarne Mädel) ist alleinerziehender Vater, er lebt getrennt von seiner Frau. Das Geld ist knapp. Sehr knapp. Trotzdem versucht er alles mögliche, damit er sich mit seinem Sohn Benny (Nick Julius Schuck) über Wasser halten kann. Braucht Benny Geld für eine Klassenfahrt, dann versucht Volker, das Geld aufzutreiben.
Das aber ist schwierig. Volker ist Paketfahrer. Ein Knochenjob. Erst muss er die Pakete zu den Haustüren buckeln, wo er entweder keinen antrifft oder abgewiesen wird. Bei seiner Firma wird er schikaniert, jeder Schritt wird beobachtet. Überstunden werden nicht bezahlt.
Die Belastungen werden immer größer. Und damit auch der Stress. Bald kommt es zu einer Eskalation – beruflich und privat.

“Geliefert” hieß das Drama, das am Mittwochabend im Ersten lief. Einerseits geht es darum, wie die Leute alles geliefert bekommen. Aber irgendwann ist es Volker, der geliefert ist. Wenn ihm irgendwann alle Fälle davonschwimmen.
Eindrücklich zeigt dieser Film das Leben einer Familie am Existenzminimum. Den Frust, weil es für alle Unternehmungen unklar ist, ob Geld da ist. Die Angst, dass noch mehr finanzielle Belastungen dazukommen. Die Angst, den Job zu verlieren. Und der eine Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.
Bjarne Mädel spielt den Mann, der sich bemüht, eindrücklich. Mit Nick Julius Schuck bildet er ein tolles Team. Gleichzeitig legt der Film übrigens auch einen Finger in die Wunde: Müssen wir uns eigentlich jeden Mist liefern lassen? Und ist uns wirklich wurscht, was für ein Knochenjob das ist?

-> Der Film in der ARD-Mediathek (bis 13. Januar 2022)

Hits: 158