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Klassentreffen

Donnerstag, den 7. März 2019
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MI 06.03.2019 | 20.15 Uhr | Das Erste

Klassentreffen! Die einen freuen sich monatelang drauf, die anderen wollen dort auf gar keinen Fall hin. Zu viele Erinnerungen! Und nicht nur gute.

Da gab es doch diesen Typen, der alle immer geärgert hat, und plötzlich steht er wieder vor uns. Und dann der, von dem alle dachten, der sei schwul, nun aber verheiratet ist und Kinder hat. Und die beiden, die nun schon seit der Schule ein Paar sind und immer noch glücklich. Wie sie sagen.
Wie das aussieht, konnten wir uns am Mittwochabend im Ersten ansehen. Der Film “Klassentreffen” war aus mehreren Gründen besonders.

Es gab kein Drehbuch. Der komplette Film ist improvisiert worden. Alle Schauspieler bekamen nur nur Infos über ihren Charakter, was er macht, wie er lebt, wie er damals war. Ansonsten ließen es alle laufen. Die 17 Akteure wussten am Anfang noch nicht, wie es ausgeht. Ein sehr spannendes Experiment.
Aber jeder, der schon mal bei einem Klassentreffen war, kann diesen Film sehr gut mitfühlen – selbst wenn das eigene Klassentreffen anders ablief.

Aber hier stießen Welten aufeinander. Konflikte brachen neu auf. Da waren die, die sich einfach freuten. Die, die beobachteten und lästerten. Die, die noch was in Ordnung zu bringen hatten. Und die, wo Dinge ans Licht kamen, die keiner ahnen konnte und wollte.
Allen diesen Menschen zuzusehen, wie sie dieses Klassentreffen nach 25 Jahren erleben, war sehr spannend. Mal lustige, mal traurige, mal bemerkenswerte und manchmal peinliche Augenblicke. Wie das eben so ist bei solchen Feierlichkeiten.

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Oscar 2019

Dienstag, den 26. Februar 2019
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SO 24.02.2019 | 2.00 Uhr (Mo.) | ProSieben

5.17 Uhr in Deutschland. Die Oscar-Verleihung 2019 ist zu Ende, und vermutlich war sie noch nie so früh für beendet erklärt worden. Weil die Einschaltquoten in den USA rapide abwärts gehen, dachten sich die Veranstalter, dass sie das Ganze straffen müssen – das haben sie auch geschafft. Nach etwas mehr als drei Stunden war die Show gelaufen.

Einer aber scheint ein schlechter Verlierer zu sein: Spike Lee. Er hat zwar den Oscar für das beste Drehbuch für seinen Film “BlacKkKlansman” bekommen – nicht aber den für den besten Film. Wenn man “Spiegel online” glauben darf, war er darüber so richtig sauer. Als Julia Roberts verkündete, dass “Green Book” den Oscar bekommt, soll Spike Lee rausgelaufen sein.
In “BlacKkKlansman” geht es um einen Afroamerikaner und einen Juden, die verdeckt gegen den Ku-Klux-Klan ermitteln. In “Green Book” geht es um einen Weißen, der für einen Schwarzen arbeitet und dort den Rassismus miterlebt, den der Schwarze erleben muss.

Nun ist es ja immer Geschmackssache, zu entscheiden, welcher der bessere Film ist. Aus meiner Sicht ist “Green Book” die bessere Entscheidung (wobei auch “Bohemian Rhapsody” hätte gewinnen können). Denn dort bekommt ein Weißer, latenter Rassist, mit, was Schwarze erdulden müssen – es geht aber eben auch um seinen Boss. Beide entwickeln sich – ein fesselnder Film.
“BlacKkKlansman” dagegen kommt mitunter ein wenig wirr daher. Dass einer mit den Rassisten telefoniert, der andere aber Kontakt aufnimmt, ist unlogisch. Dass es dafür den Drehbuch-Oscar gab, auch.
Sicherlich kann man enttäuscht sein, wenn man nicht das bekommt, was man sich erhofft hatte, aber Spike Lee ist ein sehr schlechter Verlierer.

Was soll denn Glenn Close sagen? Zum x-ten Mal nominiert, diesmal für “Die Frau des Nobelpreisträgers”, wäre sie eigentlich dran gewesen – vor allem, weil sie in diesem Film unfassbar gut spielt. Aber es hatte wieder nicht sein sollen.

Dass alle Welt die Moderation vermisste, kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Die Präsentatoren machten ihre Sache meist gut, eine Moderation hätte alles wieder in die Länge gezogen.
Der Höhepunkt der Nacht waren jedoch Lady Gaga und Bradley Cooper, die auf der Bühne ihren Filmhit “Shallow” sangen – während des Auftrittes gab es keinen einzigen Schnitt, die Kamera näherte sich zunächst von hinten und b,lieb dann ganz nah dran. Wahnsinnig schön. Der Song hat zurecht den Oscar gewonnen.

Hits: 153

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Bird Box

Montag, den 7. Januar 2019
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FR 04.01.2019 | Netflix

Glückwunsch, Netflix! Denn der Streamingdienstanbieter hat es mit guter PR in die Schlagzeilen geschafft. Denn wegen der Eigenproduktion “Bord Box” verschickte man kürzlich via Twitter einen Appell an die Zuschauer des Thrillers. Man solle die Handlung nicht nachspielen. Das sorgte für Aufsehen und ein größeres (wenn auch kurzlebiges) Medienecho.

“Bird Box” erzählt von einer unheimlichen Epidemie, die Menschen dazu bringt, sich die Köpfe einzuschlagen und dadurch sich selbst umzubringen. Man muss nur hinschauen – und man ist infiziert.
Malorie (Sandra Bullock) will mit ihren beiden Kindern endlich an einen Ort, an dem sie sicher sein kann. Dazu müssen sie allerdings das Haus verlassen – blind. Ohne etwas sehen zu können, müssen sie zum Fluss und sich zwei Tage mit einem Boot treiben lassen.

Der Film gehört offenbar zu den erfolgreichsten Produktionen, die Netflix je hatte. Und tatsächlich ist “Bird Box” sehenswert. Faszinierend ist es, zu beobachten, wie die Epidemie um sich greift – deshalb ist auch das erste Drittel dieses Thrillers so packend. Regisseurin Susanne Bier gelingt es, die Zuschauer in die Story zu ziehen. Die Spannung lässt zwar mit der Zeit ein wenig nach, dennoch gibt es immer wieder Augenblicke, in denen der Adrenalin-Pegel steigt.

Und jetzt sollen angeblich immer mehr Menschen Challenges durchführen, ob sie auch blind irgendwelche Aufgaben lösen können. Klar, da muss Netflix schon mal warnen – und lenkt so noch mehr die Aufmerksamkeit für diesen Film. Das ist gelungen.

Hits: 154

RTelenovela

2018

Montag, den 31. Dezember 2018
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DIE BESTE PARTY
Mein 40.

DAS BESTE KONZERT/EVENT
Samuel Koch in Berlin
“Der Raub der Sabinerinnen” in Berlin

DER BESTE SONG
Severija: Zu Asche, zu Staub
außerdem:
Kylie Minogue: Dancing
Mumford & Sons: Guiding Light
Sufjan Stevens: Mystery of Love
St. Vincent: Fast Slow Disco
Kerstin Ott: Regenbogenfarben
Fynn Kliemann: Bau mich auseinander
Michael Schulte: You let me walk alone
Alekseev: Forever
Rae Morris: Dancing with Character

DAS BESTE ALBUM

DER BESTE FILM
Halloween
außerdem:
Bohemian Rhapsody
Der Hauptmann

DER SCHLECHTESTE FILM
The first Purge
außerdem:
So was von da
Asphaltgorillas

BESTE TV-SENDUNG
Tatort: Im toten Winkel, Das Erste
außerdem
Babylon Berlin (2), Das Erste
Die Notrufzentrale, VOX
Young Böhmermann – Wie alles begann, zdf neo
Lösch dich! – So organisiert ist der Hass im Netz, Funk
The good Doctor (1/2), VOX

SCHLECHTESTE TV-SENDUNG
Das Traumschiff: Loa Angeles, ZDF
außerdem
Echo 2018, VOX
Promi Undercover: Detlef Soost, RTL
Spiel die Geissens untern Tisch, RTL II
Raus aus den Schulden – Promi Special: Naddel, RTL
Hubert & Matthias – Die Hochzeit, VOX

BESTER RADIOSENDER
Weiterhin radioeins

BESTES BUCH
Jean-Paul Didierlaurent: Der unerhörte Wunsch des Monsieur Dinsky
außerdem:
Andreas Winkelmann: Housesitter
Klara Holm: Rabenaas

BESTER AUGENBLICK
40er-Reisen nach Lissabon und Schweden

SCHLECHTESTER AUGENBLICK
Zehdenick ist einmalig.

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Heintje – Einmal wird die Sonne wieder scheinen

Donnerstag, den 27. Dezember 2018
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MI 26.12.2018 | 16.20 Uhr | rbb

Wenn die Oma den kleinen Heintje bittet, dass er doch bitte mal ein Lied singen soll, dann macht der Heintje das doch sehr gern. Dann setzt im Hintergrund das Playback ein, und Heintje plärrt los.
Oma findet das natürlich sehr, sehr schön, und wird schon ganz feucht, vor allem in den Augen. Mit schwimmenden Pupillen sieht sie ihren Heintje an, und die Welt ist wieder ein Stück besser geworden.

Zumindest 1970. Da erschien in der Bundesrepublik der Film “Heintje – Einmal wird die Sonne wieder scheinen”, und der Titel sagt es schon: Da liegt Tragik verborgen, der das Licht am Ende des Tunnels ist bereits zu sehen. Und wirklich: Heintje, der natürlich Heintje spielt, will beweisen, dass sein Papa unschuldig im Knast sitzt.
Die Geschichte ist natürlich zweitrangig, denn wenn der junge Mann in seiner brauen Lederjacke und perfekt gescheitelten Haare im offenen Auto auf dem Beifahrersitz unterwegs ist, dann muss er natürlich auch da ein Lied anstimmen. Damit Mama am Steuer ein bisschen was zu schmachten hat und es nicht allzu langweilig wird beim Fahren.

Es war eine schöne heile Welt in den frühen 70ern. Der rbb brachte sie am Nachmittag des zweiten Weihnachtsfeiertages zurück in die Wohnzimmer. Die heile Welt wurde böse, als Heintje in den Stimmbruch kam. Da wollte dann auch die Oma nichts mehr hören.

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Die schlechtesten Filme aller Zeiten: Der letzte Lude

Sonntag, den 16. Dezember 2018
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FR 14.12.2018 | 22.05 Uhr | Tele 5

Fans waren ganz aufgebracht: “Der letzte Lude” als “schlechtester Film aller Zeiten”? Dieser tolle Kultfilm solle wirklich schlecht sein und von Kalkofe und Rütten verrissen werden?
Die Antwort ist simpel: ja. Unbedingt.

Am Freitagabend zeigte Tele 5 den Film in der SchleFaZ-Reihe. Andy (Lotto King Karl) soll für einen Zuhälter auf sein “Bückstück” Anica (Alexandra Neldel) aufpassen. An seiner Seite: der Möchtegern-Schauspieler Timo (Tobias Henke).
Gut, dass man nachlesen kann, worum es geht, denn eigentlich ist “Der letzte Lude” nur eine Ansammlung von entweder vollkommen langweilig vergurkten Witzen oder peinlich-sexistischem Drecksmist. So rücken Andy und Timo in einem Puff den Frauen an die … ähm, nun ja, die öffnen ihre Schenkel, und die beiden Typen gucken dann… also…. und eine hat sich zwei Wochen nicht gewaschen, weil… äh… Und die müffelt so, dass der Timo umkippt und sich dann eine Gasmaske aufsetzt, um… pff…

Schauspielkunst nicht vorhanden. Regie schludrig. Geschichte unterirdisch. Ja, “Der letzte Lude” ist Mist, und eigentlich ist es ein Film zum Vergessen.
Oliver Kalkofe und Peter Rütten machen ihn eigentlich erst ansehbar, indem sie das Ganze kommentieren. Kalkofe findet alles grooooßartig, Rütten ist verzweifelt – und leugnet, dass er da selber mitgespielt hat.
Dass am Ende Lotto King Karl selber im SchleFaZ-Studio auftaucht, ist dann das echte Highlight – er redet Peter Rütten dann ein, dass “Der letzte Lude” ein ganz hervorragender Film ist.
Großes Kino. Also, nicht der Lude, sondern Tele 5.

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Arlo & Spot

Montag, den 10. Dezember 2018
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SA 08.12.2018 | 20.15 Uhr | VOX

Gibt es im Kino einen neuen Disney-Pixar-Film, dann kann man sich relativ sicher sein, dass es hochwertig animierte Filme sind, die Spaß machen. Meistens jedenfalls. Manchmal ist man dagegen überrascht, wenn man am Ende mitbekommt, dass man gerade einen Pixar-Film gesehen hat.

Am Sonnabend zeigte VOX zur besten Sendezeit “Arlo & Spot”. In dem Film geht es um einen jungen Dinosaurier, der mit einem kleinen Menschenkind durch die Wildnis irrt.
Ganz süß irgendwie, aber auch sehr kindlich. Eigentlich ist “Arlo & Spot” nicht zwingend ein Film für die Primetime.
Für einen Pixar-Film ist er zudem erstaunlich schlecht animiert.

Ich gebe es zu: Ich dachte beim Schauen, dass es sich um eine europäische Produktion handelt. Die hänmgen ja meist bei der Tricktechnik noch ein wenig hinterher. In “Arlo & Spot” wirkten die Landschaften steril. Hintergründe wirkten nur zusammengebaut, auch die Bewegungen der Dinos sahen sehr simpel aus, das Menschenkind war seltsam hässlich animiert.

Das alles wirkte gar nicht wie ein Pixar-Werk, und tatsächlich gab es, wie man lesen kann, interne Probleme. Die Macher waren unzufrieden, die Ausrichtung des Filmes wurde später geändert, der Regisseur wurde ausgetauscht. Kein gutes Omen, und das sieht man dem Film auch an.
Dass die deutsche Fassung auch noch schlecht synchronisiert ist – nun ja, es passt ins Gesamtbild.

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