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To go oder so in Zeiten des Coronavirus

Dienstag, den 29. Dezember 2020
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Manche Imbisstanten haben die Sache mit dem Lockdown und “To go” noch nicht so richtig verstanden. Neulich stand ich an einem Oranienburger Imbiss und hatte einen Cheeseburger und eine Portion Pommes bestellt.
Als sie die Pommes direkt vor mir ablegte, meinte ich: Packen Sie die gar nicht ein? Und sie so: Das haben Sie aber nicht gesagt! Und ich so: Sie dürfen doch eh nur “to go” verkaufen. Und sie so: Aber das müsse ja nicht heißen, dass sie das einpacken müsse.

Das wirft Fragen auf. Stehen eigentlich öfter Leute draußen am Imbisstisch rum, um ihr Bierchen zu süffeln? Und verkauft die Dame hinterm Fenster nie irgendwas, was sie einpackt? Und wie sollte ich denn einen Cheeseburger und Pommes to go essen? Dampfend und stinkend in der Bahn? Während ich laufe?
Die Frau wurde jedenfalls etwas pampig, und das, weil sie die schmackhaften Speisen nun unangenehmerweise einpacken musste. Dass to go auch einpacken heißt, das war ihr vollkommen unklar, und eigentlich hielt sie mich auch für vollkommen bescheuert, dass ich das Zeug eingepackt haben wollte.
Als ich ihr beim Rausgehen jedenfalls einen schönen Tag wünschte, antwortete sie nicht.

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RTelenovela

Verwirrende Öffnungszeiten in Zeiten des Coronavirus

Donnerstag, den 24. Dezember 2020
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In diesen schwierigen Zeiten will ich den meisten Imbissgeschäften in meinem Kiez helfen, in dem ich dort was kaufe. Dazu gehört auch der kleine McDonald’s am Oranienburger Bahnhof.
Immerhin werben die mit einem großen Banner über dem Eingang dafür, dass sie geöffnet haben.

Ich gehe direkt davor, und ich bin mir nicht so ganz sicher, ob da wirklich jemand ist. Denn drinnen sieht es ziemlich düster aus.
Über dem Eingang also der große Geöffnet-Banner. An der Eingangstür stehen die Öffnungszeiten. Auf einem anderen Zettel stehen andere Öffnungszeiten, die während des Lockdowns gelten sollen. Auf einem weiteren Zettel stehen die Abstandsregeln. Und wieder daneben steht auf einem Zettel, dass man geschlossen habe.
Vier verschiedene Informationen – und am Ende ist alles dicht.

Gerade kommt jemand, um die Tür zu öffnen. Ich frage, ob denn nun geöffnet sei. Der Mann meint, nein, es sei geschlossen, und ich frage, warum denn dann da ein großer Banner hänge, dass geöffnet sei. Die Frage kann er nicht so wirklich beantworten. Hat ihn vermutlich selbst verwirrt.

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aRTikel

Morgens gibt’s Hackepeter-Brötchen

Donnerstag, den 12. November 2020
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Jörg Schönborn betreibt im Eichstädter Gewerbegebiet eine Kantine mit altdeutscher Küche

MAZ Oranienburg, 12.11.2020

Eichstädt.
Donnerstag ist Schnitzeltag. „Da ist hier am meisten los“, sagt Jörg Schönborn. In dieser Woche steht das Hamburger Schnitzel mit Spiegelei auf dem Plan, dazu Mischgemüse und Salzkartoffeln. Seit fast neun Jahren gibt es nun schon „Jörgs Kantine“ im Eichstädter Gewerbegebiet, und der 52-Jährige ist bekannt für seine altdeutsche Küche.
Jeden Tag stehen zwei Tagesgerichte auf der Karte. Montags gibt es Eintopf, dienstags Hähnchen, mittwochs Nudeln, donnerstags Schnitzel, freitags Fisch – allerdings jeden Tag auch zusätzlich ein weiteres Gericht. So gab es am Montag neben dem Linseneintopf auch eine Boulette mit Porreegemüse und Salzkartoffeln. „Die Idee war immer gewesen, dass man für einen schmalen Taler vernünftig essen kann – und keine Tiefkühlkost“, sagt der Veltener.

Jörg Schönborn ist gelernter Koch, seinen Beruf lernte er noch zu DDR-Zeiten bei der Handelsorganisation (HO). Nach der zweijährigen Lehre arbeitete er im Oranienburger Gesellschaftshaus, im Melniker Hof, im Hubertus und im Briesekrug. „Aber nach der Wende wollte keiner mehr Köche.“ Er sattelte um auf den Malerberuf. Als er dann aber vor zehn Jahren von einem Freund angesprochen wurde, dass in Eichstädt eine Kantine frei sei, „habe ich es probiert“, erzählt er. Ein gutes Jahr betrieb er eine kleine Kantine an anderer Stelle im Gewerbegebiet, bevor er an seinen heutigen Standort wechselte. „Ich habe meine Kunden mitgenommen“, sagt er und schmunzelt.

Sein Tag beginnt morgens um 4.45 Uhr. Bei Bäcker Hübsch in Velten holt er die Brötchen. Die werden geschmiert und Kaffee wird auch gekocht. „Die meisten nehmen das Frühstück mit“, sagt Jörg Schönborn. Die Klassiker: Bockwurst und Hackepeter-Brötchen. „Die Leute wollen was Handfestes.“ Frühstück gibt es bis halb elf. „Die Brötchen sind da aber meistens schon alle.“ Gekocht wird zwischendurch. „Ich koche jeden Tag frisch“, so der Kantinenchef. Wer keines der Tagesgerichte möchte, bekommt auch Currywurst, Pommes, Kartoffelsalat, einen „Strammen Max“, Leberkäse und mehr. „Alle 14 Tage mache ich Burger, der kommt auch immer gut an.“ Auch außerhalb der Pandemie: „Wir liefern auch aus“, sagt Jörg Schönborn. „Vor allem für unsere Rentner im Ort.“ Aber auch die Gemeindeverwaltung gehört zu seinen Kunden, ebenso wie viele der Betriebe im Eichstädter Gewerbegebiet.

Die Kantine in der Gewerbestraße 5 ist montags bis freitags ab 7.30 Uhr geöffnet – zumindest offiziell, denn auch um 6 Uhr können Kunden schon kommen, um belegte Brötchen und Kaffee zu holen. Mittagessen gibt es ab 11.30 Uhr, um 14.30 Uhr wird die Kantine geschlossen. „Ich arbeite zwölf bis 14 Stunden am Tag“, sagt Jörg Schönborn. „Man muss das schon wollen.“ Aber es macht ihm Spaß. „Sonst würde ich es ja nicht machen.“ Er freut sich, wenn die Kunden alles aufessen und rufen: „Jockel, hat gut geschmeckt!“

Die Pandemie macht aber auch „Jörgs Kantine“ zu schaffen. „Viele Firmen sind in Kurzarbeit.“ So kommen momentan zu ihm gut die Hälfte Kunden weniger. „Ich hoffe, das wird wieder besser“, sagt er.

Kontakt zu „Jörgs Kantine“ und Bestellungen sind möglich unter 0152/09 88 98 66.

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Herbstfeste in Zeiten des Coronavirus

Mittwoch, den 14. Oktober 2020
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Die Lichternacht in Oranienburg. Für mich ist sie immer der Start für den Vorweihnachtscountdown. Das erste Mal im Herbst, dass Buden aufgebaut werden, dass ich mir gebrannte Mandeln kaufe, vielleicht auch die erste weiße Schokobanane der Wintersaison. Wir sind draußen, es ist kühl, es ist dunkel, und die Stimmung ist gut.
Weiter geht es mit dem Martinimarkt in Neuruppin. Wir laufen zu den verschiedenen Buden, es gibt heiße Schokolade mit Schuss (Amaretto!), wieder eine weiße Schokobanane, und auf das Riesenrad geht es auch.
Dann ist schon November, und der Beginn der Weihnachtsmarkt-Saison rückt nahe.

Dieses Jahr: hm. Mal gucken. Die Lichternacht in Oranienburg fällt aus. Der Martinimarkt fällt aus. In Neuruppin gibt es diesmal vor der eigentlichen Marktzeit einen abgespeckten Rummel. Welcher Weihnachtsmarkt in Berlin stattfinden wird, ist noch offen. In Oranienburg und den allermeisten anderen Orten in der Region fällt er aus.
Das wird ein trauriger Herbst – aber andererseits kann ich mir momentan ein Gedrängel auf solchen Märkten aus guten Gründen beim besten Willen nicht vorstellen.

In der Adventszeit müssen wir uns wohl was anderes einfallen lassen. Am besten machen wir es uns zu Hause besonders gemütlich und festlich. Nur das mit den gebrannten Mandeln und der Schokobanane dürfte schwierig werden. Und warum werden nicht wenigstens ein paar länger stehende Buden in der Oranienburger City zugelassen?

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Regeln im Bistro in Zeiten des Coronavirus

Donnerstag, den 1. Oktober 2020
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Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie unterschiedlich die Regeln rund um das Coronavirus in den Lokalen und Bistros in der Region umgesetzt werden – oder nicht.

Wer zum Beispiel McDonalds in Sachsenhausen besucht, wird meist gleich am Anfang gefragt, ob man im Haus isst – um dann gleich auf den Zettel mit den Daten hingewiesen zu werden. Auch darf man nur an jedem zweiten Tisch sitzen, die anderen sind gesperrt. Nicht immer, aber meist wird auch darauf geachtet, dass die Leute Masken tragen, so lange sie nicht am Tisch sitzen.
Bei Subway in Oranienburg müssen die Kunden vom Eingang aus bestellen.

In vielen anderen Lokalen in Oranienburg habe ich dagegen noch nie eine Liste ausfüllen müssen. An der Eingangstür eines Bistros in der Kreisstadt wird zwar auf die Maskenpflicht hingewiesen, es trägt aber niemand eine. Listen liegen dort schon gar nicht aus, und Abstände zwischen den Tischen gibt es auch nicht. Einheitlichkeit und Kontrollen wären da schon ganz schön. Denn die Frage ist, warum die, die die Regeln akribisch umsetzen fast schon dafür gestraft werden, in dem man die machen lässt, die sich um die Regeln überhaupt nicht kümmern.

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Offener Parmesan in Zeiten des Coronavirus

Dienstag, den 29. September 2020
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Zu meinen Nudeln mit Lachs im Restaurant im niedersächsischen Bissendorf hätte ich gern Parmesan, und ich frage den Keller, ob ich welches haben kann. Zwei Minuten später taucht er hinter mir auf. Er steht links von mir, beugt sich mit Schüssel und Löffel runter, kommt mir dabei unangenehm nah – auch wenn er eine Art Plastikhaube vor seinem Gesicht hat -, und beginnt, den Parmesan auf meinen Teller zu schaufeln. Einen Löffel, zwei, drei, vier, und er nuschelt etwas, was ich nicht verstehe. Denn eigentlich will ich nur, dass er aufhört zu schaufeln und die doofe Schüssel auf den Tisch stellt. Und das sage ich dann auch.

Aber er verneint. Er dürfe die Schüssel nicht auf den Tisch stellen, weil das gegen die Coronavirus-Schutzregeln wäre. Er müsse den Parmesan-Rest wieder mitnehmen.
Da bin ich kurz platt. Denn immerhin darf er mir ja auch ein offenes Glas Cola bringen. Und wie Weinschorle bei uns auf dem Tisch hat er auch gebracht. Insofern ist das unlogisch. Zumal der gute Mann ja auch einfach Handschuhe tragen könnte und mir mit diesen die Schüssel hinstellen könnte. Aber das wäre vielleicht zu einfach.

Zumal man sich ja auch ansonsten um andere Regeln auch nicht schert. Zwar müssen Masken getragen werden, wenn man ins Lokal kommt. Aber eine Namensliste wird nicht geführt.
Anderthalb Stunden vorher haben wir einen kleinen Cappucchino-Zwischenstopp in einem Lokal in Mellendorf eingelegt, gerade mal 15 Minuten waren wir da, und was als erstes auf dem Tisch lag, war der Zettel, auf dem wir unseren Namen eintragen mussten.
Aber Hauptsache, ich darf die Parmesan-Schüssel nicht anfassen, aber am Cola-Glas nippen, das der Kellner in den Fingern hatte.

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Werbung: Lidl

Montag, den 7. September 2020
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FR 04.09.2020 | 21.35 Uhr | Sat.1

Lidl lohnt sich, heißt es ja immer. Am Freitagabend warb Lidl auf Sat.1 mit wahnsinnigen Sonderangeboten. Die sollen dafür sorgen, dass die Menschen in den Discounter rennen und den Laden möglichst leerkaufen.

So kostet die 0,33-Liter-Dose Coca-Cola jetzt nur noch 66 Cent! Der Wahnsinn! Da zieht’s doch einem glatt die Schuhe aus!
Also, eher aus Verwunderung, dass das nun so total billig sein soll. Zumindest wenn man sich an frühere Zeiten erinnert. Anfang der 90er-Jahre hat dieselbe Dose Coca-Cola nämlich gerade mal 39 Pfennig gekostet, also etwa 20 Cent. Wenn die Cola jetzt also mehr als dreimal so viel kostet wie vor 30 Jahren, da sieht man diesen Werbespot gleich mit anderen Augen.

Aber es scheint schon seit einiger Zeit eine Strategie des Brause-Abfüllers zu sein, die kleinen Mengen besonders teuer zu machen. So kostet der halbe Liter Cola gerade mal fünf Cent weniger als der ganze Liter.
Sieht man diese Verhältnisse, und wenn man dann noch bedenkt, dass bei den Discountern die 1,25-Liter-Flaschen oft weniger kosten als kleinere Mengen im Supermarkt, dann wirkt das 66-Cent-Angebot gleich noch lächerlicher.

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