RTelenovela

Der Boulettenkönig ist überfordert

Mittwoch, den 22. Januar 2020
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Nach dem Kinobesuch in Berlin-Tegel: Burger King oder Kentucky Fried Chicken?
Ich habe mich für ersteres entschieden, und es war eine riesige Fehlentscheidung.

Als ich ankomme, ist der Parkplatz schon ziemlich voll. Das hat mich noch nicht abgeschreckt. Ganz hinten habe ich noch einen Parkplatz gefunden, und drinnen erwartet mich bereits eine lange Schlange.
Glücklicherweise gibt es aber seit einiger Zeit die Terminals, an denen man seine Bestellung selbst eingeben kann. Erstaunlicherweise sind die nicht belegt, und erstaunlicherweise sind auch nicht alle kaputt. Ich gebe also dort meine Bestellung auf.
Und dann beginnt das Warten.

Wer zu Burger King geht, kauft entweder direkt an der Kasse, an den Terminals, am Drive In oder über Lieferando. Es gibt also in dem Laden vier verschiedene Bestellwege, und alle müssen sie bedient werden.
Das führt jedoch dazu: Keiner wird bedient, denn im Laden herrscht das blanke Chaos. Keiner hat einen Plan.
Vorn am Tresen steht eine junge Frau, die versucht, die Bestellungen abzuarbeiten. Lange schaut sie auf eine Kassenzettel. Dann läuft sie zur Warmhaltebox, sie greift sich zwei Burger und legt sie aufs Tablett. Dann muss sie erst mal durchatmen und wieder auf den Zettel schauen.
Dann geht sie nach hinten, um den anderen Mitarbeitern mitzuteilen, dass sie ja gar nicht mehr durchsehe, es sei alles total chaotisch. Danach kommt sie wieder nach vorne, um noch mal die Kassenzettel zu studieren und um mal kurz zur Warmhaltebox zu laufen und wieder zurück zu den Zetteln.

Währenddessen steht eine andere Frau daneben und ordnet auch Zettel, sie scheint nicht mehr durchzusehen. Niemand scheint da durchzusehen. In der Warmhaltebox stapeln sich die Burger, die fertig sind, aber sind noch nicht verteilt.
Davor warten alle. Die Leute direkt an der Kasse – seit zehn Minuten wird einfach niemand mehr bedient. Die Leute, die schon bestellt haben. Und die Lieferando-Leute. Es passiert: nichts.
Aber immerhin fällt der Tresen-Frau jetzt auf, dass sie ja mal die Bestellung weiterbearbeiten könnte. Sie schlendert zum Pommes-Automaten, holt eine Packung – und schaut erst mal wieder ausgiebig auf den Kassenzettel. Sie läuft dann ein bisschen hin und her, und dann fällt ihr ein, dass sie ja noch mal auf den Kassenzettel schauen könnte. Tatsächlich: Es fehlt noch ein Getränk. Das holt sie dann. Noch ein Blick auf den Kassenzettel, und sie gibt das gefüllte Tablett heraus.

So setzt sich das Schauspiel fort. Die Burger-King-Leute scheinen vollkommen überfordert zu sein, wenn es mal voller ist. Was aber nicht daran liegt, dass es voll ist. Sondern weil keiner im Laden ein Konzept hat. Alle machen sie irgendwas, und die junge Frau am Tresen weiß nicht so genau, was sie machen muss. Und alle gucken sie genervt, gelangweilt und genervt. In diesem Geschäft fehlt offenbar jemand, der mal motiviert und einen Plan davon hat, was da geschehen soll.
Die Stimmung unter den Kunden ist ebenfalls ziemlich mies. Alle beobachten sie fassungslos das Chaos hinterm Tresen. Es dauert eine geschlagene halbe Stunde, bis ich mein Essen bekomme. Von Fastfood kann man da fast gar nicht mehr sprechen.

Während ich esse, denke ich, dass ich doch mal hätte zu KFC fahren sollen. Denn das Burger-King-Phänomen ist: Man ärgert sich meistens über das Essen. Burger King ist leider die Fastfood-Kette, die in den vergangenen 30 Jahren am meisten nachgelassen hat. Vom Grillfleisch-Geschmack ist nichts mehr übrig. Die Brötchen sind meist kalt, der Rest oft labbrig. Die Pommes waren andere als sonst und waren kaum noch knusprig. Genuss ist was anderes.
Nächstes Mal geht es definitiv zum Chicken-Tempel. Da schmeckt wenigstens das Essen – selbst wenn man da auch mal länger warten muss.

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Kentucky schreit endlich wieder ficken!

Mittwoch, den 15. Januar 2020
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Gerade laufen spätabends bei RTLplus wieder die kurzen Clips aus “RTL Samstag Nacht”, wo es immer hieß: “Kentucky schreit ficken”. Und diesen Satz wird die Hühnchen-Imbiss-Kette Kentucky Fried Chicken auch so schnell nicht los. Jedenfalls nicht, so lange es Leute gibt, die 1993 schon ferngesehen haben.

Aber es gibt eine gute Nachricht. KFC gibt es auch wieder an der Prenzlauer Promenade in Berlin-Pankow. Viele Monate war der Laden geschlossen, wohl weil es irgendwelche Baumängel gab. Lange schien unklar, ob KFC dort überhaupt wieder öffnet, denn das Haus lag recht lange im Dornröschenschlaf.
Nun aber sieht drinnen alles schick aus, alles nach den aktuellen Standards.
Allerdings: Irgendwelche werden die Portionen kleiner. Wer ein Menü kauft, bekommt plötzlich nur noch einen 0,3-Liter-Becher statt eines 0,4- oder 0,5-Liter-Bechers. Zwar kann man sich das Getränk immer wieder nachfüllen, aber man muss halt öfter gehen, und das nervt.
Quasi um die Hälfte geschrumpft ist auch die Portion Kartoffelbrei. In Pankow liegt nur noch ein kleines Häuflein im Becher. Gleicher Preis, weniger Inhalt.
Ein Rätsel ist auch immer noch, warum es in Pankow und in Reinickendorf unterschiedliche Coleslaw-Salate gibt, also offenbar von unterschiedlichen Herstellern. Der in Reinickendorf schmeckt besser, er kommt dem früheren nicht abgepackten Salat sehr viel näher als der in Pankow.

Aber dass McDonald’s an der Prenzlauer Promenade nicht mehr alleine ist, kann nur gut sein. Und auch im alten Burger King scheint sich was zu tun. Zwar scheint Burger King dort weiterhin Geschichte zu sein, aber es scheint ein anderer Burgerladen einzuziehen.
Ich bin gespannt!

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Geh zum Inder und iss was vom Italiener

Sonntag, den 5. Januar 2020
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Kurz wundern wir uns, dass am frühen Abend im Ostseebad Boltenhagen so eine Stille herrscht. Es ist Neujahr, Hochsaison. Aber es sind kaum Leute unterwegs.
Wo die sind, erfahren wir, als wir ins chinesische Lokal gehen wollen. Alle Tische sind besetzt. Nichts ist mehr frei. Auch beim Italiener nebenan, füllt sich der Raum, und auch beim Inder müssen wir einen Moment warten, bis uns ein Tisch zugewiesen wird.

Am Nachbartisch sitzt eine größere Gruppe älterer Damen und Herren. Sie warten auf ihr Essen. Plötzlich aber kommt jemand und bringt zwei Teller. Fleisch, Pommes. Sieht irgendwie nicht nach indischem Essen aus. Wir fragen einfach mal nach, und wir erfahren, dass es sich um Essen vom Italiener nebenan handelt. Die Frau sagt, sie möge kein indisches Essen, und deshalb hätten sie was von nebenan bestellt.
Erstaunlich, was alles geht. Und erstaunlich, dass die Leute vom Inder das mitmachen, dass sich da jemand was von der Konkurrenz nebenan kommen lässt. Das wäre ja, als ob ich zu McDonald’s gehe, um mir was von Burger King bringen zu lassen.
Aber erstaunlicherweise haben es alles ganz locker genommen. Das indische Essen kam auch irgendwann, und eigentlich haben wir uns nur gefragt, ob die Inder das Geschirr am Ende selber rüberbringen müssen oder ob die Kunden das selbst gemacht haben…

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Schillerklause

Dienstag, den 24. Dezember 2019
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Ein echtes Kneipen-Kleinod in Berlin-Charlottenburg scheint die “Schillerklause” zu sein. Sie befindet sich um die Ecke des Schillertheaters, in dem sich das momentan ausquartierte “Theater am Kurfürstendamm” befindet.
Nachdem wir neulich bei der Kalkofe-Show waren, wollten wir danach noch einen trinken gehen, und ein Freund wusste, dass dort eine Kneipe ist.

Nach 23 Uhr war dort noch richtig viel los. Im vorderen Raum stehen normale Tische und Stühle, im hinteren Raum fanden wir einen Film mit Couch und Sesseln. Die Couch war zwar extrem durchgesessen, aber wir machten es uns trotzdem gemütlich.
Am Nebentisch saß eine große Gruppe, die plötzlich anfing, zu singen, und es klang richtig gut. Entweder ein Chor oder eine Musicalgruppe.

Die Preise in der Schillerklause sind erstaunlich. Bedienen vom Büfett kostet weit unter 10 Euro, Getränke um die 2 Euro. Besonders ist aber ganz allgemein die Atmosphäre in diesen Räumen mit Bildern an der Wand, alten Möbeln, man taucht scheinbar in eine andere Welt.
Und irgendwann gesellen sich unter Umständen auch die Theaterleute in die kleine Kneipe.

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Land und lecker im Advent

Donnerstag, den 19. Dezember 2019
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MO 16.12.2019 | 20.15 Uhr | rbb

Die adventliche Genussreise der WDR-Dokureihe „Land und lecker“, die im rbb wiederholt worden ist, führte am Montagabend ins Löwenberger Land. Die Landfrauen, die sich vier Wochen lang gegenseitig bekochen, kamen diesmal nach Großmutz auf den Vierseithof von Marina Koch. Sie betreibt das Gehöft mit ihrem Mann Roland, und auch Sohn Jonathan hilft fleißig mit.

Bevor es nach Großmutz ging, fuhren die Landfrauen allerdings erst noch nach Himmelpfort. Dort genossen sie die Idylle des Haussees und machen dort eine kleine herbstliche Paddeltour über den leicht nebligen See. Ein Ausflug, den die Frauen genossen haben.
Danach sahen sich die Gäste – die anderen Frauen kommen aus dem Schwarzwald, Ostwestfalen-Lippe und aus Bayern – auf dem Hof in Großmutz um, wo sie von der Familie Koch und den anderen Helfern schon begrüßt worden sind. Auch ein Spaziergang durch das Dorf war noch möglich. So ging es auch um den lebendigen Adventskalender im Dorf. Den Frauen, die in Großmutz zu Gast waren, fiel auf, dass nicht alle Häuser bewohnt sind.
Als sie aber den Hof der Kochs betraten, spürten sie gleich die dortige Herzlichkeit. Aber eigentlich geht es in der Sendung „Land und lecker im Advent“ um das Kochen.

Martina Koch hat für die Landfrauen ein Drei-Gänge-Menü zubereitet. Los ging es mit Kesselsuppe, Salat und Wurstpotpourri. Als Hauptgang gab es eine Rinderroulade im Pilzbett mit Serviettenknödeln. Und die Nachspeise: Mascarpone-Crème mit beschwipsten Früchten und Klemmkuchen. Alles frisch in der Küche zubereitet. Den anderen Landfrauen hat es sichtlich geschmeckt.
Für die Region war diese Sendung fast schon eine Liebeserklärung. Selten wird die Idylle im Brandenburger Land so zelebriert.

-> Die Sendung in der WDR-Mediathek (bis 9. Dezember 2020)

Hits: 75

RTelenovela

Ein Kloß im Hals – aber wirklich nur einen!

Montag, den 2. Dezember 2019
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Gutes Essen muss einem auch was wert sein. Aber oft hat man ja den Eindruck, umso teuer ein Essen oder ein Menü ist, umso weniger befindet sich auf dem Teller. Das sieht ja übersichtlich aus – ein Ausdruck, den Loriot mal in einem Film dafür gebraucht hat.

Unser vorweihnachtlicher Ausflug führte aus auf ein Gut bei Fürstenberg. Ein gemütlicher Abend und ein gutes Essen. Ich kam ein bisschen später, und wenn man in dieses Haus kommt, ist man erst mal ein wenig ratlos. Keiner, der am Empfangstresen steht und kein Hinweis darauf, wo man denn jetzt hin muss.
Irgendwann bekomme ich dann aber doch einen Tipp, wo es hingehen soll.

Es gibt mehrere Räume, in denen man sitzen kann, in der Ecke steht ein Kamin, und eigentlich ist es ziemlich gemütlich.
Wir wissen schon, dass unser Menü 45,50 Euro pro Person kostet. Das ist nicht wenig, und wir sind gespannt, was es dafür gibt. Los geht es entweder mit einem Salat oder einer Suppe. Für den Preis hätte es auch gern beides sein können, zumal der Salat auf dem Teller schön angerichtet, aber auch nicht üppig ist. In der Suppe war irgendwas mit Sellerie, und die war wirklich lecker.

Der Hauptgang: Brust und Keule von der Gans, dazu Rotkohl, eine Creme und ein Kloß. Als der Teller auf den Tisch kam, fehlte darauf die Gans, und ich begann ganz ernsthaft, das Fleisch zu suchen. Vor meinem Auge waberte die 45,50 Euro, und mich macht so was eher aggressiv, dass etwas unfassbar teuer ist, schön aussieht, aber auch ganz schön wenig ist.
Ganz so schlimm kam es nicht, denn es kamen noch Teller und Schüsseln mit Brust und Keule, weiterem Rotkohl und Creme (dessen Name mir entfallen ist).
Aber es gab jeweils nur genau einen Kloß, der auch nicht sonderlich groß war. Der wurde im Laufe des Abend zum Running-Gag.
Ich finde, für diesen Preis sollte …. aber na ja, davon hat man ja als Kunde eh keine Ahnung. Auch wenn man die Gans als Sologericht bestellt, zahlt man fast atemstockende 35 Euro.
Zum Schluss gab es ein Küchlein und einem warmflüssigen Schokokern – lecker!

Am Ende hat das alles sehr gut geschmeckt – die Sache mit dem Kloß wird am Ende dennoch von diesem Abend in Erinnerung bleiben.

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Rügen 2019 (16): Erdbeerduft

Samstag, den 23. November 2019
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(15) -> 22.11.2019

Ein grauer Novembertag auf Rügen. An solchen Tagen ist ein Ausflug zu Karls Erdbeerhof eine gute Alternative. In Zirkow dreht sich alles um die Erdbeere.
Außer erstaunlicherweise im Restaurantbereich gar nicht so sehr. Wer dort isst, zahlt pro 100 Gramm 1,90 Euro. Das klingt wenig, aber wer sich den Teller ordentlich vollknallt, zahlt auch ordentlich.
Die Entenkeule hat mich sehr angelächelt, dazu Soße, Kartoffeln und – weil das auch so toll aussah – noch Möhren und Erbsen in weißer Soße. Da ist man dann aber auch mit knapp 14 Euro dabei. Andererseits würde das im normalen Restaurant vermutlich ähnlich viel kosten.

Erdbeeren spielen dafür auf dem Klo auch eine große Rolle. Die Toilettenauflage sind in Erdbeerform. Und wer sich draußen nach dem Hänsewaschen die Hände desinfiziert, bekommt auch einen Erdbeerduft gratis dazu.

Eigentlich wollte ich zu Karls, weil ich eventuell noch ein bisschen Weihnachtsdeko kaufen wollte. Da aber wird man dort eher nicht fündig. Die Weihnachtsmänner sind selten hässlich, die schneeweißen Plastiktannen sehen doof aus, und ich werde wohl woanders noch mal schauen müssen. Oder nächstes Jahr, wenn keine Saison ist.

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