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Kreisch! Merkel ist geizig!

Sonntag, den 26. September 2021
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Was wäre Deutschland nur ohne die BILD? Bäckereien würden pleite gehen. Der Niedergang wäre nicht aufzuhalten. Der wirtschaftliche und gesellschaftliche!

Das Unglaubliche geschah am Sonnabend, als Angela Merkel und Armin Laschet in einer Dortmunder Bäckerei Espresso und Wasser getrunken haben. Preis: 20,10 Euro.
Die Schnüffler von der BILD haben das natürlich beobachtet, denn wenn Merkel und Laschet Espresso trinken, ist es natürlich ein Weltereignis. Als die beiden weg waren, hat BILD noch mal nachgefragt: Wie hoch denn das Trinkgeld gewesen sei.
Und der Schock: Null!

NULL!!!
N U L L ! ! ! ! ! ! !
Bei der BILD war man – nicht zum ersten Mal – empört!
Merkel geizig!!! Laschet geizig!!!
Es ist zwar nicht ungewöhnlich, dass man, wenn man am Tresen bestellt und bezahlt, kein Trinkgeld gibt, aber bei der BILD ist man dennoch empört. Schließlich wäre die BILD nicht die BILD, wenn es nichts zum Empören gebe.
Und weil man so empört, empört und empört war, hat die BILD einfach mal das Trinkgeld übernommen und einen Fünfer über den Tresen gereicht. Mensch, Mensch, die sind ja so gut bei der BILD. Und so heuchlerisch.

Später tauchte Laschet übrigens selbst noch mal beim Bäcker auf und zahlte auch noch mal ein Trinkgeld. Schließlich hatte er keine Lust auf weitere empörte Schlagzeilen.
Was für ein Zirkus. Wird Zeit, dass gewählt wird.

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RTelenovela

Alkoholschluss in Zeiten des Coronavirus

Donnerstag, den 2. September 2021
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In Hamburg sind ist die Corona-Inzidenz relativ hoch, und das ist auch der Grund, warum nach 23 Uhr in der Hansestadt kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden darf. So was wie eine Sperrstunde.

Es ist etwa 21.30 Uhr, als wir auf der Reeperbahn in St. Pauli ankommen. Einige von uns gehen in einen Laden, um Getränke zu kaufen, doch schon ab 20 Uhr ist der Außer-Haus-Verkauf von Alkohol verboten. Alles nicht so einfach.
Schnellen Schrittes laufen wir über die Reeperbahn, vorbei an den Clubs, Sexshops und Kneipen. Überall ist um 23 Uhr Schluss – zumindest mit dem Alkoholausschank. Viele der Läden schließen dann auch. Vermutlich weil es sich für die Kneipen dann nicht mehr lohnt.
Wir kommen schließlich am “Zwick” an und haben dann noch etwas mehr als eine Stunde, um diverse Getränke zu bestellen. Kurz vor 23 Uhr wird dann die letzte Runde ausgerufen, man kann noch bestellen und austrinken – aber der Kneipenbetrieb endet rund um 23 Uhr. Als wir kurz vor Mitternacht gehen, hat sich die Kneipe auch geleert.

Einen Tag danach ändert sich die Situation, denn dann haben in Hamburg die Clubs die Möglichkeit die 2G-Regel durchzusetzen – nur Geimpfte und Genesene kommen rein, und dann gelten auch die Regeln nicht mehr. Wobei das Alkoholverbot davon wohl nicht betroffen ist.
Das merken wir auch in der Hotelbar. Selbst die schließt um 23 Uhr. Man darf nach 23 Uhr mit den gekauften Getränken nicht mal sitzen bleiben. Was nun wirklich albern ist. Die Regeln sind die Regeln…

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Snackmasters

Dienstag, den 17. August 2021
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SO 15.08.2021 | 19.05 Uhr | RTL

Der Mythos vom gegrillten Rinderfleisch. Und vom besonderen Grillgeschmack. Es ist ein Wunder, dass Burger King diesen PR-Sprech immer noch aufrecht erhalten kann. Wo es diesen Geschmack doch schon seit vielen Jahren nicht mehr wirklich gibt. Denn Fleischpattys, die ewig in der Warmhalteschublade liegen, verlieren recht schnell ihren Grillgeschmack.
Aber wenn es darum geht, mal wieder auf sich aufmerksam zu machen, dann wird diese Legende immer wieder gern gestrickt. Denn alle können sich daran erinnern, und wenn die bei Burger King Glück haben, dann waren die, die diese Legende weiterverbreiten, schon lange nicht mehr dort essen.

Am Sonntag startete bei RTL die neue Reihe “Snackmaster”. Profiköche müssen bekannte und beliebte Snacks nachmachen. In Folge 1 ging es um den Whopper von Burger King. Und natürlich hatte Burger King in dieser Sendung auch wieder lang und breit die Möglichkeit, zu erzählen, wie toll ihre Burger doch sind.

Ein Koch aus Leipzig und ein Koch aus Wernigerode hatten also die Aufgabe, mit ihren Assistenten einen Whopper mit Pommes zu machen. Die Frage also war, wie macht man denn den Fleischpatty. Bei den Köchen hat Burger King nicht das beste Image, weshalb immer wieder davon die Rede war, dass es nicht zu gut sein dürfe. Und woraus wird eigentlich das Brötchen gemacht? Ilka Bessin darf unterdessen im Werk ansehen, wie der Whopper wirklich hergestellt wird. Sieht natürlich toll aus, die Moderatorin freut sich auch wie Bolle, und man möchte gleich zum nächsten Burger King rasen – um dort gleich mal wieder enttäuscht zu werden.

Was den Köchen nicht gesagt wurde, ist, dass das Brötchen am besten kalt bleibt, wie fast immer beim Original. Das Fleisch muss ebenfalls nur lauwarm sein, sonst wäre es nicht realistisch. Die Eisbergsalat-Blätter haben meistens labberig zu sein, und überhaupt muss der Whopper zusammengeklatscht aussehen – wie meistens in den Filialen.

Aber die Köche haben sich einfach zu viel Mühe gegeben. Zwar war eine der Whopper-Kopien dem Whopper nicht sehr nahe. Weil das Brötchen zu süß war und das Fleisch zu gut. Und zu heiß.
Fazit: Eigentlich kann man den industriell gefertigten Whopper von einem Koch gar nicht nachbauen. Ob das jetzt gut ist oder nicht – das muss dann jeder selber entscheiden.

-> Die Sendung bei TV Now

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Rügen 2021 (5): Frühstück? Jetzt noch?

Dienstag, den 17. August 2021
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(4) -> 16.8.2021

Es ist wirklich eine Katastrophe! Da kommen doch diese Kunden und kaufen einem alles weg. Es ist wirklich schlimm! Da kommt man aus dem Jammern gar nicht mehr raus.
Es ist Nachmittag in einem der Bäckerei-Cafés in Binz. Die Tische im Außenbereich sind gut besetzt, und es sind noch gut anderthalb Stunden, bis der Laden um 17 Uhr (!) schließt. Und dennoch ist die Kellnerin ziemlich aufgelöst, und sie teilt es auch ausnahmslos jedem Menschen mit, der bei ihr was bestellen will.
Kuchen? Also, das sieht ja har nicht gut aus. Die Leute haben schon fast alles weggekauft, es ist fast nichts mehr da, eine absolute Katastrophe. Schlimm, schlimm, schlimm! Die Kellnerin kommt aus dem öffentlichen Jammern gar nicht mehr raus. Schon am Nachbartisch hat sie ihr Leid geklagt, und sie wird es auch am nächsten Tisch wieder tun.
Dabei stelle ich nach dem Gang in den Laden fest, dass durchaus noch ein paar Kuchen und Torten da rumliegen, und die Torte, die ich haben will, auch noch da ist – sogar komplett!
Aber ja, es ist wirklich eine Katastrophe, wenn der Laden gut läuft.

Der Laden muss richtig gut laufen, denn man kann sich ohne Weiteres einen Ruhetag leisten, als einziger Bäcker. Und das mit dem Frühstück – da kennen die Leute dort auch kein Pardon.
Es war bereits 11.45 Uhr, als ich mich erdreistete, ein Frühstück zu bestellen. Die Kellnerin wies mich darauf hin, dass es jetzt kein Frühstück mehr gebe. Obwohl fast eine ganze Seite der zweiseitigen Karte dafür gewidmet wurde – ohne anzugeben, bis wann es Frühstück gibt.
Und wer ein Frühstück bestellt, hat gefälligst keine Sonderwünsche zu haben. Sonderwünsche mag man in dem Café gar nicht. Deshalb steht das auch in der Karte, dass man keine Änderungen vornehmen könne. Wenn da eine Marmelade dazugehört, dann hat man die gefälligst auch zu nehmen.
Harte Sitten.
Ich habe das Frühstück dann gegen 12 Uhr in einer anderen Bäckerei genossen – wo darauf hingewiesen wird, dass man den ganzen Tag frühstücken kann.

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Rügen 2021 (3): Beats gegen die Having-Ruhe

Sonntag, den 15. August 2021
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(2) -> 14.8.2021

Mittlerweile kann ich sagen, dass Moritzdorf nach Binz mein zweitliebster Ort auf Rügen ist. Weil dieser Ort so verzaubert, so unglaublich ruhig ist. Obwohl ich da noch nie übernachtet habe. Jedes Mal nehme ich mir vor, dass mal zu ändern. Diesmal habe ich mir sogar einen Flyer mitgenommen…

Und auch die Moritzburg ist wieder geöffnet. Wenn man die vielen Stufen hochgelaufen ist, wird man mit einem fantastischen Blick auf den Hafen in Baabe und die Having belohnt. Und dann diese Stille. So still, dass man von da oben hört, wenn sich unten auf dem kleinen Fluss Leute unterhalten.
Doch das Restaurant dort oben ist scheinbar nur noch ein Schatten seiner selbst. Da fängt schon damit an, dass laute Musik aus dem Inneren des Lokals schallt. So laut, dass die Stille dieses Ortes vollkommen ruiniert ist. So was von unpassend, geradezu ärgerlich.

Wer dort etwas bestellen will, muss zum Fenster gehen. Dort liegt auch die Karte mit dem spärlichen Angebot. Doch der Kellner gab mir das Signal, ich solle mich doch an einen der Tische setzen. Was ich auch tat.
Und dann wartete ich. Und wartete. Und wartete. Der Kellner (der wohl auch der Koch ist) hatte zu tun. Er musste ein bisschen rumlaufen. Und was rumräumen. Und rauchen.
Mehr als 15 Minuten wartete ich. Zum Glück hatte ich ja nichts vor. Irgendwann beugte er sich aus dem Fenster und fragte mich, ob ich denn was trinken will.
Ich hätte jetzt sagen können: Nein, ich sitze nur so hier. Vielleicht hätte ihn das auch nicht weiter interessiert. Aber ich bestellte eine Cola. Die kam auch schnell, aber ob ich vielleicht auch was essen will – das hat er gar nicht erst gefragt. Und weil ich auf der einen Karte schon gelesen habe, dass das Angebot jetzt auch nicht üppig ist (Bockwurst und so), ging ich auch nicht mehr drauf ein. Die Cola war schal, hatte kaum noch Kohlensäure. Aber immerhin waren Eiswürfel drin.

Und während ich so diese wunderbare Aussicht genoss, ärgerte ich mich, was aus diesem Ort geworden ist. Nun habe ich gelesen, dass eine offizielle Eröffnung des neuen Betreibers noch nicht stattgefunden habe. Da kann man nur hoffen, dass dann auch das Angebot größer ist und der Wirt das alles und seine Kunden auch ernster nimmt.
Ich dampfte jedenfalls schnell wieder ab und setzte mich lieber auf eine Parkbank am Aussichtspunkt der Moritzburg, um die Stille zu genießen.

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Rügen 2021 (2): Das Ende eines Boykotts

Samstag, den 14. August 2021
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(1) -> 12.8.2021

Das Aus der “Binzer Bierstuben” hat bei mir zur Binzer Schollen-Krise geführt. Denn in der Gaststätte gab es die beste Scholle. Der Laden ist nun ein Inder, und da gibt es keine Scholle mehr.
Als ich im vergangenen Jahr auf der Suche nach einer guten Ersatz-Scholle war, fand ich sie in der Kogge. Klar, dass ich dort wieder hingelaufen bin – um dann festzustellen, dass es keine Scholle mehr auf der Karte gibt. Die Schollen-Krise spitzte sich zu.

Ich musste mich also wieder auf die Suche machen. Ich wurde fündig im Strandcafé. Theoretisch. Weil praktisch kein Reinkommen war, die Schlange vor dem Lokal war lang, und wie lange die Wartezeit war, war nicht abzusehen.

Und dann stand ich vor Gosch. Schon im Sommer 2010 schrieb ich darüber hier im Blog, als klar, dass die Sylter Kette an den besten Ort von Binz auf Rügen zieht. Sylt auf Rügen – das fand ich, nun ja, mindestens komisch. Ich boykottierte den Laden elf Jahre lang. Zumindest die Gastronomie, am Fensterchen habe ich schon mal Fischbrötchen gekauft.
Nun führte aber die Binzer Schollen-Krise dazu, dass ich den Laden doch mal betrat. Ich musste mich bei der Einlasserin (ein neuer Job in Coronazeiten) erkundigen, wie das denn in dem Laden funktioniert.
Im Grunde läuft das wie bei McDonalds. Man bestellt was an der Theke – nämlich, Tusch! Scholle! Man bekommt ein Gerät in die Hand gedrückt, das Geräusche macht, wenn das Essen fertig ist. Zwischenzeitlich kann man am Tresen nebenan ein Getränk kaufen.
An der Stelle endete der Gosch-Boykott. Denn die Scholle war extrem lecker, dazu eine Schüssel Bratkartoffeln und ein bisschen Salat. Das konnte sich echt sehen lassen.

Und die Scholle bei Gosch war sogar um Längen besser als die im Strandcafé, die ich dann ein paar Tage danach auch noch ausprobiert habe.

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Etwas mehr als 89 Cent

Mittwoch, den 28. Juli 2021
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Sie haben mich ein bisschen angelächelt. Gegenüber des Gemüseregals standen die Schälchen mit den dunklen Kirschen. Und, ja, ich hatte darauf Appetit.
Allerdings gab es ein kleines Problem: Was kosten die hoffentlich süßen Früchte? Weil kein Preisschild zu entdecken war, suchte ich ein wenig rum, was einer Mitarbeiterin des Ladens auffiel. Ob ich wissen wolle, was die Kirschen kosten, und eigentlich müsste da ein Schild sein. Es gab tatsächlich eines, irgendwo ganz unten, an einer leeren Kiste befestigt. 89 Cent, sagte die Frau. Das ist preiswert, also griff ich zu einem Schälchen.

An der Kasse dann die Überraschung. Die Kirschen kosteten nämlich nicht 89 Cent, sondern 4,54 Euro. Bäm. Es handelte sich um 89 Cent pro 100 Gramm, und das Schälchen wog 510 Gramm. Ich habe das durch Nachfragen an der Kasse erfahren, weil mir bei den 4,54 Euro kurz der Atem stockte.

Liebe Leute vom Oranienburger Supermarktes meines stark angeknacksten Vertrauens: Wenn das Schälchen 4,54 Euro kostet, so sollte das doch auch genau so am Schälchen dranstehen. Denn die 89 Cent pro 100 Gramm ist eine Angabe, die mehr als irreführend und albern ist – schließlich kann ich ja nur das Schälchen kaufen und mir nicht wahllos 10 Kirschen greifen und damit zur Kasse gehen. (Wahrscheinlich könnte ich das, aber das ist ja bei den Schälchen nicht Sinn der Sache.) Aber die 89 Cent werden wahrscheinlich eh nur angegeben, damit das irgendwie billig aussieht. Hat funktioniert.
Wenigstens waren sie lecker.

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