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Offener Parmesan in Zeiten des Coronavirus

Dienstag, den 29. September 2020
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Zu meinen Nudeln mit Lachs im Restaurant im niedersächsischen Bissendorf hätte ich gern Parmesan, und ich frage den Keller, ob ich welches haben kann. Zwei Minuten später taucht er hinter mir auf. Er steht links von mir, beugt sich mit Schüssel und Löffel runter, kommt mir dabei unangenehm nah – auch wenn er eine Art Plastikhaube vor seinem Gesicht hat -, und beginnt, den Parmesan auf meinen Teller zu schaufeln. Einen Löffel, zwei, drei, vier, und er nuschelt etwas, was ich nicht verstehe. Denn eigentlich will ich nur, dass er aufhört zu schaufeln und die doofe Schüssel auf den Tisch stellt. Und das sage ich dann auch.

Aber er verneint. Er dürfe die Schüssel nicht auf den Tisch stellen, weil das gegen die Coronavirus-Schutzregeln wäre. Er müsse den Parmesan-Rest wieder mitnehmen.
Da bin ich kurz platt. Denn immerhin darf er mir ja auch ein offenes Glas Cola bringen. Und wie Weinschorle bei uns auf dem Tisch hat er auch gebracht. Insofern ist das unlogisch. Zumal der gute Mann ja auch einfach Handschuhe tragen könnte und mir mit diesen die Schüssel hinstellen könnte. Aber das wäre vielleicht zu einfach.

Zumal man sich ja auch ansonsten um andere Regeln auch nicht schert. Zwar müssen Masken getragen werden, wenn man ins Lokal kommt. Aber eine Namensliste wird nicht geführt.
Anderthalb Stunden vorher haben wir einen kleinen Cappucchino-Zwischenstopp in einem Lokal in Mellendorf eingelegt, gerade mal 15 Minuten waren wir da, und was als erstes auf dem Tisch lag, war der Zettel, auf dem wir unseren Namen eintragen mussten.
Aber Hauptsache, ich darf die Parmesan-Schüssel nicht anfassen, aber am Cola-Glas nippen, das der Kellner in den Fingern hatte.

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Werbung: Lidl

Montag, den 7. September 2020
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FR 04.09.2020 | 21.35 Uhr | Sat.1

Lidl lohnt sich, heißt es ja immer. Am Freitagabend warb Lidl auf Sat.1 mit wahnsinnigen Sonderangeboten. Die sollen dafür sorgen, dass die Menschen in den Discounter rennen und den Laden möglichst leerkaufen.

So kostet die 0,33-Liter-Dose Coca-Cola jetzt nur noch 66 Cent! Der Wahnsinn! Da zieht’s doch einem glatt die Schuhe aus!
Also, eher aus Verwunderung, dass das nun so total billig sein soll. Zumindest wenn man sich an frühere Zeiten erinnert. Anfang der 90er-Jahre hat dieselbe Dose Coca-Cola nämlich gerade mal 39 Pfennig gekostet, also etwa 20 Cent. Wenn die Cola jetzt also mehr als dreimal so viel kostet wie vor 30 Jahren, da sieht man diesen Werbespot gleich mit anderen Augen.

Aber es scheint schon seit einiger Zeit eine Strategie des Brause-Abfüllers zu sein, die kleinen Mengen besonders teuer zu machen. So kostet der halbe Liter Cola gerade mal fünf Cent weniger als der ganze Liter.
Sieht man diese Verhältnisse, und wenn man dann noch bedenkt, dass bei den Discountern die 1,25-Liter-Flaschen oft weniger kosten als kleinere Mengen im Supermarkt, dann wirkt das 66-Cent-Angebot gleich noch lächerlicher.

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Schwäbischer Kartoffelsalat aus dem Friedrichshain

Freitag, den 31. Juli 2020
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Voll das Klischee!
Es wird ja immer über die Schwaben gemosert, die in Berlin den Prenzlauer Berg und Friedrichshain geentert haben sollen. Überall treffe man sie an.
Ich hielt das ja bisher immer für ein Gerücht. Jetzt aber wird mir langsam klar: Das Klischee stimmt.

Neulich gönnte ich mir ein Kino-Double-Feature im Berliner Filmtheater am Friedrichshain. Zwischen den beiden Filmen hatte ich eine gute Stunde Zeit. Ein bisschen Abendbrot konnte da nicht schaden, und das Schöne ist, dass es im Sommergarten des Kinos einen kleinen Biergarten mit Imbiss gibt.
Die Auwahl ist allerdings nicht allzu groß. Aber immerhin gab es eine Bratwurst – Bio, wenn ich mich richtig erinnere – und dazu einen Kartoffelsalat. Oder besser: einen schwäbischen Kartoffelsalat.
Der war ganz okay, wenn auch die heimische Version dreimal besser finde. Aber so wird wenigstens ein nettes Klischees im Biergarten bedient.

Und im Edeka-Markt bediente ich mich anschließend erst mal am Pfennigs-Kartoffelsalat. Damit alles wieder seine Berliner Ordnung hat…

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Der Waschbär ist Stammgast

Mittwoch, den 22. Juli 2020
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Es müssen schwierige Monate gewesen sein, als die Coronakrise auf dem Höhepunkt war. Denn die Fast-Food-Kette Kentucky Fried Chicken in Berlin-Reinickendorf hat ganz besondere Stammgäste: Waschbären.

Irgendjemand hat am Dienstagabend sein volles Tablett draußen im Essbereich auf den Boden fallen lassen. Aber es verkommt nichts, denn ein Waschbär machte sich schon an den Resten direkt vor der Terrassen-Eingangstür zu schaffen. Seelenruhig wühlte sich das Tier durch die Reste, und es störte den Waschbären auch nicht, dass ein Mann und ein Kind ihn dabei beobachteten.

Und es müssen zwei Waschbären sein, die sich auf dem KFC-Parkplatz rumtreiben. Denn an einem der Mülleimer, direkt hinter einem parkenden Auto und auch beobachtet von zwei Leuten, fraß das gar nicht so kleine Tier gerade etwas aus einer Papiertüte. Als alles alle war, erhob es sich auf die Hinterbeine und schaute, ob noch etwas Brauchbares im Papierkorb liegt.

Die Tiere sind scheinbar regelmäßig dort, ich habe sie schon mehrfach dort gesehen. Und als KFC während der Coronakrise nur Essen to go rausgab, muss das eine schlimme Zeit auch für die Waschbären gewesen sein.

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Beim Bulettenkönig ist der Kunde vielleicht später König

Samstag, den 11. Juli 2020
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Burger King ist ein echtes Phänomen. Der Laden lebt einzig und allein von Erinnerungen. Irgendwann damals war’s, als der Bulettenkönig mal richtig gut war.
Es kommt immer mal wieder vor, dass man Lust hat, dorthin zu gehen. Und immer wir man enttäuscht, immer wird man dran erinnert, dass die Glanzjahre von Burger King längst zu Ende sind.

Neulich in Vehlefanz. Ich gebe meine Bestellung in den Automaten ein. Einen Whopper-Cheese, Pommes, einen Chicken-Nugget-Burger und eine Cola ohne Eis. Zum Hieressen.
Dann wartet man am Tresen, dass man alles bekommt. In anderen Läden kann man sich an den Tisch setzen, und das Essen wird gebracht. Nach ein paar Minuten ist alles fertig. Die Burger und die Pommes sind in einer Tüte zum Mitnehmen. Ich sage, dass ich doch hier essen möchte. Also bekomme ich auch ein Tablett.
Am Tisch stelle ich fest: In meiner Tüte ist alles drin, aber keine Servietten. Nur die fettige Serviette auf der Pommestüte. Ich gehe noch mal zum Tresen und frage nach. Der Mann dahinter meint, es seien doch welche drin, und ich meine, wenn welche drin wären, würde ich ja nicht nachfragen.

Beim Essen stelle ich dann fest: Die Pommes sind lauwarm und kaum knusprig. War früher mal anders. Der Chicken-Nugget-Burger ist lauwarm. Die Nuggets schmecken alt, als wenn sie schon mehrfach immer wieder in der Fritteuse erhitzt wurden. Der Whopper ist lauwarm, das Brötchen kalt, das Fleisch echt mau. Vom Grillgeschmack, für den früher immer geworben wurde, ist nichts übrig. Und: kein Cheese. Der Käse fehlt. Aber da hatte ich schon keine Lust mehr, noch mal zum Tresen zu gehen. Man will die Leute dort ja nicht damit belästigen, dass man was anderes bestellt hat…

Mal wieder ärgerlich. Irgendwie ärgerlich ist aber auch, dass man das in einem Monat oder so wieder vergessen hat und sich überlegt, man könnte ja mal wieder zu Burger King gehen.
Es gab Zeiten, da fand ich, Burger King ist viel besser als McDonald’s. Die Zeiten sind lange vorbei.
Automat hieressen
Servietten
Tüte
kein Käse…

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Burger, gegrillt

Dienstag, den 23. Juni 2020
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Burger King rühmt sich ja seltsamerweise immer noch damit, dass bei denen das Burgerfleisch gegrillt wird. Blöderweise schmeckt man das gar nicht mehr, weil das Fleisch ja trotzdem aus der Kühlung kommt und nach dem Grillen gern mal länger warmgehalten wird.

In Oranienburg gibt es einen Imbiss, bei dem die Burger wirklich noch gegrillt werden, und man kann sich davon überzeugen, in dem man zusieht.
Der Imbiss ist neben dem Südcenter an der Berliner Straße im Stadtteil Süd. Er trägt einen Doppelnamen, “Diner 96 & SkyOase”. Letztere befindet sich eigentlich in der Schulstraße, und es scheint eine Zusammenarbeit zu geben, die Leute die dort arbeiten, sind auch aus der Schulstraße teilweise bekannt.

Wer dort den Burger bestellt, sieht wie eine Portion frisches Fleisch einmal plattgedrückt wird und dann auf den Holzkohlegrill kommt. Dort gart das Fleisch. Es kommt Honig-Senf-Soße drauf, dazu Käse. Außerdem Salat, Tomate, Gurke, Zwiebeln und ein Spiegelei. Und Brot natürlich.
Das Ganze schmeckt sehr lecker, man kann ihn auch gut essen, ohne dass er auseinanderfällt. Und das Fleisch schmeckt gegrillt. Das können sich die Leute von Burger King gern mal ansehen.

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Vanilla-Coke: Der Getränkemann lernt auch noch dazu

Mittwoch, den 17. Juni 2020
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2019 hat Coca Cola bei seinen Sorten Vanilla-Coke und Cherry-Coke den Zucker weggelassen. Es gab nur noch die Zero-Versionen zu kaufen, zuckerhaltig war nur noch die Hauptsorte.
Das hat offenbar zu entsprechen Reaktionen bei den Kunden geführt, denn ein Jahr später, im Frühjahr 2020, kehrten die Vanilla-Coke und die Cherry-Coke auch wieder mit den Originalsorten wieder in die Getränkeabteilungen.
Das heißt: Ganz weg waren sie nicht. Denn bei Kaufland oder auch bei Edeka gab es beide Sorten in 0,33-Liter-Büchsen. Allerdings als Importware. Die Dosen kosteten 1,49 Euro. Also, nun ja, etwas teurer.

Dienstagabend bei Edeka in Oranienburg. In der Getränkeabteilung lasse ich meinen Blick über die Colas schweifen. Allerdings stehen dort in den Literflaschen nur die normale Sorte sowie die zuckerfreien Untersorten. Allerdings auf dem oberen Regal stehen dutzendweise Dosen mit Vanilla-Coke und Cherry-Coke – für 1,49 Euro plus 25 Cent Pfand. Importware.
Ich frage den Mitarbeiter, warum denn die Dosen so teuer seien, und er erklärt mir, was ich schon weiß. Ich frage, warum es die denn nicht auch in den Literflaschen gebe, woraufhin er meint, die würden in Deutschland nicht mehr hergestellt. Was ja nicht stimmt – bei Rewe gibt es sie längst wieder. Er wusste das nicht und teilte mir gleich noch mit, dass sich Edeka wohl im Streit mit Coca-Cola befinde und es die Marke eh nicht mehr lange gebe. Aha.
Keine Ahnung, ob sich Edeka mit der Ahnungslosigkeit und dem angeblichen Streit bei den Kunden beliebt macht.

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