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Angeblich unverpackt

Dienstag, den 15. Oktober 2019
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Immerhin: Wir denken inzwischen öfter mal an die Umwelt. Selbst wenn wir unsere guten Vorsätze nicht immer umsetzen (können) – das Thema ist im Hinterkopf. Und auch in der Wirtschaft.
Bei Netto in Oranienburg stand ich in der kleinen Gemüseabteilung. Ein riesiges Schild wies darauf hin: “Bis zu 100 unverpackte Obst- und Gemüse-Artikel”. Ja, die denken auch an die Umwelt. Das ist sehr löblich. Allerdings: Blick man sich dann in der Abteilung um, stellt man ernüchtert fest: Eigentlich hat sich nichts geändert. Also, außer das große Schild.

Direkt davor liegt Rosenkohl. In großen Plastiktüten verpackt. Links daneben sind die Bohnen. In großen Plastiktüten verpackt. Darunter die Möhren. Unverpackt, immerhin. Die Tomaten: verpackt, mit viel Plastik. Daneben der Rettich, unverpackt. Auf der anderen Seite liegen die Eisbergsalate – in Plastik verpackt. Darüber Weintrauben – in einer Plastikkiste. Links daneben Johannisbeeren, auch in Plastikbehältern. Immerhin: Um die Gurken war keine Plastikhülle, daneben lagen auch lose Tomaten.
Fazit: Einzig bei den Gurken sah ich eine Veränderung, denn auch die waren sonst immer eingepackt.

Im Großen und Ganzen ist die Werbebotschaft aber durchaus eine Blendung der Kunden. Denn in Wirklichkeit scheint sich in der Obst- und Gemüseabteilung kaum was verändert zu haben.

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Musik, Kultur und Indisches hinter den Leipziger Pollern

Dienstag, den 3. September 2019
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Unser Hotel befand sich in der Leipziger Innenstadt, direkt neben der Nikolaikirche. Und wer mit dem Auto in die Leipziger Innenstadt fährt, muss erstmal die richtigen Wege finden. Poller, Fußgängerzonen – längst nicht jede Straße ist befahrbar. Das ist für Stadtbesucher schön, für Anreisende etwas, nun ja, kompliziert. Steht man mit dem Auto mitten in einer Fußgängerzone, dann ist das ein bisschen unangenehm. Wenden und zurück, und es noch mal in der nächsten Straße versuchen. Das Navi ist schon längst keine Hilfe mehr.

Aber irgendwann ist man da, hat eingecheckt und kann dann Leipzig genießen. Allein schon die Innenstadt ist sehr sehenswert. Es gibt dort die Nikolaikirche, in spätestens 1989 einer der Brennpunkte der DDR-Proteste war. Von dort aus zogen die Menschen montags in die Stadt, um gegen die SED-Führung zu demonstrieren.
Geht man in die Kirche, dann kann man sich an die Zeit vor 30 Jahren erinnern. Eine Ausstellung zeigt Bilder aus der damaligen Zeit, auch kann man sich viel dazu durchlesen.

Wer in der Innenstadt unterwegs ist, hat – wie in so vielen Städten – eine riesige Auswahl an Geschäften. Die Fußgängerzone ist ausgedehnt, die Stimmung ist somit relativ entspannt.
In einer der Straße ging es erstaunlicherweise gleich gleich indische Lokale. Eines etwas preiswerter, eines etwas teurer und das dritte auf einem Hinterhof, wo wir die Preise nicht einsehen konnten. Beziehungsweise, wir haben es erst entdeckt, als wir im teureren Lokal – am Straßenrand – saßen.
Dort zu sitzen, ist schön, man kann auf die Straße schauen, und was zu sehen ist in der Leipziger Innenstadt immer.

Und auch zu hören. Denn in Leipzig gibt es viele Musikanten. Vor einem Sportgeschäft hatte sich ein junger Mann platziert, vielleicht 18 Jahre alt. Auf seinem großen Xylofon spielte er aktuelle Pophits, und damit hat er an diesem Sonnabend ganz sicher sehr viel Geld verdient – völlig zurecht.

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Traumtagebuch (144): Einmal 20,30 Euro, bitte!

Mittwoch, den 28. August 2019
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(143) -> 27.8.2019

Mittagessen! Ich mache meine Pause dort, wo ich öfter mal essen gehe. Ich bestelle mir eine Boulette, Gemüse, Kartoffeln und Soße.
Dann nennt mir die Frau an der Kasse den Preis: “20,30 Euro, bitte!”
Und ich so: “Das ist aber teuer geworden!” Sonst zahle ich dafür um die 6 Euro

Die Frau an der Kasse scheint noch neu zu sein, ich hatte sie noch nie in dem Lokal gesehen. Ich sage, dass ich eine Rechnung möchte. Als das nicht möglich ist, sage ich: “Dann esse ich hier nicht.” Ich will wissen, warum das bisschen Essen so teuer ist.
Die Frau erklärt mir, dass von 100 Prozent ja die 19 Prozent Mehrwertsteuer abgezogen werden müssen. So würden die Preise entstehen. Und ich so: “Das haut aber nicht hin!”

Die Auflösung gibt es nicht, ich wache auf.

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Rügen 2019 (11): Ostsee-Bruschetta

Mittwoch, den 21. August 2019
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(10) -> 20.8.2019

Er gilt als einer der schönsten Aussichtspunkte über den Jasmunder Bodden und zur Halbinsel Wittow. Wenn man auf der Strecke zwischen Sagard und Glowe unterwegs ist, dann gibt es bei Bobbin einen kleinen Parkplatz. Von dort aus geht man eine Treppe auf einen Berg hoch. Dann ist man auf dem Tempelberg.
Und in der Tat: Der Ausblick auf den Jasmunder Bodden ist großartig. Auf der anderen Seite blickt man über das freie Feld. Und nicht nur der Ausblick ist toll – wenn auf der Landesstraße gerade kein Auto fährt, dann ist es auch schön ruhig.

Ein paar Kilometer weiter, in Glowe, gibt es die Ostseeperle. Wenn man dort auf der Terrasse sitzt, hat man einen schönen Blick auf den Strand und die Ostsee. Aber auch im Restaurant selbst gibt es große Panoramafenster – auch da kann man gut ausgucken.
Kleiner Tipp: Wenn man die Ostsee-Bruschetta bestellt, dann sollte man sich vielleicht auch durchlesen, was das ist. Bei Kräutermatjes erlebt man sonst eine unschöne Überraschung, wenn man den nicht mag. Stattdessen: Scholle! Die ist toll!

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Rügen 2019 (7): Torten!

Samstag, den 17. August 2019
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(6) -> 16.8.2019

Wenn ich in Binz bin, ist mein Bewegungsradius ja an sich relativ klein. Er befindet sich in der Regel zwischen der Wylichstraße und der Kirche. Dort weiß ich, was es alles gibt und registriere, was es Neues gibt.
Dann aber gibt es glücklicherweise Menschen, die einem auch mal was Neues zeigen. Das “Torteneck” zum Beispiel.

Das “Torteneck” befindet sich in der Proraer Straße, wo ich tatsächlich sonst nie bin. Kommt man in das Café, erblickt man einen sehr freundlich eingerichten Raum. Schöne Bilder und Malereien an der Wand, dazu Tische und Stühle in dem hellen Raum.

Entsprechend dem Namen gibt es viele verschiedene Torten, und wenn man vor dem Tresen steht, und die Kellnerin fragt, was für eine Torte es denn sein soll – dann müsste man eigentlich “alle” antworten. Ich entschied mich dann aber doch für eine Zitronensahnetorte, die sich als sehr lecker herausstellte.

Das “Torteneck” gibt es – wie ich scjon vorher festgestellt hatte – neuerdings auch an der Hauptstraße. Dort stand ziemlich lange Zeit eines der Bäckergeschäfte leer und ist nun wieder mit Leben gefüllt worden.

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Rügen 2019 (5): Salat und Huhn

Mittwoch, den 14. August 2019
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(4) -> 4.3.2019

Manchmal fragt man sich ja, was die Namen von Restaurants zu bedeuten haben. Strandlücke zum Beispiel. So heißt ein Restaurant direkt am Binzer Strand. Der dort allerdings keine Lücke aufweist. Strandlücke klingt irgendwie seltsam negativ, wie eine kleine Enttäuschung.
Dabei sitzt man man sehr schön in diesem Lokal. Gerade auf der Terrasse hat man einen wunderschönen Blick auf den lückenlosen Strand, und im Hintergrund ist die Ostsee.
Heißt natürlich auch, dass man als Kunde für diesen Blick zahlt.

Und ich war auch ein bisschen blauäugig. Ich bestellte einen Caesarsalat für 12,90 Euro, was ja schon mal ein ordentlicher Preis ist, und die Kellnerin fragte, ob ich denn auch Hühnchen dazu haben wolle. Ich wollte.
Als der Salat dann kam, herrschte meinerseits ein bisschen Ernüchterung. Die Croutons waren getoastete Schwarzbrot-Ecken. Die waren allerdings viel zu groß und einfach nur trocken. Vertrocknete Brotwürfel kann man schlicht vergessen. Die Hühnchenbrocken war auch ziemlich groß, irgendwie muss da ein ganzes Hühnchenteil reingeraten sein. Wie einfach noch reingeschmissen, ohne dass der Koch damit was gemacht hat.
Der Salat selbst war gut, aber die Zusätze sehr mau.

Und kennst du diesen Moment, wo es auf einmal einen Moment ja vollkommen still ist und dir die Spucke wegbliebt? Das passierte, als die Rechnung kam: Der Salat mit dem Hühnchen kostet knapp 20 Euro.
Für die wirklich maue Qualität ist das ein unverschämter Preis, der durch nichts zu rechtfertigen ist. Immerhin bekomme ich für das Geld ein gutes Fischgericht – Scholle oder so. Aber richtige Fleischgerichte gibt es für die 20 Euro auch in Binz.
Salat esse ich wohl künftig woanders.

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Ein Hoch auf die Technik (55): Computer. Ein Ansichtsexemplar.

Donnerstag, den 8. August 2019
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(54) -> 11.7.2019

Wenn man zu McDonald’s geht, dann kann man seit einiger Zeit seine Bestellung an modernen Terminals eingeben, mit der Karte bezahlen, und dann wird das Bestellte an den Tisch gebracht.
Auch in Berlin-Pankow, an der Prenzlauer Promenade, stehen solche Terminals. Nur leider sind sie offenbar zu nichts zu gebrauchen.

Ich stelle mich an das Terminal und gebe ein, was ich essen möchte. Das dauert recht lange, weil man das ja in den umfangreichen Menüs und Unterpunkten erst mal alles finden muss. Am Ende gebe ich an, mit Karte zahlen zu wollen und das Essen an den Tisch gebracht haben zu wollen.
Letzteres funktioniert schon mal nicht: Man muss dazu einen dreistelligen Code eingeben, entsprechende Nummern liegen an den Terminal bereit. Also, normalerweise, in Pankow nicht.
Ich frage einen Angestellten, was man denn nun für eine Nummer eingeben müsse. Er kommt heran, drückt an die Stele, wo man sagt, dass man das Essen vom Tresen holen will. Meine Anmerkung, dass ich das aber nicht wollte, ignoriert er.

Ich will nun aber mit der Bankkarte zahlen. Das Gerät sagt mir, dass ich den Anweisungen auf dem Lesegerät folgen solle. Das sagt mir das Gerät ziemlich lange. Nur kommen leider keine Anweisungen. Es passiert einfach nichts.
Ich frage wieder den schon leicht genervten Angestellten, der dann meint, ich müsse einfach am Tresen bestellen.

Tut mir Leid, dass ich da ein bisschen pissig werde. Aber wozu stellen die sich da die Computer hin, preisen den Bringservice an den Tisch an, wenn es eben diesen Service gar nicht gibt. Und dann funktioniert auch der Rest nicht. Das funktioniert in anderen Filialen von McDonald’s aber sehr viel besser. In Pankow scheint es niemanden zu interessieren.

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