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Mittagessen in Zeiten des Coronavirus

Mittwoch, den 1. April 2020
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Heute gab es Stampfkartoffeln, Rührei und Gemüse. Letzte Woche gab es Hackbraten mit Kartoffeln, Gemüse und Soße. Und am Tag davor Stampfkartoffeln mit zwei Eiern und Senfsoße.
Im Auto.
Ich schiebe dann den Sitz ein wenig zurück, mache das Radio an oder einen Podcast, wenn ich dran gedacht habe, habe ich meine Gabel dabei. Oder ich bekomme eine Plastikgabel.
Und dann mache ich es mit essend gemütlich.

Das ist die neue Art des Mittagessens.
Wegen der Sicherheitsmaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus dürfen Gaststätten, Bistros und Imbisse nur noch Essen-to-go verkaufen. Sich dort hinzusetzen, um zu essen geht nicht mehr.

Wenn ich jetzt also ins “Bistro 23” in Oranienburg gehe, bekomme ich das Essen in eine Verpackung, ich kaufe noch was zu trinken, und dann laufe ich zum Auto, um dort essen.
Ich hoffe, das Bistro hält durch!

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Kurze Auszeit in Zeiten des Coronavirus

Mittwoch, den 18. März 2020
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Home Office. So schön es ist, nicht das Haus verlassen zu können, so blöd ist es auch, nicht das Haus verlassen zu können. Das heißt: Ich könnte, und noch dürfen wir ja alle das Haus verlassen. Aber sicher ist sicher.
So sitzt man aber stundenlang am Schreibtisch, arbeitet vor sich hin, immer wieder kommen neue Mails und Informationen. Der WhatsApp-Chat mit den Kollegen läuft, zwischendurch Telefonate und längere Gespräche am Telefon, die man sonst vor Ort und Auge in Auge machen würde.
Aber in Zeiten des Coronavirus ist alles anders.

Deshalb ist dann eine tägliche Auszeit ganz gut. Mal rausgehen. Einmal um den Block laufen.
Bei Subway in Oranienburg haben sie die Tische auseinandergestellt – Sicherheitsabstand. Sieht allerdings nun etwas verloren aus. Aber was muss, das muss.
Ein wenig merkwürdig finde ich, dass man kein Tablett mehr kein Körbchen mehr bekommt. Stattdessen bekommt man die zwei Subs und den Keks jeweils eingepackt in die Hand gedrückt. Die Zapfmaschine war auch kaputt, also griff man zur Flasche.

Dann noch einmal um den Block. Es war nach 17 Uhr, es ging auf den Feierabend zu, aber rund um den Oranienburger Bahnhof war deutlich weniger los, als sonst. Am Gymnasium standen die Tore noch weit offen, vermutlich sind sie in den nächsten Wochen fest verschlossen. Der Drogeriemarkt war erstaunlich leer, auch in der Bäckerei war man schon am Aufräumen.
Ich spazierte einmal durchs Viertel, ein bisschen frische Luft, bevor es wieder rein ging.

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Rügen 2020 (3): Ersatz-Scholle

Freitag, den 6. März 2020
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(2) -> 5.3.2020

Seitdem die “Binzer Bierstuben” geschlossen sind, steckte ich in einer Schollenkrise. Denn zu einem Besuch der Insel Rügen gehört auch der Genuss einer ordentlichen, gebratenen Scholle.
Aber wo bekommt man die nun? Im November 2019 versuchte ich es an der Hauptstraße in Binz, aber die war nur okay, weil die Zubereitung anders war, als ich das kannte.

Ich erinnerte mich aber, dass es in der Schillerstraße in Binz die “Kogge” gibt, ein Fischrestaurant. Da muss es einfach auch eine gute Scholle geben.
Und so war es auch. Scholle Finkenwerder Art steht auf der Karte. Ich musste allerdings zur Sicherheit googlen, was das eigentlich genau ist. Gebraten, mit Speck.
Speck mag ich zwar nur bedingt, aber das war zu verschmerzen. Ich bestellte statt des Kartoffelsalats Bratkatoffeln, und als das Essen kam, war meine Freude groß. Die Scholle war lecker, und sogar der Speck war ganz okay.

Vorab gönnte ich mir übrigens gebackenen Camenbert – den Rügener Badejungen. Der wird zwar nicht mehr auf Rügen hergestellt, lecker und weich und warm war er trotzdem.
Ich war wohl nicht das letzte Mal in der “Kogge”.

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Rügen 2020 (1): Soße? Aber doch nicht in Norddeutschland!

Mittwoch, den 4. März 2020
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2019 -> 23.11.2019

Schon wieder Karl und sein Erdbeerhof in Zirkow. Ich komme direkt von der Autobahn, habe gerade die Insel Rügen befahren – und überlege, wo ich denn was essen könnte.
Ich erinnerte mich, dass es bei Karls ein Bufett gibt, das letztes Mal ganz okay war. Also rauf auf den Hof.

Allerdings war die Auswahl an diesem Sonnabendnachmittag eher schmal. Kohlrouladen sind so gar nicht mein Ding, die Schnitzel haben mich nicht so richtig angesprochen. Also eine Boulette. Dazu ein paar Kartoffeln, noch ein bisschen Kartoffelbrei und auch noch ein paar Pommes. Und Mischgemüse, das sieht ganz lecker aus. Also durchaus abwechslungsreich – aber was fehlte: eine Soße.

Zufälligerweise standen ein Mann und eine Frau vom Karls-Personal neben dem Bufett und berieten, ob sie was auffüllen müssten. Das Ergebnis schien “Nein” zu sein, es sei ja schon recht spät.
Eine Kundin neben mir meinte zu den beiden, dass Bratkartoffeln fehlen würden. Worauf die Karls-Frau etwas zimtzickig anmerkte, dass sie um diese Zeit (16.30 Uhr, zweieinhalb Stunden vor Feierabend) nichts mehr braten würden.
Ich nutzte die Chance, um anzumerken, dass auch eine Soße fehlen würde. Die Karls-Frau sagte, dass hier in Norddeutschland das Mischgemüse als Soße gelte. Das war mir wirklich neu, und ich teilte ihr das auch mit. Was sie aber nicht mehr interessierte.
Soße? In Norddeutschland? War ich denn wahnsinnig?

Ich angelte mit der Kelle also aus der Pilzsoße die Soße ohne Pilze raus, so dass die Kartoffeln doch noch ein bisschen flüssiges Braunes bekamen.
Die Pommes waren übrigens kalt. Aber vermutlich isst man die in Norddeutschland so.

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Berliner Buffet über den Dächern von Berlin

Montag, den 24. Februar 2020
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In Berlin gibt es den Fernsehturm und den Funkturm, und Letzterer führt ein bisschen ein Schattendasein. Auch weil er in Westend ziemlich außerhalb steht, während der Fernsehturm in Mitte genau aus dem Hotspot hervorragt.

Der Funkturm ist 1926 eröffnet worden, er ist 150 Meter hoch, und in 55 Metern Höhe befindet sich ein Restaurant. Das war das Ziel unseres sonntäglichen Familienausflugs.
Denn immer am Abend gibt es dort ein Buffet, schon im Dezember erfolgte die Vorbestellung. Vermutlich wird man dort oft spontan auch gar nicht hochkommen.

Mit dem Fahrstuhl fuhren wir aber erst mal ganz nach oben. Während die Fernsehturm-Kugel relativ breit ist, hat man beim Funkturm oben nur einen schmalen Rundum-Gang. Aber man hat einen spannenden Blick auf das Dreieck Funkturm, an dem die Avus beginnt und die Stadtautobahn durchführt. Zig Rampen führen in verschiedene Richtungen, und überall waren viele Autos zu sehen – auf der Avus allerdings fast nur stadteinwärts.
Auch auf das wunderschöne (hüstel) ICC kann man schauen, auf der anderen Seite das Messegelände.

Sitzt man im Restaurant, kann man auf Westend blicken. Und das Buffet ist voll. Noch bis Ende Februar gibt es dort das Berliner Buffet.
Mit Vorspeisen wie Eisbein-Sülze, Kartoffelsalat mit kleinen Buletten, Currywurst, Matjeshäckerle, Brathering und Shrimps-Cocktailsalat, Lachs und Müritz-Forelle. Außerdem Kartoffelsuppe mit Schinkenknacker.
Als Hauptgang: Spanferkeleisbein, Zwiebelrostbraten, Königsberger Klopse, Lachsforelle oder vegetarisches Hoppel Poppel.
Als Dessert Berliner Luft (Zitronencreme), Mini-Pfannkuchen, Obstsalat, Rote und grüne Grütze, Apfelkuchen und Käse.

Meine Tops: die Currywurst in einem kleinen Glas, der Shrimps-Cocktailsalat (zum Reinlegen), die Kartoffelsuppe, die Klopse, die Lachsforelle.

Und wir haben dazugelernt: Hoppel Poppel. Ich habe den Begriff schon mal gehört, aber dass sich dahinter ein schlichtes Bauernfrühstück verbirgt, hätte ich so nicht gedacht.
Am Ende waren wir seeeehr satt. Nach drei Stunden ging es mit dem Fahrstuhl wieder nach unten. Vielleicht kehren wir im November oder Dezember noch mal zurück – zum Advents- und Weihnachtsbuffet.

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RIP Potsdamer Platz

Montag, den 3. Februar 2020
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Nach dem Kino schnell noch was essen. Bislang war das am Potsdamer Platz in Berlin gar kein Problem. Schließlich befindet sich in den Potsdamer Platz Arcaden mein Lieblings-Asia-Imbiss.
Oder: befand.

Ich hatte ja vor einiger Zeit schon mal darüber geschrieben, dass sich die Potsdamer Platz Arcaden im Niedergang befinden. Inzwischen sind sie tot.

Ich fahre mit der Rolltreppe nach oben. Asiaimbiss: weg. Ich sehe mich um. Eisladen: weg. Burger-Restaurant: weg. Ich stehe da wie angewurzelt und sage leise: Was für eine Scheiße?!
Ich fahre wieder runter, und auch dort ist fast alles leer. Nur noch am Einfang gibt es eine art Fastfood-Laden, wo mich das Fastfood aber nicht wirklich anspricht.
Ich fahre ins Kellergeschoss. Dönerladen: weg. Fischladen: weg. Bäcker: weg. Subway: weg. Im Grunde ist alles weg, ganz hinten sehe ich den Rewe-Supermarkt. Ob er noch im Betrieb ist, kann ich vom weiten nicht sehen.
Letzte Hoffnung: McDonald’s. So hatte ich mir das zwar nicht vorgestellt, ich wollte schon was Besseres essen, aber nun gut. Ich laufe raus, komme zum Laden und – McDonald’s: weg.
Mausetot sind die Arcaden.

Wie es heißt werden die Arcaden demnächst umgebaut. Die komplette obere Etage fällt weg, dafür sollen im Erdgeschoss opulente Läden entstehen – inklusive vieler Imbisse und Bistros. Es hieß aber auch, dass der Betrieb während des zwei Jahre dauernden Umbaus aufrecht erhalten bleiben soll. Ich wüsste nicht, wo das geschehen soll. Ist ja schon alles dicht.

Ich muss mir also einen Plan B überlegen. Auf Steaks habe ich keine Lust. Bei Pizza Hut ist alles voll. Aber ich weiß, dass es zwischen Potsdamer Platz und Brandenburger Tor noch einen Subway gibt. Ich laufe also los.
Auf dem Weg dorthin komme ich an einem Hot-Dog-Restaurant vorbei. Ich gehe spontan rein. Aber kennt ihr das auch, wenn man einen Laden betritt, und es flasht einen irgendwie nicht? Ich suche mir einen Platz, nehme ich Speisekarte – und stelle überrascht fest, dass sie nur auf Englisch ist. Ein bisschen Englisch kann ich ja, wenn es aber um spezielle Speisen geht, müsste ich mir erst mal die Übersetzungsmaschine auf dem Smartphone anschmeißen. Zumal man überhaupt nicht abschätzen kann, wie groß die Hot Dogs sind. Ganz billig waren die Dinger jedenfalls nicht.
Dann kommt ein Herr, die Bedienung. Er spricht mich auf Englisch an. Etwas provokativ frage ich ihn, ob er auch Deutsch spricht. Er spricht kaum Deutsch, und als er merkt, dass ich etwas ratlos auf die Karte schaue, dreht er sich um, sucht und findet eine Karte auf Deutsch. Ich sage auf Englisch, dass ich noch ein bisschen brauche.
Aber ich muss sagen, dass da schon die Luft raus war. Irgendwie war mir den Laden seltsam unsympathisch. Die Karte war unsympathisch, mit den Speisen konnte ich nichts anfangen, die Hot Dogs kamen mir überteuert vor, die kriege ich am Imbiss billiger und muss die nicht in einem Restaurant kaufen. Selbst Ketwurst gab, auch die nicht ganz billig. Dazu noch Fries-Variationen, gleichzeitig aber auch Pommes-Beilage. Ich war überfordert und sehr lustlos. Schließlich stand ich auf und ging wieder.

Weiter zum Subway. Ich lief die Straße lang und – Subway: weg. Na toll.
Allerallerletzte Hoffnung: das indische Lokal auf der anderen Straßenseite. Da waren wir auch schon mal drin. Dort gab es endlich Abendbrot. Und war auch lecker. Immerhin. Dennoch war der Abend sehr ernüchternd.
Und in Richtung Potsdamer Platz kann ich nur sagen: Macht hinne! Nicht dass auch noch das Cinemaxx den Abgang macht. Dann braucht ihr nämlich eure Arcaden auch nicht mehr zu sanieren.

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Der Boulettenkönig ist überfordert

Mittwoch, den 22. Januar 2020
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Nach dem Kinobesuch in Berlin-Tegel: Burger King oder Kentucky Fried Chicken?
Ich habe mich für ersteres entschieden, und es war eine riesige Fehlentscheidung.

Als ich ankomme, ist der Parkplatz schon ziemlich voll. Das hat mich noch nicht abgeschreckt. Ganz hinten habe ich noch einen Parkplatz gefunden, und drinnen erwartet mich bereits eine lange Schlange.
Glücklicherweise gibt es aber seit einiger Zeit die Terminals, an denen man seine Bestellung selbst eingeben kann. Erstaunlicherweise sind die nicht belegt, und erstaunlicherweise sind auch nicht alle kaputt. Ich gebe also dort meine Bestellung auf.
Und dann beginnt das Warten.

Wer zu Burger King geht, kauft entweder direkt an der Kasse, an den Terminals, am Drive In oder über Lieferando. Es gibt also in dem Laden vier verschiedene Bestellwege, und alle müssen sie bedient werden.
Das führt jedoch dazu: Keiner wird bedient, denn im Laden herrscht das blanke Chaos. Keiner hat einen Plan.
Vorn am Tresen steht eine junge Frau, die versucht, die Bestellungen abzuarbeiten. Lange schaut sie auf eine Kassenzettel. Dann läuft sie zur Warmhaltebox, sie greift sich zwei Burger und legt sie aufs Tablett. Dann muss sie erst mal durchatmen und wieder auf den Zettel schauen.
Dann geht sie nach hinten, um den anderen Mitarbeitern mitzuteilen, dass sie ja gar nicht mehr durchsehe, es sei alles total chaotisch. Danach kommt sie wieder nach vorne, um noch mal die Kassenzettel zu studieren und um mal kurz zur Warmhaltebox zu laufen und wieder zurück zu den Zetteln.

Währenddessen steht eine andere Frau daneben und ordnet auch Zettel, sie scheint nicht mehr durchzusehen. Niemand scheint da durchzusehen. In der Warmhaltebox stapeln sich die Burger, die fertig sind, aber sind noch nicht verteilt.
Davor warten alle. Die Leute direkt an der Kasse – seit zehn Minuten wird einfach niemand mehr bedient. Die Leute, die schon bestellt haben. Und die Lieferando-Leute. Es passiert: nichts.
Aber immerhin fällt der Tresen-Frau jetzt auf, dass sie ja mal die Bestellung weiterbearbeiten könnte. Sie schlendert zum Pommes-Automaten, holt eine Packung – und schaut erst mal wieder ausgiebig auf den Kassenzettel. Sie läuft dann ein bisschen hin und her, und dann fällt ihr ein, dass sie ja noch mal auf den Kassenzettel schauen könnte. Tatsächlich: Es fehlt noch ein Getränk. Das holt sie dann. Noch ein Blick auf den Kassenzettel, und sie gibt das gefüllte Tablett heraus.

So setzt sich das Schauspiel fort. Die Burger-King-Leute scheinen vollkommen überfordert zu sein, wenn es mal voller ist. Was aber nicht daran liegt, dass es voll ist. Sondern weil keiner im Laden ein Konzept hat. Alle machen sie irgendwas, und die junge Frau am Tresen weiß nicht so genau, was sie machen muss. Und alle gucken sie genervt, gelangweilt und genervt. In diesem Geschäft fehlt offenbar jemand, der mal motiviert und einen Plan davon hat, was da geschehen soll.
Die Stimmung unter den Kunden ist ebenfalls ziemlich mies. Alle beobachten sie fassungslos das Chaos hinterm Tresen. Es dauert eine geschlagene halbe Stunde, bis ich mein Essen bekomme. Von Fastfood kann man da fast gar nicht mehr sprechen.

Während ich esse, denke ich, dass ich doch mal hätte zu KFC fahren sollen. Denn das Burger-King-Phänomen ist: Man ärgert sich meistens über das Essen. Burger King ist leider die Fastfood-Kette, die in den vergangenen 30 Jahren am meisten nachgelassen hat. Vom Grillfleisch-Geschmack ist nichts mehr übrig. Die Brötchen sind meist kalt, der Rest oft labbrig. Die Pommes waren andere als sonst und waren kaum noch knusprig. Genuss ist was anderes.
Nächstes Mal geht es definitiv zum Chicken-Tempel. Da schmeckt wenigstens das Essen – selbst wenn man da auch mal länger warten muss.

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