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Ouzo!

Freitag, den 21. Juni 2019
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Die Griechen sind meist wahnsinnig spendabel. Mindestens wenn es um den Ouzo geht. Wer mal beim Griechen essen war, der wird wissen, was ich meine. Immer wieder kommt der Kellner und fragt, ob man denn noch einen Ouzo möchte.

Beim Griechen in Schwanebeck ist das ein bisschen anders. Setzt man sich an den Tisch und bestellt etwas, dann bringt auch dort der Kellner den Ouzo. In einer Karaffe. Dazu stellt er so viele Gläser an den Tisch wie Leute dransitzen. Dann kann sich jeder den Ouzo eingießen.
Den ersten trank ich mit. Dann war aber Schluss, weil ich ja fahren musste. Von uns fünf blieben dann zwei übrig, die sich um den Rest aus der Karaffe kümmerten.

Wir haben aufgegessen, die Karaffe war leer – und schon kam ungefragt Karaffe Nummer 2. Auf der Rechnung stand sie auch nicht.
Es ist ja eine nette Geste, so viel Ouzo rauszuhauen, und die Griechen müssen das Zeug am Tag ja literweise raushauen, aber irgendwie kann man es auch übertreiben. Da finde ich es schon dezenter, nach dem Bezahlen der Rechnung die Frage der Fragen gestellt zu bekommen.
Zu viel Ouzo, und nicht jeder erlebt das Ende des Abends in, nun ja, voller Aufmerksamkeit…

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aRTikel

Wechsel im Altstadtstübchen

Samstag, den 18. Mai 2019
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Die Schwestern Elfi Schwanke und Brigitte Krause arbeiten in der Kremmener Gaststätte momentan den neuen Betreiber Ali Pourkarimi ein

MAZ Oberhavel, 18.5.2019

Kremmen.
Wenn es um das Altstadtstübchen geht, dann haben die Kremmener darauf ein besonderes Augenmerk. Deshalb ging es auch wie ein Lauffeuer durch die Stadt, dass sich in der kleinen Gaststätte an der Ruppiner Straße, unweit des Marktplatzes wieder etwas Neues getan hat. Ans Fenster geklebte Zettel verkünden die Botschaft: „Elfi und Ali kochen wieder für euch.“
Bedeutet erstens: Das Betreiberpärchen, das die Gaststätte ursprünglich übernommen hatte, ist nicht mehr da. Bedeutet zweitens: Die Schwestern Gitti und Elfi sind zurück. Wobei beide betonen, dass sie nur übergangsweise da sind. „Wir helfen nur erst mal“, sagt Elfi Schwanke. Denn genau genommen hat das Altstadtstübchen nun wieder neue Betreiber.

Der 29-jährige Ali Pourkarimi leitet das Geschäft. Die Kremmener Stammbesucher der Gaststätte kennen ihn bereits, denn er arbeitete schon bei den vorherigen Betreibern längere Zeit als Koch. Ursprünglich stammt er aus dem Iran, lebte später im Asylbewerberheim in Kremmen, hat inzwischen in der Stadt eine Wohnung.

„Am 1. April saß das Betreiberpaar vor uns und sagten, sie möchten aufhören“, erzählt Elfi Schwanke. Über die genauen Gründe möchte sie sich an dieser Stelle nicht auslassen. Aber ihr und ihrer Schwester Brigitte Krause ist gleich jemand eingefallen: Ali. „Wir sind zu ihm gefahren und haben ihn gefragt. Und er wollte. Meine Schwester wollte eigentlich schließen, aber wir wollen nun Ali eine Chance geben. Und er wollte auch unbedingt.“ Er bestätigt das: „Ich habe sofort Ja gesagt“, erzählt er. Zum Team gehören auch Soodeh Arab, die vor allem hinterm Tresen steht und die Speisen austrägt, sowie Yousef Rshidi, der mitkocht. „Das ist ein richtig gutes Team“, sagt Brigitte Krause. „Ali kocht mit Leib und Seele.“ An der vor allem deutschen Speisekarte soll sich erst mal nichts ändern. „Obwohl ich ja schon mal gesagt habe: Bitte koche doch auch mal Persisch. Aber er liebt wohl die deutsche Küche“, erzählt Elfi Schwanke mit einem Lächeln.

Für Gitti und Elfi bedeutet das aber auch, dass sie nun auch erst mal wieder mit an Bord sind. „Dass sie alle reinkommen.“ Wenn sich alles eingespielt hat, wollen sich die beiden Schwestern wieder zurückziehen. „Aber ich bin wirklich dankbar, wie viel Vertrauen uns allen hier entgegengebracht wird“, sagte Elfi Schwanke.

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Vanille zuckerfrei

Freitag, den 19. April 2019
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Ich bin schon neulich im Oranienburger Filmpalast drauf gestoßen worden. Ich wollte am Tresen eine Vanille-Coke, aber die Verkäuferin wies mich darauf hin, dass sie die nur zuckerfrei habe. Und dass es die sowieso nur noch zuckerfrei gebe.
Ein bisschen angewidert, lehnte ich ab und nahm stattdessen eine normale Cola. Wenn schon Cola, dann auch mit Zucker.

Beim Einkauf im Supermarkt ist es mir dann aufgefallen, und ich staune eigentlich, dass die Sache so geräuschlos vor sich geht. Zumindest habe ich nicht wirklich etwas davon gehört: Coca Cola hat bis auf das Hauptprodukt alle Sorten auf Zuckerfrei umgestellt. Die Vanilla-Coke ist ebenso zuckerfrei wie die Cherry-Coke.
Ebenso bei der Fanta. Nur die Originalversion gibt es noch mit Zucker, alle anderen sind zuckerfrei.

Seltsam. Denn eigentlich ist das eine echte Revolution, die da vor sich geht. Dafür ist es aber auch echt ruhig. Keine Berichte, keine Proteste. Vielleicht will Coca Cola diese Nicht-PR auch, weil es den Leuten dann vielleicht erst recht auffällt.
Ich werde die zuckerfreie Coca Cola demnächst mal testen.

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Essen? Aber doch nicht mehr heute!

Mittwoch, den 10. April 2019
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Ich habe mir neulich ein ganz dolles Ding geleistet, und im Nachhein schäme ich mich sehr, dass ich dermaßen unverschämt war.
Es war ein Nachmittag um etwa 16.30 Uhr. Ich war im Büro bis dahin einfach nicht dazu gekommen, rauszugehen und mir etwas Warmes zu essen zu holen. Es wurde also höchste Zeit.
Ich lief raus, und unweit des Büros gibt es ein Geschäft, wo es warme Speisen gibt. Ich ging also in diesen Laden rein. Hinter der Theke lief eine Frau hin und her, und es sah schon sehr nach Feierabend aus.

Ich war frech, sehr frech. Ich frage die Frau, ob es denn noch was Warmes zu essen gebe. Nein, sagte die Frau, sie mache schon sauber, schließlich sei ja bald Feierabend.
Ich schaute noch mal zur Uhr, es waren noch 90 Minuten bis zur Schließung des Ladens. Die Frau sagte, sie wolle einen pünktlichen Feierabend.

Das habe ich natürlich akzeptiert. Und es war mir auch peinlich, dass ich sie so wenige Sekunden vor Schließung noch belästigt habe.
Am Ende landete ich im Sandwichladen. War auch lecker.

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Auf Spargelsuche

Dienstag, den 26. März 2019
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Kulinarisch hat der Frühling vor allem den Spargel zu bieten. Und auch wenn es Ende Juni immer schade ist, dass die Spargelzeit vorbei ist – ist es auch das Schöne daran. Dass man die weißen Stangen mehr als neun Monate lang nicht bekommt. Jedenfalls nicht frisch.
So langsam beginnt hierzulande die Spargelsaion.

Montagvormittag auf einem Spargelfeld bei Kremmen. Es sind 5 Grad, es ist windig. Eigentlich kein wirkliches Spargelwetter, aber wir sind auf der Suche nach den ersten Stangen.
Es geht um den Spargelanstich 2019, aber dazu müssen ja auch Spargel finden.
Das Feld nennt sich “Kranker Heinrich”, weil es so sandig ist, dass da kaum was wächst, außer eben der Spargel.
Ich laufe mit dem Chef des Spargelhofes die Reihen ab. Er beugt sich immer wieder runter, zieht die Folie weg, schaut kurz und… nichts. Wir laufen weiter, wieder beugt er sich runter, zieht die Folie weg und… wieder nichts.

Das erinnert mich an unsere Nachbarn. Es war in den 80ern, ich war noch ein Kind. Die Nachbarn hatten zwei Spargeldämme, und jeden Tag sind wir die abgeschritten, um den Spargel zu suchen, auszugraben und zu stechen. Ich fand das spannend, lustigerweise mochte ich allerdings den Spargel selbst nicht wirklich essen. Das kam erst mit dem Erwachsenenalter.

Anruf in der Zentrale: Wo war neulich der Spargel vom Wochenende? Wir laufen wieder weiter, er beugt sich wieder runter… und so weiter. Werden wir überhaupt Spargel finden? Immerhin ist es nach dem schönen Wochenende wieder kalt geworden, und da wächst Spargel kaum.
Aber dann: Wir finden zwei Spargelspitzen, die aus dem Damm hervorlugen.
Anstich und Foto.

In den nächsten Tagen soll die Ernte so richtig losgehen, in der kommenden Woche startet die Gastronomie. Die Vorfreude steigt!

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ORA aktuell

“Donna Rosa” öffnet in der Oranienburger Neustadt

Dienstag, den 19. März 2019
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Oranienburg bekommt am Donnerstag ein neues italienisches Lokal. “Donna Rosa” wird an der Ecke Bernauer Straße/Straße der Einheit eröffnet. Geführt wird es von Rosario Lauricella und seiner Familie.
Das Lokal bietet 46 Plätze und ist an jedem Tag geöffnet.

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Suppen im Glas und Fingerfood sind der Renner

Dienstag, den 19. Februar 2019
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Die Fleischerei Hohensee in der Kremmener Dammstraße hat sich auf den Partyservice spezialisiert – Bianka und Andreas Hendrichs leiten das Geschäft

MAZ Oberhavel, 19.2.2019

Kremmen.
Die Fliesen stammen original aus den 50ern. Die Einrichtung ist auch urig. „Wir hatten nicht das Gefühl, dass hier was Neues und Modernes reinpasst“, sagt Bianka Hendrichs. Wer in der Fleischerei Hohensee in der Kremmener Dammstraße steht, der wird rein äußerlich um Jahrzehnte zurückgeworfen. Ein Ort zum Umschauen und Wohlfühlen.

Auch wenn sie weiterhin so heißt – eine Fleischerei im bekannten Sinn ist der Laden in der Altstadt schon seit 2013 nicht mehr. Stattdessen führen Bianka Hendrichs, ihr Mann Andreas sowie ihre Eltern Barbara und Gunder Hohensee das Geschäft vor allem als Partyservice. „Die klassische Fleischerei hat sich nicht mehr gelohnt“, erzählt Bianka Hendrichs. „Wir sind ja relativ abgelegen, und eine Fleischerei braucht ein sehr großes Sortiment. Der Aufwand für eine Frischetheke ist sehr hoch“, so die 50-Jährige weiter.
Der Partyservice zog unterdessen immer mehr Kunden an. „Deshalb ist uns der Wechsel auch nicht schwergefallen. Er war ein Risiko, aber er war es wert. Wir konnten dann mehr Kundenwünsche realisieren.“ Auch wenn die Fleischerei offiziell am Sonntag und Montag ruht, „haben wir eigentlich sieben Tage pro Woche Arbeit.“ Sonntags muss schon mal Geschirr abgeholt werden, und auch am Montag sind mitunter regelmäßige Firmenkunden zu beliefern. „Wir hängen das aber nicht an die große Glocke. Wenn der Bedarf da ist, dann ist das eben so. Richtig frei haben wir nicht.“ Immerhin gönnen sie sich drei Wochen Urlaub im Jahr – im Herbst und nach Weihnachten.

Gegründet wurde die Fleischerei Hohensee 1985. Allerdings gab es auch davor schon in dem Laden eine Fleischerei. „Damals ist mein Papa hierher zum Schlachten gekommen“, erzählt Bianka Hendrichs. 2007 hat sie die Firma von den Eltern übernommen, 2009 ist auch ihr Mann Andreas miteingestiegen. Noch heute gehören Barbara und Gunder Hohensee zum Team. Vom 77-Jährigen stammen beispielsweise die hausgemachte Salami und Schinken oder die Leberwurst im Glas. „So lange Papa noch Lust und Kraft hat, macht er das“, sagt Bianka Hendrichs. „Das ist eine schöne Tradition, ich persönlich habe aber nicht die Zeit dazu, das wird es also irgendwann leider nicht mehr geben.“

Ansonsten sind die Büfetts die Spezialität der Fleischerei Hohensee. „Am beliebtesten ist das Fingerfood.“ Das gab es zum Beispiel Anfang Februar beim Kremmener Neujahrsempfang in der Stadtparkhalle. Mini-Schnitzel, Lachsspieße, Tomate-Mozarella-Spieße, kleine Bulettchen und vieles mehr. Es gibt aber auch belegte Brötchen oder Mittagessen. Sehr gefragt: Eintöpfe, Frikassee oder Rouladen im Glas. Die kann man immer noch ganz normal in der Fleischerei kaufen.

Die gebürtige Hennigsdorferin lebte lange in Velten. „Inzwischen wohnen wir aber hier in Kremmen alle zusammen.“ Eigentlich ist Bianka Hendrichs gelernte Schneiderin. Als die Eltern aber zu ihr sagten, dass sie sie brauchen, stieg sie in die Firma ein. „Man wächst da rein.“ Und sie hat Spaß an der Arbeit, sagt sie. Wenn größere Aufträge anstehen, „dann wissen wir, wen wir anrufen können. Solche Termine stehen ja oft lange vorher fest.“

Werbung macht die Familie kaum. Auch durch die Mundpropaganda haben sie sehr gut zu tun. Und gute zehn Jahre lang will Bianka Hendrichs das auch weiter machen.

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