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Das war 2006!

Sonntag, den 31. Dezember 2006
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2006 begann mit einem Abschied. In einem fünfstündigen TV-Marathon war Karl Moik in seinem letzten “Silvesterstadl” zu sehen. Und verausgabte sich bis zum Zusammenbruch kurz nach Ende der Show. 

Ein Jahr der TV-Schnellschüsse und Flops geht zu Ende. Läuft eine Telenovela mal ganz gut, schieben die Sender drei weitere hinterher. Und scheitern damit kläglich. Die Liste der Flops: “Lotta in Love” (ProSieben), “Schmetterlinge im Bauch” (Sat.1) und “Tessa” (ZDF). Die Telenovelas, die gut laufen, finden dagegen kein Ende.

Die jungen Damen bei Heidi Klums “Germany’s Next Topmodel” (ProSieben) werden von der Jury blöd angemacht: Sie seien zu dick. Obwohl weit und breit kein Fettpölsterchen zu sehen ist. Wohin wohl der Schlankheitswahn noch führt?
Die Fußball-Bundesliga läuft seit Herbst nicht mehr bei Premiere. Neu im Fernsehzirkus: Arena. Premiere darf das Ganze nur noch im Internetfernsehen ausstrahlen. Doch die Technik gibt’s noch nicht her, die Zahl der Abonnenten am ersten Spieltag ist – sagen wir mal so – überschaubar: 43. 

Noch mehr Fußball: WM in Deutschland. Beim Halbfinale Deutschland – Italien 29,66 Millionen Zuschauer allein zu Hause vor den Fernsehern – und rund 15 Millionen beim Public Viewing. Wahnsinn!
Alles wird teurer. Auch das Fernsehen? Die Privatsender wollen ihr digitales Signal über den Astra-Satelliten verschlüsseln. Und dafür von den Zuschauern 3,50 Euro monatlich. Für Soaps, Boulevardtrash, Gewinnspielabzocke und Reklame. Aufruhr bei Fernsehvolk und Politik. Das Verschlüsselungsvorhaben ist inzwischen verschoben – aber sicher noch nicht aufgehoben.

Nach acht Jahren Gefangenschaft in einem Keller gelingt der inzwischen 18-jährigen Natascha Kampusch die Flucht. Die Mediensensation. Bei RTL läuft ein großes Interview mit ihr. Die Nation staunt.

Heftige Diskussionen um eine Zeichentrickserie bei MTV. Noch bevor die erste Folge von “Popetown” lief, wurde darüber gestritten, ob man sich über Kirche und Papst lustig machen darf. Mal abgesehen davon, dass die Frage nicht wirklich mit Nein beantworten werden kann, war es die Serie eigentlich nicht wert, darüber zu streiten.

Schock für Schlager-Fans. Lordi aus Finnland gewinnen den Eurovision Song Contest 2006. Schockrock. Masken. Schminke. Harter Rock. Was ist nur aus dem Grand Prix geworden? Die Finnen freut’s: Sie gewinnen erstmals.
Premiere setzt nach 13 Jahren seine tägliche TV-Schnipselparade “Zapping” ab. RTL schließt seinen “Abschnitt 40”. “Vera am Mittag” ist auch Geschichte. ProSieben hat gleich haufenweise Pech mit neuen US-Serien. Absetzungen am laufenden Band. Ulrich Wickert wünschte in den “Tagesthemen” letztmals eine geruhsame Nacht.

Und sie verließen uns für immer: Der große Rudi Carrell, Marge-Simpson-Stimme Elisabeth Volkmann, Drafi Deutscher, “Else Kling” Annemarie Wendl.
Und sonst? Axel Schulz blamierte sich beim Comeback, Boxmoderator René Hießen kündigtze vor laufenden UDF-Kameras seinen Job. MTV schmiss Sarah Kuttner raus.

Wir werden sie aber sicherlich auch 2007 wiedersehen. Irgendwie. Irgendwo. Irgendwann…

Rutscht gut rüber!

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Bundesliga – Die Konferenz

Samstag, den 12. August 2006
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SA 12.08.2006, 15.00 Uhr, Sat.1

Okay, für die holprigen Übergänge von der Werbung zur Sendung – dafür konnte Arena, der neue Fußballsender, nichts. Denn im Gegensatz zu Sat.1, wo nur heute ausnahmsweise die Bundesliga-Konferenz zu sehen war, gibt es auf Arena wohl kaum Werbung.
Aber trotzdem war es lustig, als Oli Welke bei Sat.1 dann meinte: “Wir warten noch auf die Zuschauer von Sat.1!”
Ärgerlich: Wie es denn bei den Spielen genau steht, ist sehr schlecht zu erkennen. Die weißen Miniziffern auf rotem Grund sind extrem klein (und hässlich) – und dabei ist mein Bildschirm nicht winzig! Überhaupt sind alle Einblendungen (auch wegen des 16:9-Formats) sehr klein. Wer das programmiert hat, saß wohl mit der Nase vor seinem PC-Bildschirm. Und nur, damit auch den 4:3-Sehern das Bundesliga-Logo nicht entgeht, es aus dem rechten unteren Rand weiter nach links in die Mitte zu schieben, bringt auch nicht gerade einen Sehgenuss.
Dem Kommentator des Stuttgart-Spiels hätte auch mal jemand Bescheid sagen können, dass er nicht mehr fürs Radio da ist. Bisher war Günther Koch immer in der ARD-Bundesliga-Konferenz im Radio zu hören. Jetzt, im Fernsehen, können wir das Geschehen mit eigenen Augen verfolgen und Günther Koch kann sich entsprechend mal ein wenig zurücknehmen.
Warum den Sat.1-Zuschauern dann das Fazit der Übertragung verwehrt wurde, ist fraglich. Am Ende gab es nicht mal eine Übersicht, wie denn nun die Endstände in den Stadien waren, von einer aktuellen Tabelle mal ganz zu schweigen.
Aber vielleicht wollte man für die gute alte “Sportschau” noch was übrig lassen.
Das war meine wohl letzte Bundesliga-Konferenz. Im Fernsehen zumindest. Denn abonnieren werde ich Arena trotzdem nicht. Ich werde das ganze weiter in der ARD-Bundesliga-Konferenz auf RadioEins verfolgen.

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Mega\Vision

Montag, den 31. Juli 2006
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“Wir sind gleich wieder für Sie da” heißt es auf einer Hinweistafel, die auf Mega\Vision zu sehen ist. Dabei sollte allerdings die Frage gestattet sein: Was bedeutet “gleich”? In wenigen Minuten? In ein paar Stunden? Tagen? Wochen? Monate? Diese Tafel ist nämlich bereits seit dem 1. Mai dort zu sehen.
Mega\Vision hieß bis 31. März noch Arena. Den neuen Namen legten sich die Macher zu, weil es ja bald diesen Fußballsender gibt. Am 1. April hieß es Projekt also Mega\Vision, was zuerst für einen Mega\Aprilscherz gehalten wurde.
Mega\Vision klingt nach Hollywood. Blockbuster, Topserien. Aber nein, Mega\Vision war ein billiger Versteigerungssender. Nix mit Mega. Am Ende litt der sender unter Mega\Geldschwund, so dass schon 9live-mäßige Telefongewinnspiele auf Sendung gingen. Hat aber alles mega\wenig gebracht. Nach nur einem Monat war Mega\Vision mega\insolvent.
Bleibt nur zu hoffen, dass nicht der eine oder andere Mega\Fan des Senders mega\verhungert ist, nur weil er denkt, “gleich” bedeutet – ja, “gleich” eben. Und nicht nie wieder.

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