Tagesarchiv für 21. April 2022

ORA aktuell

Oranienburger Stadtwerke erhöhen Strompreise

Donnerstag, den 21. April 2022
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Die Oranienburger Stadtwerke erhöhen zum 1. Juni die Preise für Strom. Das teilte Unternehmen in dieser Woche per Post seinen Kunden mit.
Während der Grundpreis mit 78 Euro pro Jahr gleich bleibe, erhöhe sich der Arbeitspreis von 31,9 Cent pro Kilowattstunde auf 36,75 Cent. Das ist eine Erhöhung um etwas mehr als 8 Prozent.

Begründet wird die Erhöhung mit den gestiegenen Großhandelspreisen für Strom. Zusätzlich verschärft werde die Lage durch den Ukraine-Krieg.
Zwei Jahre lang habe man den Preis stabil halten können.

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RTelenovela

Föhr (4): Mit der Hand

Donnerstag, den 21. April 2022
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(3) -> 20.4.2022

Wenn man auf Föhr ist und man abends essen gehen will, dann sollte man am besten einen Tisch vorbestellen. Vor allem wir, da wir ja immer zu sechst unterwegs waren.
Diesmal hatten wir einen Tisch in einer Fischgaststätte in Wyk angemeldet. Und Fisch ist ja immer was Gutes.

Wir waren auch rechtzeitig dort, doch als wir in den Laden reinkamen, stieß es uns schon ein merkwürdiger Geruch in die Nase – wie in einer Imbissbude. In der Mitte des Raumes stand ein großer, freier Tisch. Eine Frau wischte ihn gerade ab, und ein Mann sagte, wir sollten uns erst mal da hinsetzen. Ob wir da nun endgültig sitzen sollten oder ob wir uns dann demnächst noch mal umsetzen sollten – man hat es uns nicht mitgeteilt. So richtig willkommen fühlten wir uns jedenfalls nicht.

Dafür hatten wir einen guten Blick in die Küche. Denn direkt vor uns war die Durchreiche, wo der Koch gerade zwei Teller vor sich zu stehen hatte. Von einem Teller schob er gerade irgendwas runter. Mit bloßen Händen. Im Anschluss fummelte er die Kartoffeln zurecht. Auch mit bloßen Händen.
Das sah sehr, nun ja, jedenfalls nicht so appetitlich aus, wie der Typ da im Essen rummantschte und es dann rausgab. Wir waren bedient, obwohl uns noch keiner bedient hat. Wir zogen es vor, wieder zu gehen.
Nun will man natürlich nie wissen, welche Gegebenheiten so in Restaurantküchen herrschen, aber in besseren Lokalen erwarte ich da schon noch mehr als in irgendwelchen Imbissen.

Wir haben dann in der Wyker Innenstadt sehr gut gegessen – und es eigentlich auch überhaupt nicht bereut, in der Fischpinte verzichtet zu haben.

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RTZapper

Xavier Naidoo: #OneLove

Donnerstag, den 21. April 2022
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DI 19.04.2022 | Youtube

Weil in der Ukraine Krieg herrscht, glaubt Xavier Naidoo nicht mehr, dass die Erde eine Scheibe ist. Und es tut ihm auch total Leid, einen solchen Quatsch verbreitet zu haben. Wegen des Krieges. Und deshalb will er auch keine Hetze mehr gegen Juden verbreiten. Und weil jetzt in der Ukraine Krieg herrscht, will er auch nicht mehr vom besetzten deutschen Staat sprechen, der gar keine Demokratie sei.

Es ist die wohl überraschendste Auswirkung des Ukraine-Krieges auf Deutschland: Xavier Naidoo will kein Hetzer mehr sein. Xavier Naidoo will kein Antisemit mehr sein. Und irgendwie war das alles ja sowieso nur ein unangenehmes Missverständnis. Kann ja mal passieren.

Am Dienstag stellte Xavier Naidoo auf Youtube und dann auch auf Instagram ein etwas mehr als dreiminütiges Video mit dem Hashtag “#OneLove” online, in dem er erklärte, dass er sich in einer Blase befunden habe – und er wolle sich entschuldigen.
Was ihn denn letztlich dazu bewogen hat, dass das, was er in den vergangenen beiden Jahren von sich gegeben hat, falsch war, bleibt jedoch unklar.
Er berichtete, dass er familiär persönlich vom Ukraine-Krieg betroffen sei, er musste Menschen von dort zu sich holen. Und da hätten ihn auch Freunde und Verwandte darauf angesprochen, was er denn in letzter Zeit so gesagt habe.

Es sei ihm nun wichtig, zu sagen, dass er sich von allem Extremen distanziere, insbesondere von rechten und verschwörerischen Gruppen. Alle, die ihn kennen würden, wüssten, wofür er einstehe.
Scheinbar haben ihn in den vergangenen Jahren nur wenige gekannt. Denn auch Freunde haben sich von ihm distanziert, und wenn es nach Xavier geht, dann haben die ihn wohl nicht gekannt.
Dann haben die wohl seine homophoben Äußerungen auch irgendwie falsch verstanden. Und seine rassistischen Äußerungen. Und seine menschenverachtenden Äußerungen. Alles falsch verstanden. Blöde Sache, das. Das arme Hascherl wurde in den vergangenen Jahren einfach falsch verstanden.
Aber, Xavier Naidoo, vielleicht haben Sie sich ja auch einfach nur, ähm, komisch ausgedrückt? Hat man Sie gezwungen, sich antidemokratisch zu äußern. Hat man Sie gezwungen, Verschwörungsphantasien breitzutreten? Hat man Sie gezwungen, gefährlichen Unsinn als Wahrheiten zu verkaufen?

Warum sich Xavier Naidoo im Video glatt rasiert, schick gekleidet und lieb dreinschauend reinwaschen will, bleibt im Dunkeln. Seinen Text scheint er vorher sich akribisch überlegt zu haben, vielleicht hat er ihn irgendwo abgelesen. Vielleicht hatte er anwaltliche oder andere Hilfe dabei. Man weiß es nicht. Vielleicht ist er auch schlicht pleite, und vielleicht will er endlich – wo es nach der Coronazeit wieder geht – auf die Bühne. Da muss man sich eben mal entschuldigen. Welche Äußerungen, welche Widerlich- und Widerwärtigkeiten er aber zurücknehmen will – das sagt er nicht.

Xavier Naidoos Statement vom Dienstag ist auf atemberaubende Weise unglaubwürdig. Er hat in den vergangenen Jahren nicht nur eben mal was dahingesagt. Naidoo gehörte in den vergangenen beiden Jahren zu den größten Hetzern im Netz mit mitunter menschenverachtenden, verfassungsfeindlichen, antidemokratischen und rechtsradikalen Äußerungen. Da reicht keine abgelesene Entschuldigung.
Der Typ ist durch.

-> Das Video auf Youtube

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