Tagesarchiv für 19. April 2022

RTZapper

Krauses Umzug

Dienstag, den 19. April 2022
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MO 18.04.2022 | 15.20 Uhr | Das Erste

Was haben wir uns früher immer auf das Feiertagsprogramm der Fernsehsender gefreut. Es gab Zeiten, da haben sich die Sender ordentlich ins Zeug gelegt, um gerade an diesen Tagen ordentlich was aufzufahren.
Heute haben die Streamingdienste vielfach dem linearen Fernsehen den Rang abgelaufen. Allerdings wirkt es auch immer öfter, dass das Fernsehen weitgehend aufgegeben hat.
Ostern zum Beispiel, im Ersten.

Am Ostermontagnachmittag lief die Wiederholung des Fernsehfilms “Krauses Umzug”. Der Brandenburger Dorfpolizist Horst Krause macht mal wieder schrullige Sachen, die für großes Schenkelklopfen sorgen. Ich weiß nicht genau, bei wem, aber irgendwer wird das schon lustig finden.
Der Film steht exemplarisch für das Osterprogramm des Ersten, das in allererster Linie ein Sparprogramm war. Das Tagesprogramm bestand von Karfreitag bis Ostermontag überwiegend aus Wiederholungen von ollen Kamellen aus dem eigenen Bestand. Alte Märchen, alte Liebesdramen, alte Melodramen, alte Komödien – und am Sonntagabend sogar ein alter Tatort. Nur am späten Abend und in der Nacht mal vereinzelte Spielfilme – aber auch Wiederholungen. Einzige Spielfilm-Ausnahme: die Free-TV-Premiere eine Ostwind-Films am Karfreitagnachmittag.

Es ist ein Trauerspiel, weil das Programm die Lust- und Ideenlosigkeit zeigt. Keine besonderen oder gar neuen Spielfilme. Keine neuen Dokus. Selbst am Sonntag zur Primetime zeigte man lieber einen alten Tatort statt mal eine Filmpremiere. Am Sonnabend war immerhin ein Quiz im Programm.

Das Erste hat insbesondere beim jüngeren Publikum das Feld kampflos an Netflix und Co. abgegeben, und das ist nichts anderes als ein Armutszeugnis.

Hits: 189

RT im Kino

Eingeschlossene Gesellschaft

Dienstag, den 19. April 2022

An einem Freitagnachmittag, nach 14.30 Uhr, ist am Gymnasium eigentlich nicht mehr viel los. Im Lehrerzimmer bereitet man sich schon auf das Wochenende vor, als es an der Tür klopft. Manfred Prohaska (Thorsten Merten) ist der Vater von Fabian (Nick Julius Schuck) und sehr aufgebracht. Sein Sohn soll nicht zum Abitur zugelassen werden – wegen eines einzigen Punktes, der ihm bei den Zensuren fehlt. Darüber will er jetzt, genau jetzt, mit dem Lehrer Klaus Engelhardt (Justus von Dohnányi) reden.
Doch Engelhardt, streng und konservativ, besteht auf die vergebene Note. Prohaska will, dass die im Lehrerzimmer befindlichen Kollegen über die Note reden – und einen Punkt mehr geben. Er hat eine Waffe dabei und den Raum verschlossen.
Und nun sitzen sie da. Neben Engelhardt der Sportlehrer Peter Mertens (Florian David Fitz), der strenge Lehrerin Heidi Lohmann (Anke Engelke), Lehrer Holger Arndt (Thomas Loibl), der Chemielehrer-Nerd Bernd Vogel (Torben Kessler) und die übermotivierte Referendarin Sara Schuster (Nilam Farooq).
Warum diese Note? Was ist schief gelaufen? Und gleichzeitig kommt so einiges über die Kollegen selbst ans Licht. Jeder von ihnen hat Dreck am Stecken.

Es handelt sich um eine “Eingeschlossene Gesellschaft”, und so heißt auch der Film von Sönke Wortmann nach dem Hörspiel und Drehbuch von Jan Weiler.
Das Lehrerzimmer verwandelt sich in einen Versammlungsraum, denn die sechs Leute müssen sich nun beraten. Wobei der konservative Engelhardt keine Lust darauf hat – und stattdessen kommen nun nach und nach die Verfehlungen der Lehrerschaft selbst ans Licht. Vom Sportlehrer bis zum Chemie-Nerd, alle tun sie moralisch, aber dann kommt es doch ganz anders.
Einmal mehr hat Wortmann einen spannenden Ensemblefilm geschaffen, in dem es um Beziehungen geht, um moderne und konservative Lehrmethoden, um Machtverhältnisse und um die Dinge des Lebens.
Da wirken allerdings die Szenen auf dem Polizeirevier, als der Anruf wegen der Geiselnahme dort ankommt, ein wenig wie ein Fremdkörper. Diese zwischenzeitlichen Ausflüge raus aus dem Lehrerzimmer wären nicht nötig gewesen.

-> Trailer auf Youtube

Eingeschlossene Gesellschaft
D 2021, Regie: Sönke Wortmann
Sony, 101 Minuten, ab 12
8/10

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RTelenovela

Föhr (2): In zwei Stunden quer über die Insel

Dienstag, den 19. April 2022
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(1) -> 18.4.2022

Der große Anhänger wird von einem Traktor gezogen. Direkt am Hafen in Wyk auf Föhr beginnt die Inselrundfahrt. In zwei Stunden kreuz und quer über die Insel Föhr. Na ja – kreuz und quer ist ein bisschen übertrieben, denn die Orte auf der Insel ziehen sich wie eine Perlenkette einmal entlang einer nördlichen Straße und an einer südliche Straße entlang.

Während wir über die Insel tuckern, gibt es tatsächlich sehr viele interessante Dinge über Föhr zu erfahren. Föhr besteht aus 16 Dörfern in elf Gemeinden.
Oevenum zum Beispiel. Dort wird uns erklärt, dass viele der Dörfer eine Feuerwehr haben, und gegenüber befindet sich die Dorfgaststätte. So ist das auch in diesem Dorf, das flächenmäßig das Größte ist.
Wir fahren auch in die Berge. Wobei das natürlich relativ zu sehen ist, denn die höchste Erhebung auf Föhr beträgt gerade mal 13 Meter. Da könnte man in der dünnen Höhenluft schon mal Atemprobleme bekommen.

Bei Dunsum legen wir einen Zwischenstopp am Nordsee-Deich ein. Vom Deich aus können wir die Inseln Sylt und Amrum sehen. Wir erfahren, dass wir zu bestimmten Zeiten auch nach Amrum laufen können, wenn Ebbe herrsche. Es gebe entsprechende Wattwanderungen.
Später erfahren wir noch, welche reichen Menschen ihre Grundstücke auf Föhr haben, dass Friede Springer dort geboren worden war. Wir fahren durch Nieblum, und es ist klar, dass wir das Örtchen noch mal separat besuchen werden. Es gibt dort schöne Läden, eine große Kirche – und wohl die einzige Tankstelle auf der Insel.

Die Fahrt führt über die Traumstraße von Föhr. Das ist allerdings nicht nur so dahingesagt – die Strecke heißt wirklich so. Wie unser Fahrer berichtete, gebe es auf der Strecke den besten Blick auf die See, die Halligen und auf Amrum.
Zurück in Wyk bekommen wir noch eine exklusive Hafenrundfahrt – heißt in diesem Fall einmal auf dem Parkplatz im Hafen wenden.
Ganz klar: Hat man diese Rundfahrt einmal gemacht, hat man schon mal eine sehr gute Grundlage für die weiteren Tage auf Föhr. Insofern: unbedingte Empfehlung!

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