Tagesarchiv für 27. Dezember 2021

RT im Kino

Himmel über dem Camino – Der Jakobsweg ist Leben

Montag, den 27. Dezember 2021

Spätestens seit Hape Kerkeling 2001 auf dem Jakobsweg gepilgert ist, ist die Wanderroute auch in Deutschland zu großer Bekanntheit gekommen. Immer wieder gibt es Bücher und Doku darüber, wie Menschen diesen Weg gelaufen sind und was sie dort erlebt haben.

In der Doku “Himmel über dem Camino” wird die Reise von sechs Menschen aus Neuseeland und Australien auf dem Jakobsweg gezeigt.
Sie laufen nach Santiago de Compostela und haben alle ihre eigenen Probleme. Eine ältere Dame kämpft mit ihren Gebrechlichkeiten, die scheinbar von Kilometer zu Kilometer größer werden. Andere müssen sich mit Verlusten und Ängsten auseinandersetzen.

Die Regisseure Noel Smyth und Fergus Grady aus Neuseeland begleiten die Pilger Julie Zarifeh, Susan Morris, Terry, Mark Thomson, Claude Tranchant und Cheryl Stone auf ihrer Reise. Leider sind die Bilder an vielen Stellen seltsam verwackelt, manchmal wirkt es, als seien mindestens Teile des Film mit dem Smartphone in der Hand aufgenommen worden. Das gibt dem Ganzen eine unnötige Unruhe, nicht immer sind Wackelbilder dynamisch.
Wirklich berührend ist die Geschichte der älteren Dame. Ansonsten hat der Film leider nicht so viel Neues zu erzählen, und das Faszinierende des Weges kommt leider auch nur selten rüber. So einen Weg mit so vielen Protagonisten kann man in nur 80 Minuten auch kaum erzählen…

-> Trailer auf Youtube

Himmel über dem Camino – Der Jakobsweg ist Leben
Neuseeland 2019, Regie: Noel Smyth, Fergus Grady
Ascot Elite, 80 Minuten, ab 0
5/10

Hits: 180

RTZapper

Legenden: Rosenstolz

Montag, den 27. Dezember 2021
Tags: ,

SO 26.12.2021 | 21.50 Uhr | mdr-Fernsehen

Ich geh auf Glas.
Schlampenfieber.
Die Schlampen sind müde.
Herzensschöner.
Das sind Songs, die zwischen 1992 und 1998 veröffentlich worden sind. Songs voller Poesie, voller Liebe und Tragik. Lieder, die unter die Haut gehen, und Lieder die an die Jugend erinnern.
Rosenstolz war ein wichtiger Bestandteil dieser Jugend. Lange her.

Der mdr erinnerte am 2. Weihnachtsfeiertag an die Band Rosenstolz. An die Band, dessen Konzert im Berliner Tempodrom (damals noch am anderen Standort) mein erstes war, das ich ohne Eltern und mit Freunden besucht habe. Wenn man diese Songs lange nicht gehört hat, dann kommt bei den Erinnerungen Gänsehaut auf. Und man fragt sich, warum das eigentlich alles zerbrochen ist.

In der Reihe “Legenden” zeichnete der mdr die Karriere von Anna R. und Peter Plate nach, die zunächst einige Jahre um die Aufmerksamkeit kämpfen mussten, die sie verdient hatten. Erst nach und nach stellten sich kleinere Erfolge ein, und der Durchbruch kam 1998, als Rosenstolz beim deutschen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest teilnahm und sich nur Guildo Horn geschlagen geben musste. Es folgten Auftritte in der ZDF-Hitparade, und die Touren wurden immer größer.

Das alles noch mal vor Augen geführt zu bekommen, ist extrem interessant. Denn erstaunlicherweise ist die Band-Geschichte von Rosenstolz so umfassend noch nie erzählt worden. In der ARD-Mediathek gibt es eine noch etwas längere Fassung der Doku.

Aber warum trennte sich Rosenstolz eigentlich? Lange dachte ich, dass Anna R. die Band gesprengt und verlassen hatte. Aber die Doku erzählt auch davon, wie der Erfolg Peter Plate am Ende auch krank machte. Irgendwann brach er psychisch und körperlich zusammen – nichts ging mehr.
Als Anna und Peter später noch mal für ein Album zusammenkamen, da merkte insbesondere Anna, dass es nicht mehr dasselbe war, und beide beschlossen, das Projekt auf Eis zu legen. Vielleicht gibt es ja im Alter noch ein Comeback.
Zum ersten Mal wurde diese Geschichte in einer Doku so ausführlich dargestellt, und das war gut so, denn sie stellte einiges richtig, beendete so manche falsche Legende.

Heute ist Peter Plate ein überaus erfolgreicher Songschreiber – für andere Musiker, Filme und Musicals. Anna R. hat es schwerer, die singt zwar gerade bei Silly, aber ihre Stimme ist so prägnant, so Rosenstolz, dass alles, was sie macht, daran erinnert. Was einerseits gut ist, andererseits es aber für Fans schwierig macht, sich neuem zu öffnen.

Die “Legenden”-Doku ist auch deshalb so sehenswert, weil man nach mehr als 20 Jahren noch mal einen musikalischen Blick in die eigene Vergangenheit werfen kann. Wo man allerdings auch entsetzt feststellt, wie lange das alles schon her ist…

-> Die Doku (in der Serien-Version) in der ARD-Mediathek (bis 8. Dezember 2022)

Hits: 198

RTZapper

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

Montag, den 27. Dezember 2021
Tags: ,

SA 25.12.2021 | Amazon Prime Video

Hui, da war Social-Media-Deutschland aber mal wieder hochgradig empört! Als die Meldung kam, dass in Norwegen ein Remake von “Drei Haselnüsse für Aschenbrödel” fürs Kino entstehen sollte, da fragte man sich hierzulande, ob das wirklich nötig sei – und man lieferte auch gleich die Antwort mit: Nein!
In Deutschland ist die DDR/CSSR-Co-Produktion von 1973 seit etwa 20 Jahren Kult und wird im Advent und zu Weihnachten rauf und runter gesendet. Inzwischen also quasi ein Nationalheiligtum. In Tschechien ist der Film bei weitem nicht so berühmt wie in Deutschland.

Auf Amazon Prime Video ist nun die neue Version aus Norwegen zu sehen – und um das gleich mal vorweg zu nehmen: Man sollte nicht erwarten, dass der alte Film einfach noch mal nachgedreht worden ist. Was diesem Film einfach nur gut tun kann, wenn er natürlich auch nicht vordergründig für den deutschen Markt hergestellt worden ist.

Bei einem Ausritt trifft das Aschenbrödel auf einen Prinzen und seine Jagdfreunde. Die sind beeindruckt, weil die junge Frau beim Jagen so treffsicher ist. Auf einem Ball will sich der Prinz bald eine Frau aussuchen.
Vom Diener ihrer Stiefmutter bekommt Aschenbrödel ein Vogelnest mit drei Haselnüssen geschenkt – und bald wird klar, dass es sich um magische Haselnüsse handelt.
Tatsächlich schafft es Aschenbrödel auf den Ball des Prinzen – aber wird sie ihn auch bekommen?

Nun ja. Diese Frage ist schon ein bisschen albern, da die Geschichte ja eh bekannt ist. Dennoch haben die Norweger einen eigenen Film draus gemacht, in einem eigenen Stil, mit eigenen Schwerpunkten.
So wirkt alles ein bisschen opulenter, auch die Filmmusik. Die Stiefmutter ist noch ein bisschen böser als im Original, während das Aschenbrödel etwas braver, aber durchaus noch selbstbewusster ist. Während der Prinz sensibler daherkommt wie der von 1973. Und am Ende verlieben sich nicht nur die beiden, sondern – ganz am Rand – gibt es da noch eine überraschende Liaison.
Hardcore-Fans werden die 2021-er Version ziemlich sicher nicht mögen – dabei ist diese Version “Drei Haselnüsse für Aschenbrödel” ein wirklich charmanter, moderner Märchenfilm.

-> Der Film bei Amazon

Hits: 207