Tagesarchiv für 5. März 2021

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Die Stille am Stechlinsee

Freitag, den 5. März 2021
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Wer nach Neuglobsow, im Norden des Landkreises Oberhavel, kommt, der merkt schnell: Dies ist ein touristischer Ort. Bekannt ist Neuglobsow für den Stechlinsee mit der besondere Tiefe, er ist besonders sauber, aber auch besonders kalt. Ich war erst einmal am Stechlinsse, und das ist sicher schon gute 20 Jahre her. Ob wir da in Neuglobsow waren, kann ich nicht mal mehr sagen.

Man kommt nur bis zum Stechlinseecenter, dort befindet sich der letzte Parkplatz vor dem See. Für einen Euro pro Stunde kann man dort parken.
Pandemiebedingt ist im Ort wenig los. Und das obwohl dieser Dienstag sonnig und angenehm warm ist. In dem kleinen Center ist ein Laden, in dem regionale Produkte verkauft werden. Ob er geöffnet ist, sieht man nicht – es ist keiner da.

Ich laufe weiter durch den kleinen Ort. Rechts und links der schmalen Straße befinden sich schöne, alte Häuser, eine Gaststätte, ein Glasmachermuseum. Vor einer der Gaststätten ist ein Verkaufstisch aufgebaut, man kann ein bisschen was mitnehmen. Eis, einen Kaffee – und, deshalb werde ich aufmerksam: Kalten Hund. Ich bestelle ihn einmal für 2,50 Euro und bekomme dafür gleich zwei Stück. Damit habe ich nicht gerechnet, und fast ist’s mir auch zu viel. Aber er ist sehr lecker. Hin und wieder bleibt jemand dort stehen, die Verkäuferin kennt so ziemlich alle.

Zum See ist es nicht mehr weit. Es geht an einem Spielplatz vorbei. Der Strand des Stechlinsees ist eine schöne Badewiese. Überall sind auch kleine Bänke, ein schöner Ort zum Verweilen.
Und: Es ist ganz ruhig. Kein Verkehrslärm – wo sollte der auch herkommen? Nur ein bisschen Rauschen vom Wind, ein paar Vögel – und in der Ferne Seniorinnen, die sich unterhalten. Es ist so still, dass ich selbst aus der Ferne alles mitbekomme.

Auch zwei Wochen nach der Kälte ist ein Teil des Sees immer noch zugefroren, zumindest eine sehr dünne Eisschicht ist noch zu sehen. Still ruht er, der See. Man entspannt sofort, weil alles so unglaublich friedlich ist. Und hätte ich ein Buch dabei gehabt, hätte ich dort wahrscheinlich ewig dort sitzen bleiben können.

Auf dem Rückweg fragte die Frau am Restaurant, ob denn der Kalte Hund geschmeckt hat – ja, sehr, antworte ich. Ich spaziere zum Auto zurück und verlasse diesen Ort der friedlichen Stille. Ob es im Sommer dort auch so ruhig ist?

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