Tagesarchiv für 22. Dezember 2020

RT im Kino

Sorry, we missed you

Dienstag, den 22. Dezember 2020

Eigentlich passt der Film genau in die Zeit vor Weihnachten. Nicht, weil dieser Film zur Weihnachtszeit spielt. Sondern weil er ein Problem zeigt, dessen wir uns gerade jetzt mal wieder bewusst machen sollten: Die Situation der Menschen, die Pakete ausfahren.

Ihnen fehlt Geld. Es reicht hinten und vorne nicht. Ricky Turner (Kris Hitchen) arbeitet in Newcastle als Paketbote. Seine Frau Abbie (Debbie Honeywood) ist Altenpflegerin. Beide Jobs sind unsicher, ihre Verträge sind mies. Es kann jederzeit zu Ende sein. Ab und zu hat Ricky Nebenjobs – wenn die Zeit dafür ist.
Sie müssen dann auch noch das Auto verkaufen, obwohl Abbie es bräuchte. Aber Ricky muss sich einen Lieferwagen mieten, damit er seinen Job weitermachen kann. Das ist teuer, und der Job wird zunehmend nervenzehrender.
Darunter beginnt auch mehr und mehr die Familie zu leiden, sein Sohn Seb (Rhys Stone) lehnt sich gegen die Situation auf. Die Lage scheint zu eskalieren.

Regisseur Ken Loach gibt in seinem Film “Sorry, we missed you” wieder einen Einblick in die britische Arbeiterschicht. Und der geht zunehmend an die Nieren. Fast schon hilflos muss man als Zuschauer mitansehen, wie die Familie immer weiter in den Sumpf aus Depression und Ärger schlittert.
Kommt der Film anfangs noch sehr spröde rüber, geht es dann doch drunter und drüber. Der Sohn rebelliert, und Ricky verzweifelt zusehends. Und die Frage ist, ob die Familie das alles aushält oder auseinanderbricht?
Ken Loach macht das alles ohne Pathos – hier und da wäre etwas mehr Pathos sogar ganz gut -, geradezu ungeschminkt, in jeglicher Hinsicht, zeigt er das Geschehen.

-> Trailer auf Youtube

Sorry, we missed you
GB 2018, Regie: Ken Loach
NFP, 101 Minuten, ab 12
6/10

Hits: 238

RTZapper

Fest & flauschig – Weihnachten zu Hause

Dienstag, den 22. Dezember 2020
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SA 19.12.2020 | 19.00 Uhr | Spotify

In der Coronakrise des Jahres 2020 waren diese beiden das absolute Dreamteam: Olli Schulz und Jan Böhmermann. Mit ihrem Podcast “Fest & flauschig” sind sie zwar schon seit einigen Jahren bei Spotify auf Sendung, und insgesamt machen sie die Sendung schon seit 2012 – anfangs bei radioeins -, aber in diesem Jahr liefen sie zur Hochform auf und vertrieben bei vielen Menschen sicherlich so manche Pandemie-Depression.

Am Sonnabendabend gab es mit dem Special “Weihnachten zu Hause” eine Premiere: Erstmals live und erstmals im Videostream. Da der inzwischen traditionelle “Weihnachtszirkus” aus bekannten Gründen ausfallen musste, trafen sie sich in einem Studio, das sich offenbar in einem Hotelzimmer des Waldorf-Astoria – mit Blick auf den Europacenter-Mercedesstern – befand und holten sich die Gäste per Videostream dazu.
Christian Drosten war dabei, und die drei redeten über das vergangene Jahr und darüber, ab wann man denn eventuell 2021 mit Konzerten planen könnte. Mit Ina Müller und Tim Meltzer quizzten sie – und zwischendurch gab es ‘ne Currywurst.

Die Sendung war der Abschluss eines aufregenden Jahres. Schon früh 2020 beschlossen die beiden, dass sie nicht nur am Sonntag eine Ausgabe raushauen, sondern eine kürzere auch am Mittwoch.
Die kam gerade recht, als die Coronakrise immer ersichtlicher wurde. In der Zeit des ersten deutschen Lockdowns – wo ja scheinbar tatsächlich extrem viele Menschen zu Hause blieben, kam “Fest & flauschig” gar fünfmal pro Woche: dienstags bis freitags und sonntags.
Sie brachten uns durch die Krise. Auch dort war schon einmal Christian Drosten zu Gast und erklärte uns, was wir wissen wollten und mussten. Böhmermann und Schulz regten sich auf, sie wunderten sich, die waren genervt – so wie es uns auch ging. Es wurde auch mal gekocht oder es ging mal um ganz andere Themen.
So zog sich das durchs Jahr. Ihnen beiden zuzuhören machte immer Spaß, es war immer spannend, und das Schöne war: Sie wurden nie verbissen. Während beispielsweise der Podcast “Schroeder & Somuncu” immer verbissener und deprimierender wurde, ließen sich Böhmermann und Schulz nicht so einfach runterziehen.
Für ihr Entertainment, für das Dasein, für viele erhellende Momente – dafür kann man als Hörer in diesem verkorksten 2020 einfach nur dankbar sein.

-> Die Reihe auf Spotify (nach kostenloser Anmeldung)

Hits: 252