Tagesarchiv für 16. Januar 2020

RT liest

Wolfgang Kaes: Todfreunde

Donnerstag, den 16. Januar 2020

Schock: Ein beliebter deutscher Politiker ist ermordet worden. Ein bislang Unbekannter hat Julius Weinert erstochen. Schnell gerät sein Adoptivsohn in Verdacht.
Was jedoch weitgehend unbekannt oder vergessen ist: Einst war dieser Weinert in einen riesigen Skandal verwickelt. Es ging um Blut, und es ging um HIV. Und um viele betroffene Menschen. Medikamente für Bluterkranke waren verseucht. So etwas hatte es in der Nachkriegszeit bis dahin nicht gegeben.
Hauptkommissar Morian nimmt die Ermittlungen auf, muss aber feststellen, dass man ihm dabei nicht sehr behilflich ist. Er glaubt, dass der Sohn nicht der Täter ist.

“Todfreunde” ist der erste Fall mit Kommissar Morian aus der Feder von Wolfgang Kaes. Klingt der Plot auf dem Klappentext recht spannend, entwickelt er sich mit der Zeit doch noch völlig anders.
Es hätte ein spannender Politthriller werden können, auf den ersten gut 100 Seiten macht es Kaes tatsächlich auch ziemlich spannend, aber die Geschichte hat dann Ecken und Wendungen, die mehr und mehr uninteressant werden, und das ist sehr schade. Empfiehlt sich nicht für den Kauf weiterer Folgen.

Wolfgang Kaes: Todfreunde
ro ro ro, 507 Seiten
4/10

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RTZapper

queer4you

Donnerstag, den 16. Januar 2020
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MO 13.01.2020 | 21.00 Uhr | rbb

Beate (50) braucht eine grundhafte Renovierung. Ihre Wohnung ist langweilig, ihre Klamotten sind langweilig, ihre Haare sind langweilig, und überhaupt ist alles langweilig an ihr.
Und deshalb müssen die Fuzzis vom Fernsehen kommen und der Frau mal zeigen, was sie alles verändern muss kann, damit sie weiterleben ein schöneres Leben hat.
Mit einem schwulen Mann geht sie nun in einen Second-Hand-Möbelgeschäft. Mit einem schwulen Mann sucht sie neue Klamotten aus. Mit einem schwulen Mann restauriert sie ihr Gesicht. Und währenddessen dekoriert ein schwuler Mann ihre Wohnungen komplett neu.

Bitte verzeiht, wenn ich das so betone. Aber an “queer4you” im rbb wundert mich so ziemlich alles. Die erste Folge lief im Montagabend im rbb.
Grundsätzlich ist es eh fraglich, warum man eine Frau dazu nötigt, ihr Leben zu ändern, weil andere der Meinung sind, sie müsse alles anders machen.
Merkwürdig ist, warum sie unbedingt “queer” sein muss. Und – in Zeiten des Kampfes um Gleichberechtigung – warum muss das Queere so hervorgehoben werden? Warum denkt man, es reiche als Konzept oder als Konzeptidee, dass da vier schwule Männer kommen, um Beates Leben umzukrempeln?
Dass durch die Veränderungen Beate gewissermaßen Ein Outing erlebt, und die vier Männer von ihren Outings erzählen, ist einerseits ein netter Gedanke, andererseits aber auch ein bisschen weit hergeholt.

Erfreulich ist immerhin, dass “queer4you” kein Format ist, das hysterisch und kreischig daher kommt. Auf Klischees wird weitgehend verzichtet. Andererseits ist “queer4you” ein einziges Klischee.
Und warum überhaupt ein so durch und durch privatfernsehmäßige Format einer Stil- und Stylingshow im rbb laufen muss, ist mir auch nicht wirklich klar. Zumal sie offenbar eindeutig bei ähnlichen Formaten geklaut ist.
Spätestens als das Wohnzimmer von Beate komplett umgebaut wird und völlig anders aussieht, ist es zwar schön zu sehen, wie sie sich am Ende freut. Aber ein bisschen übergriffig ist das dennoch.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 10. Februar 2020)

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RTelenovela

Traumtagebuch (146): Tanz!

Donnerstag, den 16. Januar 2020
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(145) -> 8.11.2019

Edvard Griegs Peer Gynt, Suite 1, Ased Tot.
Diese unter die Haut gehende Komposition ist der Soundtrack zu diesem Traum.
Denn ich habe gleich meinen großen Auftritt. Ich stehe am Bühnenrand und beobachte die beiden Tänzer vor mir. Sie machen Tanztheater und sollen eine Choreographie zu Griegs “Peer Gynt” darstellen.
Ich bin fasziniert. Auch deshalb, weil ich mir vorher gar keine großen Gedanken gemacht habe. Ich will mich einfach spontan bewegen, und ganz am Ende sterbe ich. Also, in der Choreografie.
Die anderen bekommen Applaus, und dann bin ich und mein Tanzpartner dran – den ich aber im Traum nicht näher kenne.

Ich sehe im Traum alles aus meiner Perspektive.
Die Musik setzt ein, ich beginne mich zu bewegen. Ich wedele mich den Armen, laufe, nein, tänzele nach links und nach rechts. Aber eigentlich weiß ich nicht genau, was ich machen soll. Ich sehe den anderen tanzen, und der macht das gut.
Die Musik wird lauter, fordernder, die Bewegungen werden kraftvoller.

Aber das Ende des Tanzes erlebe ich nicht, weil ich wach werde.

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