Tagesarchiv für 2. Dezember 2019

RTZapper

Programmstart VOXup

Montag, den 2. Dezember 2019
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SO 01.12.2019 | 20.15 Uhr | VOXup

Dem Privatfernsehen laufen die Zuschauer in Scharen davon. Streamingdienste, für die man zwar extra zahlen muss, wo man aber mit nur wenig Reklame behelligt wird, laufen dem herkömmlichen Fernsehen mehr und mehr den Rang ab. Gerade beim jungen Publikum schauen immer weniger lineares Fernsehen – und das betrifft vor allem die Privaten.
Um die Zuschauer irgendwie zu halten und ihren Zapp-Material zu bieten, hat die RTL-Gruppe am Sonntagabend einen neuen Sender gestartet: VOXup.

Klingt ein bisschen wie eine Cocktailsoße und erinnert an den Ketchup, nur ist VOXup lange nicht so lecker. Denn dort wird uralter Kram vom VOX-Hauptsender noch mal aufgewärmt.
Es scheint, als ob der Sender darauf baut, Leute, die zufällig durchzappen, zum Hängenbleiben zu bewegen. Oder die, die vorm Fernseher einpennen möglichst lange nicht zum Aufwachen zu bringen.

Am Sonntag um 20.15 Uhr war Programmstart. Gefeiert wurde der nicht – im Grunde gab es ja auch nichts zum Feiern. Der Trailer, der den Sender seit längerem auf dem Kanal ankündigte endete einfach, und die erste Sendung begann.
Und schon der Sonntagabend stand dafür, welche Innovationen man von VOXup zu erwarten hatte. Denn zum Start lief eine Folge von “Ally McBeal” von 1997. Gefolgt von einer Folge “Ally McBeal”. Im Anschluss wagte man was ganz Extremes und zeigte noch eine Folge “Ally McBeal”. Wer noch nicht genug hatte, bekam danach eine weitere Folge der Anwaltsserie “Ally McBeal” spendiert, und wer noch wach war, konnte sich dann noch eine Folge “Ally McBeal” ansehen.

Das nennt man wohl Programmteppich. Einfach mit fünf Folgen einer Serie den kompletten Abend bestreiten. Danach folgten übrigens fünf Folgen von “Shopping Queen”.

Und was läuft sonst so? Am Montagvormittag zwei Folgen “Menschen, Tiere & Doktoren”, dann drei Folgen “Mieten, kaufen, wohnen”, vier Folgen “Schmeckt nicht, gibt’s nicht” und erstaunlicherweise nur eine Folge vom “Perfekten Dinner”. Am Montagabend laufen dann ein paar Folgen von “Rizzoli & Isles” – also, genau genommen sechs. Bis 2 JUhr nachts.

Mit Einfallsreichtum oder gar gutem Fernsehen hat VOXup also rein gar nichts zu tun. VOXup dient scheinbar einfach nur der weiteren Flutung des sterbenden Free-TV-Marktes, um doch noch ein paar Marktanteile einzufangen.

-> Der Programmstart von VOXup auf Youtube

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RTelenovela

Ein Kloß im Hals – aber wirklich nur einen!

Montag, den 2. Dezember 2019
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Gutes Essen muss einem auch was wert sein. Aber oft hat man ja den Eindruck, umso teuer ein Essen oder ein Menü ist, umso weniger befindet sich auf dem Teller. Das sieht ja übersichtlich aus – ein Ausdruck, den Loriot mal in einem Film dafür gebraucht hat.

Unser vorweihnachtlicher Ausflug führte aus auf ein Gut bei Fürstenberg. Ein gemütlicher Abend und ein gutes Essen. Ich kam ein bisschen später, und wenn man in dieses Haus kommt, ist man erst mal ein wenig ratlos. Keiner, der am Empfangstresen steht und kein Hinweis darauf, wo man denn jetzt hin muss.
Irgendwann bekomme ich dann aber doch einen Tipp, wo es hingehen soll.

Es gibt mehrere Räume, in denen man sitzen kann, in der Ecke steht ein Kamin, und eigentlich ist es ziemlich gemütlich.
Wir wissen schon, dass unser Menü 45,50 Euro pro Person kostet. Das ist nicht wenig, und wir sind gespannt, was es dafür gibt. Los geht es entweder mit einem Salat oder einer Suppe. Für den Preis hätte es auch gern beides sein können, zumal der Salat auf dem Teller schön angerichtet, aber auch nicht üppig ist. In der Suppe war irgendwas mit Sellerie, und die war wirklich lecker.

Der Hauptgang: Brust und Keule von der Gans, dazu Rotkohl, eine Creme und ein Kloß. Als der Teller auf den Tisch kam, fehlte darauf die Gans, und ich begann ganz ernsthaft, das Fleisch zu suchen. Vor meinem Auge waberte die 45,50 Euro, und mich macht so was eher aggressiv, dass etwas unfassbar teuer ist, schön aussieht, aber auch ganz schön wenig ist.
Ganz so schlimm kam es nicht, denn es kamen noch Teller und Schüsseln mit Brust und Keule, weiterem Rotkohl und Creme (dessen Name mir entfallen ist).
Aber es gab jeweils nur genau einen Kloß, der auch nicht sonderlich groß war. Der wurde im Laufe des Abend zum Running-Gag.
Ich finde, für diesen Preis sollte …. aber na ja, davon hat man ja als Kunde eh keine Ahnung. Auch wenn man die Gans als Sologericht bestellt, zahlt man fast atemstockende 35 Euro.
Zum Schluss gab es ein Küchlein und einem warmflüssigen Schokokern – lecker!

Am Ende hat das alles sehr gut geschmeckt – die Sache mit dem Kloß wird am Ende dennoch von diesem Abend in Erinnerung bleiben.

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