Tagesarchiv für 22. November 2019

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Bonusfamilie

Freitag, den 22. November 2019
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MI 20.11.2019 | 20.15 Uhr | Das Erste

Wahnsinn. Nur 18 Monate sind vergangen nachdem die ARD die Lizenz an der schwedischen Serie “Bonusfamiljen” gesichert hatte. Aber nicht, um die Serie auszustrahlen – in Deutschland ist sie nur bei Netflix zu sehen -, sondern um sie einfach für das deutsche Fernsehen noch mal neu zu drehen.
Die ARD wird dafür gefeiert, dass das so fix ging, weil das sonst alles viel länger dauert. Dabei ist es kein Kunststück, eine vorhandene Geschichte nur leicht umzuschreiben, der Lack ist das ziemlich schnell fertig.

Am Mittwochabend liefen die ersten beiden Folgen der “Bonusfamilie”. Wie im Original geht es um ein Paar, das sich getrennt hat und nun mit neuen Partnern leben – plus der jeweiligen Kinder, die nun von Ex zu Ex pendeln. Daraus ergeben sich Konflikte.

Man hat sich nicht mal die Mühe gegeben, die Namen zu ändern. Die Figuren haben dieselben Berufe, sie haben dieselben Charakter, dieselben Probleme, mitunter sagen sie auch dasselbe wie im Original.
Das ist nicht verwerflich, weil solche Adaptionen vollkommen normal sind. Aber die ARD dafür zu feiern, dass sie eine schwedische Serie kopiert, ist nun wirklich übertrieben.
Zumal die deutsche Version nicht an das Original heranreicht. Die Dialoge wirken hölzern und manchmal aufgesetzt, auch die Kinder spielen leider recht spröde, wofür sie selbst vermutlich wenig können. Aber das alles wirkt wie schnell mal abgedreht.

Das Gute für die ARD ist, dass das Original in Deutschland vermutlich relativ unbekannt ist. Wie viele Leute es auf Netflix gesehen haben, weiß nur Netflix. Deshalb weiß vermutlich auch kaum jemand, wie gut “Bonusfamiljen” ist. Aber das könnte man ja noch nachholen.

-> Die Serie in der ARD-Mediathek (bis 13. Mai 2020)

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Rügen 2019 (15): Und für Sie war jetzt genau was?

Freitag, den 22. November 2019
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(14) -> 21.11.2019

Und da steht er nun an unserem Tisch. In der einen Hand eine Pizza, in der anderen die Bandnudeln. Er sieht mich an. Fragend. Er weiß nicht mehr, wer von uns was bestellt hat. Ich zeige auf die Nudeln. Das sind meine, sage ich.

Nun ja. Es ist ja nicht so, dass wir nur zwei sind. Und dass derselbe Mann vor ein paar Minuten unsere Bestellung aufgenommen hatte. Aber das Gedächtnis des Kellners scheint nicht oder noch nicht so gut zu funktionieren. Schon bei der Cola und der Cola Light stand er ratlos da.

Dabei ist das Restaurant in Glowe ganz schick. Es ist wohl noch ziemlich neu, es steht in einem Neubau-Ensemble mit diversen Läden und Ferienwohnungen darüber. Was wohl im Ort nicht unumstritten war, weil dieses Areal durchaus wie ein Fremdkörper an dieser Stelle aussieht.
Weil es so neu und schick ist, ist vermutlich auch diese Gaststätte besonders teuer. Selbst Spaghetti kosten mehr als 10 Euro, die Lachs-Bandnudeln liegen bei fast 17 Euro, ein Beilagensalat kostet fast 6 Euro. Das ist schon ordentlich.

Dennoch war der Abend gut, das Essen war lecker, und am Ende gab es sogar die Frage.
Nämlich die Frage, ob es noch etwas aufs Haus sein darf. Ich hatte kurz überlegt, nach einem fetten Eisbecher zu fragen, begnügte mich dann aber mit einem Amaretto. Meine Begleitung wollte einen Sambuca.
Eine Minute später stand der Kellner neben uns und schaute uns wieder fragend an. Wieder vergessen. Ein bisschen lustig war das ja schon…

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