Tagesarchiv für 17. Oktober 2019

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Inside Borussia Dortmund

Donnerstag, den 17. Oktober 2019
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MI 16.10.2019 | Amazon Prime

Mehr als fünf Stunden Heldenverehrung: In vier Folgen blickt Aljoscha Pause für seine Doku “Inside Borussia Dortmund” hinter die Kulissen des Fußball-Bundesligisten.
Seit August ist die Dokureihe bei Amazon Prime verfügbar.
Die Doku zeigt vor allem eins: Wie ein Soundtrack einen Film ruinieren kann. Denn das fällt bei “Inside Borussia Dortmund” eklatant auf: der aufdringliche, nicht enden wollende Musikteppich, der die ganze Zeit umherwabert und leider nichts beizutragen hat – außer zu nerven.
Vermutlich soll die Musik ausdrücken: Das sind Helden, seht her! So klingt sie. Opulent und schwer.

Vielleicht ist diese Doku gar nicht so gemeint. Denn eigentlich geht es darum, den Fußballverein, seine Spieler und Entscheider eine halbe Saison lang zu begleiten. Es geht um den Anschlag auf den Bus, um Siege und Niederlagen. Da wird auch mal Kritik laut, aber dennoch wirkt der Film wie eine einzige Lobhudelei – was vielleicht auch daran liegt, dass ihm ein wirklicher Spannungsbogen fehlt. Eine WM mit einem Showdown ist eben doch spannender als eine normale Bundesliga-Saison.
Am interessantesten ist noch der vierte und letzte Teil der Doku, als es um vergeigte Spiele geht und endlich auch mal Eigenkritik laut wird.

So ist “Inside Borussia Dortmund” vermutlich nur für eingefleischte Dortmund-Fans wirklich spannend und interessant. Für alle anderen ist die Doku ein guter, aber nicht übermäßig fesselnder Einblick in den Bundesliga-Zirkus. Nur leider kann man eben nicht die Musik ausblenden.

-> Die Doku auf Amazon Prime

Hits: 130

RT im Kino

Ich war noch niemals in New York

Donnerstag, den 17. Oktober 2019

“Ich war noch niemals in New York”: Die Hits von Udo Jürgens sind Teil eines wunderbaren, kurzweiligen Musicals. Nun kommt der Film – und der Trailer lässt Böses erahnen. Dumpfer Klamauk, quietschbunte Kulissen und Klamotten, peinlich wirkende Musikeinlagen.
Aber es ist alles anders.

Lisa Wartberg (Heike Makatsch) ist im Stress. Sie ist Moderatorin und hat eine eigene Talkshow. Da bleibt für ein bisschen Freude und Liebenswürdigkeit und vor allem auch für die Mutter Maria (Katharina Thalbach) keine Zeit.
Als die aber nach einem Sturz ins Krankenhaus kommt, eilt auch Lisa zu ihr. Scheinbar hat Maria ihr Gedächtnis verloren. Sie weiß nur: Irgendwas war da mit New York. Sie haut aus der Klinik ab – zum Hafen. Dort fährt das Schiff nach New York ab. Lisa rast ihr mit ihrem Kollegen Fred (Michael Ostrowski) nach – und plötzlich sind alle drei blinde Passagiere auf dem Dampfer. Sie müssen arbeiten, um dort mitfahren zu können.
Auf dem Schiff treffen sie auf Axel (Moritz Bleibtreu) und seinen Sohn (Marlon Schramm) – sie sind auf einer besonderen Mission, und Axel und Lisa hassen sich schnell. Und Maria lernt Bordunterhalter Otto (Uwe Ochsenknecht) kennen…

Der Film beginnt etwas nervig und chaotisch und wird dem Trailer, der vielleicht nicht wirklich Werbung für den Film macht, gerecht. Alles ist laut, die Musik ist laut, die Dialoge gehen in der Hintergrundmusik und in der Hektik unter.
Das ändert sich aber zum Glück. Schnell wird dann klar: “Ich war noch niemals in New York” ist ein fröhlicher und bisweilen erstaunlich ernster und trauriger Film. Dieses Musical erzählt eine Reihe von Geschichten, und alle sind sie auf ihre Weise amüsant, spannend, lustig, auch traurig und rührend.
Dass Regisseur Philipp Stölzl das gelungen ist, muss man ihm hoch anrechnen.
Und hinzu kommen natürlich noch die vielen Musikeinlagen mit den wunderbaren Udo-Jürgens-Hits. Sie fügen sich sehr gut ein und sind auch erfreulich gut inszeniert und sogar gesungen. Nur an einer Stelle wirkt einer der Songs ein bisschen albern – aber genau das wird bald auf’s Korn genommen.
Am Ende wird man beseelt und beschwingt aus dem Kino kommen, weil man zwei extrem unterhaltsame Stunden erlebt hat.

-> Trailer auf Youtube

Ich war noch niemals in New York
D 2019, Regie: Philipp Stölzl
Universal, 129 Minuten, ab 0
9/10

Hits: 128