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HAMBI – Der Kampf um den Hambacher Wald

MO 23.09.2019 | 0.00 Uhr (Di.) | ZDF

Der Hambacher Forst hatte mal eine Größe von mehr als 4000 Hektar. Inzwischen sind es nur noch etwa 500. Der Wald ging für den Braunkohletagebau drauf. Und der Energieversorger RWE will noch mehr abholzen lassen, aber das lassen sich die Menschen dort nicht mehr bieten.
2018 war der Kampf um den Hambacher Forst ganz groß in den Nachrichten.

Am sehr späten Montagabend zeigte das ZDF die Doku “HAMBI – Der Kampf um den Hambacher Wald”. Sie zeigte, wie die Menschen kämpfen. Wie sie sich den Arsch für diesen Wald aufreißen. Die sich gegen die Polizei stemmen – und eigentlich eher gegen das Energieunternehmen, das ihnen den Wald wegnehmen will.

Die Doku blieb komplett unkommentiert, der Zuschauer konnte sich ein eigenes Bild machen, und das war nun wirklich nicht immer pro Umweltschützer. Denn wenn Polizisten als Nazis beschimpft werden, dann wird eine Grenze überschritten. Dass die Polizisten, die da auch nur ihren Job machen und sich vermutlich auch nicht immer wohl in ihrer Haut fühlen, pauschal Nazis und Rechts oder Rechtsextrem sein sollen, ist unsinnig und zeigt, dass auch unter den Umweltaktivisten Leute waren, die ordentlich übers Ziel hinausgeschossen sind. Dass auch unter Polizisten solche sind, die den Einsatz für Gewalt nutzen, sei mal dahingestellt.

Bezeichnend war eine Szene, in eine Aktivisten all ihren Frust in die Filmkamera spricht, bestimmt zwei Minuten dauert das, und es ist sehr emotional, und irgendwann zommt die Kamera zurück. Man sieht, dass rechts und links von ihr zwei Polizisten stehen. Sie wirken teilnahmslos, einer dreht sich irgendwann zur Seite, und man merkt, dass sie nicht genau wissen, wie sie mit der Situation umgehen sollen.

“HAMBI” war eine oft interessante Doku, die einen tieferen Einblick in den Protest zuließ, mit all seinen Widersprüchen.

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