Tagesarchiv für 25. Juli 2019

aRTikel

In dieser Senioren-WG ist niemand allein

Donnerstag, den 25. Juli 2019
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Die Wohngemeinschaft Hohenbruch ist eine privat betriebene Einrichtungfür alle Pflegestufen – die Bewohner werden rund um die Uhr betreut

MAZ Oranienburg, 25.7.2019

Hohenbruch.
Silvia* lacht viel, sie ist überhaupt ein fröhlicher Mensch. Aber wo ihr Zimmer ist – daran erinnert sie sich nicht. Sie hat Demenz. Brigitte* ist bettlägerig, aber eben auch nie allein, und Berta* mag es, auf der Terrasse zu sitzen und ein Käffchen serviert zu bekommen.

Alles ist entspannt, alle sind sie – auf ihre jeweilige Art – gut drauf. Die drei Frauen leben in einer privat geführten Senioren-Wohngemeinschaft im Kremmener Ortsteil Hohenbruch. „Sie gibt es seit September 2018“, erzählt Sonja Schröder, die die WG führt. Sie befindet sich im ehemaligen Wohnhaus ihres Bruders Thomas Rohrbeck. „Das Haus stand leer, und wir haben überlegt, was wir Sinnvolles tun können“, erzählt Sonja Schröder. Sie arbeitet seit mehr als 30 Jahren als Pflegefachkraft und hat sich inzwischen als Pflegerin und Betreuerin selbstständig gemach
Es gibt bislang nur wenige solcher privater Wohngemeinschaften für Senioren, was auch an den hohen Auflagen liegt. „Das muss man durchkämpfen“, sagt Sonja Schröder. Es habe auch längere Zeit gedauert, bis sie grünes Licht bekommen hat, mit der privat geführten WG in Hohenbruch an den Markt zu gehen.

Drei Bewohnerinnen leben im Erdgeschoss des Hauses, alle drei haben eigene Zimmer. Sie können gemeinsam die Küche, das Bad und den Hof nutzen. „Das ist ein Zuhause wie in einer Familie“, sagt Sonja Schröder. Außerdem gibt es Barbara im Haus, sie ist eine Pflegekraft, die 24 Stunden am Tag vor Ort ist. Nach vier Wochen kommt Anja, und so wechseln sich die beiden immer ab. Immer wieder im Haus ist aber auch Sonja Schröder selbst, die die Pflegekraft auch mal kurzzeitig vertreten kann. Auch Thomas Rohrbeck packt immer an, wenn es Probleme mit dem Haus selbst gibt und ist für die Bewohnerinnen da. Die können sich im Haus frei bewegen, wenn sie das möchten. „Inklusive des normalen Lebensrisikos“, so Sonja Schröder weiter. Alleine sind die Frauen aber definitiv nie. Unterstützende Wohnform nennt sich das.
Ganz klar zum Konzept gehört aber auch, dass sich die Familienangehörigen kümmern. „Die Angehörigen sind die, die hier federführend sind“, erklärt die Hohenbrucherin. Alle drei Monate würden alle zusammenkommen und, wenn nötig, Beschlüsse fassen. „Jetzt zum Beispiel haben wir uns alle gemeinsam überlegt, die Terrasse anzuheben“, erzählt Sonja Schröder. Sie findet es wichtig, dass sie sich die Angehörigen mitkümmern. Alle haben auch einen Schlüssel und können kommen, wann sie wollen.

Diese persönliche Rundum-Versorgung im privaten Rahmen mache es auch möglich, körperlich Behinderte oder auch Demenz-Kranke wie Silvia aufzunehmen. „Im Heim ist sie öfter weggelaufen“, sagt Sonja Schröder. In der Hohenbrucher WG sei das nicht der Fall. Einerseits sei immer jemand da, andererseits darf das Grundstück auch abgeschlossen werden, weil es sich ja um eine private Wohngemeinschaft handele. „Wir decken alle Pflegegrade ab“, sagt Sonja Schröder. Natürlich müssen die Bewohner Miete zahlen, die Pflegekräfte müssen auch finanziert werden. Zusätzliche Pflegedienste, die ebenfalls ins Haus kommen, müssen zusätzlich bezahlt werden. Aber da es sich bei der kleinen Einrichtung nicht um ein gewinnorientiertes Unternehmen handelt, müsse auch kein größerer Gewinn gemacht werden. Demnächst könnte im oberen Geschoss eine zweite, separate WG an den Start gehen.

Mehr Infos gibt es unter 0176/94 91 91 21.
* Aus datenschutzrechtlichen Gründen sind die Namen der Bewohnerinnen geändert.

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RT im Kino

Der König der Löwen

Donnerstag, den 25. Juli 2019

Dieser Film ist ein Meilenstein. Nicht wegen der Story, sondern wegen der Produktion. Vermutlich ist es uns noch nie so vor Augen geführt worden, dass wir uns immer wieder erinnern müssen, dass es sich bei “Der König der Löwen” um einen Animationsfilm handelt. Die Landschaften, die Tiere – alles ist im Computer entstanden, nichts davon ist real. Aber alles sieht realistisch aus. Nur an sehr wenigen Stellen sieht man, dass die Tiere animiert sind.
Disney hat “Der König der Löwen” 1994 schon mal als Zeichentrickfilm ins Kino gebracht. 2019 kommt die selbe Story noch mal ins Kino.

Der kleine Löwe Simba (Stimme: Ludwig Niesner) hat ein sehr enges Verhältnis zu seinem Vater Mufasa (Matti Klemm). Er weiß, dass er später mal der König der Tiere sein wird. Alles wäre gut, wenn da nicht sein Onkel Scar (Torsten Michaelis) wäre. Er spinnt eine gemeine Intrige und sorgt schließlich in einem dramatischen Moment für den Tod von Mufasa. Er will König sein und verjagt auch den kleinen Simba, in dem er ihm die Schuld am Tod seines Vaters weismacht.
Simba (Stimme älter: Leonard Hohm) wächst in einem anderen Teil des Waldes auf und hat eigentlich ein schönes Leben. Aber die Vergangenheit holt ihn wieder ein.

“Der König der Löwen” 2019 lebt vor allem von seiner technischen Umsetzung. Zumindest ältere Zuschauer und alle, die den 1994er-Film kennen, werden allerdings nichts Neues erfahren. Die Geschichte ist deckungsgleich, teilweise sind sogar die Dialoge gleich, hier und da wurden ein paar Gags eingefügt. Auch die Songs sind die selben, sie wurden aber 1994 teilweise besser gesungen.
Dennoch ist die Geschichte spannend, für Sechsjährige (der Film ist ab 6) manchmal aber vermutlich doch sehr angsteinflößend. Es ist schon ein optischer Unterschied, ob sich da Zeichentrickfiguren prügeln oder scheinbar echte.
Ein Minuspunkt ist leider die schlechte deutsche Synchronfassung. Insbesondere mit den Kinderstimmen ist leider nicht gut genug gearbeitet worden. Sie sprechen relativ hölzern, und es wirkt, dass da Kinder sprechen und nicht die Tiere.
Wenn man die Remake-Anmerkungen mal beiseite lässt, ist “Der König der Löwen” aber immer noch gute Kino-Unterhaltung, die sehr sehenswert ist.

Der König der Löwen
USA 2019, Regie: John Favreau
Disney, 118 Minuten, ab 6
7/10

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RTZapper

Das Sommerhaus der Stars – Kampf der Promipaare

Donnerstag, den 25. Juli 2019
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DI 23.07.2019 | 20.15 Uhr | RTL

Das Schlimme ist ja, dass dieser Beziehungs- und Trashpromi-Horror so hypnotisch anziehend ist. Dass man irgendwie seinen Blick nicht abwenden kann, wenn der Wendler mit seiner 18-jährigen Freundin rumturtelt.
Am Dienstagabend startete bei RTL das Sommer-Dschungelcamp – nur ohne Dschungel. “Das Sommerhaus der Stars” geht in die vierte Runde.
Acht Pärchen treffen sich in einem leicht abgeranzten Haus, um… ja, warum eigentlich? Um zu zeigen, wie glücklich sie sind? Um zu zeigen, wie nötig sie die Kohle brauchen? Um zu zeigen, wie bitter nötig sie ein bisschen Ruhm haben? Um zu zeigen, wie kaputt ihre Beziehung vielleicht schon ist? Oder um zeigen, wie langweilig uns inzwischen ist, dass wir diesen Kram trotzdem anschauen.

Acht Bärchen sind ins Sommerhaus gezogen. Sie reden, sie zoffen sich, sie spielen, sie wählen sich gegenseitig ab. Das ist leider ziemlich interessant.

Ähnlich wie im Dschungelcamp ist es schlicht und einfach ziemlich spannend, Menschen und ihre Eigenheiten zu beobachten. Der Wendler zum Beispiel. Er kam mit seiner 18-jährigen Freundin ins Haus. Die hängt permanent an seinem Hemd, will kuscheln und muss nachts leider brechen. Obwohl 18 wirkt sie in ihrer Art sehr mädchenhaft, und der Wendler wirkt eher wie ein Papa, und man will sich eigentlich nicht vorstellen, was die noch alles anstellen. Der Wendler scheint ein Egoproblem zu haben. Schüchtern ist er, immer scheint er darauf bedacht zu sein, wie er auf andere wirkt. Selbstbewusst ist anders.
Benjamin Boyce kennt man von Caught in the Act, und wie er nach einem verlorenen Spiel seine Freundin alleine rumstehen lässt, ist bemerkenswert. Seine Frau schmollt und heult, während er bei den anderen sitzt und lacht. Boyce scheint Panik zu haben, dass seine Ruhm-Mission im Haus von seiner Frau zerstört wird.
Willi Herren rastet regelrecht aus, als er am Ende von einem der anderen Paare für den Auszug nominiert wird. Ein scheinbarer unkrollierbar Wahnsinn brach das aus Herren heraus, und auch er scheint im Gegenzug sehr darauf bedachtet, in der “Partygruppe” einen guten Eindruck zu machen. RTL hat das schon in Folge 1 extrem gut ausgenutzt und eine Gut-gegen-Böse-Story daraus geschnitten.
Und auch Menowin hat sein Gewaltpotenzial durchschimmern lassen – dem möchte man auch nicht im Dunkeln begegnen.

Die so genannten Promis bieten für die RTL-Trashshow offenbar viel Material, und interessanterweise hat der Sender einen spannenderen Cast dafür zusammenbekommen als ihr das Dschungelcamp im Januar.

Hits: 147