Tagesarchiv für 21. Mai 2019

RTelenovela

Radtour (33): Einmal rüber und noch mal rüber

Dienstag, den 21. Mai 2019
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(32) -> 15.2.2017

Manchmal ist man als Radfahrer merkwürdigen Regeln ausgesetzt. In Oranienburg darf man stadtauswärts in der Bernauer Straße freundlicherweise den Radweg in beide Richtungen benutzen. Will man aber zur Schleuse, ist der ausgeschilderte Weg so: Vor der Carl-Gustav-Hempel-Straße muss man als Radler einmal über die Straße, weil dort der beidseitige Radweg endet. Ist man drüben, fährt man geschätzte 20 Meter, um dann wieder über die Straße zu fahren – denn die Schleuse befindet sich auf der anderen Straßenseite – die man ja gerade verlassen musste.
Anstatt also dass man einmal die Hempelstraße quert, muss man die Bernauer Straße, die B273, sogar zweimal queren. Keine Ahnung, wer sich so was ausdenkt.

Immer wieder schön: der Radweg am Oder-Havel-Kanal. Blöderweise scheint man in Richtung Friedrichsthal immer Gegenwind zu haben. Vor der Grabowseebrücke bog ich aber links ab, um durch den Ort zu fahren.
Friedrichsthal ist ein besonders ruhiges Fleckchen – zumal wenn man die Malzer Chaussee entlangradelt. Man hört die Vögel, und im Waldstück rauschen die Bäume. Es ist ganz wunderbar.
Da merkt man auch, wenn man an der Friedrichsthaler Chaussee bis Sachsenhausen fährt, wie laut plötzlich Autos sein können, wenn sie an einem vorbeirauschen.

In Sachsenhausen fahre ich an der Bahnstrecke entlang. In Höhe der Straße An den Russenfichten gibt es eine Stelle, wo man ganz wunderbar an den Gleisen den Bahnverkehr beobachten kann. Dort rauschen die Züge in hohem Tempo vorbei. Wobei mich durchaus wundert, wie schlecht die Stelle gesichert ist. Aber vermutlich ist es einfach zu teuer, Bahngleise abzuschotten.

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Verona Pooth / Johanna Völkel: Nimm dir alles, gib viel! Das Verona-Prinzip

Dienstag, den 21. Mai 2019
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Man kann ja über Verona Pooth sagen, was man will: sympathisch ist sie, und dass sie keineswegs das Blödchen ist, für das wir sie in den 90ern gehalten haben, wissen wir ja auch schon lange.
Seit 30 Jahren ist sie in Deutschlands Entertainment-Szene unterwegs – auch schon ein alter Hase. Das Jubiläum nimmt sie zum Anlass, in ihrer Autobiografie zu erzählen, wie sie eigentlich zum Star wurde und was sie alles erlebt hat. Und das ist durchaus spannend.

Alles fing mit einer Musikkarriere an, und das, obwohl Verona Feldbusch, so hieß sie vor ihrer Ehe von Franjo Pooth, nicht singen konnte. Was sie allerdings und natürlich auch selbst wusste. Deshalb ist es auch sehr unterhaltsam, wie sie beschreibt, wie es zu dieser seltsamen Karriere eigentlich gekommen ist. Und dass die Studio-Aufnahmen eine Qual waren. Dass die Studioleute überrascht waren, dass sie als Model gar nicht trällern kann. Erfolgreich war sie damit trotzdem.
Interessant ist auch mal, aus ihrer Sicht zu lesen, wie das damals eigentlich mit Dieter Bohlen war. Die große Liebe, und wie Dieter sich dann als schwierig erwies. Und von Naddel wollen wir da noch gar nicht reden.
Verona gibt spannende Eindrücke – wobei es stellenweise auch die schwierigsten Momente des Buches sind, weil sie da relativ private Details erzählt, von denen man vielleicht gar nicht alles wissen will. Andersrum hatte aber Dieter auch alles haarklein berichtet, und vielleicht blieb Verona da gar nichts anderes übrig.
Später geht es auch um “Peep!”, um die Liebe zu Franjo, Kindererziehung, und dann auch über die Tiefpunkte in Verona Leben.

Zwar hat Verona Pooth mit Johanna Völkel mit Co-Autorin, aber dennoch liest sich das Buch, als würde Verona das alles erzählen. Und das, und natürlich auch inhaltlich, macht es so lesenswert. “Nimm dir alles, gib viel!”, heißt das Buch über das Verona-Prinzip.
Und sie hat sich alles genommen. Sie nahm die Musikkarriere mit, das “Peep!”-Erotikmagazin und viele Werbeverträge. Wenn man davon ausgeht, dass alles so ist, wie beschrieben, dann ist sie tatsächlich eine gute Geschäftsfrau mit einem guten Sinn für richtige Momente. Sie hat ihre Werbespots oft mitgestaltet, war nicht nur die, die sich da hingestellt hat. Sie wusste, auf welche Weise man bekannt werden und auf sich aufmerksam machen kann.
Aber sie gibt auch – vor allem für die Familie. Die ist alles. Es ist bedrückend zu lesen, was alles um die Krankheit ihrer Mutter geschehen ist. Auch auf die Firmenpleite ihres Mannes geht sie ein.
Wer Verona mag, der wird auch dieses Buch mögen. Denn Verona Pooth hat tatsächlich einiges zu erzählen.

Verona Pooth / Johanna Völkel: Nimm dir alles, gib viel! Das Verona-Prinzip
mvg verlag, 272 Seiten
9/10

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