Tagesarchiv für 13. Dezember 2018

RT im Kino

Sauvage

Donnerstag, den 13. Dezember 2018

Leo (Félix Maritaud) ist 22, aber wie seine Zukunft mal aussehen soll, das weiß er nicht. Auf den Straßen von Straßburg prostituiert er sich, sucht er sich seine Freier.
Doch es geht ihm zunehmend schlechter. Er schläft kaum, kümmern sich nicht um den Husten und gerät auch immer mal wieder an zwielichtige Männer. Ab und zu kann ihn Ahd (Eric Bernard) aus Schwierigkeiten befreien – auch mal mit Gewalt. Und eigentlich kann sich Leo vorstellen, enger mit Ahd zusammenzuleben. Aber Ahd will keine Nähe, er kann nicht mal verstehen, wieso Leo es zulässt, sich von Freiern küssen zu lassen.
Aber für Leo wird die Lage kritisch, denn Ahd ist plötzlich nicht mehr für ihn da, und er gerät an Menschen, die ihm Böses wollen.

“Sauvage” erzählt von einem jungen Mann, der in Straßburg anschaffen geht. Und der auch nicht weiß, was er sonst machen könnte. Es ist sein Leben – im Moment jedenfalls.
Das ist durchaus spannend, sorgt aber auch für Momente, die schwer zu ertragen sind. Denn der Film von Camille Vidal-Naquet gibt Einblicke in das Stricherleben, die vielleicht nicht jeder sehen kann oder will. Wenn Männer Praktiken oder Handlungen wollen, die eher ungewöhnlich sind oder gefährlich für Leo erscheinen.
Félix Maritaud spielt das überzeugend. Da ist die Verzweiflung, wenn er nicht die Liebe bekommt, die er eigentlich braucht. Aber auch, wenn seinem Job nachgeht, den er scheinbar auch nicht völlig ungern macht. Wobei der Film an keiner Stelle irgendwas beschönigt.
Wie es um ihn steht, erfährt der Zuschauer in einem längeren, sehr fesselnden Dialog zwischen Leo und einer Ärztin, die ihn sehr genau fragt, was ihn umtreibt, was er will, wer er sich reflektiert. Einer der ganz starken Momente.

Sauvage
Frankreich 2018, Regie: Camille Vidal-Naquet
Salzgeber, 99 Minuten, ab 16
8/10

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RTelenovela

Mannheim ist für Autos gebaut

Donnerstag, den 13. Dezember 2018
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Mannheim. Eine wirklich schöne Stadt. Das wissen wir ja alle, dass Mannheim zu den Perlen in Deutschland gehört. Und da reden wir noch nicht mal von den verwirrenden Quadraten, die ein völlig irres Straßen- und Hausnummernsystem zur Folge hat, bei dem keiner durchsieht. Wenn die Straße namens M4 da vorne rechts weitergeht, da vorne links aber schon wieder eine ganz andere Straße beginnt … na ja, die Mannheimer kommen damit sicher gut klar.

Besonders malerisch an Mannheim sind die großen Fahrbahntrassen, die sich ins Stadtbild einschmiegen. Da führen Schnellstraßen über gewaltige Brücken über die Stadt hinweg, und wer die schmalen Ausfahrten verpasst, die zu den unteren Fahrbahntrassen führen, muss halt irgendwo umdrehen.
An Mannheim sieht man sehr gut, dass in den 50ern und 60ern der Autoverkehr so wichtig genommen wurde, dass dem alles untergeordnet worden ist. Selbst, wenn man mit einem Navi unterwegs ist, ist es schwer, die richtigen Ausfahrten zu finden, weil es stellenweise gleich mehrere Abzweigungen gibt, die schnell aufeinander folgen. Überall Straßen, eine breiter als die andere.
Schön ist was anderes.

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RTZapper

Anne Will: CDU mit neuer Chefin – reicht das für einen Neustart?

Donnerstag, den 13. Dezember 2018
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SO 09.12.2018 | 21.45 Uhr | Das Erste

Rechtzeitig bevor Anne Will in die Weihnachtspause verschwindet, sorgte die CDU noch mal für einen Showdown. Annegret Kramp-Karrenbauer die die neue CDU-Chefin, sie löst Angela Merkel ab, die nun “nur” noch Bundeskanzlerin ist. Und die Annegret will nun ihre Nachfolgerin werden.

Am Sonntagabend war AKK dann im Ersten bei Anne Will in “Anne Will” zu Gast. Die Frage, um die es gehen sollte, war, ob es denn für einen Neustart reiche, wenn die Christdemokraten eine neue Chefin haben.
Dazu holte sich die Redaktion Gäste ins Studio, die es wissen mussten. Zum Beispiel Martin Schulz. Der ist ja nun schon seit fast zwei Jahren SPD-Vorsitzender und erfolgreicher Minister in der Großen Koa… ähm, Moment mal. Martin Schulz, der gescheiterte SPD-Chef, der als Heiland gestartet ist und dann die Wahl in den Sand gesetzt hat und fast rausgeschmissen werden musste, weil er zunächst gar nicht dran dachte, Konsequenzen zu ziehen.
Und dann war da noch FDP-Mann Wolfgang Kubicki, der natürlich auch viele gute Ratschläge hatte, wie man den erfolgreich regi… äh, Halt. Da war ja was mit der FDP, die dann doch nicht mitregieren wollte.

Annegret Kramp-Karrenbauer holte sich am Sonntagabend bei Anne Will also viele liebgemeinte Ratschläge von Männern ab, die in der jüngeren Vergangenheit nicht wirklich Erfolge vorweisen können.
Vielleicht hätte sich AKK lieber einen ruhigen Sonntagabend zu Hause im Saarland machen sollen.

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