Tagesarchiv für 4. September 2018

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Hilf mir! Jung, pleite, verzweifelt…

Dienstag, den 4. September 2018
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MO 03.09.2018 | 16.00 Uhr | RTL II

„Ja, dit is doch allet janz andaaas!“
Und da zerbrach sie, die ach so große Liebe von Mark. Der junge Mann, vielleicht 18 oder 19, der meinte, in Charly, der Freundin seiner Mutter, die große Liebe gefunden zu haben. Die ist vielleicht um die 60. Aber tätowiert, und das macht sie für Mark so heiß.
Denn nun stehen Mark und seine Charly, Marks Mutter und Charlys Mann im Zimmer und blöklen sich an. Charlys Oller, warum auch immer nur in Boxershorts, obwohl er sich das nicht leisten kann, will wissen, was der junge Schnösel (auch oben ohne, aber er kann es sich leisten) denn in der Wohnung zu suchen hat.
Aber was macht Charly (nur in Dessouts, ob sie sich das leisten kann, darüber gibt es sicherlich unterschiedliche Auffassungen)? Sie sagt, Mark habe ihr nachgestellt. Marks Mutter hingegen weiß, dass Charly notgeil sei und sie ihr armes Sohnemännchen verführt habe.

Qualitätsfernsehen am Nachmittag bei RTL II. „Hilf mir! Jung, pleite, verzweifelt…“ heißt das Doku-Soap-Format. Vier Leute sagen vor der Kamera stümperhaft ihre Texte auf.
Die Frage ist allerdings: Wer will da eigentlich wem helfen? Die Charly dem Mark sicher nicht. Marks Mama sicher auch nicht, die reißt ihren Kleinen irgendwann einfach mit sich.

Die Hilfe kommt von zwei Expertinnen, von zwei RTL-II-Stars (was immer das auch ist). Pia Tillmann und Saskia Beecks sitzen vor der Bluebox und erzählen, dass ja Charly total feige ist. Und die Mama solle doch mal ihren Jungen loslassen, das Klammern müsse sie ablegen.
Immerhin gibt es eine Einblendung, wo man sich denn hinwenden könne, wenn man so ein ähnliches Problem hat. RTL II macht kümmert sich eben um seine Zuschauer.

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Lindenstraße: Die Ruhe nach dem Sturm

Dienstag, den 4. September 2018
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SO 02.09.2018 | 18.50 Uhr | Das Erste

So was geht nur im Fernsehen, dass man sagen kann: Hans Beimer stirbt heute.
Seit Mai war bekannt, dass Joachim Luger nach fast 33 Jahren die ARD-Serie „Lindenstraße“ verlassen wird – dass Hans Beimer stirbt.

Die ARD nutzte das, um mal wieder ein bisschen für die Dauerserie zu trommeln. Sie hat das nötig, die Quoten sind nicht mehr so doll. Deshalb hat man sich für die Folge 1685 etwas Besonderes ausgedacht. Das WDR-Funkhaus-Orchester spielte in Köln live zur ausgestrahlten Folge.

Das hätte ein Event sein können, aber auf Lindenstraße-Events hat man im Ersten keinen Bock mehr. Am Sonntagabend musste eine kurze Anmoderation reichen. Die dreistündige Live-Begleitung dieses Events in Köln gab es nur im Internet, nicht mal im kleinen Randsender one hatte die ARD mehr Platz dafür. Wenn man Zuschauer wieder begeistern will, muss man sich aber schon mehr Mühe geben.

Hans Beimer starb am Ende der Folge im Kreise seiner Ex-Frau Helga und seiner aktuellen Frau Anna. Er schlief einfach ein.
Joachim Luger wollte aussteigen, aber mit fast 75 und nach 33 Jahren ist das verständlich. Seit 1985 war Luger fast jede Woche als Hans Beimer auf Sendung, fast das halbe Leben dieses Mannes hat die „Lindenstraße“ gezeigt. So was können nur wenige Schauspieler von sich behaupten, so was geschafft zu haben.

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Die lange Abendschau-Nacht

Dienstag, den 4. September 2018
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SA 01.09.2018 | 0.15 Uhr (So.) | rbb

60 Jahre Abendschau in Berlin! Was für eine lange Zeit! Im rbb ist am Sonnabend ein ganz großes Jubiläum gefeiert worden. Am 1. September 1959 flimmerte im damaligen SFB die erste „Berliner Abendschau“ über die noch nicht ganz so vielen Fernseher.

In den 80ern gehörte das Magazin auch bei uns zu Hause zum Pflichtprogramm. Immerhin ging es um eine Stadt, dessen Grenzen nur etwas mehr als 10 Kilometer von uns entfernt war – aber dennoch unerreichbar. Damals fanden wir sogar noch die Werbung vor und nach Sendung interessant – obwohl wir davon nichts kaufen konnten. Außer, wir hatten ein bisschen Kohle für den Interschop.

Zum Geburtstag gab es für die Abendschau ein neues Studio – im Zuge der Vereinheitlichung der rbb-Nachrichtensendungen sieht nun alles allerdings etwas beliebiger aus, wenn auch das Studio nun riesig ist und optisch was hermacht.

Leider nicht sehr viel Mühe gab sich der rbb die „Die lange Abendschau-Nacht“ in der Nacht zum Sonntag. Die Mischung der Beiträge war etwas merkwürdig. Los ging es mit Rückb,lick von Jahr zu Jahr, angefangen im Abendschau-Startjahr 1959. Mitte der 90er hörte dieser Rückblick aber plötzlich auf, stattdessen zeigte man mehrere komplette Sendungen mit verschiedenen Moderatoren aus 60 Jahren. Am Ende wurden Geschichten erzählt, in denen Reporter und Team-Mitarbeiter, aber auch Protagonisten erzählten, wie sie bestimmte Ereignisse miterlebten.

In dieser langen Nacht fehlte leider komplett eine Klammer, irgendeine Idee, wie man dieses Jubiläum denn nun feiern möchte. Als ob man mit der Produktion nicht fertig geworden ist. Die lange Nacht endete sang- und klanglos am Ende eines Berichtes, ohne Abspann.
Ziemlich billig, und das hat doch so ein Jubilar nicht verdient.