Tagesarchiv für 14. Mai 2018

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Tagesthemen: HSV steigt ab

Montag, den 14. Mai 2018
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SA 12.05.2018 | 21.35 Uhr | tagesschau24

Ich bin kein großer Sportfan, also auch kein Fan bestimmter Mannschaften, weshalb ich das vielleicht nicht nachvollziehen kann. Aber berechtigt der Abstieg einer Fußball-Mannschaft von der ersten in die zweite Bundesliga, dass man im Stadion mal wieder für Chaos sorgt?

Am Sonnabendabend berichteten die “Tagesthemen” auf tagesschau24 über die Krawalle am letzten Bundesliga-Spieltag in Hamburg. Kurz vor dem Abpfiff fielen Rauchbomben und Feuerwerkskörper auf den Rasen. Wie es heißt, konnte die Polizei einen Platzsturm verhindern.
Und das, weil die Mannschaft erstmals nicht mehr in der 1. Bundesliga spielt? Aus bloßem Frust? Aus Ärger, weil es in diesem Jahr nicht gut lief?

Sicherlich, es hängt ein großes Geschäft dahinter, und mit einem Abstieg kommen viele Veränderungen. Aber was sind das für Fans, die in einem solchen Fall nicht hinter der Mannschaft stehen. In guten wie in schlechten Zeiten sollte man doch zusammen halten – oder ist das unangebrachte Fanromantik? Immerhin können doch die Fans weiterhin Woche für Woche die HSVler begleiten – nur eben in Liga 2 mit anderen Mannschaften. Und es kann doch auch spannend sein, den Wiederaufstieg anzupacken.
Aber Leute, die im Stadion randalieren nennen sich zwar Fans – aber eigentlich sind sie es nicht. Weil sie einen Anspruch für sich reklamieren, den es nicht gibt.

PS: Dass die “Tagesthemen” übrigens ausschließlich auf tagesschau24 laufen, kommt nur sehr selten vor. Da aber im Ersten wegen des Eurovision Song Contests kein Sendeplatz frei war, wählte die ARD diese Variante und kündigte sie am Ende der 20-Uhr-Tagesschau sogar an. Das ist löblich!

RT liest

Jay Asher: Tote Mädchen lügen nicht

Montag, den 14. Mai 2018

Hannah ist tot. Sie hat sich das Leben genommen, und niemand weiß, was da eigentlich passiert ist, warum sie das getan hat.
Clay mochte Hannah. Nein, er mochte sie sogar sehr, aber zu einer Beziehung zwischen den beiden ist es nicht gekommen.
Nun aber bekommt Clay ein anonym verschicktes Päckchen. Darin: mehrere Kassetten. Darauf: die Stimme von Hannah Baker. Sie zählt 13 Gründe auf, warum sie sich umgebracht hat. 13 Gründe und 13 Personen, die damit zu tun haben. Warum aber hat Clay diese Kassetten bekommen? Wird auch Clay erwähnt? Hat auch er mit dem Tod von Hannah zu tun.
Er setzt sich Kopfhörer auf und hört sich an, was Hannah auf den Kassetten zu sagen hat.

“Tote Mädchen lügen nicht”, heißt der Roman von Jay Asher. Hannah muss nicht mehr lügen. Sie muss keine Rücksicht mehr nehmen, und deshalb erzählt sie Punkt für Punkt, was in ihrem Leben passiert ist, dass es so aus den Fugen geraten konnte.
Jah Asher verquickt die Jetzt-Zeit ziemlich geschickt mit dem, was Hannah zu sagen hat. Zwar gibt es mittendrin eine kleine Durststrecke, weil man als Leser das Gefühl hat, dass die Geschichte ein wenig auf der Stelle tritt. Aber dann gibt es irgendwann die Spannungswende. Ohne zu viel zu verraten: Es gibt im letzten Drittel sehr dichte, sehr emotionale Momente in diesem Roman. Und das entschädigt für so mache Längen.

Jay Asher: Tote Mädchen lügen nicht
cbt, 285 Seiten
7/10

RTelenovela

Das Band steht still

Montag, den 14. Mai 2018
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Unser Flug von Lissabon nach Schönefeld startete 55 Minuten zu spät, landete aber dann doch nur 10 Minuten nach der angegebenen Ankunftszeit. Der Urlaub sollte also ganz entspannt zu Ende gehen. Aus dem Flugzeug ausgestiegen, wurden wir in zwei Bussen zum Terminal gefahren. Dort, am Band, sollten wir dann auf unser Gepäck warten.
Aber es tat sich: nichts. Ewig.

Gegen 22.50 Uhr hatten wir das Terminal am Freitagabend erreicht. Gegen 23 Uhr stand das Band immer noch still. So was kann schon mal ein bisschen dauern, dachten wir uns.
Aber so langsam setzte das Murren bei den Leuten ein. Denn auch um 23.10 Uhr passierte noch nichts.
Gegen 23.20 Uhr tauchten dann plötzlich zwei Männer aus dem Sperrgepäck-Bereich auf, die auch sofort von mehreren Leuten umringt wurden. Ob sie was wissen. Ob sie was sagen können.
Die Männer meinten, sie wüssten nichts. Für das Gepäck seien andere zuständig, und sie wüssten auch nicht, was man da jetzt machen könne. Aber die Leute wurden langsam böse, und die zwei Flughafen-Leute sind regelrecht eingekreist worden. Sie erklärten sich bereit, sich zu kümmern.
Andere Leute versuchten, telefonisch jemanden vom Flughafen zu erreichen. Aber Freitagabend nach 23 Uhr ist das schwierig. Da lässt man die Leute mit ihrem Problem lieber allein.

Gut 55 Minuten nachdem wir in Schönefeld eintrafen, setzte sich das Gepäckband in Bewegung. Zuvor hatte es irgendwer ins falsche Terminal gebracht, und zwischendurch stand die Frage im Raum, ob wir alle mit einem Bus irgendwo hingefahren werden, um unseren Kram holen zu können. Aber letztlich muss das zeug dann doch noch mal umgeräumt worden sein.
Nur das Sperrgepäck musste von woanders abgeholt werden.

So zog sich unser Aufenthalt im Flughafen Schönefeld länger hin als geplant.
Ja, Fliegen ist billig geworden. Aber wenn das dazu führt, dass kein Geld mehr da ist, um einen grundhaften Service aufrecht erhalten zu können – irgendjemand muss doch so was überwachen -, dann läuft was falsch.