Tagesarchiv für 16. Februar 2018

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Als Zugezogener voll integriert

Freitag, den 16. Februar 2018
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Joachim Wiemann lebt seit 1994 in Sommerfeld – Ehrennadel für sein Senioren-Engagement

MAZ Oberhavel, 16.2.2018

Sommerfeld.
Er hat es tatsächlich vorher nicht gewusst. „Ich war total überrascht“, sagt Joachim Wiemann. Der 81-jährige Sommerfelder hat beim Neujahrsempfang die Ehrennadel der Stadt Kremmen für sein ehrenamtliches Engagement bekommen. „Ein bisschen stolz ist man da schon, wenn die Arbeit so gewürdigt wird.“

Gut 15 Jahre lang war Joachim Wiemann im Kremmener Seniorenbeirat aktiv. Davor engagierte er sich bereits in Sommerfeld. „Man wurde damals angesprochen“, erinnert er sich. 1994 zogen Wiemanns von Berlin-Moabit ins Dorf bei Kremmen. Als klar war, dass dort der neue Berliner Hauptbahnhof entstehen solle, wollten die beiden weg von dort. „Es gab da keine Wohnqualität mehr – auch wenn unsere Wohnung dort prima war.“ Sie sahen sich in Königs Wusterhausen um, in Hönow, blieben dann aber in Sommerfeld hängen.
„Damals war der Wohnpark noch eine Einöde.“ Wiemanns bauten eines der ersten Häuser dort. „Da hatte man mit den Leuten natürlich einen engen Kontakt.“ Das war ihnen wichtig. „Wir wollten uns als Zugezogene hier integrieren. Auch wenn die Ur-Sommerfelder uns natürlich nie als Sommerfelder bezeichnen würden“, sagt er und lächelt. Durch diese Kontakte kam er auch zum Seniorentreff, der damals im Ort gegründet worden ist, später wurde er Mitglied im Kremmener Seniorenbeirat.

„Wir haben nicht nur Feste veranstaltet“, sagt Joachim Wiemann. „Wir haben auch überlegt, welche weiteren Interessen die Senioren haben könnten.“ Der Beirat hat Fachvorträge organisiert und Broschüren erstellt. Sie kämpften dafür, dass die Straßen und Wege in der Altstadt auch für Senioren mit Rollatoren leichter zu benutzen sind. Auch einen Runden Tisch rund um die Probleme von Senioren hat es eine Zeit lang geben. Was ebenfalls erreicht worden sei: Der Seniorenbeirat sitzt jetzt mit im Sozialausschuss der Stadt Kremmen.
Joachim Wiemann hat seine Arbeit gern gemacht. „Es ist gut, wenn man den Leuten mal was anderes vor Augen führen kann.“ Sicher, es habe auch mal Ärger gegeben, aber das zähle längst nicht so wie die Dankbarkeit, die von den meisten Menschen zurückkomme. Schwierig sei nach wie vor die Gewinnung von neuen Mitgliedern in den Seniorengruppen – und nach jüngeren Leuten in den Leitungspositionen. „Die Älteren sind heute ja mobiler als früher und fühlen sich noch nicht so alt, als dass sie sich da mit uns hinsetzen würden.“

Nachdem er 80 wurde, hat er sich im Sommer 2016 von dieser Aufgabe zurückgezogen. „Ich habe damals gesagt: Jetzt ist Schluss! Ich wollte mich mehr eigenen Sachen zuwenden.“ Jetzt ist mehr Zeit, um zu verreisen. So lange, wie es noch geht, mit dem Auto. „Die Bahn ist zu unzuverlässig.“ Deshalb verzichten sie meist darauf und verlassen sich auf den eigenen Wagen. „Aber das Reisen war früher nicht so oft möglich.“ Auch für ein gutes Buch sei nun öfter mal Zeit vorhanden. Seit 58 Jahren ist Wiemann mit seiner Frau Helga verheiratet. „Da sie weiter bei den Senioren in Sommerfeld aktiv ist, sind wir davon immer noch ein bisschen abhängig“, sagt Joachim Wiemann und lächelt wieder.

RTZapper

maischberger

Freitag, den 16. Februar 2018
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MI 14.02.2018 | 22.30 Uhr | Das Erste

Politchaos in Deutschland, und die ARD-Talker sind in der Faschingspause. Obwohl es einiges zu bereden galt, gab es am Sonntag keine “Anne Will” und am Montag kein “Hart aber fair”.
Angeblich wäre “Anne Will” außerplanmäßig am Sonntag auf Sendung gegangen – wenn sich denn Gäste gefunden hätten, um über die SPD-Krise zu sprechen.
Und so musste am Mittwoch nun – man könnte sagen: endlich – Sandra Maischberger ran. Allerdings gab es dabei ein großes Problem.

Im Ersten war für Mittwoch ein Themenabend zum Film “Aufbruch ins Ungewisse” geben. Ein Abend zum Thema Flucht und Vertreibung – und vor allem über die Frage, ob es möglich sein kann, dass irgendwann mal eine Fluchtbewegung raus aus Deutschland einsetzen kann.
Ein begleitender Talk dazu wäre sinnvoll gewesen, und er war auch geplant. Der Talk “maischberger” sollte um 21.45 Uhr, direkt im Filmanschluss beginnen.
Weil man aber bei ARD in den vergangenen Tagen geschlafen hat (oder im Faschingskaterkoma lag) und die Politik ein wenig außen vor ließ, hatte Sandra Maischberger nun den schwarzen Peter. Der Talk zum Flüchtlingsfilm wurde verworfen, stattdessen ging es um die großen Parteien und ihre Krise – und die Sendung wurde auf 22.30 Uhr verschoben. In der Sendung saßen dann Politiker aus der 4. Reihe, dazu Meinungsmacher – und irgendwie wirkte es, dass auch das “maischberger”-Team nicht so wirklich A-Gäste gefunden hat – im Gegensatz zu “Anne Will” aber ran musste.

So wichtig und aktuell das Thema ist – es ist grob fahrlässig von der ARD, einen Film wie “Aufbruch ins Ungewisse” so für sich stehen zu lassen. Es hätte Fragen gegeben, man hätte das diskutieren können und müssen. Dieser Talk wäre wichtig gewesen.
Vermutlich wäre es sinnvoller gewesen, einfach den gesamten Themenabend zu verschieben, um ihn später inklusive Talk nachzuholen. Eine echte Fehlentscheidung.