Tagesarchiv für 17. November 2017

RTelenovela

Countdown: Zwei Lesungen

Freitag, den 17. November 2017
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Heute mal wieder Werbung in eigener Sache. Heute, am Freitag, 17. November 2017, lese ich mal wieder aus meinem vergangenes Jahr erschienenen “RT Zapper”-Buch mit den besten Kolumnen von 1996 bis 2016.
Ich bin zu Gast bei der 8. Lesung im “Museum im Depot” auf dem Remontehof in Bärenklau. Es lesen verschiedene Autoren aus der Region, und ich werde die Nummer drei an diesem Abend sein. Um 19 Uhr geht es los, der Eintritt kostet nichts.

Eine zweite Lesung gibt es am Donnerstag, 23. November 2017. Ich bin zu Gast beim Klönkaffee-Nachmittag des Heimatvereins Vehlefanz. Auch dort lese ich aus meinem Büchlein. Los geht es um 14.30 Uhr, ich lese nach 15 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in der Lindenallee. Das Ganze ist für Mitglieder im Verein, aber wer dazu kommen will – der Eintritt kostet auch dort nichts. Eigentlich beginnt es schon am frühen Nachmittag mit einem Flohmarkt. Außerdem wird es diverse Aufführungen von historischen Kampftechniken geben.

Mehr Termine gibt es hier.

RT im Kino

Handsome Devil

Freitag, den 17. November 2017

Ned Roche (Fionn O’Shea) ist nicht gerade der beliebteste Junge an seinem Internat. Das ist eigentlich eine Rugby-Hochburg, doch damit hat er nichts am Hut, was den anderen Jungs ja auch schon mal suspekt ist. Ned ist dünn, und er mag melancholische Indie-Rockmusik.
Aber nun das: Er muss sich sein Zimmer teilen. Als Conor (Nicholas Galitzine) neu auf das Internat kommt, muss er zu Ned. Conor ist – ganz anders als sein Zimmergenosse – ein Rugby-Ass. Von seiner alten Schule ist er geflogen, weil er sich immer wieder mit anderen geprügelt hat, heißt es. Dabei hat Conor noch ein ganz anderes Geheimnis.
Als der Englisch-Lehrer beiden Jungs die Aufgabe gibt, an einem Talentwettbewerb teilzunehmen, ist das für Ned und Conor eine weitere Belastungsprobe.

Der irische Film “Handsome Devil” wirkt auf den ersten Blick schrecklich klischeemäßig. Zwei Jungs auf einem Internatszimmer. Sie hassen sich, merken dann aber, dass da vielleicht noch was ganz anderes ist. Das ist im Grunde gar nichts Neues. Ebenso wenig die anderen, starken, sportlichen Jungs, die sich über die Schwachen lustig machen, die sie verspotten – und man möchte fast nicht glauben, dass der Film in der Jetzt-Zeit spielen könnte.
Aber das Blatt wendet sich, denn einiges entwickelt sich eben nicht zu dem, was man erwarten möchte. Einiges wird vielleicht sogar offen gelassen, weil es nicht so wichtig für die eigentliche Geschichte dieses Films ist.
Das macht “Handsome Devil” dann doch wieder einigermaßen besonders.

Handsome Devil
Irland 2016, Regie: John Butler
Salzgeber, 95 Minuten, ab 12
8/10

RT liest

Susann Pásztor: Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster

Freitag, den 17. November 2017

Stirbt jemand, dann ist es Brauch, im Raum, in dem der Verstorbene liegt, das Fenster zu öffnen. Damit die Seele aus dem Körper und aus dem Raum schweben kann.

Karla wird sterben. Der Krebs schreitet in ihrem Körper unerbittlich voran. Und eigentlich will sie niemanden mehr um sich haben. Dann aber bekommt sie es mit Fred zu tun. Fred ist Sterbebegleiter und macht das ehrenamtlich im Auftrag eines Hospizes. Karla ist sein erster “Fall”. Sie lassen sich dennoch aufeinander ein, aber es ist schwierig. Karla stellt die Bedingungen. Sie nähern sich so nah an, dass Fred sie bittet, bei ihm und seinem Sohn Weihnachten zu feiern.
Das aber geht schief – weil Fred die Schatten von Karlas Vergangenheit nicht ruhen lässt. Der Eingriff erschüttert die Beziehung sehr. Dann ist da aber noch Phil. Freds 13-jähriger Sohn besucht Karla ebenfalls regelmäßig, um Fotos zu digitalisieren.

Susann Pásztor erzählt in ihrem Roman “Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster” vom Leben und vom Sterben. Von der Sterbenden und denen, die sich um sie kümmern.
Die verschiedenen Kapitel sind aus den verschiedenen Blickwinkeln der Protagonisten geschrieben, und das macht es spannend. Denn alle erleben diese Geschichte auf ihre Weise. Fred, der in seiner neuen Aufgabe eine Chance sieht. Phil, der verschlossen ist und durch Karla erwachsen wird. Fred und Phil, die irgendwie zueinander finden müssen. Aber auch Karla und ihr Innenleben, die Freude, der Mut, aber auch das Loslassen.
Viel Gefühl, ohne pathetisch zu sein, leicht und locker und doch absolut relevant.

Susann Pásztor: Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster
Kiepenheuer & Witsch, 286 Seiten
9/10