Tagesarchiv für 11. November 2017

RTZapper

ran eSports – Professional. Gaming. Magazine.

Samstag, den 11. November 2017
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MI 08.11.2017 | 0.05 Uhr (Do.) | ProSieben Maxx

Menschen sind irgendwie komisch. Oder ich werde langsam alt, weil es da einen Trend gibt, den ich nicht so ganz richtig nachvollziehen kann.
Da setzen sich zehntausende Leute in einer riesige Veranstaltungshalle oder in ein Stadion, um zwei Menschen beim Computerspielen zuzusehen. Sie setzen sich da hin, um oben an der Decke hängende Monitore anzustarren.
Sie kommen nicht mehr, um sich Menschen anzusehen, die unten auf dem Feld Fußball spielen, sondern um auf Monitoren zu sehen, wie andere auf dem Bildschirm im Computerfußball gegeneinander antreten.
Das ist inzwischen ein Megageschäft, und insbesondere in Asien wird ein riesiger Hype darum gemacht, die eSport-Spieler sind dort große Stars.

Das will man sich in Deutschland natürlich nicht entgehen lassen, auch hierzulande gibt es inzwischen solche Events. Und auch das Fernsehen will mitmischen. Auf ProSieben Maxx lief am späten Mittwochabend “ran eSports”. Eine Sendung, die wirkt, als würde ich mich hinter jemanden setzen, der gerade ein PC-Spiel zockt. Was auf Dauer für den passiv Zusehenden langweilig ist – finde ich. Die halbe Welt scheint das anders zu sehen.

Was kommt als Nächstes? Wird der Fußball als Live-Spiel abgeschafft, und alle Spiele stehen stattdessen zu hause in virtuellen Räumen, um dort den Sport zu simulieren, und das Stadionpublikum starrt auch nur noch auf Monitore? Werden im Theater bald auch nur noch Monitore auf die Bühne geschoben? Damit man sich das Stück auf dem Fernseher anschauen kann? Das wird bestimmt alles sehr spannend! Und es wird ganz sicher Leute geben, die verdammt viel Kohle damit verdienen werden.

RT liest

Tim Krohn: Herr Brechbühl sucht eine Katze

Samstag, den 11. November 2017

Die Kapitel tragen Namen wie “Grübelei”, “Durst”, “Kränkung”, “Begeisterung” oder “Wärme”. Es sind alles menschliche Regungen. Und um diese menschlichen Regungen geht es in einer neuen Romanreihe des schweizer Autors Tim Krohn. “Herr Brechbühl sucht eine Katze” ist Band 1 aus dieser Reihe – und ist im Grunde so etwas wie die Züricher Version der “Lindenstraße”.
Denn dieser Roman spielt auch in einem Mehrfamilienhaus. Es geht um die diversen Mieter, um Jung und Alt. Darum, wie sie nebeneinander herleben, wie sich begegnen kennenlernen oder zu Freunden werden.

Da ist das junge Paar Petzi und Pit. Die beiden sind frisch verliebt und gerade zusammengezogen – und haben viel Sex. Den bekommen auch die anderen mit und sind genervt. Julia dagegen hat keinen Sex, Selina keine Arbeit, dafür aber Angebote von einem Filmproduzenten. Die Rentner Erich und Gerda kämpfen mit ihren Wehwehchen und mit ihrer Beziehung. und Herbert Brechbühl, der ist pensioniert und überlegt, was er nun tun soll.

Am Anfang ist es noch etwas schwierig, durchzusehen, denn erst nach und nach tauchen alle Figuren auf. Aber dann liest man sich fest, dann sind die Geschichten auch teilweise übergreifend. Es ist spannend zu lesen, wie sich das alles entwickelt. Es gibt lustige, tragische und spannende Momente. Und immer wieder kommen wir auf die menschlichen Regungen zurück.
Ich freue mich auf Band 2.

Tim Krohn: Herr Brechbühl sucht eine Katze
Galiani Berlin, 473 Seiten
8/10