Tagesarchiv für 30. Mai 2017

RTZapper

This is us – Das ist Leben

Dienstag, den 30. Mai 2017
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MI 24.05.2017 | 21.15 Uhr | ProSieben

“This is us” gilt als der nächste großen Serienknaller aus den USA: Zumindest wird uns das auf den Medienseiten im Internet und in den Zeitungen so erzählt. Es geht um Familie, um große Emotionen, um Freuden und Tragik.
Am Mittwochabend lief auf ProSieben die 1. Folge – und floppte ganz böse.
Das muss nicht mal an der Serie selbst liegen. Es liegt an der Fernsehmüdigkeit der Zuschauer und an ProSieben selbst.

Ein Sender, der den ganzen Tag lieblos und unmotiviert seine Sitcoms rauf- und runtersendet. Der ab und zu doch mal Serien startet, dann aber verschiebt und wieder absetzt, wenn’s nicht gut läuft. Wer erwartet da eigentlich noch etwas von einem privaten Free-TV-Sender?
Wenn man dann noch mit Reklame genervt wird, die mitten in einem emotionalen Augenblick startet und die Stimmung ruiniert – um dann danach die komplette letzte Szene noch mal zu zeigen. Wenn dann das natürlich ebenfalls emotionale Ende rüde abgewürgt wird und man im Trailer für die nächste Folge schon sehr serienrelevante Dinge mitbekommt, die die Spannung weiter ruiniert – wer will denn da noch ernsthaft Serien auf ProSieben schauen??
Da müssen sich die Verantwortlichen nicht wundern, dass vielbeachtete Serien auf ihrem Sender eben nicht beachtet werden. Dass die Quoten allgemein rapide sinken. Dass immer mehr Leute auf Streamingdienste ausweichen und ihre Serien werbefrei schauen, wann sie wollen und ohne Angst zu haben, dass mittendrin Schluss ist.

Free-TV-Sender wie ProSieben schaffen sich selbst ab. Das Beispiel “This is us” zeigt das auf sehr schmerzliche Weise.

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RT liest

Giulia Enders: Darm mit Charme – Alles über ein unterschätztes Organ

Dienstag, den 30. Mai 2017
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Das muss man Giulia Enders lassen: Sie stieß in eine echte Marktlücke, und der Titel ihres Buches ist inzwischen zu einem geflügelten Wort geworden. Und, auch das schafft nicht jeder: Sie hat eine wirklich Klolektüre geschaffen, die sich damit befasst, was man auf dem Klo eben macht. Dass vorn auf dem Cover die Autorin selbst am größten abgebildet ist, wirkt da allerdings etwas unpassend.
“Darm mit Charme” heißt der Bestseller, in dem es um den Darm geht und um das, was er alles kann und macht.

Die Autorin zeigt, was eine gestörte Darmflora alles auslösen kann – Depressionen, Übergewicht, Allergien, natürlich Durchfall und daraus resultierend schlechte Laune.
Das Kapitel “Wie geht kacken” machte das Buch berühmt, und in der Tat ist es interessant zu lesen, warum man auf dem Klo eine bestimmte Sitzhaltung einnehmen muss, um den Stuhlgang so reibungslos wie möglich er erledigen.
Enders beschreibt, wie der Darm aufgebaut ist, wie er funktioniert und was dazu führen kann, dass er nicht funktioniert.

Das ist spannend. Der zweite Teil des Buches aber wird dann doch sehr wissenschaftlich. Wenn es um Mikroben geht, um Salmonellen, Toxoplasmen – alles Dinge, die dann schon sehr tief in die Materie gehen und für Nicht-Experten ein bisschen langatmig sind und die man schon mal überblättert.
Aber vielleicht ist das auch das Gute – dieses Buch ist in gewisser Hinsicht volkstümlich, aber geht dann auch wirklich in die Tiefe. Aber es kann sein, dass man selten beide Teile mag.

Giulia Enders: Darm mit Charme – Alles über ein unterschätztes Organ
Ullstein, 304 Seiten
6/10

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ORA aktuell

Politik beschließt Tempo 30 in Oranienburger City

Dienstag, den 30. Mai 2017
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In der Oranienburger Innenstadt gilt bald über weite Strecken Tempo 30 – zunächst befristet auf ein Jahr. Das haben die Stadtverordneten am Montagabend mehrheitlich beschlossen. Es handele sich um eine Testphase, heißt es. Es solle getestet werden, ob der Verkehr besser fließt und ob Gefahren abgewendet werden können.

Es handelt sich um die Umsetzung des Verkehrsentwicklungsplanes, der auch die Schaffung einer Stadtbuslinie vorsieht.

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RTelenovela

Prag (1): Tausche nicht da, wo es gelb ist!

Dienstag, den 30. Mai 2017
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Vor dem Besuch der Tschechischen Republik steht ein Zwischenstopp auf der A17. Auf dem Parkplatz Am Heidenholz – kurz vor der deutsch-tschechischen Grenze – kann man sich die Maut-Plakette für die Autobahn im Nachbarland kaufen. 12 Euro für eine Woche. Na ja. Aber man zahlt ja gern für die Bequemlichkeit, ansonsten müssten wir über die Landstraßen zuckeln.
Folgt man der Autobahn, kommt man direkt nach Prag. Bald passieren wir auch schon das erste Mal eine Moldau-Brücke, woraufhin ich natürlich sofort den passenden Ohrwurm habe.

Wir haben uns eine Wohnung über Airbnb gesucht – und gefunden. In der Neustadt gelegen, sind es von dort aus gerade mal gute fünf Minuten zum Wenzelsplatz, also direkt ins Zentrum. Direkt vor unserer Haustür liegt ein kleiner Einkaufsladen, eine Art Späti, in dem es auch Haschkekse gibt. Auf der anderen Seite der Kreuzung ist ein Café, das wir auch gleich zu unserer Frühstückskneipe erklären. Perfekter kann unsere Wohnung gar nicht liegen, und schön ist sie auch noch.
Die Frau, die uns die Wohnung übergibt, ist mit ihren Eltern da. Ob die eigentlich dort wohnen, wissen wir nicht. Der Mann, ich schätze ihn auf 82 – und er ist tatsächlich 82, wie er dann sagt, spricht mit mir auf Deutsch mit schwäbischem Akzent. Ob ich irgendwelche Schriftsteller kenne.

Nun müssen wir noch zwei Dinge erledigen: Ein Parkhaus finden und Geld wechseln.
Das mit dem Parkhaus ist schwierig. Dort, wo es laut Handynavi sein soll, ist keins. Zumindest entdecken wir es nicht. Und nach zwei weitere Runden durch die Straßen rund um unsere Wohnung, stellen wir fest, dass es doch da ist, wo es sein soll, aber sehr unscheinbar und voll. Draußen parken kann man auch vergessen. Viele Plätze sind nur für Anwohner oder zeitlich begrenzt. Nach fast einer Stunde finden wir dann endlich ein Parkhaus – gefühlt am anderen Ende der Stadt, aber, wie sich später rausstellt, doch nicht soo weit weg. Später entdecken wir dann übrigens zig weitere Parkhäuser.

Wechselstuben können wir bisher auch nicht entdecken. Zumindest während der Parkplatzsuche vom Auto aus. Aber auch da gilt: Als wir endlich was gefunden haben und Geld umtauschten – erblickten wir eine Wechselstube nach der anderen.
Und Vorsicht: Es gibt in Prag verschiedene Wechselstuben. Man sollte unbedingt darauf achten, dass 0 % Kommissionsgebühr angezeigt sind. Meist sind das Geschäfte mit blauen Schildern. Da kann man Euros hinlegen und bekommt Kronen (am Wochenende waren 1 Euro etwa 26,50 Kronen). Nicht aber an den Schaltern von Western Union – mit gelben Schildern. Das Perfide: Auch dort stehen die Wechselkurse. Der Mann oder die Frau hinter der Scheibe legt die Kronen vor sich hin. Dann muss man einen Wisch unterschreiben, und der Western-Union-Angestellte nimmt sich gleich wieder lauter Kronen weg. Da muss man nämlich kräftigst Gebühren zahlen – gute 20 Prozent wohl, und vermutlich könnte man da von einer Touristenabzocke sprechen. Viele fallen aber drauf rein – und wir fast auch.

Was wir übrigens am ersten Tag gegessen haben? Wir waren chinesisch essen. Ja, da muss man erst mal drauf kommen – aber wir hatten Hunger, und in der Gegend fanden wir auf die Schnelle nichts anderes.

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