Tagesarchiv für 24. März 2017

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Lindern, bewegen, stärken

Freitag, den 24. März 2017
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In den Sommerfelder Sana-Kliniken werden pro Jahr etwa 3000 künstliche Gelenke eingesetzt

MAZ, 24.3.2017

Das medizinische Gebiet der Endoprothetik war in der DDR eine Marktlücke. Die Menschen mussten sehr lange auf Operationen warten. Zwei bis drei Jahre vergingen bis zur Hüft-OP. Im März 1987 sollte sich das ändern. Ärzte aus der Berliner Charité kamen damals nach Sommerfeld, um zu operieren und diese Warteliste abzuarbeiten.
Das ist nun 30 Jahre her, so lange gibt es die Orthopädie nun in Sommerfeld. Kürzlich ist das runde Jubiläum gefeiert worden.
Inzwischen werden pro Jahr in der dortigen Sana-Klinik mehr als 3000 künstliche Gelenke eingesetzt – der höchste Wert in Brandenburg, der zweitgrößte in Deutschland. „Da kann man stolz drauf sein“, sagt Volker Liefring, der Chefarzt der Rehaklinik im Kremmener Ortsteil.

Lindern, bewegen, stärken. Das sind die Stichworte, wegen der die Patienten nach Sommerfeld kommen. Sie haben Schmerzen – im Rücken, im Nacken, an der Hüfte, in den Knien. Längst nicht immer sind Operationen notwendig. Dann werde konservativ behandelt, sagt Volker Liefring: „Mit Krankengymnastik, Bewegungsbädern oder auch gezielten Spritzen.“ Es sei wichtig, den richtigen Zeitpunkt für eine OP zu finden. „Nicht zu früh, aber auch nicht zu spät“ sollte sie stattfinden. Man müsse bedenken, dass neue Gelenke im Durchschnitt 15 bis 20 Jahre halten, danach sei bei manchen Patienten eine Wechsel-OP nötig. Bei Jüngeren müsse also genau untersucht werden, ob die OP schon unabwendbar sei. „Denn man muss sich klar darüber sein, dass irgendwann noch eine OP anstehen könnte.“ Andererseits gebe es „tapfere Haudegen, die Schmerzmittel nehmen und Folgeschäden an Rücken und Muskeln durch falsches Laufen bekommen“, erklärt der Chefarzt.
In Sommerfeld wird konservativ und operativ behandelt, die Reha erfolge ebenfalls dort. Aus Sicht von Volker Liefring sei das ein großer Vorteil für alle Beteiligten, weil alle Abteilungen Hand in Hand arbeiten würden. Die Ärzte beraten sich in schwierigen Fällen gegenseitig.

Auch in der Reha gibt es mehrere Varianten der Betreuung: stationär oder ambulant. Es gibt auch Patienten, die gar keine Reha brauchen. „Jüngere gehen erst mal ein bis zwei Wochen nach Hause, zur Wundheilung. Ältere Patienten gehen oft direkt rüber zur Reha. Viele sind sonst zu Hause unsicher.“ Sinn der Reha – zum Beispiel nach einer Hüftoperation – seien aus Sicht des Chefarztes nicht nur das allgemeine Wohlbefinden und der Muskelaufbau, „sondern auch Sicherheit und Teilhabe.“ Es gehe darum, dass der Mensch danach wieder in den Alltag abtauchen könne – ohne Ängste. Volker Liefring stellt klar: „Reha ist Arbeit.“

Bevor es losgeht, gibt es eine Aufnahmeuntersuchung durch einen der Ärzte. „Dort wird der Patient noch mal richtig befragt und untersucht. Außerdem werden die Rehaziele vereinbart.“ Geklärt werden müsse: Was will der Patient? Was ist ihm wichtig? „Der eine sagt, er will einfach nur wieder laufen können, ein anderer will wieder Ski fahren oder zur nächsten Radtour.“ Es liege also auch ganz individuell an jedem Patienten, worauf die Reha am Ende hinauslaufen solle.
Anhand der Untersuchungen vor dem Start der Reha wird der Therapieplan erstellt. Die Behandlung erfolgt in vielen Schritten: Dazu gehören Krankengymnastik, Ergotherapie, Massagen, Reizstrom oder auch Gruppenbehandlungen. Wichtig ist in Sommerfeld auch die Medizinische Trainingstherapie (MTT) mit diversen Trainingsgeräten für die Kraftausdauer und die Koordination.
Nach Arbeitsunfällen absolvieren die Patienten auch eine medizinisch-berufliche Orientierung. Dachdecker beispielsweise können schon in der Rehaklinik üben, wie sie wieder angstfrei aufs Dach steigen können.

Ebenso zur Reha gehört, so Volker Liefring, die Edukation, die Patientenschulung. „Das sind Schulungsprogramme, teilweise richtige Unterrichtseinheiten.“ Da gehe es auch um den Umgang mit dem Schmerz, der auch nach OPs nicht immer komplett verschwunden sein kann. Stichwort: lindern. „Restschmerz wird schlimmer, wenn man sich nicht bewegt.“ Man müsse im Kopf begreifen, dass manchmal der Schmerz bleibe. Bei etwa fünf bis zehn Prozent der Hüftpatienten können nach der Behandlung noch Schmerzen auftreten, bei den Kniepatienten übrigens in etwa 20 Prozent der Fälle. „Da muss man dann ganz genau gucken, was die Ursache ist“, sagt der Sommerfelder Chefarzt.

Eine Altersgrenze für Gelenk-OPs will Volker Liefring in der Klinik in Sommerfeld nicht setzen. „Wir haben ein gutes Gesundheitssystem, wo keinem eine solche Behandlung verwehrt bleibt.“ Im Alter gehe es eher darum, ob der Körper eine Narkose gut überstehe. „Sonst operieren wir ohne Wenn und Aber.“

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Boomarama 3000

Freitag, den 24. März 2017
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DO 23.03.2017 | 0.20 Uhr (Fr.) | Tele 5

Ein bisschen bitter ist das ja schon: Am sehr späten Donnerstagabend ging es bei Tele 5 um das Scheitern. Und das in einer Sendung, die gerade selbst gescheitert ist: “Boomarama 3000”. Nachdem die erste Folge der neuen Staffel nur 110.000 Zuschauer hatte, ist sie vom Freitagabend auf die Nacht zum Freitag verbannt worden.
Das ist selbst für Tele 5 tatsächlich nicht so doll. Dass aber die Show nach nur einer Folge den Sendeplatz verliert, ist trotzdem seltsam. Wird doch bei Rele 5 gern damit kokettiert, dass man nicht so auf die Quoten schaue. Was dann ja wohl nicht stimmt.

Für Aurel Mertz ist das schade, denn seine wöchentliche Late-Night-Show ist durchaus sehenswert. Seit zwei Jahren macht er nun schon Fernsehen, und man merkt, dass er in dieser Zeit sehr an sich gearbeitet hat. Wenn die Gags mal gut sind, dann bringt er sie auf den Punkt, er ist locker und lustig.
In einem Einspieler sah man ihn gegen die Ringer-Weltmeisterin scheitern – das war kurzweilig.
Zu Gast war Late-Night-Talker Pierre M. Krause, der seit zig Jahren im SWR auf Sendung ist. Mertz und Krause haben gemeinsam, dass sie beide kaum Zuschauer haben. Und auch im Fall von Krause ist es schade, dass er selbst nach mehr als 500 Shows (!) dermaßen unbeachtet ist. Lustigerweise machten sie aber genau darüber auch Gags.

“Boomarama 3000” ist keine ganz große Kunst, aber gutes, kurzweiliges Fernsehen in der Nische. Hoffentlich gibt Tele 5 Aurel Mertz weiter Zeit, sich zu entwickeln. Oder mal ein größerer Sender…

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Torsten Weigel: Abenteuer Südhalbkugel – Sechs Monate, sechs Länder, drei Kontinente

Freitag, den 24. März 2017
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Im Herbst 2014 macht sich der freie Journalist Torsten Weigel aus Oranienburg auf den Weg. Ein halbes Jahr lang will er unterhalb des südlichen Wendekreises unterwegs sein. Ein Projekt, das er anderthalb Jahre vorbereitet hat. Startpunkt der Tour ist der Flughafen Berlin-Tegel.
Raus aus der deutschen Kälte – zurück in den Sommer. Sechs Länder auf drei Kontinenten stehen auf dem Programm. Los geht es in Namibia und langen Autotouren durch die Steppen. Er klettert Berge hoch oder fährt sie rückwärts mit dem Auto hoch – in Südafrika.
Weiter geht es nach Australien und dessen unendlichen Weiten. Weihnachten in Sydney, und weiter ging es nach Tasmanien, wo er mit dem Kajak unterwegs war. Mit dem Fahrrad ging es zum Schluss durch die Anden – vom Pazifik zum Atlantik.

Die Tour ist mit einem Blog begleitet worden. Dort schrieb Torsten Weigel bereits während der Reise. Es gab Texte, Fotos und Videos.
Blogleser von damals werden darin trotzdem viel Neues erfahren. Weigel schreibt Geschichten über Leute, die er getroffen hat. Eine Mischung aus Abenteuer, Storys und Fakten über die Länder.
Er berichtet von der Einsamkeit in der Hitze Westaustraliens und von der Höllenradtour unter dem Motto: „Aktiv sterben“. Die Kapitel des Buches sind aufgeteilt wie der Reiseverlauf war.
Es ist recht persönlich gehalten. Kein bloßer Reisebericht, sondern auch viel Menschenkunde. Immer wieder gibt es Dialog-Passagen, die es leicht machen, sich die Situationen vorzustellen. Weigel schreibt nicht nur über das Erlebte, sondern auch über seine Gefühle dabei, und das macht dieses Buch so spannend. Seine Beweggründe, die Tour anzutreten und was dem voraus ging, werden allerdings ein bisschen spät eingestreut.
Dem Reisebericht fehlt zwar ein wenig eine Rahmenhandlung und manche Kapitel hätten gern noch ausgeschmückt werden können – so zum Beispiel die Radtour -, vieles liest sich aber spannend. Ganz gut rausgearbeitet ist, dass die Reise an vielen Stellen strapaziös war. Dass Weigel und seine zwischenzeitlichen Reisepartner ganz schön zu knabbern hatten. In dem Buch scheint nichts geschönt zu sein. Dieses Auf und Ab macht das Ganze lesenswert.
Und PS: Gibt es ein Wiedersehen mit Tory?

Torsten Weigel: Abenteuer Südhalbkugel – Sechs Monate, sechs Länder, drei Kontinente
Malik, 288 Seiten
8/10

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