Monatsarchiv für März 2017

RTZapper

Der gleiche Himmel

Freitag, den 31. März 2017
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DO 30.03.2017 | 20.15 Uhr | ZDF

Die Aufarbeitung der DDR-Geschichte wird uns noch sehr lange verfolgen – und da gibt es ja auch noch sehr viel zu erzählen und zu lernen.
Mitte der 70er-Jahre spielte der spannende ZDF-Dreiteiler “Der gleiche Himmel”, dessen letzte Folge am Donnerstagabend zu sehen war.
Und es war einiges los.

Der junge Agent Lars Weber (Tom Schilling) wird in den Westen geschleust – als Romeo. Er soll Lauren (Sofia Helin) verführen. Sie arbeitet beim britischen Geheimdienst, und die DDR-Stasi erhofft sich, Daten zu bekommen.
Zu Hause geht alles weiter seinen Gang. Klara soll als Schwimmerin zu den Olympischen Spielen, wird aber mit Medikamenten vollgepumpt. Ihre Mutter weiß das – verhindert es aber nicht. Axel ist ein schwuler Lehrer, der davon träumt, die DDR zu verlassen. Er will sich einer Gruppe anschließen, die einen Tunnel in Richtung Westen gräbt…

Es sind mehrere Handlungsstränge, die erzählt werden, und alle sind sie spannend, weil sie doch verschiedene Aspekte des DDR-Alltags erzählen. Doping im Sport, Denunziation, es geht um Verrat und darum, wie die Stasi auch im Westen agierte.
“Der gleiche Himmel” ist dabei ein passender Name – weil er in zwei System spielt, in Ost und West, aber eben unter gleichem Himmel. Ein Happy End kann es da nicht geben, und es ist zu hoffen, dass die Geschichte irgendwann mal weiter erzählt wird. Denn da gibt es sicherlich noch einiges zu beobachten.

RT im Kino

Life

Freitag, den 31. März 2017

Jubel auf der Erde: Das Team einer Forschungsmission im All hat endlich den Beweis, dass es außerirdisches Leben gibt. Das Wesen, dass sie an Bord der Raumstation haben, kommt vom Mars. Es ist nur winzig klein, es bekommt aber trotzdem einen Namen Calvin.
Calvin aber wird zur Gefahr für die Crew: Als er aus dem Quarantänebereich entkommt, entsteht eine lebensbedrohliche Situation. Der erste Wissenschaftliche muss dran glauben. Denn das fremde Lebewesen scheint schlauer zu sein, als alle dachten. Nicht nur dass es immer größer wird, sondern es scheint einen Plan zu haben: irgendwie auf die Erde zu kommen. Ohne Rücksicht auf menschliche Verluste.

“Life” handelt vom Kontrollverlust. Aus der Freude über das entdeckte fremde Lesewesen, wird der reinste Alptraum. Daniel Espinosa sorgt für beklemmende und zutiefst angsteinflößende Augenblicke. Denn Calvin ist übermächtig, und es scheint, dass niemand vor ihm sicher ist. Der Zuschauer muss sich bald an die Situation gewöhnen, dass sich niemand sicher fühlen kann.
Daniel Espinosa geht da durchaus auch an Grenzen. Denn er hält die Kamera drauf und spielt mit allen Tricks. Wenn das krakenähnliche Wesen plötzlich im Mund des Wissenschaftler verschwindet und ihn von innen auffrisst, dann sind das nicht so ansehnliche Augenblicke.
Mit Ryan Reynolds, Jake Gyllenhaal, Rebecca Ferguson, Hiroyuki Sanada, Ariyon Bakare und anderen Darstellern ist “Life” zudem gut besetzt.
Der Film hat extrem spannende Szenen, zwischendurch allerdings auch ein paar Hänger, wenn sich Szenen ein wenig zu lange hinziehen. Man darf zudem gespannt sein, ob die Geschichte irgendwann mal weitergeht.

Life
USA 2016, Regie: Daniel Espinosa
Sony, 104 Minuten, ab 16
7/10

RTZapper

Klee: Immer wieder geht die Sonne auf

Freitag, den 31. März 2017
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MI 29.03.2017 | radioBerlin 88.8 | 20.36 Uhr

Und wieder ein Coversong, der irgendwie nicht funktioniert. Zugegeben, der Song ist bereits 2015 veröffentlicht worden, aber am Mittwochabend lief er bei radioBerlin 88.8, wo ich ihn zum ersten Mal gehört habe: Klee hat Udo Jürgens’ “Immer wieder geht die Sonne auf” gecovert. Es ist wieder mal ein guter Beweis, wie genial Udo Jürgens war. Denn Klee hat sich an diesem Song ordentlich verhoben.

In dem Lied geht es um eine gescheiterte Liebe, um einen Traum, der zu Ende geht, um Einsamkeit. Und dann der Refrain: “Denn immer, immer wieder geht die Sonne auf. Und wieder bringt ein Tag für uns ein Licht.”
Udo Jürgens singt von der Hoffnung trotz aller Trübsal, trotz der Trauer. Er singt vom Silberstreif am Horizont, und beim Refrain – wenn das Orchester und der Backgroundgesang so richtig loslegt – möchte man fast aufatmen, man spürt die Positivität regelrecht.
Nicht so bei Klee. Die Band hat einen seltsamen Sommerklang-Rhythmus mit Percussions draufgelegt, dazu die Stimme der Sängerin, die seltsam verträumt ihren Text runtersingt. Im Refrain kommt da vom Aufatmen, vom “Jawoll” nichts mehr rüber.

Es ist eines dieser Coversongs, die die Welt nicht gebraucht hat. Da sehnt man sich regelrecht danach, dass im Radio stattdessen das wundervolle Original läuft.

ORA aktuell

Oranienburger Bürgermeisterwahl: Blüthgen will antreten

Freitag, den 31. März 2017
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Der parteilose Kevin Blüthgen will zur Oranienburger Bürgermeisterwahl antreten. Der 35-Jährige kommt gebürtig aus der Stadt und arbeitet im Property Management einer Berliner Gebäudeverwaltung. Außerdem arbeitet er ehrenamtlich als Rettungsschwimmer am Lehnitzsee. Bekannt ist er in der Stadt mit “Frostis Fun Crew”, den Eisbadern.

Mit Politik hatte er bislang nicht viel am Hut, mit keiner Partei könne er sich identifizieren. Er will etwas gegen den Mangel an Kitaplätzen tun, für das Ehrenamt und für die Finanzierung der Bombensuche.
Zunächst muss Kevin Blüthgen aber Unterstützerunterschriften sammeln, damit er überhaupt zur Wahl zugelassen werden kann.

Für die SPD tritt Jennifer Collin an, für die CDU Kerstin Kausche, für die Linke Enrico Rossius, für die Grünen Heiner Klemp, außerdem der parteilose Alexander Laesicke. Auch die AfD hat einen Kandidaten.

RTelenovela

Was sind wir eigentlich, hier in Schwante?

Freitag, den 31. März 2017
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Manchmal sieht man auf Ortsschildern noch einen Zusatz wie: Fontanestadt, Wasserstadt, Universitätsstadt, Hansestadt. Das sind Zweitnamen, die gewachsen sind und für das stehen, was diese Orte ausmachen.
In Schwante sind sie nun auch auf den Geschmack gekommen. Der Ortsbeirat hat neulich darüber beraten, dass man auch so einen Zweitnamen auf das Ortsschild schreiben will.
Es gibt dabei nur ein klitzekleines Problem: Sie wissen selber nicht, was man denn da raufschreiben könnte. Oder anders gesagt: Noch ist unklar, wofür Schwante eigentlich steht. Was natürlich die Sache mit dem Ortsnamen-Zusatz ein wenig erschwert.

Schwante hat immerhin zwei Schlösser. Schwante hat einen Wasserturm. Schwante hat mehrere Lokale. Sogar einen Netto und sage und schreibe zwei Bahnübergänge. Wie aber könnte man das in einem griffigen Wort zusammenfassen?

Mal abgesehen davon, dass es höchst erfreulich ist, dass Schwante keine anderen ernsthaften Probleme hat. Aber wenn es keinen gewachsenen Begriff für das Dorf gibt – wozu muss man sich extra was ausdenken, um da noch was aufs Ortsschild zu kritzeln?

RTZapper

Über Barbarossaplatz

Donnerstag, den 30. März 2017
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DI 28.03.2017 | 22.45 Uhr | Das Erste

Zwei Frauen unterhalten sich. Therapeutin und Patientin. Das heißt, eigentlich flüstern sie. Sie nuscheln irgendwas vor sich hin. Im Hintergrund rauscht der Autoverkehr vor dem Fenster. Eine Wackelkamera folgt dem Dialog.
Ist das anspruchsvoll? Ist das Filmkunst? Oder ist es einfach nur mies?

Vermutlich scheint man sich innerhalb der ARD darüber gestritten zu haben, denn “Über Barbarossaplatz” lief – obwohl es eine TV-Premiere war – am Dienstagabend im Spätprogramm. Gerade mal 780.000 Zuschauer waren dabei.
DWDL lobte vorher, dem WDR sei ein außergewöhnlich guter Film gelungen. Aber es musste ja irgendeinen Grund haben, warum so ein außergewöhnlich guter Film an einem ungewöhnlichen schlechten Sendeplatz läuft. So richtig genannt worden ist er nicht, vermutet ist aber, dass der Stoff “zu komplex” sei. Was auch immer das heißt.

Nach der Ausstrahlung könnte man auch vermuten: Der Film ist nicht massentauglich. Eine Psychologin, die selbst am Ende ist. Harter Sex. Dazu das wacklige Genuschel. Das alles war vielleicht schlicht nicht gut genug für 20.15 Uhr. In ewigen Dialogen unterhielten sich in diesem Film Leute ganz leise, kaum zu verstehen. Der Ton war vermutlich gewollt schlecht, übertönt von Nebengeräuschen. Aber auf Filmfesten ist das scheinbar als Kunst gefeiert worden. Kann man machen. Oder auch nicht. Wie ja überhaupt immer öfter Kritiker und Zuschauer in ihren Urteilen sehr weit auseinander gehen.

Sicherlich, im Ersten laufen um 20.15 Uhr längst nicht nur gute Filme. Auch miese Schnulzen und handwerklich schlecht Gemachtes. Ganz sicher hätte auch “Über Barbarossaplatz” zur Primetime laufen können. Die Entscheidung, ihn um 22.45 Uhr zu versenden, ist aber auch sehr verständlich.

RTelenovela

Ein Hoch auf die Technik (38): Es riecht und blubbert

Donnerstag, den 30. März 2017
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(37) -> 24.12.2016

Schon als wir losfahren, merke ich an, dass es es seltsam im Auto riecht. Und tatsächlich: Der Geruch verstärkte sich, es wurde ziemlich eklig: Es stank nach Gummi.
Eigentlich dachte ich, es sei der Reifen des Autos meines Freundes. Der knarrte so seltsam, als er vor meiner Haustür anrollte. Aber der Geruch musste aus dem Motor kommen, denn gerade als wir an einer Ampel standen, kam der Geruch extrem auch aus der Lüftung. Konnte also nicht der Reifen sein. Also was Ernstes.

Diese Autofahrt war dann eher unangenehm, weil unklar war, was passieren würde. Aber wenigstens hatten wir es nicht weit, nur bis zum Oranienburger Kino.
Da stiegen wir aus, und ich hörte was zischen, was blubbern. Konnte also wirklich nicht der Reifen sein. Also Motorhaube auf und schauen und horchen.
Es war die Batterie. Sie blubberte, aus den Seiten tropfte wein wenig Flüssigkeit.

Wir standen nun sehr ratlos da und googelten. Ziemlich schnell wurde klar: Die Lage ist ernst. Die Batterie wohl im Eimer, von einer Explosionsgefahr war da sogar die Rede. Eventuell ist es auch die Lichtmaschine.
Und nun? Einfach stehen lassen?

Wir riefen beim ADAC an – allerdings bin ich da zwar Mitglied, aber es ist ja nicht mein Auto gewesen. Der Abschlepper hätte also mächtig was gekostet. Mindestens 200 Euro hätten auf der Uhr gestanden. Allerdings war das schon mehr, als das alte Auto überhaupt noch wert war. Wir entschieden uns dagegen.
Und nun? Schnell zur nächsten Werkstatt selbst fahren?
Es war ein Risiko, aber mein Freund ging es ein, und es war sicherlich nicht die fröhlichste Fahrt. Ich lief schnell nach Hause, soo weit war es nicht, holte mein Auto, um ihn dann vom Werkstattparkplatz in Sachsenhausen abzuholen.
Ende vom Lied: Das Auto kommt auf den Schrott. Die Reparatur hätte den Wert des Autos weit überschritten.
Ein unschönes Ende dieses Abends, und der Kinoabend verlief dann doch sehr anders – immerhin ein Besuch im Schnellrestaurant war noch drin. Zum Runterkommen.