Tagesarchiv für 16. November 2016

aRTikel

Oberhavel in Tusche gemalt

Mittwoch, den 16. November 2016
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Anja Theres Focking (29) aus Schwante hat einen Kunstkalender herausgebracht

MAZ Oberhavel, 16.11.2016

Schwante.
Am Anfang ist das weiße Blatt. Und ein Motiv. Zum Beispiel die alte Bockwindmühle in Vehlefanz. Anja Theres Focking setzt sich auf die Wiese davor und beginnt zu malen. Sie nimmt sich ihre Tauchfeder, tunkt sie in die Flasche mit der Tuschefarbe und fängt an.
Die 29-Jährige aus Schwante hat in den vergangenen Monaten viele solcher Motive gemalt, sie war in der ganzen Region unterwegs. Heraus kam ein Kalender für 2017: Oberhavel in schwarzer Tusche gemalt. Zu sehen sind auch das Klubhaus in Kremmen, das Oranienburger Schloss, die neuen Bauten am Veltener Bahnhof, der Holzbackofen in Schwante und vieles mehr.

Dieser Kalender ist für Anja Theres Focking wie ein Stück Heimkehr. „Ich bin in Schwante aufgewachsen“, sagt sie, „war aber lange Zeit weg gewesen.“ In Pforzheim war sie in der Goldschmiedlehre. Bei einem „Tag der offenen Tür“ schaute sie sich in der Hochschule für Gestaltung um. „Dieser kreative Ort zog mich an.“ Sie studierte Design für Schmuck und Objekte der Alltagskultur. „Und das Zeichnen war während des Studiums immer eine spannende Sache.“
Oft bekommt sie zu hören, das sei doch brotlose Kunst. „Aber ich wünsche mir, dass ich damit leben kann“, sagt sie. Mit dem Kalender will sie sich ein Stück weit an das Kultur- und Kunstbusiness wagen. 250 Stück vom Kalender sind gedruckt, viele hat sie schon verkaufen können.

Aber wie ist das eigentlich mit der Tusche? Was passiert denn, wenn sie sich „vermalt“? „Ja, das ist ein Wagnis, aber das reizt mich auch so sehr“, sagt die Schwantenerin. Beim Zeichnen ist es, wie mit einem Stift zu schreiben. Wenn ein grober Fehler passiert, könne er entweder noch zeichnerisch behoben werden, oder sie muss radieren. „Aber einige der Bilder im Kalender sind tatsächlich sogenannte erste Versuche“, sagt Anja Theres Focking. „Das hängt ja auch immer davon ab, wie man drauf ist. Man muss sich wohlfühlen, wenn man loszeichnet.“

Wenn sie so da sitzt – wie an der Vehlefanzer Mühle – dann vergisst sie oft die Zeit. „Wenn ich im Flow bin, dann darf mich keiner stören. An der Mühle, da hatte mich zwischendrin jemand angerufen, aber zum Glück war ich da mit dem Bild schon fast fertig.“ Sie schmunzelt, überlegt und sagt: „Man unterbricht sonst den Moment. Man zeichnet etwas, was man gerade sieht und was man ständig abgleicht mit dem, was man schon auf dem Papier hat. Das ist ein wirklich spannender Moment.“
Für den Kalender hat sie sich erstmals auch mit Dingen beschäftigt, die sie noch nie gemalt hat. Natur, Büsche oder auch die ganz speziellen Kleinigkeiten am Oranienburger Schlossgebäude. „Geometrisch genau muss es nicht sein. Aber ich habe gemerkt, dass ich mich darauf mal einlassen muss.“

„Alles hat seine Zeit“ – so hat Anja Theres Focking ihren Kalender genannt. Ihre Bilder hat sie passend betitelt: „Riechen und schmecken“ im Oktober oder „Bewahren und loslassen“ im Dezember. Was als nächstes von ihr kommt, lässt sie noch völlig offen. Jetzt ist sie erst mal glücklich über das, was sie geschafft hat.

Wer Interesse an dem Kalender hat, kann eine E-Mail schreiben an ­anjatheres.focking@gmail.com.

RTelenovela

Da, wo früher mal eine Straße war

Mittwoch, den 16. November 2016
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Es ist eine meiner etwas abseitigen Interessen, und vermutlich habe ich hier schon mal davon geschrieben.
Ich finde Straßenverläufe spannend, und vor allem dann, wenn historische Straßenverläufe verlassen werden. Zum Beispiel beim Bau von Umgehungsstraßen.
Bin ich mit dem Auto unterwegs, fallen mir solche Abzweigungen immer sofort auf, und wenn ich einen Beifahrer habe, traue ich mich selten, dazu etwas zu sagen, weil das meine Beifahrer eher selten interessiert, geschweige denn auffällt.

Ein gutes Beispiel ist die B96, die immer öfter von ihrer historischen Trasse abweicht. Oranienburg hat eine Umgehungsstraße, und die ehemalige B96 führt durch die Stadt und durch Sachsenhausen. Dahinter sieht man den neuen Knotenpunkt, und wer sich den Wald an dieser Stelle genau ansieht, bemerkt noch die Schneise der alten, damals durchgehenden Trasse.
Ähnliche Punkte gibt es später immer wieder. Die alte F96 führte irgendwann sicherlich mal durch Gransee und die Altstadt, jetzt daran vorbei. Vor Neustrelitz schwenkt die Bundesstraße leicht nach rechts weg und an der Stadt komplett vorbei. Um so interessanter finde ich es, auf die alte Trasse abzubiegen und eben doch durch Neustrelitz zu fahren.
In Greifswald habe ich inzwischen echte Probleme, die alte B96-Route zu finden. Eine Umgehungsstraße führt auch dort um die Stadt herum. Diese hat inzwischen eine noch weitläufigere Umgehung.

Es ist natürlich nicht nur die B96, wo mir so was auffällt. Mit geschultem Blick sieht man so was immer wieder. Ich finde das spannend, erwähnte ich das schon.
Und ich bin nicht allein. Heute bin ich auf eine Facebook-Seite gestoßen, die sich mit der alten Reichsstraße 1, der heutigen B1, befasst. Dort wurden lauter Fotos gepostet, die alte, nicht mehr genutzte Streckenverläufe zeigt. Brücken, die nicht mehr genutzt werden. Schmale Straßen, die früher zur Reichsstraße gehörten. Straßen, die im Nichts enden, weil die heutige B1 umgeleitet wird.
Ich musste ein bisschen lächeln, als ich die Fotos und Texte gesehen habe. Denn da sind Menschen, die dieselbe Leidenschaft haben wie ich.

Aber wie nennt man so was? Straßenforscher? Streckennetzgeschichte? Oder einfach nur: Freak?

ORA aktuell

Oranienburger Bürgermeisterwahl: Linke nominieren Rossius

Mittwoch, den 16. November 2016
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Enrico Rossius geht für die Linke ins Rennen um die Oranienburger Bürgermeisterwahl 2017. Amtsinhaber Hans-Joachim Laesicke (SPD) tritt aus Altergründen nicht mehr an.
Im Rahmen einer Mitgliederversammlung wurde Rossius gewählt, am Montagabend gab er das Ergebnis auf seiner privaten Facebook-Seite bekannt, die Linke bestätigte die Wahl am Dienstag.

Der 39-Jährige tritt mit dem Ziel an, mehr Bürgernähe und Bürgerbeteiligung zu erreichen. Rossius gehört zu den Politikern in Oranienburg, die sich aktiv im Kampf gegen Rechtsextremismus engagieren.