Monatsarchiv für Oktober 2016

RTelenovela

Wütend, so wahnsinnig wütend!!!

Freitag, den 28. Oktober 2016
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Ein bisschen habe ich mich ja erschrocken, als ich am Donnerstagabend durch Velten fuhr. Da blickte mich doch glatt ein sehr wütendes, tiefrotes Smiley an. Obwohl: Kann man bei einem so wutverzerrten Gesicht noch von einem Smiley sprechen?
Was war passiert? Ja, okay, ich war ein wenig zu schnell unterwegs. Über dem unfassbar wütenden Gesichtsbildchen stand auch, wie schnell ich den durch Veltens City donnerte: Mit Tempo 54.

Vier Kilometer pro Stunde zu schnell! Vier!! Da wäre ich vermutlich noch nicht mal geblitzt worden. Für das Veltener Geschwindigkeitsanzeiger-Smiley war das dennoch kein Grund, wenigstens nur ein wenig skeptisch zu gucken. Oder irgendwie neutral. Nein, mir schlug die blanke Wut entgegen.
Ich werde das nächste Mal ausprobieren, was passiert, wenn ich das Auto an dem Ding vorbeischiebe. Vielleicht bekomme ich dann einen kleinen Lächler.

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RTZapper

Applaus und Raus!

Freitag, den 28. Oktober 2016
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MO 24.10.2016 | 23.15 Uhr | ProSieben

Wenn Oliver Polak keinen Bock auf seine Studiogäste hat, schmeißt er sie raus. Das ist das sehr einfache Konzept seiner Talkshow (passt das Wort in diesem Zusammenhang?) montagabends auf ProSieben. Das Problem dabei ist: Wirklich Bock hat er auf keinen seiner Gäste.

“Applaus und Raus!” heißt dieses Experiment, das eigentlich total spannend ist. Denn Oliver Polak setzt sich einfach an seinen Tisch und wartet ab, wer da so kommt. Er ist auf nichts vorbereitet. Und wenn er kein Interesse (mehr) hat, buzzert er, und der Gast muss gehen.
Mit Oliver Pocher, seinem ersten Gast, hat er sich am längsten unterhalten. Wobei Polak eigentlich nur interessiert hat, wen Pocher gerade so im Bett hat. Und warum er privat nett ist, aber beruflich nur Müll fabriziert (hat Polak leider nicht ganz unrecht).

Insgesamt kamen in 45 Minuten neun Gäste. Für den Rapper Frauenarzt hatte Polak keine Minute. Für eine Irgendwie-Prinzessin hat er sich auch nur kurz interessiert. Eine Frau, die für ein Jahr in einer Kaspel lebte, die das Leben auf dem Mars simulierte, fragte Polak erschreckend belangloses Zeug. Sie buzzerte er zwar nicht weg, aber ein echtes Gespräch führte er mit ihr auch nicht. Selbst auf seine Mutter ganz am Ende hatte er nicht wirklich Lust.

Interessiert sich der Moderator für gar nichts? Hat sein Team eine blöde Auswahl getroffen? Wenn in einer ganzen Sendung einfach gar kein spannendes Gespräch entsteht, weil letztlich alle rausgeworfen werden, ergibt das alles irgendwie keinen Sinn.
Auch für Oliver Polak gilt: Applaus und raus!

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RTZapper

Schlagerbooom – Das internationale Schlagerfest

Donnerstag, den 27. Oktober 2016
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SA 22.10.2016 | 20.15 Uhr | Das Erste

Ganz ehrlich: Respekt an den mdr! Waren die Feste der Volksmusik im Ersten einst eine betuliche Angelegenheit, ist die Show nach und nach behutsam modernisiert worden. In den vergangenen Jahren verschwand die Volksmusik aus dem Sendungstitel, langsam zog auch die moderne Musik bei Florian Silbereisen ein.
Und jetzt? “Schlagerbooom”! Eine Show, die sich erstaunlich gut sehen lassen kann.

Die Show kam am Sonnabend live aus der Dortmunder Westfalenhalle und wirkte wie ein Megaevent – wie der Eurovision Song Contest. Die Bühne ist wie eine Arena in der Mitte der Halle aufgebaut worden, Kulissen gab es ansonsten kaum.
Das Publikum war sehr gemischt – im Innenraum standen vor allem junge und mittelalte Leute, die ordentlich Party machten.

Helene Fischer feierte nach ihrer Bühnenpause ihr Comeback. Maite Kelly kam und heulte vor Rührung. Howard Carpendale sang seine größten Hits. Zwischendurch hatte Patricia Kaas einen Auftritt, der Volks-Rock-‘n’-Roller Andreas Gaballier und natürlich Silbereisens Band Klubbb3.
Es war ein spannendes Potpourri, und zu keinem Zeitpunkt glitt das Ganze wieder in die betuliche Schlagerwelt ab. Vielen Künstlern war deutlich anzusehen, wie sie selbst beeindruckt waren von dieser Kulisse, von dieser Art Popfernsehen zur Primetime, bei dem sie dabei sein durften. Nur eines sollte Pflicht sein: live singen!

Man kann von Florian Silbereisen halten, was man will. Aber er hat es geschafft, den Schlager in Deutschland wieder salonfähig zu machen, ja, man möchte fast sagen: cool. Kein Wunder, dass fast sechs Millionen Leute die weit mehr als dreistündige Show einschalteten, und sogar überdurchschnittlich viele junge Zuschauer dabei waren.
Liebe Verantwortlichen des Musikantenstadls, die die Sendung als Stadlshow ruiniert und in den Müll geworfen haben, weil sie absolut unfähig waren, etwas Gutes mit der Show anzufangen – beim “Schlagerbooom” seht ihr, wie man es richtig macht.

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ORA aktuell

Wirbel um DHL-Standort in Oranienburg

Donnerstag, den 27. Oktober 2016
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Es gibt Pläne der Deutschen Post, den DHL-Solution-Fashion-Standort in Oranienburg zu verlagern. Das berichtet der Oranienburger Generalanzeiger. Wohin der Standort verlegt wird, sei aber noch unklar. Bis 2018 soll das geschehen.
Das sieben Hektar große Grundstück Am Wald 1 soll für Wohnhäuser genutzt werden – die Rede ist von 130 Reihen- und 34 Doppelhäusern sowie einem Gebäude mit 20 Appartements.

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RT im Kino

Burg Schreckenstein

Donnerstag, den 27. Oktober 2016

Stephan (Maurizio Magno) soll aufs Internat. Seine Eltern sind getrennt, und wenn sie sich sehen, zoffen sie sich. Seine Mutter Melanie (Jana Palaske) bringt ihn zur Burg Schreckenstein, seiner neuen Heimat.
Auf der Burg leben nur Jungs, und natürlich beäugen die anderen Jungs Stephan erst mal sehr gründlich. Aber schnell stellt sich raus, dass dort alles weniger streng ist als gedacht – zumindest auf Schülerseite.
Allerdings sind die Schreckensteiner im Krieg – mit dem Mädchen vom Internat Rosenfels, und dieser Krieg wird leidenschaftlich gern ausgetragen – natürlich nicht immer mit feinsten Methoden…

Nicht gerade wenige 27 Bände umfasst die Jugendbuchserie “Burg Schreckenstein” von Oliver Hassencamp, geschrieben zwischen 1959 und 1988. Jetzt gibt es den ersten (und vermutlich nicht letzten) Film dieser Reihe im Kino.
Natürlich hat Drehbuchautor Christian Limmer die Geschichte ein bisschen mehr ins Heute verfrachtet. Dass sie aber dann doch ziemlich von gestern sind, merkt man diesem Film leider doch deutlich an.
Das ewige Mädchen-Jungen-Bashing mit durchaus üblen (und heute eigentlich lahmen) Klischees sind auf Dauer leider langweilig. Und auf etwas anderes baut dieser Film kaum auf. Zwar gibt es noch die kleine Nebengeschichte von Stephan, die ist aber auch nicht spannend genug, um den Film allein zu tragen. Das Burgleben erscheint auch irgendwie unmodern und lebensfern.
Klar, die Darsteller sind herzig (plus Harald Schmidt als kauziger Alter), der Soundtrack stimmig. Dennoch zieht sich “Burg Schreckenstein” doch sehr.

Burg Schreckenstein
D 2016, Regie: Ralf Huettner
Concorde, 96 Minuten, ab 0
5/10

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aRTikel

Bürgermeisterwahl in Kremmen: Der Unabhängige will den Seitenwechsel

Mittwoch, den 26. Oktober 2016
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(2) -> 20.10.2016

Die Kremmener Bürgermeister-Kandidaten im Check – Teil 3: Gewinnt Eckhard Koop (parteilos), gibt er seine Firma auf

MAZ Oberhavel, 26.10.2016

Kremmen.
Er will die Seiten wechseln. Raus aus der politischen Opposition, in der Eckhard Koop immer zu denen gehört, die für oder gegen eine Sache hartnäckig streiten. Nun möchte er selbst auf den Chefsessel der Kremmener Verwaltung. „Meiner Ansicht nach kann man einiges anders und besser machen“, sagt der 53-Jährige.

Eckhard Koop ist seit kurzem verheiratet. Er hat zwei Söhne, ein Mädchen hat seine Frau in die Ehe mitgebracht, ein weiteres Kind ist unterwegs. Er ist zwar in Hennigsdorf geboren worden, lebte danach aber Zeit seines Lebens in Kremmen. Der Malermeister mit eigener Firma hat ein Haus in Orion. „Ich habe die Stadt nie verlassen“, sagt er. Ist das gut oder schlecht? „Man kennt die Gegebenheiten“, antwortet er.

Politisch aktiv ist er seit 1998. „Ich wollte was verändern.“ Von Anfang an trat er als parteilich Unabhängiger an. „Aus Überzeugung“, so Koop. Ob er zur Wahl antritt, stand lange nicht fest. „Aber mich haben viele darauf angesprochen und gesagt: Mach es! Die Leute wollen eine Alternative haben.“ Seit dem vergangenen Jahr ist er Ortsvorsteher von Kremmen.

Sein Wahlprogramm ist recht umfassend. Die Schulen in Kremmen sollen so bleiben, wie sie sind, notwendige Investitionen müssten geleistet werden. Für die Kitas wünscht er sich eine Diskussion zu den Schließzeiten. „Das kann man anders organisieren.“ Auch über die Elternbeiträge könnte nachgedacht werden. Stichwort: finanzielle Entlastung. Auch ein beitragsfreies Kitajahr hält er für sinnvoll. Aber: alles unter Vorbehalt. Eckhard Koop will nichts versprechen, was dann haushaltstechnisch nicht einlösbar sei, sagt er.
Beim Jugendclub hat er den Eindruck einer Stagnation. „Da muss man auf Ideensuche gehen, dorthin, wo neue Konzepte erarbeitet wurden.“
In Sachen Kultur ist ihm die Eigenständigkeit der Ortsteile wichtig. „Jeder Ort hat seine jährlichen Feiern, das sollten wir weiter unterstützen, nicht aus Geldnot nur noch zentrale Feiern anbieten.“ In dem Zusammenhang sollte aus seiner Sicht die ehrenamtliche Arbeit mehr gewürdigt werden.
Ein großes Augenmerk legt er auf die Infrastruktur. Die Instandhaltung der Straßen sei wichtig: Schlaglöcher müssten ausgebessert, die Randbereiche gepflegt werden. Zum Neu- oder Ausbau von Straßen müssten Anwohner immer ihr Okay geben. Die Radwege von Hohenbruch nach Sommerfeld und weiter nach Ludwigsaue will er vorantreiben und sich auf Fördermittelsuche begeben. „Wir können es allein nicht leisten, so ehrlich muss man sein“, so Eckhard Koop.
Wirtschaftlich ist es sein Ziel, neue Betriebe anzusiedeln, Werbung für Kremmen zu machen, mit möglichen Investoren zu reden. So würde sich aus Koops Sicht auch die finanzielle Lage der Stadt verbessern. Auch beim Bauland sieht er ausreichendes Potenzial.
Die Bürger will er weiter ins Boot holen. Erreichen will er das mit anderen Öffnungszeiten im Rathaus und der schon beschlossenen Umsetzung des Bürgerhaushaltes.

Falls er Bürgermeister wird – Koop sieht sich mindestens in der Stichwahl – wird er seine Firma aufgeben. „Die neue Aufgabe ist so reizvoll, dass ich dafür meine 27-jährige Selbstständigkeit aufgeben würde.“ Das Fußballspielen hat er schon aufgegeben – dafür ist er bei den Spielen seiner Söhne immer dabei. Er fährt gern Rad – am liebsten ins Luch. „Und alle Waldgebiete, ich kenne da alles“, sagt er. Sein Vater war Ornithologe.

Den Wahlabend selbst wird er wohl zu Hause verbringen. „Das Ergebnis schaue ich mir dann irgendwann im Internet an.“ Ob er das wirklich so locker sieht, wird sich am 6. November nach 18 Uhr zeigen.

*

Zur Person: Eckhard Koop ist geboren am 12. Oktober 1963 in Hennigsdorf. Seit 1963 lebt er in Kremmen. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Ein Drittes brachte seine Frau mit in die Ehe.

Beruf: Er ist selbstständiger Malermeister, seit 1990 betreibt er eine Firma mit Sitz in Orion.

Politik: Seit 1998 ist er Mitglied der Stadtparlamentes, seit 2004 im Ortsbeirat und Ausschüssen. 2015 wurde er Ortsvorsteher in Kremmen.

Hauptziele: Weitere Investitionen in Schulen, Kitas und Infrastruktur. Schaffung von Wohnraum, kulturelle Eigenständigkeit der Ortsteile.

Die Wahl: Am 6. November wählen die Kremmener. Vier Kandidaten stellen sich zur Wahl.

Die Serie: Die MAZ stellt die vier Kandidaten in alphabetischer Reihenfolge vor. Schon erschienen: Sebastian Busse (CDU), Arthur Förster (UWG/LGU). Es folgt: Klaus-Jürgen Sasse (SPD).

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RT liest

Benjamin von Stuckrad-Barre: Nüchtern am Weltnichtrauchertag

Mittwoch, den 26. Oktober 2016
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Benjamin von Stuckrad-Barre hat ein kleines Büchlein herausgebracht, und es ist durchaus erstaunlich, wie aus zwei kleinen Aufsätzen gleich ein ganzes Buch auf den Markt geworfen wird. Es hat abzüglich Umschlagsseiten nicht mal 70 Seiten, und die auch noch im Miniformat. Aber Fans geben dafür scheinbar trotzdem gern 8 Euro aus und jazzen auch dies zum Kult auf.

Nun denn. Es ist ja auch durchaus lesenswert, was er da schreibt. Einerseits berichtet er davon, wie es ist, wenn man nüchtern bleiben will. Also ohne Alkohol auskommt. Und wie die Leute in seinem Umfeld reagieren. Wie sie immer wieder hartnäckig nachfragen, ob er wirklich nichts trinken will. Und welchen Eindruck er von alkoholbegleiteten Partys hat. Dass man eventuell was verpasst, aber eigentlich auch nicht.
Als Zweites berichtet er vom Rauchen am Weltnichtrauchertag. Davon, wann er raucht, wie oft er raucht und überhaupt: dass er raucht. zu viel raucht.

Das liest sich nett, besonders die Nüchtern-Story hat viele Pointen, und ist sehr wahr. Denn die ganze Sauferei und diese Aufdringlichkeit, wenn man nichts trinken will, nervt in der Tat. Der Raucher-Blog ist eine einzige Pointe – immer wieder diese Raucherei. Irgendwie lustig, aber irgendwie auch selbst ähnlich zigmal erzählt bekommen.
In einer guten halben Stunde ist man durch, das reicht für die Bahnfahrt am Morgen, sorgt für Schmunzler, aber für 8 Euro dann doch ein bisschen überschätzt.

Benjamin von Stuckrad-Barre: Nüchtern am Weltnichtrauchertag
KiWi, 75 Seiten
6/10

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