Tagesarchiv für 19. Februar 2016

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Jan Weiler: Kühn hat zu tun

Freitag, den 19. Februar 2016

Kühn hat zu tun. Also, wirklich. Er hat wirklich viel zu tun.
Martin Kühn (44) ist Polizist in München, und die Entführung eines Mädchens hält ihn und seine Kollegen in Atem. Aber nicht nur das.
Kühn lebt auf der Weberhöhe, einer Wohnsiedlung am Rande von München, die auf dem Gelände einer ehemaligen Munitionsfabrik errichtet worden ist. Und quasi direkt hinter dem Zaun der Kühns wird ein toter Mann gefunden. Erstochen, regelrecht aufgeschlitzt. Martin tappt im Dunkeln – und gerät bald selbst ins Visier der Ermittler.
Von seinen Problemen daheim ganz zu schweigen. Kühn kann kaum schlafen, seine Gedanken kreisen. Sein Sohn droht zu den Nazis abzudriften, und seine Tochter will endlich ein Pony.

Jan Weiler steht für gute literarische Unterhaltung – und das auch mit diesem Roman. Mit “Kühn hat zu tun” schafft Weiler eine gute Balance zwischen Komödie und Krimi, wobei seine Geschichte am Ende fast in ein Drama abdriftet.
Durch die lockere Schreibe liest sich das Buch sehr flüssig, im Inneren läuft ein Film ab, man möchte wissen, wie es weitergeht.
Weiler erzählt von einem Mann, der sich scheinbar mehr und mehr in den Mist reitet und auf eine Katastrophe zusteuert.
Bis auf die viel zu lange und in der Form überflüssige Einleitung über die Wohnsiedlung ein sehr lesenswertes Buch!

Jan Weiler: Kühn hat zu tun
Kindler, 318 Seiten
8/10

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aspekte extra: Die lange Nacht der Berlinale

Freitag, den 19. Februar 2016
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DI 16.02.2016 | 0.55 Uhr (Mi.) | ZDF

Berlin ist im Festivalfieber, und da mischt das ZDF ordentlich mit – mit einem “aspekte extra” und “Die lange Nacht der Berlinale”. In einem Studio über dem Potsdamer Platz, also im Herzen der Berlinale, begrüßten Tobias Schlegl und Katty Salié Filmemacher, Schauspieler und Musiker.
Die Zuschauer erfuhren etwas über aktuelle Festivalfilme, über neue und alte Strömungen und einfach über das, was auf der Berlinale 2016 so los ist.

Und das war eine wirklich spannende, abwechslungsreiche Unterhaltungssendung mit Niveau und Anspruch. Eine schöne Mischung aus Talks, Einspielern und Live-Musik. Zwei Stunden lang. So muss es sein, ZDF!

Aber: Warum, um Gottes Willen, läuft so etwas nachts um 0.55 Uhr? In der Nacht zum Mittwoch? Warum wird so eine aufwändige Produktion im tiefsten Nachtprogramm (nein, man kann nicht mal mehr vom Spätprogramm sprechen) versenkt? Warum muss man bis kurz vor 3 Uhr in der Nacht wach bleiben, um so eine Infotainment-Perle zu sehen?
Wozu hat das ZDF seine drei Spartensender, wenn es nicht mal möglich ist, wenigstens dort diese Sendung live oder wenigstens früher zu senden?
Sicherlich, so eine Berlinale-Sendung ist thematisch ab und zu etwas speziell – aber sicherlich hätte man noch ein paar Zuschauer mehr erreicht. Zu einer anständigen Sendezeit.

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