Tagesarchiv für 18. Februar 2016

RT im Kino

The Boy

Donnerstag, den 18. Februar 2016

Greta (Lauren Cohan) hat einen neuen Job angenommen. In einem großen Haus eines älteren Ehepaares soll sie auf dessen Sohn aufpassen. Als Nanny hat Greta schon Erfahrung, da sollte also kein Problem sein.
Doch als sie den Jungen sieht, ist sie schockiert: Brahms, der Junge, ist eine Porzellanpuppe. Seine Eltzern behandeln ihn, als wäre er ein Mensch. Sie wecken ihn morgens, sprechen mit ihm, ziehen ihn an, füttern ihn, spielen im Buch vor, lesen aus Büchern – kurzum: Sie tun, was Eltern tun.
Nun wollen sie verreisen, und Greta muss auf Brahms aufpassen. Und, klar: Sie nimmt ihre Rolle nicht ernst. Was soll schon passieren mit einer Porzellanpuppe.
Doch Greta soll sich irren, denn Brahms lebt. Irgendwie.

“The Boy” hat viele Zutaten, die einen guten Horrorfilm ausmachen. Eine zunächst absurde, aber dann immer mehr gruselige Situation. Ein “Hauptdarsteller”, bei dem einen ein Schauer über den Rücken läuft.
William Brent Bell setzt dabei an vielen Stellen auf Ruhe, auf die Langsamkeit. Damit übertreibt er es ein wenig, denn sein Film wirkt oftmals leicht behäbig. Auch reizt er die Gruseligkeit von Brahms nicht genug aus, da hätte noch sehr viel mehr kommen können – nicht umsonst ist er frei ab 12 Jahren. So ist der Spannungsgrad von “The Boy” letztlich dann doch noch stark ausbaufähig, auch wenn er nie langweilig ist.
Die Auflösung ist eine wirkliche Überraschung, auch wenn ebenfalls Fragen offen bleiben.

The Boy
USA 2015, Regie: William Brent Bell
Central, 97 Minuten, ab 12
6/10

Hits: 95

RTZapper

Sido in the Box

Donnerstag, den 18. Februar 2016
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MO 15.02.2016 | 23.05 Uhr | ProSieben

Sido auf dem Friedhof. Im Gespräch mit einem Mann, der gerade ein Grab buddelt. Sido beim Transport einer Leiche. Beim Waschen des toten Mannes. Bei seiner Herrichtung. Im Gespräch mit einem Pfarrer. Sido bei der Beerdigung, bei der Grabrede.
Das ist keine Verarsche, das ist nicht mal Comedy. Das ist “Sido in the Box”.

Bei dem ProSieben-Format am Montagabend geht es darum, dass Promis in für sie fremde Situationen geschubst werden. In einer Box werden sie irgendwohin transportiert, dort müssen sie dann mit der jeweiligen Situation klarkommen.
Eine erstaunlich und erfreulich spannende und informative Sendung.
Denn es ging glücklicherweise nicht darum, dass Sido nun in witzige Situationen geraten sollte, dass es witzig sein sollte, wenn es der Rapper das erste Mal mit einem Toten zu tun hat.

Voller Ernsthaftigkeit setzte sich Sido mit der Situation auseinander. Fast hatte er Angst, sich einem Toten so zu nähern, wie er es beim Bestatterjob nun mal tun muss. Voller Pietät zeigte die Kamera nur so viel vom toten Menschen wie nötig. Nie sein Gesicht. So intim die Situation war, die Kamera wurde nie zu intim.
Als Zuschauer konnte man lernen, was mit einem Toten eigentlich passiert. Was von einer verbrannten Leiche übrig bleibt (zum Beispiel die künstlichen Gelenke oder Plomben). Wie Beerdigungen vorbereitet werden.
Mit Sido als Stars der Jugend hat ProSieben ein Thema in den Mittelpunkt gerückt, das vielleicht nicht populär ist – wichtig aber in jedem Fall.

Dass es dabei eigentlich völlig überflüssig ist, dass Sido dazu aus einer Box steigt (wie und warum sie dahin gekommen ist, wird im Film nicht gezeigt) und dass manche Szenen leider sehr inszeniert wirkten (Sido kann nicht überrascht gewesen sein, dass er auf einem Friedhof ist und beim Bestatter arbeiten wird), lässt sich da mal verschmerzen.

Hits: 164

RTelenovela

HBD und HAND

Donnerstag, den 18. Februar 2016
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Neulich las ich auf Facebook – auf der Pinnwand eines Freundes – eine Nachricht, die mich ein wenig irritiert hat. Sie lautete: „HBD“.
Nun ist der Abkürzungswahn in der modernen SMS- und WhatsApp-Welt auf dem Smartphone ja nichts Neues mehr. Da schreiben wir mal ganz fix „GLG“ (ganz liebe Grüße), „HDL“ (hab dich lieb) oder „FU“ (nein, nicht Freie Universität, sondern F**k you).

Manchmal kommt es dabei auch zu Irrtümern. In einem Chat schrieb ich neulich „Hdf“, und mein Chatpartner fragte, ob ich damit „Hohen Neuendorf“ meinte. Ich entgegnete, dass Hohen Neuendorf ja „HNdf“ abgekürzt werde – oder einfach nur „HN“. „Hdf“ sei dagegen Hennigsdorf. Da kann man schon mal ins schleudern geraten. Immerhin sind wir uns bei „Obg“ und „Lee“ einig, nämlich Oranienburg und Leegebruch.

Aber HBD? Die Lösung lautet: „Happy B-Day“. Das wiederum heißt „Happy Birthday“. Schöne neue Sprachwelt. In diesem Sinne: CU und HAND! Also: „See you“ und „Have a nice Day!“ Oder auch: Man sieht sich, einen schönen Tag noch!

Hits: 83