Tagesarchiv für 17. Februar 2016

RTZapper

Mora

Mittwoch, den 17. Februar 2016
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SO 14.02.2016 | 20.15 Uhr | ARD-alpha

Ein Mann bastelt an einer Taschenuhr. Er ist Uhrmacher. Er hat viel Zeit. Er setzt das Räderwerk ein. Er schraubt, er guckt, er schraubt weiter.
Alles ganz in Ruhe.

Und der Zuschauer ist dabei. Auch ganz in Ruhe. Eine Stunde lang, in Echtzeit. Ohne Schnitt. Ohne Musik. Ohne Erklärung. Einfach nur ich und der Uhrmacher – und das, was er da tut.
Der Bildungskanal ARD-alpha bietet sonntagabends zur Primetime das absolute Alternativprogramm zum allgemeinen Flimmern und Rauschen: “Mora” ist Slow-TV.
Vier Kameras halten fest, was in der Werkstatt des Uhrmachers passiert, permanent im Splitschreen. In Nahaufnahme, von der Seite und zwei Raumansichten.

Das muss man sich erst mal trauen als Fernsehmacher – aber auch als Zuschauer. Denn eine ganze Stunde lang kann er sich voll und ganz auf das konzentrieren, was da passiert. Die pure Entschleunigung, denn was real 15 Minuten dauert, passiert auch in “Mora” 15 Minuten lang.
Eine Stunde also Basteleien an einer Uhr. Das kann spannender sein, als man vielleicht denkt. So was kann richtig fesselnd sein!
Am 21. Februar geht es um eine Gruppe Synchronschwimmerinnnen beim Training.

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RTelenovela

Meine Brotfabrik-Premiere

Mittwoch, den 17. Februar 2016
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In diesem Jahr feiere ich mehrere 20. Jubiläen. Eines davon am 28. Juni: 1996 war ich das erste Mal in einem Berliner Kino. Seitdem stieg mein Kinofilm-Konsum stetig an. Inzwischen habe ich viele Kinos in der Hauptstadt kennengelernt, aber es kommt immer seltener vor, dass ich in ein Kino gehe, das ich vorher nicht kannte.

Die Brotfabrik zum Beispiel. Das Kino in Weißensee ist nicht mal versteckt in einer Seitenstraße. Es befindet sich direkt an der Prenzlauer Promenade (B109), also der Straße, die ich schon hunderte Male stadtein- und auswärts gefahren bin. Es gibt vermutlich kein Kino, an dem ich öfter vorbeifahre und auch immer einen Blick auf das Programm werfe, das ganz groß über dem Eingang steht. Aber ich war eben noch nie drin. Bis jetzt.

Da der Film “Sibylle” dort in einem der wenigen Kinos lief, hatte ich also meine Brotfabrik-Premiere.
Offenbar gibt es dort eine Gaststätte, wo es vermutlich auch Brot gibt, auch ein Theater – und eben das Kino. In einem Minikabuff sitzt eine Frau und verkauft das Tickets. Ich war mir nicht sicher, ob es auch Getränke gibt, aber sie hat tatsächlich ein kleines Kühlschränkchen neben sich zu stehen. “Aber wir haben nur Fritz-Cola”, sagte sie entschuldigend. Das ist mir schon mehrfach aufgefallen, als ob es den Leuten peinlich ist, “nur” diese Sorte anbieten zu können.

Mit dem Ticket und einer Flasche Cola irrte ich dann eine Treppe hoch. Irgendwo im Dunkeln, und tatsächlich hatte ich mich verirrt. Ich stand vor einem Tür, die zu einem internen Raum führt. Ich tastete mich wieder runter und nahm den anderen Weg.
Der Saal ist gar nicht mal so groß, und muss er auch nicht sein. Die Wände sind nicht verputzt, und ein bisschen wirkt das alles wie eine Garage. Aber recht gemütlich.
Den Film sahen an diesem Abend insgesamt sieben Leute, und ich kann nur hoffen, dass über die Woche hinweg ein paar Menschen mehr kommen. Denn das Kino zeigt Filme abseits des Mainstreams und scheint so etwas wie ein Kiezkino und -treff zu sein. Und so etwas braucht eine Stadt wie Berlin!

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