Tagesarchiv für 20. November 2015

RTZapper

Yps – Die Sendung: Auf der Reeperbahn nachts um halb eins – 60 Min. uncut

Freitag, den 20. November 2015
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DO 19.11.2015 | 21.10 Uhr | RTL Nitro

Ein spannendes Experiment – nur leider nicht live. Für “Yps – Die Sendung” bei RTL Nitro war Jan Köppen genau eine Stunde lang rund um die Reeperbahn in Hamburg unterwegs. Das ist erst mal nicht außergewöhnlich.
Aber das Spannende: Auch die am Donnerstagabend ausgestrahlte Sendung war genau 60 Minuten lang. Denn der Gang durch den Kiez ging komplett ohne Schnitt und mit nur einer Kamera über den Sender.
Ganz neu ist die Idee natürlich nicht. Schon Mitte der 90er gab es auf 3sat eine Reihe namens “Pudel Overnight”, in der zwei Moderatoren ebenfalls und über Stunden in einer Stadt unterwegs waren, und das Ganze ist dann ebenfalls (wenn ich mich richtig erinnere) ungeschnitten gesendet worden.

Köppen und sein Team machten sich um 23.30 Uhr auf den Weg. Der Ablauf war zwar klar, ob er aber eingehalten werden kann, nicht. Er hatte Zeit bis 0.30 Uhr, ein Schnitt war nicht möglich.
Er fuhr mit der Hafenpolizei, traf Revolverheld im Hafen, lief mit einem Bodyguard durch die Sexmeile, besuchte einen SM-Club, war im Taxi unterwegs, traf sich mit Karl Dall, der am Ende den Song aller Reeperbahn-Songs sang: “Auf der Reeperbahn nachts um halb eins…”

Die Art und Weise, die “Yps – Die Sendung” hier entstanden ist, macht aus dem woanders schon oft gesehenen Inhalt, dann doch eine fesselnde Sache. Wie Köppen und der Bodyguard durchs Sexviertel liefen und im Hintergrund diverse Personenschützer dabei waren, war fast interessanter zu beobachten, als dem Interview an sich zu lauschen.
Es war nicht alles perfekt, manchmal war der Ton nicht so dolle, manches hat man nicht erkennen können, weil es die Kamera nicht so gut einfing – aber egal.

Vielleicht gibt es das Experiment – Vorbild war sicherlich der Kinofilm “Victoria” – ja bald wieder. Andere Städte haben da sicher auch ihren Reiz. Vielleicht ja auch mal live?

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RTelenovela

Für manche unüberwindbar: ein Supermarkt-Drehkreuz

Freitag, den 20. November 2015
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Was würde ich tun, wenn ich einen Tag lang Politiker wäre? Was gefällt mir an meiner Stadt? Was gefällt mir nicht?
Wie behinderte Menschen diese Fragen beantworten, darum drehte sich eine Veranstaltung im Saal der Caritas in Oranienburg, die ich neulich moderiert habe.
Dort ging es darum, dass die Menschen, die in der Caritas-Werkstatt oder in den Betrieben der Lebenshilfe arbeiten, erzählen, was sie so beschäftigt.

Einiges von dem, was sie erzählten, war mir bereits bewusst. Anderes hatte ich nicht so auf dem Schirm.
Sie erzählten von Gewalt. Physisch und psychisch. Und der Angst, die daraus resultieren kann. Davon, dass man sie besser schützt, ihnen mehr zur Seite steht und ganz grundsätzlich einen besseren Umgang mit ihnen hat.
Natürlich ging es um den Zustand der Straßen, um Bordsteine, um volle Busse, um zu selten fahrende Busse. Aber auch um die Drehkreuze in den Supermärkten. Da kommen Rollstuhlfahrer nicht durch.
Sie fordern mehr Lohn, denn sie bekommen nur sehr wenig Lohn in den Werkstätten, vom Mindestlohn sind sie Lichtjahre entfernt.
Sie möchten, dass die Ämter ihre Schreiben in einfacherem Deutsch verfasst – ein Problem, das alle Menschen haben: Das Geschwurbel von Behörden muss manchmal regelrecht entschlüsselt werden.

Der Landtagsabgeordnete Björn Lüttmann (SPD), der Behindertenbeauftragte, sowie Vertreter von Caritas und Lebenshilfe hörten sich das alles an, wollen sich kümmern oder erläuterten, warum offenbar manche Dinge sind, wie sie sind.
Und versprachen, dass es eine zweite solche Runde geben wird. Diese Veranstaltung war jedenfalls ein guter Anfang.

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