Tagesarchiv für 13. November 2014

RT im Kino

Interstellar

Donnerstag, den 13. November 2014

Kinomagie.
Wenn man im Kinosessel sitzt und staunt.
Wenn man nervös hin- und herrutscht, weil es so spannend ist.
Wenn man den Schauspielern an den Lippen hängt.
Wenn man von der Filmmusik fasziniert ist.
Wenn man eine Gänsehaut bekommt.
Wenn man den Saal verlässt und das Gesehene erst mal nachwirken lassen muss.
Interstellar.

Mit der Erde geht es bergab. Wir befinden uns in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts. Die Biosphäre ist stark geschädigt, die Menschheit dezimiert, und ihre wichtigste Aufgabe ist: Nahrung finden und Nahrung anbauen. Sandstürme sorgen für schwere Probleme.
Die Nasa arbeitet im Untergrund an einer Weltraummission, die die Erdbewohner retten soll. Die Reise soll in eine andere Galaxie führen, über ein Wurmloch in der Nähe des Saturns.
Cooper (Matthiew McConaughey) und seine Tochter Murphy (Mackenzie Foy) entdecken scheinbar zufällig die Nasa-Zentrale. Und bald ist klar: Cooper, der ehemalige Weltraumflieger, soll die Expedition starten.

Und das ist nur der Anfang eines epischen Abenteuers. Denn die Suche nach einem passenden “Ausweichplaneten” ist gespickt mit Hindernissen – zwischenmenschlich, technisch, raum-zeitlich.
Christopher Nolan ist ein extrem packendes Eops geschaffen. “Interstellar” erzählt von der Endzeitstimmung, von der Verzweiflung, aber auch von der zermürbenden Suche.
Zwar ist der Film mit 169 Minuten sehr, sehr lang geraten, aber sie kommen einem nur selten lang vor. Die anfänglich etwas langgezogene Familienerzählung macht am Ende doch noch einen Sinn.
Nolan dringt in Welten hervor, die unglaublich faszinierend sind, er eröffnet uns Denkweisen, die zu beobachten unheimlichen Spaß macht, für einen echten Thrill sorgt. Fast philosophisch kommt er uns zeitweise daher.
Die Musik von Hans Zimmer erscheint in der ersten Hälfte mitunter etwas anstrengend und überpräsent. Aber das kann man vernachlässigen, denn in der zweiten Hälfte hat sie eine Gänsehaut schaffende Wucht. Eine ziemlich lange Phase, in der man einfach nur gebannt ist.

Interstellar
USA 2014, Regie: Christopher Nolan
Warner, 169 Minuten, ab 12
10/10

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RTZapper

Live vom Brandenburger Tor und von der Bornholmer Straße

Donnerstag, den 13. November 2014
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SO 09.11.2014 | 20.15 Uhr | rbb

Mensch, da haben die Journalisten vom rbb aber gestaunt. Angeblich soll Walter Momper, der 1989 Regierender Bürgermeister von West-Berlin war, schon vor dem Mauerfall – nämlich am 29. Oktober 1989 – gewusst haben, dass die Grenzen geöffnet werden. Und tatsächlich erzählte Momper am Sonntagabend in der Sendung “Live vom Brandenburger Tor und von der Bornholmer Straße” im rbb davon, dass man in West-Berlin schon mehrere Wochen an einem Konzept arbeitete, dass die Leute mit den Verkehrsmitteln befördert werden können, dass eine Infrastruktur für so viele Besucher geschaffen werden müsste. Und so weiter.
Ja, Wahnsinn: Momper, ein Hellseher? Und damit rückt der nach 25 Jahren raus?

Auch bei der Bild-Zeitung waren sie ein paar Tage davor ganz aufgeregt. “Exklusiv” berichtete das Blatt, dass der Mauerfall keineswegs überraschend gekommen sei.

Okay, dass man bei der “Bild” nicht immer so sauber recherchiert und über Dinge überrascht ist, die längst bekannt sind, ist nicht neu.
Dass aber die rbb-Journalisten dieser Fakt neu ist, das überrascht dann doch. Die rbb-Leute müssten sich einfach nur ihre “Abendschau”-Sendungen von 1989 ansehen, die jeden Tag im eigenen Programm laufen. Dann wüssten sie, dass Momper da keine Neuigkeit erzählt hat.
Dann wüssten sie, dass die DDR ja schon länger an einem Reisegesetz arbeitete. Dass ursprünglich im Dezember die Grenzen sowieso nach und nach geöffnet werden sollten. Dass genau darauf der West-Berliner Senat schon vorbereitet war. Dass einzig und allein der frühere Zeitpunkt und die Umfänglichkeit – nämlich der “totale Mauerfall” überraschend war.
Aber um das zu wissen, dazu hätte man sich ja mit dem Thema mal beschäftigen müssen.

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RTelenovela

Raucher unter strenger Beobachtung

Donnerstag, den 13. November 2014
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Raucher haben es immer schwerer in der Gesellschaft, fast möchte man meinen: Man will sich über sie lächerlich machen.
Auf dem Flughafen in Schönefeld zum Beispiel. Da werden Raucher in ein regelrechtes Exil geschickt – allerdings bleiben sie immer unter Beobachtung der Nichtraucher.

An einem der Abfluggates steht eine gläserne Kabine am Rande der großen Wartehalle. Sie ist vielleicht doppelt so groß wie eine Telefonzelle. Wer rauchen will, muss dort rein.
Und irgendwie wirkt das ganz schön zurschaustellend. Vermutlich ist es jedoch gewollt, dass sich die Raucher in ihrem Exil so beobachtet, so unwohl fühlen. Es sieht auch in der Tat ein bisschen, nun ja, jämmerlich aus.
Einer unserer Mitreisenden ist Raucher – ihm war diese ganze Sache tatsächlich ziemlich unangenehm.
Das ist dann wohl eine erzieherische Maßnahme.

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