Tagesarchiv für 9. November 2014

RTZapper

Explosiv – Das Magazin: Lokführerstreik

Sonntag, den 9. November 2014
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DO 06.11.2014 | 18.00 Uhr | RTL

Die Gewerkschaft GDL gegen die Bahn. Der Streik der Lokführer ist für die Nutzer der Bahn eine unangenehme Sache, aber wir leben nun mal in einem Land mit Streikrecht, und in Ländern wie Frankreich sind Streiks viel angesagter als bei uns. Aber während dort vermutlich die Leute eher für ihre Rechte kämpfen, denken die Deutschen vor allem erst mal an sich und daran, dass sie sich nicht so einfach von Ab nach B bewegen können. Hass lädt sich auf GDL-Chef Klaus von Weselsky nieder. Und die Medien machen fröhlich mit.

In der alleruntersten Schublade hat sich RTL am Donnerstagabend gewühlt. Das Boulevardmagazin “Explosiv” zerrte doch ernsthaft die Ex-Frau des Gewerkschaftlers vor die Kamera, und Ingrid Michael war sich nicht zu blöd zu erzählen, dassihr Ex für diesen job ja total ungeeignet sei, er sei machtversessen, er wolle immer seinen Willen durchsetzen und wolle bei Streitigkeiten immer als strahlender Sieger hervorgehen. Mal abgesehen davon, dass das eigentlich alles hervorragende Eigenschaften sind, um Gewerkschaftsboss zu werden: Was soll das, RTL? Ist es wirklich journalistisch wertvoll, die Ex-Frau von Weselsky sagen zu lassen, dass sie ihn doof findet? Sind wir wirklich so weit, dermaßen schmutzige Wäsche zu waschen?
Und wo ist eigentlich der Eimer, in den man kotzen kann?

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RTelenovela

B96 – Südtour

Sonntag, den 9. November 2014
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Die B96 spielt im meinem Leben schon immer eine wichtige Rolle. Die Bundesstraße führte jahrzehntelang durch Oranienburg (zu DDR-Zeiten als F96), inzwischen an Oranienburg vorbei. Auf dem Weg zur Ostsee fuhren wir jedes Jahr die 96 gen Norden ab – wir fuhren durch Gransee, Neustrelitz, Neubrandenburg, Greifswald, Stralsund, über den Rügendamm bis Bergen. Und den Weg bis Sassnitz, wo die B96 bis heute endet, kenne ich auch.
Aber die B96 südlich von Berlin? Für mich war das immer ein unbekanntes Stück Straße. Immerhin führt die mehrere hundert Kilometer für Zittau. Vor der Wende war die F96 die längste Fernverkehrsstraße der DDR.

In Bautzen traf ich auch auf eben jene B96. Ich beschloss, nicht Autobahn zu fahren und machte ich auf den Weg gen Norden.
Es zieht sich ganz schön. Die Reise führt durch kleine Dörfer und durch Cölln – hat natürlich mit dem großen Köln nichts zu tun.

Der Landkreis Bautzen gehört zum Gebiet der Sorben. Deshalb stehen auf sämtlichen Ortsschildern und Wegweisern auch die sorbischen Übersetzungen. Das ist gut gemeint und kulturell vermutlich wertvoll, aber für den ortsfremden Autofahrer mitunter anstrengend. Das deutsch-sorbische Mischmasch sorgt schon mal dafür, dass man den Überblick verliert und in den wenigen Augenblicken der Vorbeifahrt es gar nicht schafft, alles zu erfassen, was auf dem Schild steht. Vielleicht wäre es sinnvoller gewesen, einen Wegweiser mit den deutschen Ortsnamen und einen zweiten mit den sorbischen aufzustellen.

In Hoyerswerda verlasse ich kurz die B96 und fahre ins Stadtzentrum. Es ist später Sonnabendnachmittag und nichts mehr los. Eine Gruppe etwa 30-Jähriger läuft zu einer Telefonzelle und – telefoniert. Dass es so etwas noch gibt, hätte ich im Handyzeitalter nicht mehr möglich gehalten.

Ansonsten besteht die B96 scheinbar aus vielen Umgehungsstraßen. Senftenberg bekommt der wissbegierige Autofahrer nicht mehr zu sehen. Die B96 knickt direkt hinterm Ortsschild ab. Auch Luckau wird umfahren. Eigentlich schade für diese Städte.
Irgendwo bei Finsterwalde tauchte erstmals die Entfernung bis Berlin auf den Schildern auf: 102 Kilometer. Inzwischen war es auch dunkel, und zu sehen war nichts mehr. Meine Lust auf die B96 war nur noch begrenzt.
Bei Luckau verließ ich die B96 und fuhr auf der B87 bis zur Autobahnauffahrt Duben. Wer weiß, wie lange ich sonst noch unterwegs gewesen wäre…

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