Tagesarchiv für 29. Oktober 2013

RTZapper

Cannonball

Dienstag, den 29. Oktober 2013
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SA 26.10.2013 | 4.10 Uhr (So.) | Das Erste

Eine langweilige Sonntagnacht in einem Leipziger Kontrollraum. Guntram starrt auf den Monitor. Das Erste überträgt Boxen. Guntram hasst Boxen. Aber leider ist er ja der Sendeabwickler für Das Erste.
4 Uhr. Eigentlich sollte nun der Spielfilm “Cannonball” von 1976 starten. Guntram möchte den gern sehen. Aber in Atlantic City boxen sie immer noch.
Auf Guntrams Plan steht es ganz deutlich: Wenn “Cannonball” bis 4.08 Uhr nicht startet, dann muss der Film ausfallen, um nicht ins Kinderprogramm am Sonntagmorgen reinzureichen.

Guntrams Finger liegt auf dem Play-Knopf. Er zittert. “Cannonball”! Er will “Canonball” sehen.
4.07 Uhr. Immer noch boxen sie. Immer noch live im Ersten. Bald ist die Zeit für “Cannonball” abgelaufen. Guntram starrt auf den Monitor. Er hasst es. Boxen, er hasst Boxen. Er will es nicht mehr sehen!

4.08 Uhr. Die Boxfans erstarren. Mitten in Runde 5 bricht die Übertragung ab, es folgt der Hinweis, dass die kommende Sendung für Zuschauer unter 18 Jahren nicht geeignet sei. Es beginnt “Cannonball”. Vom Boxkampf ist keine Rede mehr. Dass da ARD-Reporter in den USA sitzen und ein Ereignis kommentieren, das gar nicht mehr übertragen wird…
Tja, Guntram war’s egal – er konnte doch noch “Cannonball” sehen.

Keine Ahnung, ob das so abgelaufen ist. Bei der ARD gab man sich jedenfalls am Sonntag sehr kleinlaut, es habe eine Kommunikationspanne gegeben (kein technisches Versagen, wohlgemerkt!). Und was aus Guntram (oder wie immer er auch heißt) geworden ist, ob er je wieder Nachtdienst in der Sendeabwicklung machen darf, ob er überhaupt noch an diesem Platz arbeiten darf – wir werden es wohl nicht erfahren.

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RTZapper

Die Stunde, die es nicht gibt: Zeitverschiebung

Dienstag, den 29. Oktober 2013
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SA 26.10.2013 | 2.15 Uhr (So.) | ffn

Beim niedersächsischen Radiosender ffn ist das inzwischen Tradition: “Die Stunde, die es nicht gibt”. Das Frühstyxradio darf die Stunde zwischen 2 und 2 Uhr füllen. Comedy, die um 2 Uhr beginnt und um 2 Uhr endet, so, als wäre nichts geschehen zwischen der dudelnden “Musik nonstop”.

In diesem Jahr aber ist etwas schiefgegangen. Wieder wurde die Sendung angekündigt, aber um 2 Uhr dudelte ffn immer noch. Auch um 2.10 Uhr ist nichts passiert.
Hat jemand den Sendecomputer falsch programmiert? Oder ist der Verantwortliche, der um 2 Uhr das Knöpfchen drücken sollte, eingeschlafen?
Die Enttäuschung der Fans auf facebook war groß – und die Irritation darüber, dass die angekündigte Sendung ausfiel, auch.

Um 2.17 Uhr begann sie dann doch, “Die Stunde, die es nicht gibt”. Nur dauerte sie bei ffn nicht von 2 bis 2 Uhr, sondern von 2.17 bis 2.17 Uhr.
Kann ja mal passieren. Und zur Not kann man das ja auch als total crazy darstellen.

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RT im Kino

Exit Marrakech

Dienstag, den 29. Oktober 2013

Sommerferien in Marokko. Was für ein Knaller!
Ben (Samuel Schneider) sieht das allerdings anders. Der 17-Jährige soll seinen Vater in Marrakesch besuchen. Heinrich (Ulrich Tukur), ein Theaterregisseur, nimmt dort an einem internationalen Festival teil. Er lebt schon sehr lange nicht mehr bei seiner Familie, die Eltern hatten sich einst getrennt. Für Land und Leute interessiert er sich allerdings nicht. Ben geht das gegen den Strich. Er findet das Theater unspannend, Vater und Sohn kommen nicht klar, Ben will aber wenigstens was von Marokko mitbekommen.
Er haut ab, begibt sich auf eigene Faust die Stadt. Er verliebt sich in Karima (Hafsia Herzi), eine Prostituierte. Sie reisen in ihr Heimatdorf im Atlasgebirge, und Heinrich begibt sich auf die Suche nach seinem Sohn.

Caroline Link führt den Zuschauer in eine für deutsche Zuschauer meist völlig fremde Welt. Mitunter entstanden die Szenen aus Marrakesch mit versteckter Kamera: hautnah und unverstellt. Der Film strahlt dadurch eine große Faszination aus. Lebensfreude, Armut, Genügsamkeit liegen eng beieinander.
Die Regisseurin und Autorin hat in dieses Umfeld eine Famliengeschichte gelegt. Vater und Sohn, die sich nicht kennen, sich sich eigentlich gern aus dem Weg gehen wollen. Dabei brauchen sie sich, auch wenn sie das nicht merken. Auf der Suche nach sich selbst, finden sie auch das Land, das sie bereisen. Ein beeindruckender Film!

Exit Marrakech
D 2013, Regie: Caroline Link
Studiocanal, 122 Minuten, ab 6
9/10

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RTZapper

Pocher gegen Becker – Der Showdown: Alle auf den Kleinen

Dienstag, den 29. Oktober 2013

FR 25.10.2013 | 20.15 Uhr | RTL

Ist ja schon ziemlich lange her, also nur mal zur Erinnerung: Boris Becker war mal ein großer Tennissspieler. Inzwischen spielt er nur noch Poker und twittert vor sich hin. Ab und zu beschwert er sich darüber, dass ihn trotz seines Ruhmes niemand so richtig ernstnimmt.

Nun ja. Wofür auch? Für seine Poker-Reklame im Fernsehen? Für sein Buch, in dem er schreibt, wie böse doch alle anderen sind? Für seinen seltsamen Twitter-Krieg mit Oliver Pocher, der irgendwie doof fand, dass Becker auf dessen und seiner Ex-Frau rumhackt? Der Mann muss viel Zeit haben, viel zu viel Zeit, um wenig nützliche Dinge zu tun.

Am Freitag war Becker zu Gast in Oliver Pochers Show “Alle auf den Kleinen” bei RTL. Die schwächelte quotenmäßig dramatisch, und irgendwie muss es Oliver Pocher ganz gut in den Kram gepasst haben, den Bäcker-Krieg für sich zu nutzen.
Das Twitter-Duell sollte nun seinen medialen Höhepunkt finden. Der Becker, der sagt, er sei nicht in Geldnöten, spielte um seine, ähm, Ehre.
Dass Moderatorin Sonja Zietlow das Ganze als Showsensation des Jahres titulierte – geschenkt.

Und so spielten Becker und Pocher Kindergeburtstag. Gang durchs Riesenlabyrinth. Promitwittern. Tennis mit albernen Hütchen auf dem Kopf. Irgendwas mit einem Fettkostüm und so weiter. Eigentlich unwichtig. Dass der Pocher das alles mitmacht und dass er für solchen Humor steht und dass das auch irgendwie passt, ist nicht neu. Boris Becker dagegen – es ist fast tragisch, ihn zu beobachten. Zwar scheint er durchaus Humor zu haben und einstecken zu können. Aber sonst? Er ist nicht mehr wirklich fit. Kombinationsgabe geht gegen null. Geschicklichkeit kaum vorhanden. Er kennt sich mit Musik nicht aus, kann kaum kombinieren. Manchmal tendiert das alles in Richtung “Au weia”.

Am Ende hat Pocher das Duell gewonnen, es war knapp. Aber auch nur weil Becker Frau mitmachen durfte und weil sich Pocher an vielen Stellen zurückgehalten hat, das Ergebnis nicht noch deutlicher ausfallen zu lassen.

Habe ich das schon erwähnt? Ab und zu beschwert sich Becker darüber, dass ihn trotz seines Ruhmes niemand so richtig ernstnimmt.
Tja.

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