Tagesarchiv für 27. September 2013

aRTikel

Als Werner seine Tischdame heiratete

Freitag, den 27. September 2013
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Die Marzahns aus Kremmen feiern morgen ihre goldene Hochzeit

MAZ Oranienburg, 27.9.2013

KREMMEN
Zur Feier in die Kremmener Musikantenscheune kommen morgen 120 Leute. „Wennschon, dennschon“, sagt Marie-Luise Marzahn und lächelt. „Das erlebt man ja nicht so oft.“ Vor 50 Jahren haben sie und ihr Mann Werner geheiratet, jetzt feiern sie ihre goldene Hochzeit.
In Kremmen sind die Marzahns bekannte Leute. Er leitete jahrzehntelang eine Dachdeckerfirma, die inzwischen sein Schwiegersohn übernommen hat. Ihnen gehören drei Scheunen im historischen Scheunenviertel. Beide sind Mitglieder im Posaunenchor. Sie ist Ur-Kremmenerin, sie hat nie woanders gewohnt als in der Berliner Straße. Er stammt aus Perwenitz im Havelland, zog für seine Marie-Luise in die Ackerbürgerstadt.

Auf einer Hochzeitsfeier, da haben sich die beiden – er war 23, sie 24 Jahre alt – kennengelernt. Das war am 23. Juni 1962, an dieses Datum erinnert sich Marie-Luise Marzahn noch ganz genau. In Marwitz war sie seine Tischdame. „Es war damals so üblich, dass jeder Gast auf der Feier ein Mädchen zur Seite gestellt bekam“, erzählt sie. Er nickt und lächelt. Damals dachte sie: „Er sieht ja ganz passabel aus.“ Er hatte drei Nelken dabei, das hat ihr gefallen. Sie haben geredet und getanzt. Gefunkt hat es jedoch erst mal nicht. „Es war Liebe auf den zweiten Blick“, sagt sie.
Denn sie haben sich bald wiedergesehen, nur 14 Tage nach der Feier. Marie-Luise arbeitete als Physiotherapeutin in der Hennigsdorfer Klinik, Werner war Blechschlosser in den LEW in Hennigsdorf. Sie kam mit dem Zug aus Kremmen, er mit dem aus der Bötzower Richtung. Um die beiden war es geschehen. Einmal pro Woche sonntags kam er mit dem Motorrad nach Kremmen, sie gingen aus. Es hat ein Vierteljahr gedauert, bis sie ihn den Eltern vorgestellt hat. „Damals war das ja alles noch streng, Werner ist von meinem Vater regelrecht ausgefragt worden“, erinnert sich Marie-Luise, die damals noch Sandow hieß. Am 22. Dezember 1962 hat er sie gefragt: „Wann wollen wir denn heiraten?“ Und sie: „Verlobe dich erst mal mit mir.“ Beide lächeln, als sie die Geschichte erzählen, und sie ergänzt: „Ich war eben altmodisch.“
Im Frühjahr danach war also Verlobung, so ganz offiziell bei den Eltern in Kremmen. „Danach bin ich wieder nach Hause gefahren“, erzählt Werner Marzahn. Gemeinsam übernachten, das war erst nach der Heirat üblich. 50 Leute kamen schließlich am 28. September 1963 zur Hochzeit in die Nikolaikirche. „Zu DDR-Zeiten war das viel“, sagt Marie-Luise Marzahn. Ins Gasthaus mussten sie sogar den Wein selbst mitnehmen. „Damals hatten sie im Lokal nur ein kleines Sortiment.“ Es war ein rauschendes Fest, bis zum frühen Morgen hat es gedauert.

Werner musste fünf Wochen nach der Hochzeit zur Armee. Später übernahm er die Firma seines Schwiegervaters. Marie-Luise wechselte 1976 von Hennigsdorf nach Kremmen ins Landambulatorium. Sie bekamen zwei Kinder. Heike ist Kämmerin in Oberkrämer, Gero arbeitet als Bauingenieur. Sie haben vier Enkel, alles Mädchen.

Gab es je schlechte Zeiten in der Ehe? „Ach, das waren nur Kinkerlitzchen“, sagt sie. Werner war schon damals Musiker und oft unterwegs. „Wenn ich da ständig eifersüchtig gewesen wäre …“ Sie beendet den Satz erst gar nicht. Die Gemeinschaft macht sie stark, die Familie. Immer haben sie alle zusammen gewohnt. Die jungen Marzahns mit den Eltern. Echte Probleme gab es da nie, sagen sie. „Aber es ist auch viel Arbeit“, räumt sie ein. Sie sind viel verreist und reisen noch immer. Nächstes Jahr stehen vier Wochen Gran Canaria auf dem Plan. Aber die Hauptsache ist: „Gesundheit“, sagt Marie-Luise Marzahn. „Wir möchten unbedingt gesund und zusammen bleiben.“ Da lächeln beide.

Hits: 106

RTZapper

Bundesvision Song Contest 2013

Freitag, den 27. September 2013
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DO 26.09.2013 | 20.15 Uhr | ProSieben

Okay, okay, es war diesmal ausnahmsweise sogar spannend! Niedersachsen und Hamburg lieferten sich beim Bundesvision Song 2013 in Mannheim ein Kopf-an-Kopf-Duell, und erst ganz am Ende war klar, dass der Sieg an Bosse aus Niedersachsen ging und Johannes Oerding für Hamburg Zweiter wurde.
Da haben die Macher aber Glück gehabt. Denn der Rest war völlige Ödnis.

ProSieben zeigte am Donnerstagabend den Bundesvision Song Contest bereits zum 9. Mal, und leider wirkt es so, dass zwar einiges investiert wird, um passende Künstler zu finden, in die Show selbst aber gar nichts. Sie ist derselbe lahme Quark wie seit Jahren. Seit Jahren fehlt ihr das Tempo, wird sie durch überflüssige Moderationen während des Showteils ausgebremst. Seit Jahren werden die Zuschauer mit den immer gleich wirkenden Einspielfilmen eingeschläfert (“Kommen wir nun zum sicherlich schönsten Bundesland…”). Seit Jahren nerven die Radiosender mit ihren dilletantischen Auftritten mit peinlich jubelndem Minivölkchen im Hintergrund bei der Punktevergabe. Es ist nicht mehr zum Aushalten! Die Show braucht ganz dringend eine Grundrenovierung!

Angesichts dessen, dass das Raab-Team auch für die Ausrichtung der bombastischen – und keineswegs immer gleichen – Eurovision-Song-Contest-Shows verantwortlich ist, verwundert es sehr stark, dass ihnen bei der deutschen Variante scheinbar für die Verpackung rein gar nichts einfällt. Es ist ein Trauerspiel!
Dass in der 2013er-Version die 16 Musikacts allenfalls nur mittelmäßige – und leider auch miese – Songs anboten, ist da fast schon ein Randaspekt.

Grundsätzlich ist es ein toller Ansatz, in so einer Show bekannte Bands und noch unbekannte Gruppen auftreten zu lassen, für letzte ist es eine Riesenchance. Aber ProSieben und Raab könnten sich ruhig mal mehr Mühe geben. Aber vielleicht ist ja angesichts der vielen Raab-Shows, die zu stemmen sind, gar keine Zeit dafür. Die sollte sich das Team aber nehmen!

Hits: 83

RTZapper

Das ist Spitze!

Freitag, den 27. September 2013
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DO 26.09.2013 | 20.15 Uhr | Das Erste

Will uns die ARD eigentlich verarschen? Denken die Programmmacher, dass die Zuschauer schon völlig verblödet sind?
Am Donnerstagabend feierte das Erste ein großes Comeback – die Rückkehr von Hans Rosenthals “Dalli Dalli”. Lange habe man darauf gewartet, und jetzt sei es endlich wieder so weit.

Aha. Aber Moment mal: Was hat denn das NDR fernsehen in den vergangenen zwei Jahren gezeigt? War das nicht eine Neuauflage von “Dalli Dalli”? Warum tut man dann so, als sei das nun das ganz große Ding, nur weil die Show nun ins Erste gewandert ist?
Kai Plaume moderierte auch die NDR-Show. Jan Hofer saß auch in der der Jury der NDR-Show. Die NDR-Show hatte haargenau dieselbe Titelmusik, das Studio ist dasselbe. Was also soll der Unsinn?
Und warum erklärt man den Zuschauern nicht, warum man “Dalli Dalli” spielt, die Sendung aber – im Gegensatz zur Ausstrahlung im NDR fernsehen – nicht “Dalli Dalli” heißt. Vermutlich hat es rechtliche Gründe, warum die einst so beliebte ZDF-Show im Ersten nun “Das ist Spitze!” heißt.
Aber hätte man das dem Zuschauer nicht erklären können? Wieso tischt man ihm stattdessen den Unsinn auf, es handele sich um das große Comeback, obwohl schon mehrere Staffeln davon beim NDR zu sehen waren?

Aber davon mal abgesehen: Die Show macht Spaß! Vier Promipaare müssen raten, sie müssen improvisieren, sie müssen quizzen und Dinge wissen, sie müssen bereit sein, Quatsch in den abgedrehtesten Spielen mitzumachen. Es ist ein wunderbare Kindergeburtstag, der so heiter und locker ist, wie man sich nette Abendunterhaltung wünscht. Erstaunlich ist, dass die Show nur sehr selten in Peinlichkeiten abgeleitet. Man merkt sehr deutlich, wie viel Spaß die Show allein bereitet. Allen voran Moderator Kai Pflaume, der sich vor Lachen schon mal ausschüttet.
“Das ist Spitze!” – oder eben “Dalli Dalli” lasse ich mir alle vier Wochen sehr gern gefallen! Die Show zeigt, dass Konzepte aus dem guten alten Fernsehen der 70er und 80er immer noch funktionieren können, wenn man sie behutsam modernisiert. In der Hinsicht hat der NDR alles richtig gemacht!

Hits: 4973