Tagesarchiv für 12. September 2013

RTelenovela

CineLady – Allein unter Frauen

Donnerstag, den 12. September 2013
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Mal wieder ein spontaner Kinoabend. Wenn in Oranienburg nichts läuft, was mich interessiert oder ich noch nicht gesehen habe, dann ist das CineStar in Berlin-Tegel die nächste Wahl – es ist am schnellsten zu erreichen.
Im Internet schaute ich auf die Kino-Berlin-Seite, klickte mich zum entsprechenden Kino und ging die Filme durch. Ich musste mich entscheiden: “König von Deutschland” mit Olli Dittrich oder “Da geht noch was” mit Florian David Fitz. Ich entschied mich für letzteren – die Vorschau hatte ich noch in Erinnerung.

Es war ungewöhnlich voll für einen Mittwochabend. Im Foyer spielte eine Live-Band. Ich kaufte das Ticket und betrat den Saal – auch der erstaunlich gut gefüllt. Obwohl ich fast 15 Minuten nach angegebenem Vorstellungsbeginn im Saal ankam, war er noch hell erleuchtet. Auf der Leinwand stand eine Werbung. Ja, stand. Ein Standbild. Eine Panne?
Schnell suchte ich mir einen Platz.

Ein, zwei Minuten passierte nichts. Dann aber: Zwei Männer, die ein Gewinnspiel präsentieren würden. Denn heute sei ja Preview – in der Reihe “CineLady”.
Oha. Jetzt guckte ich mich im Saal um. So weit ich sehen konnte nur Frauen. In meinem Blickfeld befand sich kein einziger Mann. Zwischen den Reihen wurde Sekt verteilt.
Dass der Film noch gar nicht regulär gesartet ist und hier in der “CineLady”-Preview lief, ging aus dem Interneteintrag nicht hervor.
Ich hoffte, dass das Licht bald ausgehen würde. Glücklicherweise habe ich nichts gewonnen, und wenn – ich wäre sitzengeblieben. Es gab Douglas-Gutscheine und anderes Frauengedöns.

Es folgten lauter Filmvorschauen – und zum Schluss eine spezielle Ansage per Video von Hauptdarsteller Florian David Fitz. Man könne ein Kleid (irgendein Markenkleid, ich habe den Namen vergessen) gewinnen. Raunen im Saal. Und: Er würde den Gewinn PERSÖNLICH vorbeibringen. PER – SÖN – LICH. Dazu setzte Fitz ein verschnmitztes Lächeln auf, und im Saal kreischten die Ladys auf. Hach ja.

Endlich begann dann auch “Da geht noch noch was”, und es war ein richtig guter Film. Den Abspann wartete ich am Ene aber nicht ab. Ich war der erste, der den Saal verließ. Der erste und – vermutlich – letzte Mann an diesem Abend.

Hits: 2003

RT im Kino

Da geht noch was

Donnerstag, den 12. September 2013

Conrad (Florian David Fitz) ist fast 40, hat eine kleine Familie, also, jedenfalls eine Frau und einen Sohn, und besucht seine Eltern nur ungern. Eigentlich liebt er seine Mutter (Leslie Malton), dafür jedoch bringt ihn sein Vater (Henry Hübchen) um den Verstand.
Conrads Mutter muss es öhnlich gehen, denn eines Tages verkündet sie, sich von ihrem Mann getrennt zu haben. Obwohl Conrad und sein Sohn Jonas (Marius V. Haas) den Flieger zum gemeinsamen Familienurlaub schaffen müssen, sollen sie schnell noch zum Vater.
Aus “schnell” wird jedoch mehr. Vater stürzt und braucht Hilfe.
Conrad ist schwer genervt, ihm bleibt jedoch nichts anderes übrig, als sich zu kümmern. Und seinem Vater näher zu kommen.

“Da geht noch was” – ein Ausruf, den man benutzt, wenn es in einer Sache noch Hoffnung gibt. So hat Conrad auch Hoffnung, dass seine Eltern wieder zusammenkommen. Aber warum eigentlich? Was bedeutet ihm überhaupt Familie?
Holger Haase erzählt über eine zeimlich zerrütete Familie. Besonders für Conrad sie nur eine Hülle ohne Inhalt zu sein. Für seinen Vater empfindet er nichts, weil er ihn immer getriezt hat. So ähnlich läuft’s bei Conrads Sohn, für den er auch nur wenig Zeit und Verständnis hat. Mehr und mehr erkennt man: Die beiden sind sich total ähnlich.
Bei aller Komik. Der Film ist im Grunde ziemlich traurig, gerade tragisch. Aber Regisseur Haase schafft es, die Balance zwischen dem Lachen und dem Weinen zu halten.
Ausgefüllt wird die Geschichte von tollen Darstellern. Hauptdarsteller Fitz spielt den 40er, der hin- und hergerissen ist, sehr gut. Ebenso sein Filmsohn Marius V. Haas. Henry Hübchen gibt den herrlichen Stiesel, der sich doch als ganz lieb heraustellt.
Entstanden ist ein wunderbarer Film über Liebe und Zuneigung und den Kampf um beides.

Da geht noch was
D 2013, Regie: Holger Haase
Constantinfilm, 101 Minuten, ab 6
9/10

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