Tagesarchiv für 9. Januar 2013

aRTikel

Die Rasselbande löst sich auf

Mittwoch, den 9. Januar 2013
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Christina Gebauer und ihre Bötzower Theaterkinder ziehen sich von der Bühne zurück

MAZ Oranienburg, 9.1.2013

Als die Kinder vom Ende der Theatergruppe erfahren haben, waren sie sehr traurig. Im Januar wird es noch zwei Aufführungen geben.

BÖTZOW
Es ist das Ende einer Ära, sowohl für Gruppenleiterin Christina Gebauer als auch für die 15 Kinder aus der Bötzower Rasselbande. Ende des Monats wird sich die kleine Theatergruppe auflösen. Das gab die 32-jährige Bötzowerin gestern vor der Presse bekannt.
Kurz vor Weihnachten hat Christina Gebauer den Kindern verkündet, dass die Zeit mit der Rasselbande ihr Ende findet. „Sie waren ganz traurig“, sagte sie. „Ich habe versucht, es ihnen zu erklären. Wir konnten danach gar nicht mehr proben, es gab Tränen.“

Christina Gebauer machte die Arbeit in der Rasselbande ehrenamtlich. Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Stefan Meyer und ihren Brüdern Andy und Benny Gebauer kümmerte sie sich um die Stücke, die Technik und die Kulissen. Auch die Eltern und die Kinder selbst brachten sich in die Theaterarbeit ein. Das letzte Stück hieß „Bötzow sucht die Superhexe“. „Es war unser bestes Stück“, sagte Christina Gebauer gestern. „In meiner Arbeit möchte ich mich immer steigern. Aber das Stück können wir nicht toppen, es wäre dann jedenfalls nicht mehr mit meinem Beruf vereinbar.“ Heißt: Hätte sie weiter mit den Kindern an neuen Stücken gearbeitet, wäre der Aufwand immer größer geworden, das wäre ihr eigener Anspruch an die Arbeit gewesen. Aber angesichts dessen, dass sie dafür kein Geld bekommt, könnte sie sich das zeitlich nicht mehr leisten. „Mehr kann ich unter den Rahmenbedingungen nicht machen.“ Christina Gebauer arbeitet in einer Vorschule in Berlin-Reinickendorf. Seit 1997 lebt sie in Bötzow.

In den vergangenen 15 Jahren entstanden 15 große Stücke und viele weitere Kurzprogramme. „Wir haben dafür immer ein halbes bis ein dreiviertel Jahr geprobt“, so die 32-Jährige. Jede Woche traf sich die Gruppe im Gemeindehaus neben der Kirche. Dazu kamen Workshops, Gruppenausflüge, Feste und die Wochenenden, in denen die Kulissen hergestellt und gemalt wurden.
Angefangen mit der Rasselbande hat sie, da war sie 16. „Ich war damals Erzieher-Azubi im ersten Lehrjahr.“ Für eine kleine Feier sollte sie einen kleinen Sketch aufführen, das tat sie mit ihrem kleinen Bruder und Nachbarkindern. „Es war wirklich ein Minifest mit zehn Leuten.“ Eine Zuschauerin habe gemeint, dass das ja eine richtige Rasselbande sei. Der Name der Theatergruppe stand damit fest. „Rückblickend ist es schön, zu sehen, was wir alle zusammen geschafft haben“, sagte sie gestern. „Ich kann mit einem glücklichen Gefühl aufhören.“

Am kommenden Wochenende findet mit den Kindern ein Abschlussausflug in ein Berliner Kindertheater statt. Zweimal werden die jungen Schauspieler noch proben. Am 19. und 26. Januar finden in Oranienburg und Bötzow die allerletzten Vorstellungen der Rasselbande statt. Für Mai ist noch ein Nachtreffen geplant. „Es wäre schön, wenn wir uns nicht aus den Augen verlieren“, so Christina Gebauer. Ihre 15 Kinder, die Rasselbande aus Bötzow, werden das sicher ganz genauso sehen.

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Ein Hoch auf die Technik (23): Zehn Tage danach

Mittwoch, den 9. Januar 2013
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(22) -> 29.12.2012

Sonnabend, 29. Dezember 2012. Ich fahre gerade durch Schmachtenhagen, als es “Bing!” macht. Eine Leuchte sagt mir, dass sich soeben eines meiner Abblendlichter am Auto verabschiedet hat. Kurz danach sehe ich mir das Dilemma an: das rechte.
Später in der Autoersatzteil-Abteilung bei Kaufland: Ich überlege, ob ich gleich zwei H7-Leuchten kaufe, schließlich dauert es nie lange, bis die zweite Lampe auch kauttgeht. Ich kaufe nur eine, weil von der bestimmten Sorte nur noch eine Verpackung da ist.

Dienstag, 8. Januar 2013. Am Bahnübergang in Velten starte ich den Wagen, und kurz danach macht es “Bing!” Die Leuchte sagt, dass sich soeben eines meiner Abblendlichter verabschiedet hat. Und ich ahne es: Es ist das linke.
Zehn Tage lang hat das linke Licht länger als das rechte gehalten. Erstaunlich, dass die Lebensdauer offenbar tatsächlich ähnlich lang ist…

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