Tagesarchiv für 15. August 2012

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1992: Premiere für den Pizzabringdienst

Mittwoch, den 15. August 2012
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Juli 1992 II -> 24.7.2012

Vor 20 Jahren: Mahlzeit wird nach Hause gebracht / Umweltskandale in Liebenwalde und Nassenheide

MAZ Oranienburg, 15.8.2012

Was passierte vor 20 Jahren im Altkreis Oranienburg? Diesmal: die erste Hälfte im August 1992.

OBERHAVEL
Die Diskussion um die Ämterzugehörigkeiten geht im August 1992 weiter. Das Potsdamer Innenministerium gibt Zühlsdorf grünes Licht, das Amt Schildow und den Kreis Oranienburg zu verlassen und sich nun dem neugegründeten Amt Wandlitz sowie dem neuen Kreis Barnim anzuschließen.

Der Riva-Konzern entlässt zum 1. August 1992 von den ursprünglich 1050 Mitarbeitern der Hennigsdorfer Elektrostahlwerke 150 Leute – wie mit der Treuhand vereinbart.

In Liebenwalde bahnt sich ein neuer Umweltskandal an. Aus einem Regenentwässerungsrohr neben der Mühle in der Zehdenicker Straße strömt Jauche – die läuft in den Beverinsee. Woher das stinkende Nass kommt, ist unklar. Liebenwaldes Umweltbeauftragter Roland Heigel beginnt mit der Ursachenforschung.

In Nassenheide am Koppelweg lagern unterdessen hunderte Rohre aus Asbest. Sie sollten zu DDR-Zeiten für das ländliche Trinkwasserprogramm verwendet werden.

Die Berliner Schauspieler Harald Juhnke und Günter Pfitzmann steigen angeblich ins Gastrogewerbe ein – so lautet zumindest ein Gerücht in Hennigsdorf. Es besagt, dass sie die Kneipe namens „Schwemme“ vor den Toren des Stahlwerks übernehmen wollen. Die Frage ist: Steht Juhnke vor oder hinter dem Tresen?

Oranienburg hat den ersten Pizzabringdienst. Zwei Schüler liefern die Pizzen von der Gaststätte „Zum Barnim“ aus in die Stadt. Eine Mark kostet das für die Kunden zusätzlich.

Die Gemeinden Beetz und Sommerfeld wollen sich über den geplanten Hotelneubau am Beetzer See einigen. Bislang gab es eher Bedenken. Das Haus soll den Komfort eines Drei-Sterne-Hauses haben – mit 120 Zimmern.

Der Traum von der Einheit der Gemeinden Leegebruch und Germendorf ist geplatzt. Die Germendorfer Gemeindevertreter stimmten dagegen. Sie sollen sich eher einem möglichen Amt Oranienburg-Land anschließen. „Eine große Chance ist vertan“, sagt Germendorfs Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse nach der Entscheidung.

Wegen zu hoher bakterieller Belastung wird am 11. August 1992 der Hubertussee in Borgsdorf gesperrt – ebenso die Badestelle auf dem Lehnitzer Campingplatz.

Am 13. August 1992 geht bei der MAZ ein Anruf ein: „Hören Sie zu! In einer Stunde geht im Armeeobjekt in Lehnitz eine Bombe hoch!“ Die Kaserne muss evakuiert werden, doch eine Bombe entdecken die Suchspezialisten nicht.

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ZAPPER VOR ORT: Krömer Late Night Show

Mittwoch, den 15. August 2012
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MO 13.08.2012 | Berlin, Berliner Ensemble

Kurt Krömer ist mit einer neuen Show zurück im Ersten.
Das heißt: Eigentlich kommt Kurt Krömer mit seiner alten Show zurück – nur mit meinem Namen und neuer Kulisse.
“Krömer Late Night Show” startet am 18. August im Ersten, und schon jetzt sind alle acht geplanten Folgen abgedreht.
Am Montagabend stand Folge 8, die Letzte, auf dem Programm des Berliner Ensembles am Schiffbauerdamm.

Der rbb verspricht für Krömers neue Show zwar nicht die Weltrevolution, aber schon etwas Spezielleres, als er es bislang in seinen Sendungen getan habe. So sollen auch ernste Themen angesprochen werden. Krömer reiste für diverse Einspielfilme nach Afghanistan, um mit Bundeswehrsoldaten zu sprechen. Und auch mit seinen Gästen wolle er in heiterem Rahmen auch solche Dinge besprechen.
Um das vorwegzunehmen: Wer in der Hinsicht etwas Tiefgang erwartet, wird enttäuscht. Krömer ist Krömer und bleibt Krömer. Er lädt sich Gäste ein, smalltalkt oder auch nicht, zwei Filme, und das war’s. So, wie es bisher auch von seinen Shows bekannt war.

Dennoch war Folge 8 recht unterhaltsam. Zu Gast war Sänger Thomas Quasthoff, mit dem Krömer Zigarette rauchend besprach, woher sie sich eigentlich kennen. Von Schauspielerin Anneke Kim Sarnau wollte Krömer eigentlich nur ihre wunderbare Lache hören – und bekam sie auch. Ein echtes Gespräch mit ihr fand weitgehend nicht statt. Ein Einspieler, in dem er mit Soldaten redete, war weitgehend witzfrei, ein Beitrag über Retner und Behinderte auf einem Floß ging so. Rainald Grebe saß gegen Ende noch fünf Minuten am Klavier, um chaotisch irgendwas zu spielen.
Eine nette Nebenbei-Unterhaltung für den späten Sonnabendabend. Recht witzig, ohne Tiefgang, nett. Kann man sich ansehen, muss man aber nicht.

Schön war am Ende, dass Kurt Krömer den Saal verließ, raus auf die Straße lief, mit dem Megafon eine Leute in einem Restaurant anschrie und dann auf der Spree mit einem Boot davonfuhr – alles in dem Moment live aufgenommen und in den Saal übertragen.
Wir haben uns amüsiert. Mal sehen, ob es auch das Richtige fürs ARD-Spätprogramm am Sonnabend ist.

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