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Tagesschau: Es menschelt

DO 08.03.2012 | 20.00 Uhr | Das Erste

Wenn sich Rituale ändern, dann fällt das auf.
Jahrzehntelang begrüßten die Sprecher der ARD-“Tagesschau” um 20 Uhr die Zuschauer mit den Worten “Guten Abend, meine Damen und Herren!” Und weil sie ja “nur” Sprecher sind, durften sie sich am Ende nicht verabschieden, sondern es hieß nur: “Die Tagesschau meldet sich wieder um…”.

Seit Anfang der Woche ist das anders. Nun sagen Jan Hofer und Co.: “Guten Abend, meine Damen und Herren, ich begrüße Sie zur Tagesschau.” Das ist zwar ganz nett, aber völlig überflüssig. Denn schließlich wird die Sendung eröffnet mit dem Satz: “Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der Tagesschau.” Der Zuschauer weiß also schon, welche Sendung er sieht.
Am Ende heißt es nun “Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend.” Das ist nett. Aber wenn jeder Sprecher das jeden Tag genauso sagt, dann ist es leider doch nur eine Floskel.
Warum müssen diese Sätze bei der “Tagesschau” immer ritualisiert sein? Warum kann der Sprecher nicht einfach “Guten Abend” sagen und sich auf unterschiedliche Weise verabschieden?
Die Nachrichtensendung soll mehr menscheln. Das ist nicht gelungen, denn das Ganze wirkt eher verkrampft.

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3 Kommentare zu “Tagesschau: Es menschelt”

  1. flela

    Vielleicht will sich die Tagesschau so von RTL und Co abgrenzen. Nachrichten sollen Fakten sein und kein persönliches Gelaber von einem Moderator. Zu viel Gemenschel ist da irritierend.

    Aber ich weiß was DU meinst.

  2. antaris

    Eine Begrüßung ist kein “Gelaber”,bitte. Auch eine Verabschiedung nicht. Es stimmt,das es manchmal sehr steif ist in der ARD. Aber diese winzige Änderung zeigt aber,das sich auch im 1sten etwas bewegen kann. Warten wir noch einmal 20 Jahre….

  3. RT

    Nein, Gelaber ist das nicht.
    Ich finde es gut, dass das eingeführt wurde. Aber die Redaktion sollte sich besser überlegen, was sinnvoll ist und was nicht. Und wenn die Begrüßung nur eine Doppelung und die Verabschiedung nur eine Floskel ist, kann man sie auch sein lassen.