Tagesarchiv für 27. Mai 2011

RTZapper

Werbung: Rewe und der Bus

Freitag, den 27. Mai 2011
Tags: , , ,

DO 26.05.2011 | 15.00 Uhr | Oberhavel TV

Muss Werbung logisch sein? Nein, die Hauptsache ist: Man redet über sie. Und wenn das wirklich so ist, dann hat Rewe alles richtig gemacht.

Im Werbespot für die Rewe-Märkte in Velten und Leegebruch, der bei Oberhavel TV zu sehen ist, steigen lauter Leute mit Rewe-Körben in der Hand in einen Bus. Andere heben den schweren Einkaufswagen hinein. Die Leute setzen sich, zeigen sich gegenseitig, was sie denn Schönes eingekauft haben. Die Stimmung ist so lala.

Dann sagt eine Stimme: Stop! Kommen Sie besser gleich zu Rewe!
Hä? Moment mal: Da kommen Leute mit Rewe-Kram in einen Bus, was bedeutet: Sie waren gerade bei Rewe einkaufen. Warum sollen sie dann besser gleich zu Rewe einkaufen kommen? handelt es sich um einen gewaltigen Schnittfehler? Oder um eine grandiose Zeitschleife? Oder doch nur um blanken Unsinn?

Mal abgesehen davon, dass die Story hinten und vorne nicht funktioniert und man wahrscheinlich nur einen Grund haben musste, den gesponserten OVG-Bus im Bild zu zeigen – eines haben die Werber ganz gewiss erreicht: Die Leute sprechen drüber. Der Spot gehört wahrscheinlich zu der bekanntesten Reklame, die bei Oberhavel TV zu sehen ist. Was allerdings trotzdem nicht für sie spricht.

Hits: 16

RTelenovela

Voll EHECtisch!

Freitag, den 27. Mai 2011
Tags: , ,

Ich starre auf die große Box mit losem Salat. Daneben steht die Schüssel mit den Tomatenstücken. Ich habe mir gerade einen Döner bestellt. Mit Salat und Weißkraut.
Im nächsten Moment nach der Bestellung fällt mir: EHEC. Da war ja noch was. Darf man denn überhaupt noch Salat essen? Oder ist Oranienburg noch EHECfrei?

EHEC ist die nächste Seuche und das nächste Medienthema. Wir haben SARS überstanden. Die Vogelgrippe. Und die Schweinegrippe. Jetzt also EHEC. Im Salat, wahrscheinlich aus Norddeutschland. Gehört Oranienburg zu Norddeutschland?

Der Mann hinter der Theke knallt den Döner mit Kopfsalat voll, dann noch das Weißkraut. Und Soße.
Ich esse den Döner. Er schmeckt lecker.
Nebenher lese ich im Internet: Das EHEC-verseuchte Zeug sollen nun Gurken aus Spanien sein. Puh, da habe ich ja noch mal Glück gehabt. Mahlzeit.

Hits: 24

RT im Kino

Der Biber

Freitag, den 27. Mai 2011
Tags:

Da ist diese Leere. Es ist keine Trauer, es ist einfach eine Leere. Walter Black (Mel Gibson) ist am Ende. Er spürt nichts. Gar nichts. Seinen beruflichen Erfolg kann er nicht genießen. Für ihn ist das alles nur Stress. Einen Sinn für die Familie hat er auch nicht mehr. Das ist einach nichts mehr. Keine Gefühle. Einfach nur die Leere.
Walter leidet an Depressionen. Seine Frau (Jodie Foster) kommt mit ihrem Mann nicht mehr klar. Sie trennt sich, nimmt auch die beiden Söhne mit.
Walters Ausweg: eine Handpuppe. Er findet den Stoffbiber im Abfall. Der Mann streift sich das Ding über die Hand. Ab sofort ist Walter der Biber. Oder der Biber ist Walter, je nachdem, wie man das sehen will. Walter spricht durch den Biber. Spricht nun Wahrheiten aus, distanziert sich von seinem eigenen Leben.
Das scheint gut zu funktioniert, auch wenn es in seiner Spielzeugfabrik natürlich für Irritationen sorgt, dass der Chef plötzlich mit einem Stoffbiber rumläuft.

“Der Biber” mag ein recht langweiliger, für heutige Verhältnisse extrem simpler Filmtitel zu sein. Interessant ist er allemal. Jodie Foster, die hier auch Regie führte, beschäftigt sich mit einem Thema, das immer wichtiger wird in unserer Gesellschaft: Depressionen.
Denn nicht nur für den Kranken selbst, sind sie ein Problem. Auch das Umfeld muss lernen, damit umzugehen. Walters Frau, aber auch die Kinder, finden zunächst keinen Draht zu Walter. Sein Sohn Porter (toll: Anton Yelchin) macht völlig dicht und droht seinerseits, ebenfalls in die depressive Dunkelheit abzugleiten. Wie der Vater so der Sohn.
Mit einer Mischung aus Drama und Komödie, ein bisschen Kitsch, mit Kalauern und leisen Tönen trifft Jodie Foster den richtigen Ton.

7/10

Hits: 52