Tagesarchiv für 6. Mai 2011

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Schönes Lehnitz – also, früher

Freitag, den 6. Mai 2011
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Lehnitz war mal richtig hübsch. Bis 1977 der heutige S-Bahnhof ins Ortszentrum gebaut wurde. Dort, wo heute der hässliche Klotz steht, sah es vorher ganz anders aus.

Wenn meine Eltern immer erzählt haben, dass sie von Lehnitz aus mit der S-Bahn nach Berlin gefahren sind, dann hatte ich natürlich immer das Bild im Kopf, das sich mir heute bietet.
Dort, wo heute der Tunnel ist, war früher eine Straße mit Bahnübergang. Der S-Bahnhof war nördlich vom heutigen Bahnsteig. Die Schranken waren natürlich oft geschlossen, was für die Lehnitzer durchaus ein Problem war. Die Straße aus Oranienburg kommend führte durchgehend nach Summt, heute ist die Straßenführung eine ganz andere.
Jetzt ist der Weg frei, es gibt keine Wartzeiten mehr, aber die Ortsmitte – die keine mehr ist – ist verschandelt.

Erfahren habe das alles beim Vortrag des Lehnitzer Ortschronisten. Erstaunliche 80 Leute kamen zu der Veranstaltung ins Friedrich-Wolf-Haus.

Noch heute hat Lehnitz schöne Ecken, aber man könnte mehr draus machen. Auf historischen Fotos scheint alles viel gepflegter und liebevoller auszusehen.

Was mir auch neu war: Die Straßenbrücke zwischen Lehnitz und Oranienburg wurde 1945 am Ende des zweiten Weltkrieges zerstört – und erst 1957 wieder aufgebaut. In der Zwischenzeit musste eine Personenfähre die Menschen von A nach B befördern.

Und was auch auffällt: Früher waren am Lehnitzsee unzählige Kneipen, wunderschöne Ausflugslokale. Heute herrscht auf der Lehnitzer Seite tote Hose. Und auch in Oranienburg ist so gut wie nichts los: nur eine Gaststätte und eine rumplige Badewiese.
Warum Oranienburg und Lehnitz so gar nichts aus dem Lehnitzsee machen, erscheint mir völlig unverständlich.

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