Tagesarchiv für 28. Februar 2011

aRTikel

1991: In Hennigsdorf demonstrieren 5000 Metaller

Montag, den 28. Februar 2011
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Februar 1991 I -> 25.2.2011

Rückblick: Im Februar 1991 fordern die Arbeiter mehr Lohn / Bernau will einen Landkreis mit Oranienburg bilden

MAZ Oranienburg, 28.2.2011

Was passierte vor 20 Jahren im Altkreis Oranienburg – und was stand in der MAZ? Diesmal: die zweite Hälfte im Februar 1991.

OBERHAVEL
In Schwante kursieren Mitte Februar 1991 Gerüchte. An der Dorfstraße entsteht ein Eckhaus, und die Schwantener befürchten, es würde sich um ein „Stundenhotel“ handeln. Hinzu kommt die konzeptlose Bauweise: Treppen entstehen, wo sie nicht entstehen dürfen, eine Regenrinne wird repariert, dann das ganze Dach erneuert. Besitzer ist ein Berliner Boxtrainer. Weltmeister Rocky Rocchigiani ist einer seiner Schützlinge. Am 1. April will er eine Gaststätte eröffnen.

Zwei Untersuchungsgefangene fliehen am 18. Februar aus der Oranienburger Justizvollzugsanstalt. Beide teilten sich eine Zelle. Wie es zur Flucht kommen konnte, darüber will sich Anstaltsleiter Michael Grauke nicht äußern. Die Männer werden später in Neuruppin gefasst – auf dem Gelände der Bezirksnervenklinik.

Verschwunden ist auch der vierjährige Matthias. Zeugen sahen ihn zuletzt auf einem Oranienburger Spielplatz. Die Polizei sucht das Gebiet ab, Taucher die Havel. Vier Tage danach findet ihn die Wasserschutzpolizei. Matthias ist tot.

Aufstand in Vehlefanz: Der Gewerbeausschuss des Dorfes wirft dem Landratsamt Inkompetenz und Laienhaftigkeit vor. Hintergrund: Im Gewerbegebiet Vehlefanz will sich ein Holzbaubetrieb niederlassen. Aus dem Ökologiedezernat des Kreises gibt es dafür jedoch kein grünes Licht: Die Umweltbelastung wäre zu hoch, heißt es. Auch die Ansiedlung eines Großhandels kommt beim Kreis nicht gut an.

Der Autobahnsee bei Velten soll ausgebaggert werden. Bei einer Tiefe von 4,20 Metern sei ein Wasseraustausch kaum möglich, künftig soll er bis zu zwölf Meter tief sein. Ein Problem gibt es aber noch: Laut Eintragung in den Büchern existiert der See gar nicht.

Jubel bei den Handballern. Der PSV Oranienburg ist vorzeitig Meister. Am vorletzten Spieltag schicken die Spieler die Mannschaft aus Premnitz mit 26:13 nach Hause.

Am 21. Februar 1991 erleben Oranienburg und Hennigsdorf die wohl mächtigsten Protestaktionen seit dem Herbst 1989. Allein in Hennigsdorf sind es etwa 5000 Menschen. Mehrere Tausend Beschäftigte aus Metallbetrieben gehen auf die Straße. Sie fordern mehr Geld.

In Liebenwalde und Zühlsdorf öffnen neue Frischemärkte. In beiden Orten haben die Bewohner lange darauf warten müssen.

Oranienburg plagt sich weiter mit dem Lärm der Hubschrauber der sowjetischen Streitkräfte. Bürgermeister Udo Semper sagt, Flugzeiten und -höhen würden das Maß des Erträglichen überschreiten.

Die Mülldeponie in Germendorf kommt ins Gerede. Sie entspricht zwar noch nicht westlichen Standards, der Nachholebedarf sei jedoch nicht allzu groß, so ein Unternehmensberater. Die Deponie ist die Einzige im Kreis, die nicht geschlossen wurde. Man geht davon aus, dass sie noch 20 Jahre lang betrieben werden kann.

In die Diskussion um die Kreisgebietsreform hat sich der Kreis Bernau eingeschaltet. Wie Oranienburgs Landrat Karl-Heinz Schröter mitteilt, sei Bernau an einer Zusammenarbeit interessiert. Ein möglicher Name: Niederbarnim.

RTelenovela

Sind Frauen auch schlechte Beifahrer?

Montag, den 28. Februar 2011
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Wie sagte Loriot so schön: Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen. Offenbar auch nicht beim Autofahren. Da scheinen sich Männer am Steuer mit Frauen als Beifahrer so zu langweilen, dass sie einpennen.
So geschehen neulich auf der A24 in der Nähe von Walsleben. Wobei natürlich über den Grund nichts bekannt ist.
Fakt ist: Der Mann am Steuer schlief ein, die Frau nahm das Steuer, das Auto landete nicht nur in der Böschung, sondern donnerte auch gegen einen Baum.
Die Insassen haben überlebt, zum Glück. Aber manchmal sind diese Männer-Frauen-Geschichten dann doch ziemlich irritierend…

RT im Kino

The King’s Speech

Montag, den 28. Februar 2011
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Es ist nur eine Radioansprache. Eine kurze Rede ans Volk. Und doch ist es die größte Herausforderung für Albert, den neuen King George VI. (Colin Firth). Denn er stottert.
Der australische Sprachtherapeut Lionel Logue (Geoffrey Rush) staunt nicht schlecht, als er sieht, wer sein neuer Patient ist. Eben jener Albert, zu dem Zeitpunkt noch einer der Prinzen. Lionel soll dem Prinzen das Stottern abgewöhnen. Dass er recht unkonventionelle Methoden hat, ist bekannt. Dennoch kommt Albert mit dem Ton, den sein Doktor drauf hat, nicht klar. Als dann aber eine echte Aufgabe auf ihn wartet, die Rede nämlich, da wird diese etwas andere Beziehung auf eine harte Probe gestellt.

Schon “The Queen” erzählte ein Stück Historie aus dem englischen Königshaus. “The King’s Speech” spielt ein paar Jahrzehnte vorher. Im Mittelpunkt steht Elizabeths Vater Albert, der sich King George VI. nannte.
Colin Firth brilliert in seiner Rolle. Er ist der Mann, der wütend ist, in dem es brodelt, der sich nicht ausdrücken kann, weil ihm die Worte und Silben nicht aus dem Mund kommen wollen. Aber auch sein Gegenpart, Geoffrey Rush als der Sprachlehrer, mit seinem Witz und seiner Sensilibität, ist sehenswert. Diese beiden Männer zu beobachten, ist faszinierend. Das sind mitunter ergreifende Szenen, und das letzte Kapitel, die Rede, das ist der ergreifendste Moment.
“The King’s Speech” bietet ein Stück unbekannte oder zumindest vergessene Geschichte.

8/10

RTZapper

Die Schlacht um Stalingrad

Montag, den 28. Februar 2011
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SA 26.02.2011 | 20.05 Uhr | N24

Dass N24 ständig Nachrichten senden soll, ist nicht mehr als ein ganz blödes Gerücht. Wenn man sich klischeemäßig über N24 lustig machen will, behauptet man einfach, dass die ihr Programm viel zu oft mit Nachrichten zumüllen.
Hätte man eben jene Nachrichten im Programm, dann könnte man ja gar nicht mehr die informativen Weltkriegsdokus senden.

Am Sonnabend knallte N24 sein komplettes Abendprogramm mit dem Zweiten Weltkrieg voll. Wer auf Bomben steht, auf Waffen, auf Flugzeuge, dem ging das Herz auf. “Die Schlacht um Stalingrad” eröffnete um 20.05 Uhr die Erinnerungsschau, gefolgt von “Hitlers letztem Kampf”, dem “Duell am Himmel” und dem “Feuerball am Himmel”.
Und weil man sich das alles überhaupt nicht merken kann, zeigte der Servicesender N24 ab 0.05 Uhr die Dokus eben einfach noch mal.
Schon ein bisschen gruselig, oder?