Monatsarchiv für September 2010

RTZapper

Analoges Kabel: Adè WDR!

Mittwoch, den 29. September 2010
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Gefäääährlich! Irgendwem ist plötzlich aufgefallen, dass zwei analoge Fernsehkanäle im Kabelnetz für Funkfrequenzen, die der allgemeinen Sicherheit im Flugverkehr dienen, benötigt werden. Deshalb müssen im analogen Kabelnetz zwei Sender abgeschaltet werden. Ersetzt werden sie natürlich nicht, das wäre ja nur zu kundenfreundlich.
In Brandenburg fiel 1-2-3.tv und der WDR weg. Immer ein Drittes Prohramm und ein Privatsender waren betroffen. Im Kabelnetz von Birkenwerder erfolgte die Ab- und Umschaltung am Montag.

Okay, ob wir nun 1-2-3.tv empfangen oder nicht, interessiert fast niemanden – aber der Verlust des WDR tut weh. Und ist unverständlich. Im Gegensatz zu Berlin, wo das Bayerische Fernsehen abgeschaltet wurde, behalten wir das Weißblaue Fernsehen. Dabei hat der WDR das bessere Programm. Von “Zimmer frei!” bis “Domian” ist viel Gutes dabei. Im Bayerischen Fernsehen – hm, eigentlich nichts. Na ja, fast, aber das Jugendmagazin “Südwild” hat der BR ja selbst schon wegen mieser Quoten ins Nachtprogramm verschoben.
Hinzu kommt: Die rbb-”Abendschau” aus Berlin sendet von 19.30 bis 20 Uhr auf dem Bayernkanal – und passt somit gar nicht ins Schema. Beim WDR gibt es die “Lokalzeit”, die “Abendschau” würde da wunderbar reinpassen.

Der WDR sendet nur noch digital. und wahrscheinlich ist das auch das Ziel der Kabelnetzbetreiber: Die Leute zur Umrüstung bringen.
PS: Irgendwer hat auch Oberhavel TV abgeschaltet. Ist mal wieder Sendepause? Oder diesmal ganz Sendeschluss?

RTelenovela

Straße ohne Regeln (2): Ach, fragen Sie mal jemand anderes!

Mittwoch, den 29. September 2010
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(1) -> 27.9.2010

Für das Schilderchaos in der Schul- und Mittelstraße in Oranienburg ist die Stadt selbst nicht zuständig. Sie kann auch nicht sagen, welche Regeln denn nun gelten.
Das geht zumindest aus einer Antwort als Reaktion auf die gestern beschriebene Situation hervor, die die Stadtverwaltung mir per E-Mail zukommen ließ.
“Die von Ihnen angesprochene Baumaßnahme in der Mittelstraße ist keine Baumaßnahme im Auftrag der Stadt Oranienburg”, heißt es da, “sondern hier werden Bauarbeiten im Auftrag der Stadtwerke durchgeführt. Es werden Fernwärmeleitungen verlegt. Bitte wenden Sie sich zuständigkeitshalber an den Bauleiter bei den Stadtwerken, Herrn U.H., da dieser auch für die Beschilderung / Verkehrsführung verantwortlich ist.” Dahinter steht noch eine Telefonnummer.

So, so, liebe Stadt Oranienburg. Die Antwort wundert mich ein bisschen. Denn wenn die freundlichen Politessen – angstellt bei der Stadt – mal wieder durch die Mittelstraße spazieren sollten, müssen die ja wissen, ob sie Zettelchen verteilen dürfen oder nicht. Und welche Regeln überhaupt gelten. Aber egal, der doofe Bürger kann sich doch mal selbst kümmern, da ist dann das Bürgeramt also wirklich nicht für zuständig.
Irgendwas läuft da schief in Oranienburg.

aRTikel

1990 – Jahr der Einheit: Ein Monat im Zeichen des Streiks

Dienstag, den 28. September 2010
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August 1990 -> 18.8.2010

Rückblick: September 1990 – Arbeitskämpfe, neues Shoppingscenter und ein Busunglück

MAZ Oranienburg, 28.9.2010

Was passierte im Jahr der Einheit im Altkreis Oranienburg – und was stand in der Märkischen Volksstimme (MV)? Diesmal: Der September 1990.

OBERHAVEL
Im Monat vor der Einheit sind die Ereignisse vom Umbruch geprägt. Davon zeugen auch die Seiten der MV. Beispiel: Das Schloss im Zentrum Oranienburgs gehört wieder der Stadt. Am 1. September 1990 übernimmt Bürgermeister Udo Semper von Oberstleutnant Kaatz den Schlüssel für das Gebäude. Es soll ein kulturelles und kommunales Haus werden, so Semper.
Zwei Tage danach öffnet in Hennigsdorf die neue Sonderschule. Direktor Dieter Birkholz begrüßt 210 Schüler. Bis Dezember soll eine Sporthalle dazukommen.

Streik scheint das Wort des Monats zu sein. In Hohen Neuendorf treten die Schüler der 2a der Käthe-Agerth-Oberschule (im heutigen Marie-Curie-Gymnasium) in den Warnstreik. Nur fünf Schüler kommen am 5. September zum Unterricht. Grund: Eigentlich sollte an der Berliner Straße/Leninallee eine Ampel gebaut werden – zum Schutze der Kinder. Eine Woche nach dem Streik ist tatsächlich doch noch Baubeginn.
Am 14. September treten die Busfahrer im Kreis in einen Warnstreik. Sie fordern unter anderem die 40-Stunden-Woche und Weihnachtsgeld. Fünf Tage später treten die Mitarbeiter des Polstermöbelwerkes Oranienburg in den Warnstreik. Sie wollen einen Teuerungszuschlag, Kindergeld und Kündigungsschutz.
Weitere zwei Tage später werden in der Hohen Neuendorfer Poliklinik nur Notfälle behandelt. Auch dort: Warnstreik.

Birkenwerder kann sich vor Müll kaum noch retten. Die Leute würden von den sauberen Städten im Westen schwärmen, aber zu Hause schmeißen sie ihren Müll überall hin, so Umweltreferentin Ute Lüty in der MV.

Landrat Karl-Heinz Schröter ist ebenfalls sauer: „Es sieht so aus, als wäre Märkha schon an die westdeutsche Ladenkette Spar verscherbelt worden.“ Gemeint sind die ehemaligen HO-Kaufhallen im Kreis. Schröter meldet Protest bei der Treuhand an.

In Oranienburg stimmen die Stadtverordneten für den Bau des Atriums auf dem Gelände zwischen Leninallee (Berliner Straße), Breite Straße und Blutgasse. Auf der 17000 Quadratmeter großen Fläche soll bis Frühsommer 1992 das Shoppingcenter entstehen.

Großes Unglück am 25. September 1990: Auf der F96 zwischen Nassenheide und Teschendorf verunglückt ein Reisebus aus Flensburg. In einer Kurve rutscht er mit Tempo 105 ins Maisfeld. Zwei Menschen sterben, 21 sind schwer, 27 leicht verletzt. Den Helfern zeigt sich ein Bild der Verwüstung. Noch nie gab es im Kreis Oranienburg einen so schweren Unfall.

RTelenovela

Straße ohne Regeln

Montag, den 27. September 2010
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Es soll ja Autofahrer geben, die sich an Verkehrsschilder halten. Die nach ihnen schauen, um sie zu befolgen. Für solche Leute dürften die Mittel- und Schulstraße in Oranienburg gerade ein wahrer Abendteuerpark zu sein. Dort herrscht nämlich Anarchie.

Die Stadt hatte die grandiose Idee, die Einbahnstraßenregelung in der Mittelstraße umzudrehen. So weit, so unsinnig. Nun ließ die Stadt tatsächlich auch entsprechende Sperrschilder aufstellen. Das war’s dann aber auch. Ungültiges wurde meist nicht verhüllt, nun Gültiges nicht kenntlich gemacht.

In der Schulstraße steht nun ein Schild, das besagt, dass man nur nach rechts abbiegen darf. Kurz dahinter das vorher gültige Linksabbiegerschild. Das sieht lustig aus, ist aber natüürlich Unsinn. Laut Verkehrsregel gilt das Schild, das am nächsten zur Kreuzung steht. Also links rum. Doch dort wird man von einem Sperrschild begrüßt. Zumal sowohl das Rechts- als auch das Linksschild blödsinnig ist, denn man könnte auch geradeaus in den Seitenarm der Mittelstraße fahren.
In der Mittelstraße sind Parkplätze mit Parkautomaten am Straßenrand. Leider sind entsprechende Schilder in umgekehrter Richtung nicht mehr zu sehen. Muss man zahlen? Darf man überhaupt parken? Herrscht Parkverbot?
Am Tunnel zwischen Parkplatz und Mittelstraße fehlt ein Einbahnstraßenschild, das eigentliche ist hier ausnahmsweise zugeklebt. Ein Neues fehlt. Wo darf ich denn nun hinfahren?
An der Kreuzung Bernauer Straße/Mittelstraße fehlt die komplette Vorfahrtsbeschildung. Das heißt: Eigentlich gilt dort rechts vor links. Bedeutet: Autofahrer aus der Mittelstraße haben Vorfahrt. Ich will das allerdings nicht ausprobieren.

Irgendwie ist das alles völliger Murks im Bahnhofsviertel. Erstaunlich, dass das alles noch unfallfrei über die Bühne gegangen ist.

RTZapper

The Roast of William Shatner

Montag, den 27. September 2010
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SO 26.09.2010 | 0.20 Uhr (Mo.) | Comedy Central

Das war einmal: Ein Star setzt sich im Fernsehstudio aufs Sofa, und dann wird liebevoll auf sein Leben zurückgeblickt. Ein Freund kommt zur Tür herein und der Moderator ruft: “Das ist dein Leben!” Applaus.
Das ist vorbei. Weil: langweilig. Will keiner sehen.
Heute werden Stars geröstet.

Dass William Shatner keinen Humor hat, nein, das kann man nicht gerade sagen. Und dass man ihn hasst, eigentlich auch nicht. Auch wenn es manchmal so wirkt. In “The Roast of William Shattner” wurde der Schauspieler am laufenden Band beleidigt. Geröstet. So nennt sich das in den USA und scheint dort eine Tradition zu sein. Ein (ehemaliger) Star wird auf einen Stuhl gesetzt und darf sich eine Unverschämtheit nach der anderen anhören. “Der nächste Gast stanzt dir jetzt ein neues Arschloch, das alte wirst du wohl der Wohlfahrt spenden.” Die kündigte der Moderator der Show den nächsten “Laudator” an.

In der Show, die Comedy Central in Deutschland ausstrahlt, musste sich der ehemalige “Raumschiff Enterprise”-Star viele schlimme Sachen anhören. Und er amüsierte sich königlich.
So saßen auf dem Sofa auch die Schauspielerinnen Farrah Fawcett und Betty White (”Golden Girls”). Einer der Laudatoren sah sich um und meinte: “Vor 30 Jahren wären Sie gute Wichsvorlagen gewesen.” Großes Gelächter. Auch bei den Damen. Sie wissen, worauf sie sich einlassen.
An anderer Stelle musste sich Shattner dies anhören: “Ich habe immer gehofft, dass euer Raumschiff mal irgendwo da landet, wo eine Schauspielschule steht. Ihr habt gespielt, als ob ihr euren beschissenen Text vergessen habt.”
Sandra Bullock sagte am Ende ihrer Rede: “Macht die alte Glucke nicht fertig. Ich liebe dich, Will.” Und dieser letzte Satz ist der Wichtigste: Alle diese Leute kommen, machen Shattner fertig, aber das immer voller Liebe, und das sagen sie auch, und ich denke, sie meinen das auch so.

“The Roast of…” ist eine wirklich erstaunliche Show, die übrigens von Comedy Central so gut wie möglich ins Deutsche synchronisiert wurde (als Voice over) – teilweise sogar mit den original Synchronstimmen der jeweiligen Schauspieler. “Roast of…” wäre auch in Deutschland eine tolle Sache. Aber wer könnte so humorvoll sein, sich eine Stunde lang beschimpfen zu lassen? Und wen könnte man beschimpfen, den man eigentlich total toll findet? Hierzulande gibt es vielmehr Stars, die man beschimpfen will, weil sie es wirklich nicht anders verdient haben. Wenn ich Jürgen Milski röste, dann ganz ohne Liebe.

Am 30. September um 22.35 Uhr wird David Hasselhoff gegrillt. Das wird eine Party. Spott und Hohn, kübelweise. Und Zuneigung obendrauf.

RTZapper

Tagesschau: Busunglück am Schönefelder Kreuz

Montag, den 27. September 2010
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SO 26.09.2010 | 20.00 Uhr | Das Erste

Manchmal erscheint die Themensetzung der “Tagesschau” vollkommen wirrkürlich. Als am vergangenen Sonntag in Lörrach eine Frau Amok lief, war das die Top-Meldung in der 20-Uhr-”Tagesschau”. Obwohl es keine näheren Angaben zu Tatverlauf und Opfern gab.
Das schwere Busunglück am Schönefelder Kreuz auf derA10, bei dem 13 Menschen gestorben sind, kam in der “Tagesschau” dagegen nur auf dem sechs Platz, kurz vor den Fußballergebnissen.
Wo sind da die Relationen?

Das Topthema war stattdessen die Hebung des Hartz-IV-Satzes. Ohne Zweifel wichtig. Gefolgt vom SPD-Parteitagsgeseier. Aber ein Unglück mit 13 Toten und etwa 30 Verletzten erscheint mir dann doch eher das wichtigste Thema des Tages zu sein. Vergangene Woche, beim Lörrach-Unglück, scheinen andere Leute entschieden zu haben…

RTelenovela

Volojahre (64): Zu Besuch bei den Abrafaxen

Montag, den 27. September 2010
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(63) -> 18.9.2010

In unserer Onlineredaktion bin ich momentan auch für die Kinderseiten zuständig. Während der vergangenen Wochen stellten meine Kollegin und ich eine Gemeinsamkeit fest: Wir sind beide Fans des “Mosaik”-Comics. Na ja, und noch eine Gemeinsamkeit: Bei den Abrafaxen ist Califax unser Liebling.
Da die Abfrafaxe in diesen Monaten 35 Jahre jung werden und das ja ein hervorragendes Thema für die Kinderseiten ist, stattete ich also den Abrafaxen in ihrer Villa in Berlin-Westend einen Besuch ab.

Es ist ganz ruhig in den Räumen, in denen die Zeichner sitzen. Ganz konzentriert malen sie an ihren Skizzen. Das “Mosaik” wird tatsächlich noch handgemalt. Echte Handarbeit. Jeder Zeichner ist für eine der Figuren zuständig, allerdings gibt es einen Zeichner, der alle drei Abrafaxe malt – er ist übrigens ein Hennigsdorfer.
Vom künstlerischen leiter ließ ich mit erklären, wie das Mosaik entsteht (mehr dazu demnächst im aRTikel-Bereich). Und als er merkte, dass ich mich mit dem Heft auskenne und auch Abonnent bin, fachsimpelten wir noch ein wenig. Über die Wendezeit und die Schwierigkeiten damals. Über das wertvolle Heft 9/1991, das nur in extrem geringer Auflage erschien. Über den Abrafaxe-Film.

Ich lese das Mosaik seit dem Heft 8/1985. Meine Mutter hatte es mir mitgebracht, und es war sogleich um mich geschehen. In der DDR war das Heft Bückware. Die Verkäuferin im (schon lange nicht mehr existierenden) Kiosk am Krankenhaus in Oranienburg legte mir immer eins zurück. An Abos kam man so gut wie nicht ran.
Die Hefte von vor dem August 1985 tauschte ich mir nach und nach zusammen. Oder ich bekam sie geschenkt. Unsere Nachbarn hatten ein paar. Eines fand ein Freund im Müll. Andere wurden mit anderem Kram getauscht oder bezahlt. 1993, von meinem Jugendweihegeld, kaufte ich dann alle alte Hefte nach. Ich hatte nun alle Hefte seit Januar 1976. Oder fast. Die Hefte 8 und 9 von 1991 fehlten.
Ende der 90er bekam ich das Heft direkt aus der Druckerei in Berlin. Ein Freund von mir arbeitete dort. Als das Mosaik dann drucktechnisch abwanderte, abonnierte ich das Haft dann. Jetzt gerade dienen sie als Gute-Nacht-Lektüre, ich lese grad die Griechenland-Serie von 1994.

Zwar ist das Mosaik ein Kindercomic, aber die Geschichten sidn auch für Erwachsene spannend. Es ist einfach geschrieben, ohne kindisch zu sein. Einige Gags richten sich auch eher an die großen Leser. ich denke mal, das Mosaik wird mich noch einige Zeit begleiten.
Und wenn im Dezember das Heft 420 erscheint, kann ich sagen: Das Bild hab ich in der Rohfassung schon gesehen. Und auch, als es gezeichnet wurde.