Tagesarchiv für 31. Juli 2010

RTelenovela

Bahnbekanntschaften (46): Der Bua hat miese Laune

Samstag, den 31. Juli 2010
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(45) -> 16.5.2010

Der junge Mann ist gefangen. Er kommt einfach nicht raus, ist festgeschnallt in seinem Gefährt. Der junge Mann ist noch kein Jahr alt und sitzt im Kinderwagen. Und er hat miese Laune.

In der Münchner U-Bahn zwischen Mailingerstraße und dem Rotkreuzplatz. Wir stehen dem Baby in seinem Wagen gegenüber und fühlen uns beobachtet. Mit mürrischem und vor allem starren Blick sind wir ins Visier des Jungen geraten. Er sieht zu mir. Und zu meiner Kollegin. Wieder zu mir. Und wieder zu ihr.
Es scheint, ob es die Gedanken in seinem Kopf nur so rattern: Was sind denn das für Penner? Warum glotzen und grinsen die so? Und wann sind wir eigentlich da? Und wann kann ich das alles endlich bei Facebook reinschreiben?

Auch als seine Mama Kontaktversuche mit ihrem Sohnemann aufnimmt, verzieht er keine Miene. Nichts. Und auch Grimassen unsererseits bringen keine nennenswerten Veränderungen.
Aber dann: Dann reicht ihm Mama seinen Nuckel. Er guckt. Begreift. Und – läääääächelt. Er lacht! Reißt sein Mündchen auf. Ein Strahlen liegt auf seinem Gesicht.
Als wir am Rotkreuzplatz aussteigen, winken wir ihm zu. Netter Bua.

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RTelenovela

Volojahre (59): Münchner Wehmut

Samstag, den 31. Juli 2010
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(58) -> 29.7.2010

Als wir im Fahrstuhl standen und sich die Türen zu den Räumen zur Akademie schlossen, war uns dann doch ein wenig wehmütig ums Herz. Das wohl letzte Mal verließen wir die heiligen Hallen. Unser Recherche-Seminar ist beendet.

Die Kollegin, die ich an dieser Stelle schon herzlich Willkommen geheißen habe, hat den Eintrag auch tatsächlich gelesen.
Unsere Aufgabe war, einen der anderen Seminarteilnehmer aus dem Lostopf zu ziehen und dann über sie recherchieren. In meinem Fall stand der Blog an erster Stelle. Besonders gut kam dieser Eintrag vom Februar 1986 an, in dem ich von meiner neuesten Hörspielkassette berichte. Für mich brachte die Recherche dann tatsächlich auch eine wichtige Erkenntnis: Mein Amazon-Wunschzettel war für alle Leute einsehbar – der Fehler ist inzwischen behoben.

Fünf Seminare haben wir in München absolviert. Dass wir jetzt alles und wirklich alles können, würde ich jetzt zwar nicht behaupten, aber wir wissen mehr als vor dem Januar 2009.
Und weil die ABP bislang bei Facebbok nicht vertreten war, habe ich das nun geändert.

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RT im Kino

Das Konzert

Samstag, den 31. Juli 2010
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Das Théâtre du Châtelet in Paris ist in Schwerigkeiten: Ein Orchester hat abgesagt, und nun muss Ersatz her.
In Moskau kommt ein Fax beim Bolschoi-Theater an. Dummerweise kommt es nicht dort an, wo es soll. Der Putzmann findet es. Und dieser Putzmann ist nicht irgendein Putzmann, sondern ein frührerer Dirigent des Orchesters. Er verlor einst unter Breschnew seinen Job, weil er seine jüdischen Mitarbeiter nicht entlassen wollte.
Jetzt sieht Andreï Filipov (Alexei Guskow) seine große Chance. Er sucht sich Musiker und Unterstützer und reist mit ihnen nach Paris. Dort ahnt niemand, dass es sich gar nicht um die echten Bolschoi-Musiker handelt.

“Das Konzert” erreicht seinen Höhepunkt, als es dann tatsächlich zum Konzert kommt. Das ist berührend und erzeugt Gänsehaut. Der Rest ist ziemlicher Murks. Leider.
Der Film von Radu Mihaileanu spielt auf manchmal schon unangenehme Weise mit Klischees. Da sind die verrückten Russen, die gierig und ein bisschen tumb sind. Da sind die Juden, die sofort ein Geschäft wittern. Das ist weder originell, noch lustig. Zudem wirkt es albern, dass alle beteilgten Russen ein blendendes (Synchron)Deutsch sprechen, im Dialog mit den Franzosen plötzlich ein gebrochenes Deutsch. Das funktioniert irgendwie nicht, aber eine weitflächige Untertitelung der Originalsprache wäre sicherlich nicht publikumsträchtig gewesen.
Mal abgesehen davon schleppt sich die Handlung insbesondere in der Mitte so dahin. Und auch wenn das Konzert am Ende toll ist – so richtig glaubwürdig ist das anfangs auch nicht.
“Das Konzert” ist nett, aber das ist zu wenig. Schade.

5/10

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RTZapper

Kerner: Im Sommerloch

Samstag, den 31. Juli 2010
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DO 29.07.2010 | 22.20 Uhr | Sat.1

Bei Kerner wird gelacht. Und über das Lachen gesprochen. Wie spannend. Ach ja, und Botox ist auch so ein tolles Thema, über das wir unbedingt mal sprechen mussten.
Diese Sache mit der Love Parade in Duisburg, die Katastrophe, die 21 Toten – nein, das war leider am Donnerstag kein Thema im aktuellen Sat.1-Magazin “Kerner” mit Kerner.

Denn Kerner ist in Wirklichkeit ins Sommerloch gefallen, seine Sendungen sind allesamt vor einigen Wochen schon aufgezeichnet worden. Da kommt so ein aktuelles Thema natürlich ein bisschen ungelegen.
Lieber Herr Kerner, entweder Sie machen tatsächlich eine wochenaktuelle Show oder Sie gehen ganz einfach in die Sommerpause und verschonen uns mit dem Allerweltskram.

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RTelenovela

Briefmarkennotstandsgebiet (9): München, Hofbräuhaus

Samstag, den 31. Juli 2010
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(8) -> 5.5.2010

Liebe Buam und Madln in Minga, wos is da loas?! Da lockt man die Touristenscharen aus aller Welt in das Hofbräuhaus, verkauft dort Postkarten mit Motiven aus dem – Überraschung! – Hofbräuhaus, und was verkaufen sie nicht? Briefmarken!
Hiermit wird also leider auch München und insbesondere die Touribierfalle zum Briefmarkennotstandsgebiet erklärt.

Und, ja, den Leuten dort ist das Thema lästig. Sehr lästig sogar. So lästig, dass auf dem Tresen im Kassenbreich des Lädchens ein großer Zettel klebt, auf dem erklärt wird, dass dort keine Briefmarken verkauft werden. Da fehlte eigentlich nur noch der Zusatz: “Verdammt nocha moal!!”
Solche lästigen Kundenfragen kann man natürlich aus dem Wege gehen: indem Briefmarken ins Sortiment aufgenommen werden. Wäre doch nicht so schwer, und dann müssten die doofen Touris auch nicht selbst wie blöd durch die Stadt latschen, um Briefmarken zu bekommen.

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