Monatsarchiv für Mai 2010

RTZapper

Eurovision Song Contest 2010: 2. Halbfinale

Freitag, den 28. Mai 2010
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DO 27.05.2010 | 21.00 Uhr | einsfestival

Sha-la-lie!
Ja, seid ihr denn wahnsinnig!? Die Niederlande ist es nicht ins Finale des Eurovision Song Conests 2010 geschafft. Dabei ist doch der Song von Sieneke so herrlich verspielt. Aber was nützt der coolste uncoole Song, wenn die Bühenshow drumherum unfassbar langweilig ist? Ein bisschen mehr Selbstironie und Pepp hätte Sieneke sehr gut getan.
Aber diese Art Musik scheint nicht zu funktionieren, denn auch Slowenien ist mit einer Rock-Volksmusik-Mischung gescheitert.

Das zweite Halbfinale, bei dem wir Deutschen leider nicht mitstimmen konnten, war qualitativ sehr viel hochwertiger als das erste. Und die Dänen standen zwar im Windmaschinensturm, haben aber auch einen tollen Popsongs abgeliefert. Wenigstens sind sie im Finale.
Als Lenas große Konkurrentin wird Safura aus Aserbaidschan gehandelt. Doch ihr “Drip Drop” klingt ein bisschen lahmarschig, hat sehr viel mehr Potenzial.

War sonst noch was? Schweden ist raus, die große Grand-Prix-Nation. Aber die Nummer war auch erschreckend öde. Die Bulgaren glitzerten, kamen aber dennoch nicht ins Finale.

So, und jetzt warten wir einfach mal ab. Morgen kann die Party beginnen.
Go, Lena! Und ein trauriges Sha-la-lie nach Oslo.

Hits: 66

ORA aktuell

Oranienpark: Kaufland will anbauen

Freitag, den 28. Mai 2010
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Bei Kaufland im Oranienburger Oranienpark ist zu wenig Platz. Derzeit hat der Supermarkt eine Fläche von 5800 Quadratmetern und soll um 1100 Quadratmeter vergrößert werden. Ein entsprechender Antrag liegt der Stadt bereits seit dem vergangenen Jahr vor.
Die Stadtverordneten sind jedoch skeptisch, wollen Einfluss auf die Entwicklung des Handels. Erwägt wird eine Veränderungssperre, um rechtliche Schlupflöcher für Kaufland zu stopfen.

Der Stadt fehlt es an einem Eiunkaufszentrum in der Innenstadt. Schon vor 20 Jahren war eines auf der Fläche zwischen Berliner und Breiter Straße geplant. es wurde jedoch nie verwirklicht.

Hits: 69

RTZapper

Die schönsten Grand Prix Hits aller Zeiten

Freitag, den 28. Mai 2010
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DO 27.05.2010 | 20.15 Uhr | Das Erste

Liebe ARD! Echte Grand-Prix-Fans wollen den Grand Prix sehen und nicht billig zusammengeschusterte Rankingshows, wenn gleichzeitig das zweite Halbfinale ausgetragen wird.

“Die schönsten Grand Prix Hits aller Zeiten” hieß die Sendung, aber einige Zuschauer scheinen dieses Motto nicht so ganz verstanden zu haben.
Auf Platz 29 des Rankings landeten nämlich die No Angels. Sie floppten mit “Disappear” beim Eurovision Song Contest 2008. Kein Wunder bei dem schlimmen Gejaule. Was aber dieses Grottensong in die hitliste zu suchen hat, will sich mir einfach nicht erschließen.

Hits: 5616

RTelenovela

Benebelt gespiegelt

Freitag, den 28. Mai 2010
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Eigentlich weiß ich gar nicht mehr so genau, was da heute passiert ist. Denn ich war zwar anwesend, aber dann doch nicht so richtig da.
Magenspiegelung. Eine ganz feine Sache. Ich habe schon ganz sehr Gutes darüber gehört. Dass es Spaß macht und so.
Habe ich natürlich nicht.

Es ist 8.20 Uhr in einer Hennigsdorfer Arztpraxis. In zehn Minuten ist mein Termin. Wir setzen uns in den Warteraum. Da ich nach der Untersuchung zwei Stunden nicht fahren darf, musste meine Mutter mitkommen.
Und wir waren nicht die einzigen, in im Warteraum in Doppelbesetzung warteten. Gegenüber saßen ein junger Mann und seine Mutter. Gleich daneben eine ältere Frau mit ihrem Mann.
8.40 Uhr. Ich bin immer noch nicht dran. Aber ich mache mich nicht heiß. Wird schon gleich losgehen.
Kurz nach 9. Was ist das eigentlich für eine Misswirtschaft? Mein verständnis ist schon bei Allgemeinärzten sehr begrenzt, wenn sie ihren Zeitplan nicht hinbekommen. Aber dieser Facharzt sollte doch eigentlich wissen, wie lange so etwas dauert und entsprechende Termine vergeben.

Schon um 9.10 Uhr bin ich dran, und ich beschließe, mich nicht darüber zu beschweren. Wenn ich Glück habe, muss ich ja nie wieder dahin.
Es geht alles ganz schnell. Der Arzt zeigt auf einer Folie, was jetzt passieren wird. Ich bette mich auf eine Liege, lege mich auf die linke Seite.
Ich bekomme eine Spritze und merke schon, dass … Ich schließe meine Augen. Und dann wurde es widerlich. Ich muss würgen, einmal versuche ich, nach dem… ich weiß nicht wonach, zu greifen.
Und dann ist es vorbei. Ich darf wieder aufstehen, muss mich noch in einen Nebenraum legen.
Das ging ja zügig.

Was ich als zügig empfang, dauerte inklusive Erholungsphase im Nebenraum 40 Minuten. Ich muss Sekunden nach der Spritze eingeschlummert sein. Den würgereiz muss ich auch nur im Tran mitbekommen haben. Was der Arzt mir da in den Rachen geschoben hat, habe ich nie gesehen. Ich weiß es nicht. Vielleicht war das auch gut so. Meine Mutter meinte nur danach, dass von meiner Magenspiegelungsshow auch die Patienten im Wartezimmer etwas hatten. Akustisch und so. Nun ja.

Wir fuhren dann von Hennigsdorf wieder zurück, und zu Hause schlief ich dann noch mal fast zwei Stunden.
Jetzt fühlt sich mein Hals an, als ob eine deftige Erkältung im Anmarsch ist.

Und jetzt stehen in dem Brief, den ich bekommen habe, lauter lustige Wörter. Ösophagitis I. Grades, klaffende Cardia, leichte Corpus- und Antrumgastritis. Können die auch Deutsch schreiben? Ich frag mal das Internet, was ich eigentlich habe.

Hits: 98

RT im Kino

The Crazies – Fürchte deinen Nächsten

Freitag, den 28. Mai 2010

Das Baseballspiel in Ogden Marsh, einer Kleinstadt im mittleren Westen der USA, beginnt ganz normal – und endet in einer Tragödie. Der Farmer Rory Hamill läuft plötzlich mit einer Schrotflinte auf das Spielfeld. Sheriff David Dutten (Timothy Olyphant) versucht, ihn zu beschwichtigen. Doch als Hamill die Waffe gegen ihn richtet, bleibt ihm nichts anders übrig. Es knallt, die Menschen im Stadion sind entsetzt. Der Farmer erleigt seinen Schussverletzungen.
Was war da los? Weshalb lief der Mann ohne Grund aufs Feld? Betrunken war er nicht. Bald häufen sich jedoch weitere Fälle, und im See vor der Stadt finden drei Männer einen Toten. Der Sheriff versucht, der Sache auf die Spur zu kommen. Und er wird fündig: Im See liegt ein riesiges abgestürztes Militärflugzeug. Im See, der das Trinkwasser für die Stadt liefert.
Es beginnt ein grauenvoller Spießrutenlauf, die Armee kommt und riegelt den Ort ab. Wer infiziert ist, muss sterben.

Einmal anschnallen, bitte! Und Luft anhalten! Für Breck Eisners Horrorthriller sind extrem starke Nerven nötig. In “The Crazies – Fürchte deinen Nächsten” zieht er alle Ekel- und Schockregister. Da werden Menschen erstochen, erschossen, zu Tode geprügelt und gequält. Es fließen einige Liter Blut, und die Kamera hält auch in den extremsten Momenten ordentlich drauf. Eine Idylle wird zur schockierenden Hölle.
Der Film “The Crazies” ist das Remake des gleichnamigen Horrorfilms aus dem Jahre 1973. Die mörderische Abrechnung mit der Kleinstadtidylle ist ein echter Horrortrip für den Zuschauer. Genrefans kommen dabei jedoch auf ihre Kosten, Gruselmomente hat der Film im Minutentakt zu bieten, die üblichen Schockeffekte hat er auch, obwohl er sie gar nicht nötig hätte. Auch wenn sich die Geschichte im letzten Drittel manchmal etwas zieht – Eisner hat einen hochspannenden und nervenaufreibenden Film abgeliefert. Der Blutdruck braucht danach jedenfalls ein paar Minuten, um wieder auf die Normalwerte zurückzugehen.

8/10

Hits: 100

aRTikel

Der Clubretter und nichts als Gerüchte

Donnerstag, den 27. Mai 2010
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Fernsehen: Das Team einer Pro-Sieben-Dokureihe wollte eine Marwitzer Disko aufmöbeln, brachte am Ende aber viel Ärger

MAZ, 27.5.2010

Mit der Realität haben die meisten Doku- Reihen der Privatsender wenig zu tun. Die sich auf den Dreh einlassen, haben oft nur Ärger.

MARWITZ
Eine gähnend leere Disko. Betrübt stehen Tom Wittenbecher und Susan Beastoch, die Betreiber der Beat-Fabrik in Marwitz (Oberhavel), vor dem Tor und blicken auf die leere Straße. Niemand will tanzen kommen an diesem Sonnabend.
Das sind Szenen, die Mitte April im Pro-Sieben-Magazin „Taff“ zu sehen waren. „Sem – Der Clubretter“ kam nach Marwitz, um die Disko vor dem Aus zu bewahren. Und das, was zu sehen war, erschien dramatisch. Nur leider ist es gar nicht an einem Sonnabend entstanden, wie der 43-jährige Tom Wittenbecher erzählt. Vielmehr drehte das Team an einem Mittwoch. Die Szene war gestellt. Nur die Aufnahmen von ein paar wenigen Tanzenden entstanden tatsächlich am Sonnabend, als die Disko geöffnet war.
So gut wie pleite sollen die Betreiber ebenfalls schon sein, Pro Sieben nannte genaue Beträge. Wie viel reinkommt, wie viel ausgegeben wird, was übrig bleibt. „Die Szene stand im Drehbuch“, sagt Tom Wittenbecher. „Mit der Wirklichkeit haben die Zahlen wenig zu tun, aber es sollte ja alles dramatisch sein. So schlimm ist es um uns nicht bestellt.“ Als die fünfteilige Serie bei „Taff“ auf Pro Sieben lief, kam die Beat-Fabrik ins Gerede. Keine Besucher? Pleite? Alles aus? Noch heute, sechs Wochen nach der Ausstrahlung, hält sich das Gerücht.

Eigentlich war das alles anders geplant. „Am Anfang sollte die Sendung ,Sem – Der Clubmacher’ heißen“, erzählt Susan Beastoch. Es habe ein Vorgespräch gegeben. Das Team von der Produktionsfirma wollte Teile der Disko renovieren, die Sanitäranlagen sollten renoviert werden, die Bar modernisiert. Doch daraus wurde nichts.
Während der Dreharbeiten hatten die Leute von Elke-N-Productions aus Berlin zum Pressetermin nach Marwitz eingeladen. Von Umbauarbeiten war nicht viel zu erkennen. Fotomotive, die Bewegung zeigten, waren rar. Alles sah aus wie sonst. Dafür stand ein selbstsicherer Sem Köksal, der Clubmacher, der zum Clubretter wurde, im großen Tanzraum und plauderte über seine drei eigenen Clubs und das Potenzial der Beat-Fabrik. Man müsse nur an ein paar Stellschrauben drehen. Dann würde der Betrieb wieder laufen. Wenn alles klappt, kämen jeden Abend 100 bis 200 Gäste mehr nach Marwitz, war er sich sicher.
Das Betreiberpärchen schien da schon skeptischer. Eventmanagerin Susan Beastoch war sichtlich angespannt. Nach dem ersten Drehtag wollten die 26-Jährige und ihr Partner den Vertrag auflösen. Doch das Fernsehteam überzeugte die Marwitzer. Wände wurden schwarz getüncht und billige Leuchtdioden an Bartresen und Fassade geklebt. Statt einem bunten Farbenwechsel der Lämpchen gab es technische Probleme.

„So soll es sein, so kann es bleiben.“ Mit diesem Lied im Hintergrund sind Tom Wittenbecher und Susan Beastoch dann in der Dokureihe zu sehen. Sie stehen vor der Beat-Fabrik und bestaunen die Außenbeleuchtung. Einige Tage danach war sie schon kaputt. Und die Marwitzer mit den Nerven am Ende. Am Sonnabend nach der Ausstrahlung kamen sehr viel weniger Gäste als sonst. Wittenbecher und Beastoch bekamen Mails und Anrufe. „Regelrechte Beileidsbekundungen“, so Tom Wittenbecher.

Norbert Gottfried, Redaktionsleiter der zuständigen Produktionsfirma Elke-N-Productions in Berlin, schien überrascht zu sein über das Echo nach der Sendung. Auf die genannten Vorwürfe und eine entsprechende MAZ-Anfrage ging er nicht näher ein. Gottfried merkte nur an, dass die Tanzimpressionen alle am 12. Dezember 2009 entstanden, einem Sonnabend. Das jedoch bestreiten selbst Wittenbecher und Beastoch nicht. Anders als die Szenen vor dem Haus, als kein einziger potenzieller Gast kam. Um die kaputten Außenleuchten wollte sich Gottfried jedoch kümmern. „Sie wurde – entgegen üblicher Gepflogenheiten – komplett von uns finanziert“, so der Redaktionsleiter. Offen lässt er damit, ob ansonsten die Protagonisten den Einsatz eines TV-Teams finanziell mittragen müssen. „Lange hat sich trotz gefühlter 100 Anrufversuche niemand um die Beleuchtung gekümmert“, sagt Tom Wittenbecher. Inzwischen funktioniert sie – zumindest teilweise, und aus technischen Gründen muss die Anlage nun auch am Tage am Stromnetz bleiben. Pro-Sieben-PR-Redakteurin Dagmar-Beate Christadler verweigerte darüber hinaus jeden Kommentar, verwies nur auf in der Reihe gezeigte Zitate der Marwitzer.

Warum sie sich darauf überhaupt eingelassen haben, verstehen die Diskobetreiber im Nachhinein nicht mehr. „Wir haben so was vorher immer abgelehnt“, sagt Susan Beastoch. „In dem Fall hatten wir gehofft, wirklich mal von außen neue Impulse zu bekommen. Im Diskogeschäft kann man schnell betriebsblind werden. Aber da kam recht wenig rüber.“ Tom Wittenbecher ergänzt: „Und wir haben es deutlich vor Augen geführt bekommen: Diese Dokus im Fernsehen sind gestellt, haben ein Drehbuch und entsprechen nur selten den wahren Begegebenheiten.“ Da werde übertrieben, Dinge anders dargestellt oder in einen falschen Zusammenhang gerückt. Am Ende bleibt vom Clubretter und seinen Ideen wenig übrig. Die Leute an der Bar haben neue Klamotten, hier und da ist ein wenig Farbe und hängen neue Lampen. Hinweise zum angebotenen Programm oder welche Partys veranstaltet werden können oder nicht, erwiesen sich für die Marwitzer als wenig neu.

Inzwischen kommen die Gäste wieder vermehrt in die Beat-Fabrik, das Haus läuft weiter wie bisher. „Wir kommen klar“, sagt Susan Beastoch. „Andere haben es wesentlich schlechter als wir.“

(mit Max Zimmermann)

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RTZapper

Führer Ex

Donnerstag, den 27. Mai 2010
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MI 26.05.2010 | 0.40 Uhr (Do.) | Das Erste

Die DDR kurz vor der Wende. Tommy (Aaron Hildebrand) will raus aus dem Land. Am liebsten nach Australien. Sein bester Freund Heiko (Christian Blümel) soll mit. Doch dazu kommt es nicht. Tommy wird von der Polizei erwischt, als er in einem leeren Fußballstadion eine Republikfahne anzündet. Als er wieder freikommt, ist er verändert, ist er Heiko unheimlich geworden. Dennoch wagen sie die Republikflucht. Und scheitern. Sie kommen in den Knast. Ein Schock für Heiko!

Spannend, beeindruckend, beklemmend. Im Knast scheint sich eine Wende zu vollziehen. Als Heiko wieder freikommt, wendet er sich der Neonaziszene zu. Über Heiko, seine Filmfigur in „Führer Ex“ sagte Christian Blümel einmal: „Er ist ein sensibler junger Mann, der eine harte Schale aufbaut.“
Regisseur Winfried Bonengel schrieb das Drehbuch gemeinsam mit dem Neonazi-Aussteiger Ingo Hasselbach. Es basiert auf Hasselbachs Buch „Die Abrechnung“. Darin wird die Neonazi-Szene beschrieben, die es in der DDR Ende der 80er-Jahre tatsächlich gab. In der Weitlingstraße in Berlin-Lichtenberg existierte ein durch die rechte Szene besetztes Haus.
„Führer Ex“ ist auf jeden Fall ein extrem spannender Film. Die Handlung und die Schauspieler sind überaus glaubwürdig. Gerade deshalb ist es traurig, dass die ARD so einen Film ins Nachtprogramm abschiebt.

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