Tagesarchiv für 24. Mai 2010

RTZapper

Urlaub wie früher

Montag, den 24. Mai 2010
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MO 24.05.2010 | 15.45 Uhr | MDR-Fernsehen

Was wären die Ostalgiker ohne ihren MDR? Beim inoffiziellen Nachfolger des DFF und des Fernsehens der DDR läuft eine Erinnerungssendung nach der nächsten. Und wenn mal keine DDR-Doku läuft, dann kommt ein DDR-Film. Oder eine Doku, in der das Leben in der DDR noch mal nachgestellt wird. Weil es ja so wahnsinnig schön war.

“Urlaub wie früher” hieß die Reportage, die der MDR am Pfingstmontagnachmittag zeigte. Mehrere Familien mussten sich in je einen alten Trabant zwängen, um dann aus dem MDR-Sendegebiet an die Ostsee zu tuckern – und zurück. Inklusive Zündkerzenschaden. Wirklich drollig.

Auf dem Zeltplatz an der Ostsee wurde allen ganz warm ums Herz. War das doch schön im Osten. Und lustig: Wenn zum Beispiel das Zelt auf dem Trabi aufgebaut wird. Da zücken die Wessis nebenan doch mal gleich den Fotoapparat, weil sie so was noch nie gesehen haben. War schon toll, die DDR.

Und als die eine der Familie mit dem trabant wieder zu Hause ankommt, wird sie von den Nachbarn in Kompaniestärke mit tosendem Applaus empfangen. Ja, Wahnsinn! Haben sie doch glatt die Tortur mit dem Trabi geschafft. War echt ungemütlich, die DDR.

Und damit sich die MDR-Zuschauer nicht erschrecken, lief im Anschluss gleich noch ein DDR-Film von 1975. Nicht, dass noch jemand im Heute aufwacht.

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RTelenovela

Spargel! Noch 1600 Meter. Noch 1400 Meter. Noch…

Montag, den 24. Mai 2010
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Auf der Landstraße zwischen Rüthnick und Beetz kündigt sich den Autofahrern Großes an. Spargel nämlich. In Beetz ist der Spargel eine Marke. Und den muss man vernünftig ankündigen, dachten sich die Spargelverkäufer.
Und so steht lange vorm Ortseingang das erste Schild: Spargel 1600 Meter. Dann: Spargel 1400 Meter. Später: Spargel 1200 Meter. Auch die 1000er-, 800er-, 600er-, 400er- und die 200er-Marke wurden gewürdigt. Das steigt natürlich die Spannung ins Unermüssliche, der Fuß schwebt schon über der Bremse.

Der Beetzer Spargel muss entweder der Knaller sein oder doch eher ein Ladenhüter, wenn er auf acht Schildern vorangekündigt werden muss. Wir düsten dennoch dran vorbei. Vielleicht das nächste Mal in 1600, 1400, 1200, 1000, 800, 600, 400, 200 Metern.

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RTZapper

Das fliegende Klassenzimmer

Montag, den 24. Mai 2010
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MO 24.05.2010 | 9.30 Uhr | ZDF

Erich Kästner im 21. Jahrhundert: Jonathan kommt aufs Internat des Leipziger Thomanerchors. Dort verfällt er der Macht der Kreativität.

Dieser Film ist von vorne bis hinten einfach klasse! Ich muss dazu sagen, dass ich die Geschichte gar nicht kannte, ich habe vorher noch keine der Verfilmungen gesehen oder das Buch gelesen.
Die Story ist wunderbar. Es ist sehr gut gelungen, das Ganze in die heutige Zeit zu übertragen. Nie zwängt sich der Eindruck auf, dass alles aufgesetzt wirkt. Das tut es wirklich nicht. Der Film ist sehr modern – aber echt passend. Nichts wurde übertrieben. Es ist auch wirklich beeindruckend, wie die Stadt Leipzig ins Bild gerückt wurde.
Die Schauspieler – auch hier eine einzige Lobhudelei ausholen. Nicht mal Piet Klocke wirkt albern. Er kann sogar ganze Sätze sprechen und ist (trotzdem) wirklich witzig. Auch die Kinder sind durchweg top!
Der Film verbreitet eine tolle Stimmung. Natürlich hat er auch eine Botschaft. Diese wird sehr geschickt verpackt und wirkt ebenfalls nicht aufgesetzt.
Dies ist ein Kinderfilm. Aber auch Erwachsene können, sollten ihn sich unbedingt ansehen.

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RTZapper

ZDF-Fernsehgarten: Frau Kölle

Montag, den 24. Mai 2010
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SO 23.05.2010 | 10.30 Uhr | ZDF

Der “ZDF-Fernsehgarten” hat eine neue Gartenexpertin. Angelika Kölle hat total Ahnung von Pflanzen und all dem grünen Zeug.
Lustig: Bei Frau Kölle muss ich natürlich an “Pflanzen Kölle” denken. Aber nein, nein, das kann ja nicht sein. Das ist sicherlich nur ein lustiger Zufall, denn Schleichwerbung gibt es beim ZDF ja nicht.

Oder so. Denn Angelika Kölle hat tatsächlich etwas mit “Pflanzen Kölle” zu tun. Und vielleicht war es auch gar kein Zufall, dass Frau Kölle ein grünes Dingsbums an hatte, das mich irgendwie an das Blumencenter erinnerte. Frau Kölle ist die Chefin des Ladens. Und dieser Laden hat mit dem ZDF einen Vertrag. Und dieser Laden kommt deshalb auch im Abspann des “ZDF-Fernsehgartens” vor.

Ganz schön plump, ZDF! Es ist ja in Ordnung, wenn Kölle euch den Garten macht. Aber wenn dann Frau Kölle über jenen Garten sprechen darf, dann denkt man beim Namen Kölle nun mal an … klar, oder? Und das ist dann keine Schleichwerbung? Da zählt auch das Argument nicht, es würden ja keine konkreten Produkte gezeigt. Frau Kölle reicht.

Wie auch immer. Frau Kölle hatte Pfingstsonntag wohl keine Zeit, ihre Gartenrubrik kam nicht vor. Hat wohl nicht allen gefalen, die Kölle-Werbesause im ZDF. Vielleicht kommt Frau Kölle ja bald als Frau K. wieder…

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RTelenovela

Fontane und immer diese Winkerei

Montag, den 24. Mai 2010
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Ich verstehe es nicht: Wieso meinen Leute, die auf einem Schiff unterwegs sind, dass sie anderen Leuten, die auch auf einem Schiff unterwegs sind oder am Ufer des Sees herumstehen, zuwinken müssen? Kaum kommt das Schiff in Sichtweite eines anderen Schiffes, wird gewunken bis zum Abwinken. Manchmal inklusive eines “Hallo!” oder “Huhu!” Die anderen leuten winken dann zurück oder ignorieren das lästige Gewinke. Aber es passiert immer wieder.

So heute auf einem Fahrgastschiff, das auf dem Ruppiner See unterwegs. Einmal von Neuruppin nach Wustrau und zurück. Ganz leise glitt das Schiff über den See, bei Kaffee, Kuchen und Schwedeneisbecher ging es an Gnewikow vorbei. Auf dem Steg am Jugenddorf standen zig Kinder herum und einige Männer in schwarzen Anzügen. Aber noch bevor wir uns ernsthaft fragen konnten, wir wir da vielleicht mal eingreifen müssten, hatten wir die Stelle auch schon wieder hinter uns gelassen. In Wustrau standen ein paar Leute am Steg, die hätten wir auch gern nach Neuruppin mitgenommen, aber sie wollten nicht. Sie haben was verpasst.

Eigentlich hatte ich den Ausflug nach Neuruppin vorgeschlagen, um ein wenig Fontane-Festspiele-Luft zu schnuppern. Und überhaupt mal zu sehen, was da so los ist. Aber irgendwie – war gar nichts los.
Nein, das stimmt so nicht. Auf der Seepromenade war natürlich so einiges los, aber da ist an einem Sonntagnachmittag bei schönem Wetter naürlich immer was los. In der Stadt selbst war nur stellenweise zu sehen, dass irgendwas los ist: ein MAZ-Sonderheft lag irgendwo rum, an der Klosterkirche waren Stühle aufgestellt. Aber irgendwie dachte ich, dass die Fontane-Festspiele auch auf die Stadt selbst ausstrahlen. Na ja, vielleicht nächstes Mal.

Dafür entdeckten wir eine kleine Gaststätte auf dem Hof der Siechenhauskapelle. Die hatte ich selbst während meiner fast halbjährigen Volozeit in Neuruppin nie wahrgenommen. Was nicht an der Siechenhauskapelle lag, sondern an mir. Im netten kleinen Innenhof gab es Salat, Käse und Bandnudeln. Es gibt offenbar in Neuruppin noch viel mehr zu entdecken.

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