Monatsarchiv für April 2010

RTelenovela

Futter für die Lieblingspolitesse

Mittwoch, den 28. April 2010
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Ich wurde schon stutzig, als meine Mutter fragte, wie ich denn nun eigentlich nach Hause komme, schließlich sei doch die Schulstraße nun gesperrt.
Nun gut, ich weiß, dass auf der Stralsunder Straße seit Montag gebaut wird. Und eigentlich bin ich auch ganz gut informiert, was die Baustellenaktivitäten in Oranienburg angeht. Über die Schulstraße wurde jedoch bislang nie geredet, und informiert werden die Anwohner heutzutage auch nicht mehr. Montag bin ich auch noch problemlos da rein gekommen.

Aber tatsächlich: Von der Stralsunder Straße aus ist die Zufahrt zur Schulstraße dicht. Entsprechende Schilder in der Willy-Brandt-Straße gibt es nicht. Also machte ich einmal die Biege und versuchte es von der Mittelstraße aus.
Tatsächlich: Die Schulstraße ist keine Einbahnstraße mehr. Und wir können nun kostenlos parken, für zwei Stunden, mit Parkscheibe. Der Parkautomat ist verschwunden (aber bestimmt nur vorübergehend, der Alte war zuletzt dauerkaputt).

Spannend bleibt es trotzdem: Wann bemerken die Autofahrer, dass sie sich nun andersrum – in Richtung Stralsunder Straße – in die Parktaschen einordnen müssen. Und wann kommt unsere Lieblingspolitesse, um sie mit einem Knöllchen darauf hinzuweisen?

ORA aktuell

Letzter “Polizeiruf” mit Herz in Oranienburg

Mittwoch, den 28. April 2010
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Der nächste “Polizeiruf 110″ aus Brandenburg wird in Oranienburg und Potsdam gedreht. Im neuen rbb-Fall geht es um einen angeblichen Mord an einer Polizeischülerin. Die Dreharbeiten haben in diesen Tagen Dienstag begonnen. Der Film soll am 7. November 2010 im Ersten laufen.
Wie der rbb mitteilte, verabschiedet sich mit diesem Fall Imogen Kogge als Johanna Herz aus der Reihe.

RTZapper

Das Duell: Jürgen Rüttgers vs. Hannelore Kraft

Dienstag, den 27. April 2010
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MO 26.04.2010 | 20.15 Uhr | WDR

Eigentlich könnte so ein “TV-Duell” vor der Wahl eine spannende Sache sein. Doch mit langweiligen Politikern und zahnlosen Journalisten wird das nichts.

Am 9. Mai wird in Nordrhein-Westfalen ein neuer Landtag gewählt. Deshalb strahlte der WDR am Montagabend das große TV-Duell zwischen Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) und seiner Herausforderin Hannelore Kraft (SPD) aus.
Von einem Wahl”kampf” ist jedoch in NRW wenig zu spüren. Jedenfalls nicht während des TV-Duells. Okay, bis auf die üblichen Zickereien in Sachen Linkspartei.
Aber im Normalfall sind ja die Moderatoren einer solchen Diskussion dazu da, um das Ganze ein wenig anzuheizen. Den beiden WDR-Leuten Jörg Schönenborn und Gabi Ludwig hat das jedoch niemand erzählt. Sie waren nicht mehr als Stichwortgeber. Nachfragen? Fehlanzeige.

So fragte Gabi Ludwig den amtierenden Ministerpräsidenten nach der Sponsoring-Affäre. Rüttgers soll Firmenvertreter für ein Honorar getroffen haben. Und was hat Rüttgers dazu zu sagen? Blabla. Seine Vorgänger seien nicht käuflich gewesen, und er auch nicht. Ahja. Gabi Ludwigs Aufgabe wäre es nun gewesen, Herrn Rüttgers darauf hinzuweisen, dass er ihre Frage gar nicht beantwortet hat. Aber wahrscheinlich hat Frau Ludwig gar nicht zugehört. Oder vielleicht begreift es die Fernsehfaru gar nicht als ihre Aufgabe, mal hart nachzufragen. Vielleicht sollte Frau Ludwig besser eine Radiohitparade moderieren. Da muss sie dann auch nicht nachbohren.

Ein so ödes TV-Duell hilft dem Wähler jedenfalls nicht wirklich weiter.

RTelenovela

Kruzifix noch einmal!

Dienstag, den 27. April 2010
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Was ist denn bloß in Niedersachsen los? Hat Ministerpräsident Wulff kein eigenes Personal mehr? Für sein neues Kabinett holte er sich unter anderen eine Brandenburgerin und eine Hamburgerin.
Und Wulff war der tolle Hecht: eine Ossifrau und eine türkischstämmige Frau. Die CDU galt als crazy, als total offen, hipp und tolerant.
Aber dann machte Aygül Özkan einen Fehler. Sie sagte ihre Meinung.

In einem Interview sagte sie, dass sie gegen Kruzifixe an staatlichen Schulen sei. Die Schule müsse ein neutraler Ort sein.
Und ich finde, das ist ein guter Standpunkt. Ich bin nicht intolerant, aber ich bin auch nicht kirchlich. Und auch die Schule ist keine kirchliche Organisation. Warum dort also Kruzifixe, also Kreuze aufgehängt werden müssen, erschließt sich mir nicht. Wenn es um Kopftücher geht, werden die Deutschen schließlich auch nervös.

Doch nun plustern sich die CDU-Leute auf. Das geht ja wohl gar nicht, dass eine türkischstämmige Frau die Kruzifixe abschaffen will. Wie kann sie so etwas sagen? Und wie kann sie überhaupt eine eigene Meinung haben?
MP Wulff war nicht amüsiert und distanzierte sich. Bekam er Angst vor seinen christlichen Wählern? Gerade jetzt, wo die Kirche sowieso im Brennpunkt ist?
Aygül Özkan musste sich vor der CDU-Fraktion entschuldigen.

Wozu hat Wulff eigentlich die Frau in sein Kabinett geholt? Dass sie immer schön lächelt? Dass Wulff sagen kann, wie tolerant und cool er doch ist? Damit er mit den Grünen schmusen kann, in dem er mit seinem Personal prahlt? Wulff zeigt, dass seine Personalpolitik nichts weiter ist als ein Blendungsmanöver für die Wähler und eventuelle Koalitionspartner.

aRTikel

Lesen ist unverzichtbar

Montag, den 26. April 2010
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Interview: Elke Heidenreich in Potsdam

MAZ, 26.4.2010

Am Mittwoch gastiert Elke Heidenreich im Hans-Otto-Theater. Im Gespräch mit Robert Tiesler erklärt sie, womit sie sich nach dem Aus ihrer ZDF-Literatursendung beschäftigt.

MAZ: Frau Heidenreich, ich muss mich bei Ihnen bedanken. Durch Sie habe ich einst mein Abitur geschafft.
Elke Heidenreich: Das ist ja lustig!

Es ging um Ihre Kolumne „Also …“ in der „Brigitte“.
Heidenreich: Ich habe schon öfter gehört, dass zum Beispiel in Frankreich Texte von mir für Abiturklausuren verwendet werden. Viele meiner Texte sind aber auch in deutschen Schulbüchern erschienen. Darüber freue ich mich.

Auch wenn Sie momentan im Fernsehen keine Bücher mehr vorstellen: Wie viele Bücher lesen Sie eigentlich pro Monat?
Heidenreich: Jemand, der viel liest, zählt auch nicht, wie viele Bücher es sind. Lesen ist nach wie vor ganz wichtig für mich, es ist unverzichtbar. Ich bleibe auch immer an den Neuerscheinungen dran, ich versuche immer auf dem neuesten Stand zu sein. Gerade habe ich zum Beispiel die großartige Biografie über den Komponisten Hans-Werner Henze, „Rosen und Revolution“, gelesen.

Tut es Ihnen denn Leid, dass es die Sendung „Lesen!“ im ZDF nicht mehr gibt?
Heidenreich: Sagen wir mal so, unter den Bedingungen, die zuletzt beim ZDF herrschten, bin ich sie gerne los. Über den Sendetermin am späten Freitagabend war ich immer sehr verärgert, aber da hat man mir nicht geholfen. Dennoch fehlt mir die Sendung. Ich finde, sie ist mir perfekt gelungen, fast alle Bücher, die ich vorgestellt habe, landeten danach auf den Bestsellerlisten, und das bedeutet auch: Sie wurden gelesen.

Gibt es Pläne für ein Comeback im Fernsehen?
Heidenreich: Nein, im Moment arbeite ich an meiner Edition Elke Heidenreich bei Bertelsmann, das Thema ist Musik in Büchern. Damit bin ich voll ausgelastet. Jeden Monat bringe ich dort ein neues Buch heraus.

Gibt es denn noch gute Literatursendungen im Fernsehen?
Heidenreich: Wenig. Ich mag „Literatur im Foyer“ im SWR-Fernsehen. Bei Thea Dorn wird noch ernsthaft über Literatur geredet. „Die Vorleser“, meine Nachfolgesendung im ZDF, habe ich bisher nur einmal gesehen.

Und?
Heidenreich: Ach, was soll ich dazu sagen. Ein Pro und ein Contra pro Buch hebt sich gegenseitig auf, aber eben nicht so unterhaltend wie bei Löffler und Reich-Ranicki damals. Am Ende weiß der, der lesen will, nichts.

Gibt es denn ein Buch, das Sie den MAZ-Lesern ans Herz legen wollen?
Heidenreich: Ich lese gerade „Gnade“ von Toni Morrison, das finde ich sehr bewegend und gut geschrieben.

Glauben Sie, dass es auch in der digitalen Welt immer Bücher geben wird, oder werden Sie auch mal ein Buch auf dem iPad lesen?
Heidenreich: Nein, ich brauche das Blättern im Papier. Ich denke, dass die Allianz zwischen Mensch und Buch so schnell nicht aussterben wird.

Wie können wir Jugendlichen das Buch weiterhin schmackhaft machen?
Heidenreich: Indem wir ihnen gute Bücher zu lesen geben. Sie müssen fantasievoll und spannend sein. Bei „Harry Potter“ hat es ja auch funktioniert. Das Ganze muss im Elternhaus stattfinden. Lesen die Eltern, dann lesen auch die Kinder.

Am Mittwoch gastieren Sie mit Bernd Schroeder im Potsdamer Hans-Otto-Theater. Was können die Zuschauer erwarten?
Heidenreich: Wir lesen aus „Alte Liebe“. Und es wird eine ziemlich seltene Art der Lesung, nämlich in verteilten Rollen.

Im Buch geht es um ein Paar, das 40 Jahre verheiratet ist. Sie ist Bibliothekarin, er in Pension. Ist in dem Buch viel Persönliches drin?
Heidenreich: Es ist nicht autobiografisch. Aber wie bei allem, was man so schreibt, sind autobiografische Züge enthalten. Wir haben uns so auch mit den Überlegungen zum eigenen Altwerden befasst. Und das ist in unserer Generation sehr anders als noch bei unseren Eltern.

RTZapper

Der Untergang

Montag, den 26. April 2010
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SO 25.04.2010 | 20.15 Uhr | 3sat

Schreck! Ein deutscher Film über die letzten Tage im Führerbunker. Kann das was werden? Das war die große Frage, als “Der Untergang” im Herbst 2004 ins Kino kam. Und die Antwort lautete: Ja, kann es.

Basierend auf “Der Untergang” von Joachim Fest sowie den persönlichen Erinnerungen von Traudl Junge, Hitlers Sekretärin, drehten Oliver Hirschbiegel und Bernd Eichinger den “Untergang”. Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Nur manchmal hat man den Eindruck, dass die Schauspieler etwas hölzern wirken, aber im Großen und Ganzen, legt das Team eine gute bis erstaunliche Leistung ab.
Der Film zeigt die letzten Tage während des Zweiten Weltkrieges im Berliner Führerbunker.

Bruno Ganz als Adolf Hitler ist anfangs ein wenig gewöhnungsbedürftig, mit der Zeit aber besser und besser. Es wird immer wieder betont, dass erstmals auch der “Mensch” hinter dem Führer gezeigt wird. Und tatsächlich, zwischenzeitlich zeigt Hitler in dem Film auch Gefühle. Er weint. Die Wirrnisse, die ihn ihm in den letzten Tagen seines Lebens vorgehen, werden ziemlich eindrucksvoll dargestellt. Fast möchte man Mitleid mit diesem Mann haben, das sich dann aber doch nicht einstellt, wenn wir bedenken, was dieser Mann zu verantworten hatte. Sechs Jahre danach scheint es immer so zu sein, dass Ganz als bester Hitler-Darsteller gilt.
Auch sehr eindrucksvoll: Corinna Harfouch als Magda Goebbels. Man bekommt eine regelrechte Gänsehaut, wenn man die Kaltheit dieser Frau sieht. Wenn Frau Goebbels ihre Kinder vergiftet ist das äußerst gespenstisch, erschütternd und anrührend gelichzeitig. Sie ist gefühllos, auch wenn es ihr in dem Moment das Herz zu brechen scheint.
Der Film kommt ohne größeren Schnörkel aus, die Geschichte wird ohne Ausschweifungen erzählt. Es wurde oft kritisiert, dass er keinen roten Faden hat, keine Hauptfigur. Dabei ist das gar nicht nötig. Wie es ausgeht, wissen wir. Dennoch ist es recht spannend, das Geschehen zu beobachten.
Was ich mir gewünscht hätte, wäre ein größerer Berlin-Bezug. Zu sehen sind immer nur Details, aber bei den Szenen auf den Straßen wäre es, glaube ich, noch eindrucksvoller gewesen, ab und zu den Blick auf die Stadt zu bekommen. Sei es nur, um zu wissen, wo wir uns gerade ungefähr befinden. Was für mich als “Berlin-Auskenner” interessant gewesen wäre.
Richtig, er bringt keine echt neuen Erkenntnisse. Und: Wer Andre Hellers Film über “Hitlers Sekretärin” kennt, wird auch vieles wiederfinden. Dennoch kann “Der Untergang” durchaus als gelungen betracht werden.

aRTikel

Angemerkt: Hallo, Frollein!

Montag, den 26. April 2010
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RT fragt sich, wie er die weibliche Servicekraft in Kneipen am besten anspricht

MAZ, 26.4.2010

Bei Männern geht das in der Kneipe leicht über die Lippen: „Herr, Ober!“ Oder: „Kellner!“ Aber was ist, wenn uns eine Frau bedient? Was rufen wir da? „Hallo, Frollein!“ Nein, das klingt nicht nett. „Frau Oberin, kommen Sie mal?“ Geht auch nicht, wir sind ja nicht im Kloster. Oder einfach nur mit den Augen zwinkern? Das könnte zu Verwirrungen führen. Ein kleines Handzeichen vielleicht? Auch nicht schön. „Mäuschen“ und „Schätzchen“ schließen sich ebenfalls aus. Wir sind da in einer echt schwierigen Lage. Die weibliche Servicekraft in Gaststätten hat einfach keine vernünftige Bezeichnung. Deshalb hat die Deutsche Knigge-Gesellschaft nun zu einem Wettbewerb aufgerufen. Per E-Mail können an frollein@knigge-akademie.de Vorschläge geschickt werden. In Zeiten der Emanzipation sollte das doch machbar sein!