Tagesarchiv für 23. Oktober 2009

ORA aktuell

Unklare Zukunft für Quelle-Laden

Freitag, den 23. Oktober 2009
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Nach der Pleite des Versandhauses Quelle ist die Zukunft für den Quelle-Laden in der Breiten Straße in Oranienburg unklar.
Ladeninhaber Wolfgang Schwittau ist enttäuscht von der Informationspolitik des Unternehmens. “Wir erfahren nur aus den Medien etwas.”
Schwittau will seinen Laden offen halten und möglichst auf andere Versnadhäuser umsteigen.

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RTelenovela

Schweinegrippe: Impfen oder nicht impfen?

Freitag, den 23. Oktober 2009
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Impfen oder nicht impfen? Das ist momentan die große Frage. Und verdrängte damit auch die flötengeile Bläsersau von unser Büro-Top-Themenliste.
Am Montag beginnen an vielen Orten die ersten Impfungen gegen die Neue Grippe, genannt die Schweinegrippe. In Neuruppin wurden heute die ersten Impfdosen angeliefert. Das Personal in Krankenhäusern und Pflegeheimen sind die ersten, denen die Spritze gesetzt wird. Wenn sie denn wollen.

Und das ist der Knackpunkt. Sollen wir uns auch gegen die Schweinegrippe impfen lassen? Wie sieht es mit den Nebenwirkungen aus? Wurde das Mittel lange genug untersucht und ausprobiert? Wurde es nicht. Und das ist für viele Menschen ein Problem. Zumindest wenn man sich die Umfrage ansieht, die gestern im Neuruppiner Zentrum gemacht wurde. Von acht Leuten waren sechs dagegen, eine wird sich impfen lassen, einer will erst den Arzt fragen. Nur ein Mini-Ausschnitt, aber doch recht deutlich.
Die Leute vertrauen dem Impfstoff nicht. Und sie scheinen nicht den Berichten zu vertrauen. Niemand weiß, wie gefährlich die Neue Grippe wirklich ist. Oder noch sein wird.

Ich werde mich wahrscheinlich gar nicht impfen lassen können. Als ich mich 2008 gegen die normale Grippe impfen lassen wollte, ging das nicht: Ich bin wahrscheinlich gegen Eier, vielleicht Eiweiß allergisch. Aber da ich keinen Test machen ließ bisher, ist das unklar. Und wenn das für die normale Grippeimpfung gilt, gilt das auch für die Neue Grippe. So sagte es mir heute ein Neuruppiner Arzt.
Ich müsste also erst einen Allergietest machen. Oder es drauf ankommen lassen. Ganz schön viele Risiken.

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RTZapper

ZAPPER VOR ORT: Guido Knopp in Fehrbellin

Freitag, den 23. Oktober 2009
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MI 21.10.2009 | Fehrbellin, Rhinhalle

Es sind für mich heute noch DIE Bilder der Wende 1989: Vor der westdeutschen Botschaft in Prag reißen DDR-Bürger die Straßensperren um. Voller Panik rennen sie los, mit Kind und Kegel zur Botschaft. Sie schreien, sie feuern sich an. Sie wollen nur eines: weg aus der DDR.
Beeindruckende Bilder und Töne. Noch heute, 20 Jahre danach.
Und dann kommt ZDF-Geschichtsguru Guido Knopp und verkitscht die Szene, unterlegt sie mit pathetischer Musik, lässt sie in Schleim versinken.

Gesehen in Fehrbellin. Gudio Knopp kam in die dortige Rhinhalle, um aus seinen Erinnerungen vorzulesen: “Die deutsche Einheit – wie es wirklich war”.
Doch bevor er las, begann seine Multimediashow. Oder sagen wir besser: der Werbeblock. Gezeigt wurden allerlei Ausschnitte bekannter Szenen der deutschen Geschichte. Unterlegt mit pathetischer, tragender Musik. Bald stellte sich heraus, dass es ein Trailer für die neue Knopp-Reihe für die “Sternstunden der Deutschen” ist, die im November im ZDF startet. Dann sagte eine Stimme: “Begrüüüüßen Sie jeeetzt: Guiiiiido Knopp!!!”
Die Leute applaudierten, aber mir hat es eigentlich schon gereicht.

Ganz klar, Knopps Verdienste sind in Sachen Geschichte im Fernsehen groß. Aber ich kann es langsam nicht mehr sehen: Die Mischungen aus nachgedrehten Szenen und realen Ausschnitten und Fotos, unterlegt mit schleimiger, nicht enden wollender Soundtrackmusik, nervt mich unglaublich.
Und daraus bestand auch die Knopp-Lesung in Fehrbellin.

Knopp arbeitete im viel zu dunklen Scheinwerferlicht sich durch die Wende. Die fallenden Grenzzäune in Ungarn. Die Fluchtwelle. Die überfüllten Botschaften. Der letzte Republikgeburtstag. Die Pressekonferenz mit Schabowski. Der Mauerfall. Kohls Dresden-Triumph. Der Einheitsvertrag. Der Beitritt der DDR.
Und die These, dass die Tür zur Einheit 1989/90 nicht sehr weit offen stand, und deshalb Deutschland nur die schnelle Einheit durchziehen konnte. Nach dem Gorbatschow-Putsch 1991 wäre die Einheit im Eimer gewesen.
Alles gut und schön und spannend. Aber das kennen wir alles, zumindest kann man das alles nachlesen, wenn man will. Knopp hat uns nichts Neues erzählt. Und schon gar nichts nach dem Motto: “Wie es wirklich war”. In der Hinsicht fehlten echte Neuigkeiten oder wenigstens kleine Aha-Effekte.

Und warum Knopp nicht auf die Macht der Bilder und Originaltöne vertraut, weiß auch nur er. Er will wahrscheinlich die puren Emotionen noch emotionaler haben. Die Ungarn-Bilder. Die Botschaften. Der Mauerfall. Immer mit – wahlweise – dramatischer, rührender, lauter und leiser Musik. Aber immer voll pathetisch.
Aus irgendeinem Grund mag es Knopp, seine Lesungen dermaßen künstlich und überflüssig aufzumotzen. Ich mag es nicht. Und ich mag es auch nicht, wenn irgendein Geschichtsmensch daher kommt und erzählen will, wie es wirklich war. Um dann nichts zu erzählen, was nicht schon bekannt war.
Guido Knopp ist eben auch nur ein Blender.

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