Tagesarchiv für 24. März 2009

RT im Kino

Männersache

Dienstag, den 24. März 2009

Mario Barth. Prolliges Bühnenprogramm. Voll nervig und blöd. Jetzt auch noch der Film. Auch Müll.

0/10

Tja, so hatte ich mir das eigentlich gedacht, als ich mir “Männersache” angesehen habe. Miese (oder besser: keine) Story, öde Witze, die schon 1500-mal durchgekaut wurden und ein unerträglicher Mario Barth. Richtig, ich bin nicht so wirklich ein glühender Fan von ihm.
Doch leider hat mir der Film all diese Gefallen nicht getan. Nun stehe ich vor der Aufgabe, einen Film zu loben, von dem ich mir vorher fest vorgenommen habe, ihn an dieser Stelle zu verreißen.
Mario Barth, also. Kennste, kennste? Ja, genau der, der im Sommer des vergangenen Jahres aus dem Stand mit seinem uralten Bühnenprogramm das Berliner Olympiastadion gefüllt hat – und demnächst die O2-World zigmal hintereinander füllen wird. Die CDs und DVDs standen gefühlte 15 Jahre in den Charts ganz oben. Und jetzt also auch noch der Film.
Es geht um eine “Männersache”. Um was auch sonst. Eine große, langjährige Männerfreundschaft. Um Paul (Mario Barth) und Hotte (Dieter Tappert). Paul ist Reinigungskraft in einer Zoohandlung, Hotte ist Gerüstbauer. Doch als Paul als Stand-Up-Komiker auftritt und in seinen Programmen das Leben seines besten Freundes und dessen Freundin Susi (Anja Kling) durch den Kakao zieht, kommt es zur Zerreißprobe.
Ich wage es kaum zu schreiben: Aber es gibt Momente, da hat der Film tatsächlich so etwas wie Tiefgang. Wenn erörtert wird, was denn eigentlich eine Männerfreundschaft ausmacht, wird es fast schon tiefsinnig. Die Story rückt mal kurz von ihrem Klamauk ab.
Davon abgesehen agiert Mario Barth mehr oder weniger als er selbst. Und das funktioniert in seinem Film sogar erstaunlich gut. Klar, viele der Gags sind bereits aus den Bühnenprogrammen bekannt, wirken ein bisschen abgestanden. Dennoch führen sie stellenweise zu einigen Schmunzlern, manchmal sogar zu Lachern. Und wenn man schon nicht selbst lachen muss – das Publikum um einen herum schüttet sich aus.
Abgesehen von einigen Anschlussfehlern macht “Männersache” auch äußerlich einen passablen Eindruck. Die dynamische Kamera bringt das Geschehen locker rüber ohne zu nerven.
Das Fazit: Nichts, absolut gar nichts erwartet, sich auf einen miesen Film gefasst gemacht, und am Ende dennoch ganz gut unterhalten.

7/10

Hits: 61

RTelenovela

Volojahre (14): Ein Eisberg für Knuts Papa

Dienstag, den 24. März 2009
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(13) -> 5.3.2009

Bisher war der Hype um den Eisbären Knut spurlos an mir vorbei gegangen. Ich war in den vergangenen Jahren nie im Zoo, um den Knuddelbären und seinen Ziehvater Thomas Dörflein zu beobachten. Vor einem halben Jahr starb Dörflein an Herzversagen. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof “In den Kisseln” in Berlin-Spandau. Dörfleins Familie konnte sich keinen Grabschmuck leisten, deshalb spendete nun ein Spandauer Steinmetz einen Marmorstein. Ich machte mich gestern auf die Suche, um darüber zu berichten.
Ich stehe am Friedhofseingang an der Kisselnallee. Ich habe keinen blassen Schimmer, wo sich dieses Grab befinden könnte. Klar ist nur: Der Friedhof “In den Kisseln” ist der größte Berlins. Ich laufe den Hauptweg entlang, vielleicht habe ich ja Glück und treffe auf die Stelle.
Das Wetter ist bescheiden. Es regnet, und der Wind bläst.
An sich finde ich Friedhöfe sehr interessant. Gerade in Spandau lässt sich die ganze Bandbreite der Grabsteinkunst erkennen. Steine in Herzform, als aufgeschlagenes Buch und viele weitere Formen.
Nur Dörfleins Grab habe ich noch nicht gefunden. Nach etwa 25 Minuten Geradeauslaufen stehe ich vor einem Gebäude mit einem Unterstelldach. Mal kurz raus aus dem Regen und dem Wind. Ich nehme mein Handy, um einen Volokollegen anzurufen. Er war vor einiger Zeit auch schon hier, um vom Grab zu berichten. Doch leider ist er nicht erreichbar. Wahrscheinlich war grad Mittagspause.
Ich laufe weiter. Nach nur wenigen Schritten entdecke ich auf der rechten Seite viele Blumen an einem Grab. Das muss es sein! Eine Frau entfernt sich gerade von der Stätte.
Das Grab von Thomas Dörflein. Ein 1,50 Meter hoher Marmorstein. Sieht aus wie ein Eisbär, der sich aufrichtet. Später erfahre ich, dass das Ding einen Eisberg darstellen soll. Der Name des Toten ist eingraviert, dazu ein Bildnis, das Dörflein mit dem Knut-Baby zeigt.
Um das Grab herum stehen viele Blumen und liegen diverse Zettel mit Gedichten und Danksagungen. Der daneben stehende Baum ist mehr ein Sammelsurium von Zetteln, Malereien und weiteren bunten Erinnerungsstücken.
Thomas Dörflein ist nicht allein. Auch ein halbes Jahr nach seinem Tod pilgern seine Fans regelmäßig an sein Grab.
Zehn Minuten später laufe ich zurück, wieder eine halbe Stunde bis zum Auto. Aner der Spaziergang hat sich gelohnt. Wenn ich auch den Grabstein ziemlich kitschig finde, auf dem Friedhof gibt es auch ansonsten viel zu sehen.

Hits: 71

ORA aktuell

Fußball: OFC besiegt TuS

Dienstag, den 24. März 2009
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Stadtderby in der Fußball-Brandenburgliga. 1123 Zuschauer sahen sich das Spiel zwischen dem TuS 1896 Sachsenhausen und dem Oranienburger FC an. Der OFC gewann mit 0:2 und steht damit weiterhin auf Platz 1 der Tabelle. Die Sachsenhausener belegen derzeit Platz 7.
Das Hinspiel gewann Sachsenhausen 1:0.

Hits: 57

RTZapper

Wer wird Millionär? – Blind Date Special

Dienstag, den 24. März 2009
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MO 23.03.2009 | 20.15 Uhr | RTL

Was genau soll eigentlich der Sinn des “Blind Date Specials” von “Wer wird Millionär?” sein? In der besonderen Variante der Quizshow wird dem Kandidaten, der es auf den Stuhl neben Günther Jauch schafft, eine zweite Person dazugesetzt. Gemeinsam sollen sie die bis zu 15 Fragen beantworten und sich im Idealfall ineinander verlieben.
Klappte nur leider nicht mal ansatzweise. Schon beim ersten Pärchen war nach den ersten Sekunden klar, dass er sie nicht besonders anziehend fand. Sie lebt in einer WG, ihr großer Hund wohnt mit ihr im Zimmer. Es war in seinem Gesicht abzulesen: Geld abfassen und weg hier.
Die zweite Kandidatin wünschte sich einen größeren Mann. Es kam: ein kleinerer. Ein Krankenwagenfahrer, der gleich bei einer Migränefrage ins Schleudern geriet. Es war in ihrem Gesicht abzulesen: Geld abfassen und weg hier.
Die dritte Dame, eine angehende Pfarrerin tanzt gern. Es kam: ein Typ, der nicht tanzen kann.
Da saßen nun die Paare auf den Stühlen und rätselten, stritten und witzelten. Nur das mit dem Flirten hat überhaupt nicht funktioniert.
RTL sollte solche Experimente sein lassen, gerade dann, wenn sie so phänomenal schief gehen wie dieses Mal.

Hits: 60

RTelenovela

Vorneweg: die Vermummten

Dienstag, den 24. März 2009
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Die Oranienburger demonstrierten am Sonntag gegen Rechts. Das ist gut so. Dennoch hatte diese Demo einen faden Beigeschmack, der heute deutlich auch in der Zeitung zu sehen war.
An den Anfang der Demo gegen Rassismus und Rechtsextremismus stellte sich nämlich die Antifa. Lauter Schwarzvermummte führten den Zug an. Schon im Vorfeld wurden Krawalle linker Chaoten befürchtet, doch am Ende waren alle froh, dass es so friedlich verlief.
Aber wenn ich dann das Foto dieser Vermummten in der Zeitung sehe, dann denke ich: Nein, auch mit solchen Leuten möchte ich nicht auf einer Seite stehen. Ihr Anliegen ist ja an sich nicht unrichtig, aber warum müssen sie ihre Gesichter verhüllen? Warum muss man Angst haben, dass sie für Krawall sorgen? Warum muss ich mit Leuten gemeinsam demonstieren, die an sich krawallbereit sind? Mit diesen Leuten möchte ich nicht in einen Topf geschmissen werden, und aus meiner Sicht tut es der ganzen Aktion auch alles andere als gut, wenn man dann an der Demospitze solche Leute in der Zeitung sieht.
Kleiner Schmunzler am Rande: Auf dem Foto in der Zeitung sind zwei Plakate zu sehen: “Oranienburg grenzt niemanden aus” und “Oranienburg – Traumlandschaften ohne Nazis”. Irgendwie widerspricht sich das, auch wenn die Botschaft des zweiten Spruchs natürlich anzustreben ist.

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